DE94993C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAM
Vorliegende . Erfindung betrifft ein neues Mehrfach -Telegraphensystern,, welches die Verwendung
mehrerer Telegraphenapparate mittelst einer einzigen Leitung gestattet. Die mittelst
dieser einen Leitung in Thätigkeit gesetzten Apparate sind Hughes-Apparate, welche die in
dem Post- und Telegraphenwesen am häufigsten angewendeten sind. Bei der Herstellung dieses
Mehrfach-Telegraphensystems wird an der Bauart der einzelnen Apparate, wie später gezeigt
wird, nichts geändert. Es wird jedoch jedem Apparate ein Regeler beigegeben, um ihn in
Gleichlauf mit dem Vertheiler, zu dem er gehört, zu setzen. Ist dieser Apparat einmal in
Thä'figkeit gesetzt, so ist er von dem Angestellten ebenso zu benutzen, wie ein gewöhnlicher
Apparat, d. h. es braucht nicht die gleichmä'fsige Bewegung innegehalten werden, wie
bei dem Baudot- oder Munier-Apparat.
In beiliegender Zeichnung ist angenommen, dafs das System durch eine Zusammenstellung
von vier Apparaten gebildet wird, d. h. dafs vier Stationen an den Enden einer Leitung angelegt
sind. Diese Anordnung zeigt die schematische 'Fig. 7, welche alle an dem einen Ende
der Leitung angeordneten Apparate darstellt, und zwar:
1. 4 gewöhnliche Hu gh e.s-Apparate 1,2,3,4.
Jedem dieser Apparate ist ein elektrischer Regeler beigegeben.
2. 4 den Hughes-Apparaten entsprechende Relais,
3. ι Regelungs-Relais und
4. ι Vertheiler.
Der in die Leitung eingeführte Strom gelangt in den Vertheiler, der ihn in das entsprechende
Relais einführt. Dieses öffnet und schliefst den Strom einer für den Hugh es-Apparat vorgesehenen
Ortsbatterie. Dieser Ortsstrom, welcher in dem Augenblicke, wo das Typenrad bewegt wird, in den Apparat eintritt, läfst ,einen
Buchstaben abdrucken. Gleich nach diesem Abdrucke schliefst der elektrische Druckapparat
selbst einen Ortsstrom, der Rückleitungsstrom des Relais genannt werden soll, und das Relais
kommt in seine erste Stellung zurück, um eine neue Wirkung auszuüben, mit anderen Worten:
der Vertheiler nimmt den von der Leitung kommenden Strom auf und vertheilt ihn auf
die verschiedenen Relais, welche den Zweck haben, den Ortsstrom einer für jeden Hughes-Apparat
vorgesehenen Ortsbatterie zu öffnen und zu schliefsen. Die Relais der Ausgangsstationen
sind unnöthig, da der Hu gh es-Apparat direct
dem Vertheiler der Ausgangsstation den Strom zuführt, und da er mit demjenigen der Empfangsstation
in Synchronismus steht, erzeugt der zugeführte Strom in dem Vertheiler die oben angeführten
Wirkungen.
Es sollen nunmehr die verschiedenen einzelnen Theile beschrieben werden, welche das
System zusammensetzen, und alsdann in einem besonderen Beispiel die Abgabe und Aufnahme
des Stromes ausgeführt werden.
Auf den beiliegenden Zeichnungen zeigt:
Fig. ι den Regelungsstern und den die Regelung in dem Vertheiler aufrecht erhaltenden
Daumen,
Fig. 2 eine Gesammtansicht der Einzelheiten des Regulirsystems in dem Vertheiler und der
Antriebsvorrichtung desselben,
Fig. 3 eine Seitenansicht der in Fig. 2 dargestellten
Mechanismen,
Fig. 3 a, 3 b und 3 c die Anordnung und die Befestigungsweise der auf dem Vertheiler schleifenden
Bürsten, und zwar ist Fig. 3 eine Seitenansicht der Fig. 3 c in der Pfeilrichtung 1 und
Fig. 3 b eine Seitenansicht in der .Pfeilrichtung 2 gesehen,
Fig. 4 im Schnitt den Vertheiler, wobei die Gesammtanordnung der Kränze zum Ausdruck
gebracht wird,
Fig. 4 a einen Schnitt durch den Vertheiler längs der Achsenrichtung mit Anordnung der
Zwischenglieder,
Fig. 4b einen Schnitt durch den Vertheiler mit Weglassung der Zwischenglieder,
Fig. 4c einen Querschnitt des Vertheilers senkrecht zur Achse,
Fig. 5 die Verbindung des Getriebes des Regelungssternes und mit dem Antriebrade H',
Fig. 6 die Abwickelung des Vertheilers,
Fig. 7 in schematischer Ansicht die elektrischen Leitungen für die Apparate,
Fig. 8 die Einzelheiten des Regulirungssystems, welches bei jedem Hughes-Apparate
angewendet ist und den Gleichlauf zwischen diesem Apparate und dem Vertheiler herstellt.
