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Elektrodensalzbadofen Es ist ein Elektrodensalzbadofen bekannt, bei
dem durch eine besondere Trennwand ein Elektrodenraum von dem Nutzraum getrennt
ist und bei dem mehrere Elektroden in einer Gruppe an einer Stelle der Tiegelwand
angeordnet sind. Auch ist die Verwendung von Drehstrom bei Elektrodensalzbadöfen
bekannt. Bei Verwendung von cyanhaltigen Salzen ergibt sich wegen der raschen Zerstörung
der keramischen Tiegelwand durch diese Salze die Notwendigkeit, metallene Tiegel
zu verwenden. Die Trennwände zwischen Nutz-und Elektrodenraum können entweder aus
Metall oder aus einem keramischen Stoff bestehen. Die Erfindung bezieht sich auf
einen Elektrodensalzbado fen dieser Gattung und bezweckt eine weitere Ausgestaltung
des Ofens bei der Verwendung vonDrehstrom. Insbesondere bezieht sich die Erfindung
auf einen solchen Ofen mit metallenem Tiegel, d. h. für cyanhaltige Salze, sowie
beim Speisen des Ofens durch Drehstrom und bei gruppenweiser Anordnung der drei
an die drei Phasen angeschlossenen Elektroden an einer Stelle der Tiegelwand.
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Die Erfindung besteht darin, daß die Tiegelwandstelle, in deren Nähe
die Elektrodengruppe angeordnet ist, gegenüber der Elektrodengruppe durch eine leicht
auswechselbare keramische Schicht
verdeckt ist. Es hat sich gezeigt,
daß hierdurch die Strombelastung der Elektroden gegenüber Öfen ohne eine solche
keramische Abdeckung der den Elektroden benachbarten Tiegelwand herabgesetzt wird.
Die Elektroden werden infolgedessen bei Verwendung des erfindungsgemäßen Vorschlages
geschont und besitzen daher eine längere Lebensdauer.
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Diese Auswirkung kann gesteigert werden, wenn gemäß einer weiteren
Einzelheit der Erfindung auch die Trennwand aus einem keramischen Stoff besteht
und leicht auswechselbar ist.
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Eine weitere vorteilhafte Einzelheit der Erfindung besteht darin,
daß ein Tiegel durch leicht auswechselbare keramische Zwischenwände in mehrere,
mit eigenen Elektrodengruppen und Trennwänden versehene Kammern unterteilt ist.
Das ergibt die Möglichkeit, jede der einzelnen Kammern als einen selbständigen Ofen
zu benutzen, unabhängig von den anderen Kammern. Man kann sogar jede dieser
Kammern gleichzeitig unter anderen Betriebsverhältnissen: verwenden. So kann man
beispielsweise in der einen Kammer zementieren, während in. der anderen abgehärtet
wird.
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Durch diese vielseitige Verwendungsmöglichkeit der verschiedenen Kammern
des einen Ofens wird die Wirtschaftlichkeit des Ofens wesentlich erhöht, was insbesondere
für kleinere Betriebe oder für `verhältnismäßig kleine Mengen der im Ofen zu behandelnden
Teile von großer Bedeutung ist.
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Die Zeichnung veranschaulicht zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung.
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Fig. i zeigt im Grundriß einem Ofen mit einem Nutzraum, -Fig. 2 mit
zwei Nutzräumen.
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Bei dem Ofen nach Fi.g. i ist in einer wärmeisolierenden Schicht i
ein Metalltiegel :2 eingebettet, der durch eine metallene Trennwand 3 in zwei Räume
unterteilt ist, von denen 4 der Nutzraum und 5 der Elektroden- oder Heizraum ist.
Im letzteren befinden sich die- drei Elektroden R, S, T, die an die drei Phasen
der Drehstromquelle angeschlossen sind. Die den Elektroden gegenüberliegende Tiegelwand
6 ist gegenüber den Elektroden durch eine aus einem keramischen Stoff bestehende
Schutzschicht 7 abgedeckt, die in besonderen Führungsrillen 8 und 9 leicht auswechselbar
untergebracht ist.
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Die Schutzschicht 7 ist nach Fig. i in einer geringen Entfernung von
der Tiegelwand 6 angeordnet. Sie kann natürlich auch unmittelbar an der Tiegelwand
anliegen; jedoch hat die dargestellte Bauart den Vorteil, daß geringe Unregelmäßigkeiten
der Oberflächen -der Schutzschicht 7 und der Tiegelwand 6, beispielsweise Unebenheiten
oder Verwerfungen, sich beim Ein- und Ausbringen der Schicht 7 nicht störend bemerkbar
machen. Die Trennwand 3 kann auch aus einem keramischen Stoff bestehen und in der
gleichen Weise im Tiegel befestigt sein wie die Schutzschicht 7. Hierdurch kann
eine weitere Herabsetzung der Strombelastung erzielt werden.
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Bei der Bauart nach Fig.2 ist der metallene Tiegel io durch eine keramische
Trennwand i i, die ebenfalls- in Rillen 12 des Tiegels geführt äst, in zwei Kammern
13 und 14 unterteilt. Jede Kammer besitzt ihre eigenen Trennwände 15 bzw. 16, die
die besonderen Elekrodienräume 17 bzw. 18 von den Nutzräumen 13 und
14 trennen. In diesen Elektroden- oder Heizräumen sind die beiden Gruppen der Elektroden
R, S, T für jede Kammer getrennt untergebracht.
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Jede der Kammern kann nun unabhängig von der anderen betrieben werden,
sogar unter verschiedenen Betriebsverhältnissen. So kann z. B. in der einen Kammer
angelassen werden, während in der anderen Kammer gehärtet wird.
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In gleicher Weise kann ein längerer Tiegel an Stelle von zwei auch
noch mehr Kammern besitzen. Auch die Form dies Tiegels braucht nicht unbedingt viereckig
zu sein, sondern kann: eine beliebige sein, wobei auch die Anzahl der voneinander
unabhängigen Kammern beliebig sein kann. Es ergibt sich damit die Möglichkeit, auch
für die Verwendung von cyanhaltigen Salzen Ofenanlagen mit metallenen Tiegeln zu
schaffen, bei denen eine Reihe verschiedener Behandlungsarten gleichzeitig durchgeführt
werden kann, wobei die Strombelastung der Elektroden auf ein Mindestmaß herabgesetzt
ist.