DEM0022436MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 22. März 1954 Bekanntgemacht am 3. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß Kalkstein ebenso wie alle anderen Carbonate alkalischer Erden auf dem
Sinterband entsäuert werden kann, und zwar sowohl nach dem klassischen Verfahren unter Verwendung
fester Brennstoffe als auch nach dem neueren Verfahren unter Verwendung heißer Gase
als Wärmeträger sowie unter Verwendung der sogenannten Mischfeuerung, d. h. bei gleichzeitiger
Anwendung heißer Gase und Zumischung von festen Brennstoffen in die zu behandelnde Schicht.
Nach allen Verfahren, die mit festem Brennstoff arbeiten, erhält man aber nur Produkte, die in der
Kalkindustrie nicht abgesetzt werden können, weil sie stets Gemenge von überbranntem, richtig gebranntem
und nicht gebranntem Kalk darstellen, je nach der Entfernung, in der das einzelne Korn
vom nächsten Brennstoffkorn gelegen war. Außerdem ist bei Verwendung fester Brennstoffe das
Produkt durch die Brennstoffasche verunreinigt, da hier der Kalkstein nicht in so großen Stücken vorliegt,
wie beim Schachtofen, wo die Stücke gebrannten Kalkes einzeln ausgeklaubt werden
können. Auch liegt mindestens ein Teil der Brennstoffasche stets in unlösbarer Verbindung mit
Kalkstücken zusammengesintert vor. Die ausschließliche Verwendung gasförmiger Brennstoffe
aber, durch welche die Verunreinigung durch Brennstoffasche vermieden werden könnte,, kommt
häufig teurer als die fester Brennstoffe.
Ein weiterer Nachteil des Sinterbandes gegenüber dem Schachtofen ist sein wesentlich größerer
Kraftbedarf von etwa 45 bis 48 kWh/t CaO gegen-
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über 5 bis 8 kWh/t CaO beim Schachtofen. Solange
diese Nachteile nicht überwunden werden konnten, war der größte Vorteil des Sinterbandes gegenüber
dem Schachtofen bedeutungslos, nämlich die Möglichkeit, Kalkstein jeder Korngröße zu verarbeiten,
während, beim Schachtofenbetrieb rund 30% der Steinbruchproduktion als Splitt verkauft werden
oder auf die Halde gehen müssen.
Nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung kann ein einwandfrei gebrannter Kalk, der nicht
durch Brennstoffasche verunreinigt ist, auf dem Sinterband unter hauptsächlicher Verwendung von
Koks als Brennstoff erhalten werden. Zu diesem Zweck wird erfmdungsgemäß der zu brennende
Kalkstein in feiner Körnung, etwa 3 bis 15 mm, in Mischung mit einer zum Brennen nicht ganz ausreichenden
Menge Koks auf einem Sinterband aufgebracht und auf diese Schicht eine zweite Schicht
brennstofffreien Kalksteines, der aus gröberem Korn von. etwa 15 bis 30 mm besteht. Hierauf
werden beide Schichten gleichzeitig durch Hindurchleiten heißer oxydierender Gase behandelt.
Die obere Schicht wird durch die heißen Gase auf eine Temperatur von etwa. 1100 bis 12000C gebracht,
während die untere Schicht zunächst nur die von oben kommenden heißen Reaktionsgase,
welche.sich langsam abkühlen, aufnimmt. Die dabei entstehenden Temperaturen liegen zunächst noch
unterhalb des Entzündungspunktes des beigemischten Kokses, also rund 7000 C, und steigen
in dem Augenblick auf die erforderliche Temperatur an, wenn die von oben kommenden Gase
genügend Sauerstoff enthalten. Gleichzeitig wird die Reaktionszeit nach einem nicht zum Stande, der
Technik gehörenden Verfahren durch Erniedrigung der treibenden Druckdifferenz so sehr vergrößert,
daß nur mehr ein Drittel bis ein Viertel der beim normalen Betrieb je Zeiteinheit durch den Rost
gesaugten Gasmenge durchgebracht wird.
Während bisher beim Kalkbrennen auf dem Sinterband eine Druckdifferenz von etwa 250 mm
WS üblich war, wird erfmdungsgemäß nur eine solche von,20 bis 40 mm WS angewendet. Dadurch
sinkt der Gasdurchsatz von etwa 85 m3/Min. · m2
Rostfläche auf etwa 20 bis 25m3/Min.-m2 Rostfläche.
Die genannten Maßnahmen — Aufgabe des zu brennenden Kalksteines ohne Rückgut in zwei
Schichten verschiedener Korngröße und Stärke, Verringerung der treibenden Druckdifferenz — ermöglichen
die Herstellung eines einwandfrei gebrannten Kalkes auf dem Sinterband, der gleichmäßig
calciniert ist und weder unter- noch überbrannte Anteile enthält. Infolge des verringerten
Gasdurchsatzes steigen auch die C O2-Werte des
Abgases entsprechend von etwa 8 bis 10% auf J7 bis 20% und darüber an. Die geschilderte
Arbeitsweise ermöglicht also außer der Gewinnung eines einwandfrei gebrannten Kalkes auch die
Führung verringerter Gasmengen und damit einen Anfall an höher konzentrierter Kohlensäure.
Infolge der so bewirkten langsamen Verbrennung des Kokses schmilzt und verbindet sich die Koksasche nicht mit dem Kalk, sondern bleibt in feiner
Pulverform von diesem getrennt und kann in bekannter
Weise, z. B. durch Windsichtung, ab-getrennt werden.
Außerdem sinkt bei dieser Arbeitsweise der Kraftbedarf von etwa 45 bis 48 kWh/t Ca O auf
etwa 15 kWh/t CaO. Dieser gegenüber dem
Schachtofen nur noch wenig erhöhte Kraftbedarf fällt gegenüber den anderen Vorteilen des Sinterbandes,
vor allem der Möglichkeit, Rohgut jeder Korngröße zu verarbeiten, nicht mehr ins Gewicht.
Die nach diesem Verfahren mögliche Vergrößerung
der Reaktionszeit auf dem Sinterband kann auch für die Durchführung anderer Prozesse
von Vorteil sein, .wie z.B. für das Brennen und Sintern von Pellets oder die chlorierende Röstung
und Sinterung z. B. von buntmetallhaltigen Kiesabbränden.
Claims (4)
1. Verfahren zum Brennen, Brennen und Sintern sowie zur Durchführung thermochemischer
Reaktionen auf dem Sinterband, wobei das Rohmaterial in zwei Schichten verschiedener
Korngröße derart behandelt wird, daß das feine Korn in die untere und das grobe Korn in die obere Schicht gegeben wird., ger
gebenenfalls durch Zusatz von die Reaktion fördernden Stoffen in Form von Krümelgut
oder von Granalien, dadurch gekennzeichnet, daß die treibende Druckdifferenz ^so niedrig
gehalten wird, daß je Minute und m2 Rostfläche weniger als 30, vorzugsweise 20 bis 25 m3 Luft
hindurchgesaugt wird. r
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wärmebehandlung in, der unteren Schicht mit festem Brennstoff und in
der oberen mit heißen oxydierenden Gasen erfolgt.
. _ 3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Asche des festen Brennstoffes vom gebrannten Kalk nach
dem Brennen in an sich bekannter Weise durch Windsichtung abgetrennt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbrennungs- ■
luft oder den Heizgasen reaktionsfähige Gase, wie z. B. Chlor, beigegeben werden.
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