Zunä'chst soll der Vertheiler besprochen werden.
Derselbe ist bekanntermafsen eine Vorrichtung, welche ein gleichzeitiges Inbetriebsetzen
mehrerer Apparate mittelst einer einzigen Leitung gestattet. Er ist im Gegensatz zu denjenigen,
welche bisher in der Mehrfach -Telegraphie Verwendung fanden, beweglich und besteht im
Wesentlichen aus der auf einer Achse drehbaren Trommel A2 , an deren Umfange fünf
metallische, von einander isolirte Kränze, deren Anordnung und Wirkungsweise in Folgendem
beschrieben werden wird, vorgesehen sind, auf welchen die an den Enden von Leitungsdrähten
angeordneten Bürsten schleifen, ferner aus der Antriebsvorrichtung und einer durch
den Elektromagneten D, der von einer Ortsbatterie gespeist wird, bethätigten Regulirungsvorrichtung.
In den Fig. 1 bis 5 sind die Einzelheiten der Bauart des Vertheilers enthalten.
Er ist in einem Gehäuse angeordnet, welches aus zwei bronzenen Gestellplatten A1 B1
besteht, die in ihrer gegenseitigen Lage durch vier eiserne Querbolzen (Fig. 3) festgehalten
werden. Die Trommel A2 ist auf der in zwei entsprechenden Lagern der Gehäuseplatten A1 BL
drehbaren Welle nicht etwa mittelst Keiles und Nuth befestigt, sondern auf dieser drehbar
angeordnet, indem sie mit ihrer Nabe einfach auf die Welle geschoben ist (Fig. 4 b). Letztere
trägt ihrerseits noch die Zahnräder H und H' und die Scheibe L, zwischen denen die Trommelnabe
sitzt und dadurch an einem Gleiten längs der Achse gehindert wird. Der Hohlraum,
welcher von der Trommelwand A2 gebildet wird, ist durch die Zwischenwand A„ in. zwei
Abtheilungen getrennt. An dieser Zwischenwand ΑΆ ist, wie Fig. 4a veranschaulicht, einerseits
die Brücke h7, andererseits das z-förmige
Metallstück h8 mittelst Schrauben befestigt,
welche beide zur Lagerung der durch eine Oeffnung der Zwischenwand As hindurchgeführten
Welle ha des Regelungssternes und des Zahnrades h2 vorgesehen sind. Auf der Brücke H1
ist übrigens noch der Stift h9 festgeschraubt,
auf welchem das Zahnrädchen h angeordnet ist. Die auf dem äufseren Umfang der Trommelwand
vorgesehenen, von einander isolirten Ringe oder Kränze sind in Fig. 4, einem Schnitt
durch die Trommel längs der Achse, und in. Fig. 6, einer Abwickelung der äufseren Trommelwand,
zur Darstellung gebracht und gliedern sich folgendermafsen:
t. In den Kranz A Derselbe ist in 28 gleiche Sectoren getheilt, die durch einen zweiten
Kranz L, Leitungskranz genannt, in leitender Verbindung stehen. Auf diesem Kranze schleifen
vier Doppelbürsten 1, 2, 3,4 (Fig. 7, 3 a und 3c), die an den Enden der Drähte ia, 2a, 3a>
4a sitzen, welche in die vier Hughes-Apparate
endigen. Einer der Sectoren dieses Kranzes ist in seiner Länge durch Isolirung um die
Hälfte verkürzt, und die fehlende Hälfte ist auf den dritten Kranz C des Vertheilers aufgesetzt.
2. In den Kranz L: Auf diesem schleift die Bürste la (Fig. .7 und 3a), welche an den Enden
der Leitung / sitzt.
