DE951435C - Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchfuehrung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband - Google Patents
Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchfuehrung thermochemischer Reaktionen auf dem SinterbandInfo
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- DE951435C DE951435C DEM22436A DEM0022436A DE951435C DE 951435 C DE951435 C DE 951435C DE M22436 A DEM22436 A DE M22436A DE M0022436 A DEM0022436 A DE M0022436A DE 951435 C DE951435 C DE 951435C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C04—CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
- C04B2/00—Lime, magnesia or dolomite
- C04B2/10—Preheating, burning calcining or cooling
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Description
- Verfahren -zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchführung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband Es ist bekannt, daß Kalkstein ebenso wie alle anderen Carbonate alkalischer Erden auf dem Sinterband entsäuert werden kann, und zwar sowohl nach dem klassischen Verfahren unter Verwendung fester Brennstoffe als auch nach dem neueren Verfahren unter Verwendung heißer Gase als Wärmeträger sowie unter Verwendung der sogenannten Mischfeuerung, d. h. bei gleichzeitiger Anwendung heißer Gase und Zumischung von festen Brennstoffen in die zu behandelnde Schicht. Nach allen Verfahren, die mit festem Brennstoff arbeiten, erhält man aber nur Produkte, die in der Kalkindustrie nicht abgesetzt werden können, weil sie stets Gemenge von überbranntem, richtig gebranntem und nicht gebranntem Kalk darstellen, je nach der Entfernung, in der das einzelne Korn vom nächsten Brennstoffkorn gelegen war. Außerdem ist bei Verwendung fester Brennstoffe das Produkt durch die Brennstoffasche verunreinigt, da hier der Kalkstein nicht in so großen Stücken vorliegt wie beim Schachtofen, wo die Stücke gebrannten Kalkes einzeln ausgeklaubt werden können. Auch liegt mindestens ein Teil der Brennstoffasche stets in unlösbarer Verbindung- mit Kalkstücken zusammengesintert vor. Die ausschließliche Verwendung gasförmiger Brennstoffe aber, durch welche die Verunreinigung durch Brennstoffasche vermieden werden könnte, kommt häufig teurer als die fester Brennstoffe.
- Ein weiterer Nachteil des Sinterbandes gegenüber dem Schachtofen ist sein wesentlich größerer Kraftbedarf von etwa 45 bis 48 kWh/t Ca O gegenüber 5. bis 8 kWh/t Ca 0 beim Schachtofen. Solange diese Nachteile nicht überwunden werden konnten, war der größte Vorteil des Sinterbandes gegenüber dem Schachtofen bedeutungslos, nämlich die Möglichkeit, Kalkstein jeder Korngröße zu verarbeiten, während beim Schachtofenbetrieb rund 30°/o der Steinbruchproduktion als Splitt. verkauft werden oder auf die Halde gehen müssen.
- Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kann ein einwandfrei gebrannter Kalk, der nicht durch Brennstoffasche verunreinigt ist, auf dem Sinterband unter hauptsächlicher Verwendung von Koks als Brennstoff erhalten werden. Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß der 'zu brennende Kalkstein in feiner Körnung, etwa 3 bis 15 mm, in Mischung mit einer zum Brennen nicht ganz ausreichenden Menge Koks auf einem Sinterband aufgebracht und auf diese Schicht eine zweite Schicht brennstofffreien Kalksteines, der aus gröberem Korn von etwa 15 bis 3o mm besteht. Hierauf werden beide Schichten gleichzeitig durch Hindurchleiten heißer oxydierender Gase behandelt. Die obere Schicht wird durch die heißen Gase auf eine Temperatur von etwa iioo bis i2oo°C -gebracht, während die untere Schicht zunächst nur die von oben kommenden heißen Reaktionsgase, welche sich langsam abkühlen, aufnimmt. Die dabei entstehenden Temperaturen liegen zunächst noch unterhalb des Entzündungspunktes des beigemischten Kokses, also rund 700°C, und steigen in dem Augenblick auf die erforderliche Temperatur an., wenn die von oben kommenden Gase genügend Sauerstoff enthalten. Gleichzeitig wird die Reaktionszeit nach einem nicht zum Stande der Technik gehörenden Verfahren durch Erniedrigung der treibenden Druckdifferenz so sehr vergrößert, daß nur mehr ein Drittel bis ein: Viertel der beim normalen Betrieb je Zeiteinheit durch den Rost gesaugten Gasmenge durchgebracht wird.
- Während bisher beim Kalkbrennen auf dem Sinterband eine Druckdifferenz von etwa 25o mm WS üblich war, wird. erfindungsgemäß nur eine solche von 2o bis 40 mm WS angewendet. Dadurch sinkt der Gasdurchsatz von etwa 85 m3/Min. - m2 Rostfläche auf et*a 2o bis 25 m3/Min. - m2 Rostfläche. Die genannten Maßnahmen - Aufgabe des zu brennenden Kalksteines ohne Rückgut in zwei Schichten verschiedener Korngröße und Stärke, Verringerung der treibenden Druckdifferenz - ermöglichen die Herstellung eines einwandfrei gebrannten Kalkes auf dem Si.nterband, der gleichmäßig calciniert ist und weder unter- noch überbrannte Anteile enthält. Infolge des verringerten Gasdurchsatzes steigen auch die C 02 Werte des Abgases entsprechend von etwa 8 bis ioo/o auf 17 bis 2o% und darüber an. Die geschilderte Arbeitsweise ermöglicht also außer der Gewinnung eines einwandfrei gebrannten Kalkes auch die Führung verringerter Gasmengen und damit einen Anfall an höher konzentrierter Kohlensäure. Infolge der so bewirkten langsamen Verbrennung des Kokses schmilzt und verbindet sich die Koksasche nicht mit dem Kalk, sondern bleibt in feiner Pulverform von diesem getrennt und kann in bekannter Weise, z. B. durch Windsichtung, abgetrennt werden.
- Außerdem sinkt bei dieser Arbeitsweise der Kraftbedarf von etwa. 45 bis 48 kWh/t Ca O auf etwa 15 kWh/t Ca0. Dieser gegenüber dem Schachtofen nur noch wenig erhöhte Kraftbedarf fällt gegenüber den anderen Vorteilen des Sinterbandes, vor allem der Möglichkeit, Rohgut jeder Korngröße zu verarbeiten, nicht mehr ins Gewicht.
- Die nach diesem Verfahren mögliche Vergrößerung der Reaktionszeit auf dem Sinterband kann auch für die Durchführung anderer Prozesse von Vorteil sein, wie z. B. für das Brennen und Sintern von Pellets oder die chlorierende Röstung und Sinterung z. B. von buntmetallhaltigen Kiesabbränden.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchführung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband, wobei das Rohmaterial in zwei Schichten verschiedener Korngröße derart behandelt wird, daß das feine Korn in die untere und das grobe Korn in die obere Schicht gegeben wird, gegebenenfalls durch Zusatz von die Reaktion fördernden Stoffen in Form von Krümelgut oder von Granalien, dadurch gekennzeichnet, daß die treibende Druckdifferenz so niedrig gehalten wird, daß je Minute und m2 Rostfläche weniger als 30, vorzugsweise 2o bis 25 ms Luft hindurchgesaugt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung in, der unteren Schicht mit festem Brennstoff und in der oberen mit heißen oxydierenden Gasen erfolgt.
- 3. Verfahren nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Asche des festen Brennstoffes vom gebrannten Kalk nach dem Brennen in an sich bekannter Weise durch Windsichtung abgetrennt wird. q.. Verfahren nach den Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbrennungsluft oder den Heizgasen reaktionsfähige Gase, wie z. B. Chlor, beigegeben werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM22436A DE951435C (de) | 1954-03-23 | 1954-03-23 | Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchfuehrung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEM22436A DE951435C (de) | 1954-03-23 | 1954-03-23 | Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchfuehrung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE951435C true DE951435C (de) | 1956-10-25 |
Family
ID=7298760
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEM22436A Expired DE951435C (de) | 1954-03-23 | 1954-03-23 | Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchfuehrung thermochemischer Reaktionen auf dem Sinterband |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE951435C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1069579B (de) * | 1959-11-26 |
-
1954
- 1954-03-23 DE DEM22436A patent/DE951435C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1069579B (de) * | 1959-11-26 |
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