3. In den Kranz C, Regelungskranz genannt. Auf diesem schleift die Bürste 8e, am Ende
des Drahtes 8b angeordnet, welcher den Vertheiler
mit dem Regelungsrelais 8C verbindet.
Letzteres steht jedesmal mit der Leitung in Verbindung, wenn die Bürste 86 über die Hälfte
des Kranzsectors von A tritt, welcher auf C angeordnet ist.
4. In den Doppelkranz F. Der eine derselben steht mit der Ortsbatterie ga durch
Bürste 96 in Verbindung und unterbricht den
anderen Kranz durch einen in denselben isolirt eingeschalteten Sector. Auf dem zweiten Kranze
schleifen die Bürsten ib, 2b, 3b, 4b an dem
Ende der Leitungsdrähte der vier elektrischen Regelungen 48, welche jeden Hughes-Apparat
mit den Leitungen in Gleichlauf halten. Während der Drehung des Vertheilers schleifen die
Bürsten ib, 2b, 3b, 4b der Reihe über den
Sector des mit der Batterie ga verbundenen Kranzes, wodurch die elektrischen Regelungen
der entsprechenden Hughes- Apparate der
Reihe nach in Thätigkeit gesetzt werden.
5. In den Doppelkranz RRC, der Rückleitungskranz
des Regelungsrelais genannt wer-
den soll. Diese beiden Kränze sind mit Ausnahme eines Sectors r (Fig. 6 und 7) von einander
isolirt. Auf einem derselben schleift eine Bürste 1 o, welche mit der Ortsbatterie 11
in Verbindung steht, auf dem anderen Kranze die mit dem Regelungsrelais 8C verbundene
Bürste, und zwar mit der Wirkung, dafs infolge des Stromschlusses der Ortsbatterie 11 beim
Gleiten der parallel angeordneten Bürsten über den Sector r das Regelungsrelais zur Ruhe
gelangt.
Nach obigen Ausführungen setzt sich also der Vertheiler zusammen aus:
1. einem Kranz A1, dem sogenannten Kranz
der Apparate;
2. einem Kranz L1, dem sogen. Leitungskranz ;
3. dem Regelungskranz C;
4. dem Kranz der elektrischen Regelung F;
5. dem Rückleitungskranz für das Regelungsrelais RRC.
Die Anordnung und Befestigungsweise der vorhin erwähnten, über die verschiedenen Kränze
des Vertheilers gleitenden Bürsten ist in den Fig. 3 a, 3 b und 3 c zur Darstellung gebracht.
Hiernach sind auf den Gestellplatten A1 und S1
oberhalb des Trommelumfangs des Vertheilers Metallsegmente S mittelst Schrauben befestigt,
auf denen ein zweites Bogenstück S1 angeordnet
ist, welches von den ersteren und den Gestellplatten A1 und B1 durch eine Isolirschicht
getrennt wird. In dieses zweite Bogenstück S1 sind nun die Arme zur Befestigung der Bürsten
eingelassen, welche letztere in schräger Anordnung an ihren Stielen in den an den Bolzen
befindlichen Klemmen KK1 K2 mittelst Schrauben
befestigt sind. Die Bolzen zur Befestigung der Doppelbürsten 1,2,3,4, welche
über den Kranz A schleifen, tragen zwei solche Klemmen, und zwar eine in der Mitte, sowie
an ihrem Ende, wie Fig. 3c veranschaulicht.
Aufserhalb der Gestellplatte B1 auf einem
winkelförmigen Stück N ist der Elektromagnet D befestigt, dessen Anker mit einem um den
Punkt α drehbaren Hebel dx versehen ist. Mit
seinem vorderen Ende stützt sich dieser Hebel beim Niederfallen auf die Magnete gegen die
Stellschraube d.-,, und Feder B4 hält den Anker
und somit den Hebel d1 aufser Berührung mit dem Elektromagneten D1, sobald der Strom
geöffnet ist. Die Welle des Drehpunktes bei a geht durch die Gestellplatte B1 hindurch, welche
am anderen Ende den Hebel C4 trägt, der mit
einem Bolzen in den Stift des Sternrades Zz4
eingreift.
Die Beschaffenheit des Gewichtsmotors zum Antrieb des Vertheilers kann eine ganz beliebige
sein, und man kann ihn aufserdem auf ge-' eignete Weise mit einem Regulator von der
bei den gewöhnlichen Telegraphenapparaten bekannten Geschwindigkeit versehen. Dieser
Gewichtsmotor versetzt die Achse des Vertheilers in Umdrehung durch Eingriff mit dem
Antriebsrade H, welches auf die Achse des Vertheilers aufgekeilt und mittelst Verschraubung
mit einem zweiten Rade H! verbunden ist (Fig. 3, 4b und 5). Letzteres steht mit dem
Zwischenrade h in Eingriff, das sich auf einer Hülfsachse befindet, welche ihrerseits das Zahnrad
h' trägt. Dasselbe steht mit Zwischenrad /?2 auf einer zweiten Hülfswelle Zz3 in Eingriff, die
an ihrem anderen Ende ein mit 10 Zähnen versehenes Sternrad Zj4 trägt. In einer der
Lücken dieses Sternrades ist eine Rolle /?5 gelagert,
welche in ihrer jeweiligen Stellung durch eine an der inneren Trommelwand angebrachte
Feder h6 gehalten wird.
Setzt man nun voraus, dafs das Rad H sich dreht, so wird sich gleichzeitig das Rad H'
drehen, und da dieses mit dem Rädchen h in Eingriff steht, so wird das lerztere das Bestreben
zeigen, sich um sich selbst zu drehen. Dies ist aber so lange unmöglich, wie die
Rolle sich gegen das für die Regelung bestimmte Sternrad stützt. Das Rad h wird also
eine Drehung um das Rad H' machen, indem es gleichzeitig die Trommel A2 mittreibt, da
die Hülfsachsen, welche die Räder h Ji2 tragen,
mittelst der Brücke h7 an der Zwischenwand A3
der Trommel A.2 gelagert sind. Auf diese Weise wird also die Bewegung der Vertheilungstrommel
bewirkt, welche so unabhängig von einer genau regelmäfsigen und gleichförmigen Bewegung ist, wenn man von der Regelung
absieht. Der Strom des Reglers hat den Zweck, die Bewegung des Vertheilers zu hemmen, wenn
dieser letztere vorausgeeilt ist. Ist in Fig. 6 der Kranz C der Bürste Z gegenüber im Stroms'chlufs,
so befindet sich diese letztere mit dem schwarzen isolirten Theile in Verbindung und
steht mit der Leitung in keinem Zusammenhang, während die Bürste des Reglers 8 b denjenigen
Theil des Kranzes C berührt, welcher mit dem Kranze L oder dem Leitungskranz in
Verbindung steht. Wenn in diesem Augenblicke ein regelnder Contact unterbrochen wird,
so wird er sogleich in das regelnde Relais 8b gelangen, welches einen Ortsstrom in dem Poldraht
D (Fig. 2 und 3) erzeugt, wodurch die Platte -D' angezogen und der Hebel C4 hochgehoben wird. Der Bolzen, welcher an dem
Ende dieses Hebels sitzt, wird das regelnde Sternrad um ein Zehntel seines Umfangs drehen.
Während dieser Drehung können die beweglichen Räder h Ji1 h.2 sich um sich selbst drehen,
während die Trommel auf sehr kurze Zeit zum Stillstand gebracht wird.
Damit der vorliegende Mehrfach-Telegraph genau functionirt, ist es nothwendig, dafs die
vier Hughes-Apparate in Synchronismus mit
dem Vertheiler stehen. Um dieses Resultat zu erreichen, geben wir jedem Hugh es-Apparat
— kleinen Regler bei, welcher den Synchronismus
zwischen jedem Hughes-Apparat und dem
entsprechenden Vertheiler herstellt.
Bei den gewöhnlichen Hugh es-Apparaten
ist die Geschwindigkeit durch eine schwingende Stange regulirt, auf welche eine Kugel aufgesetzt
ist, welche der Angestellte, um seinen Apparat in Synchronismus mit dem entsprechenden
Apparat zu halten, mit der Hand verstellt. In dem vorliegenden Mehrfach-Telegraphensystem
wird die Regelung der schwingenden Stange jedes Apparates selbsttliätig durch den
entsprechenden Vertheiler ausgeführt. Zu diesem Zwecke wird jedem Hughes-Apparat folgende
Anordnung beigegeben (Fig. 8).
Auf den dritten beweglichen Theil 40 des Hughes-Apparates wird ein Daumen 40' aufgesetzt,
der sich gleichzeitig mit dem beweglichen Stück dreht und bei jeder Umdrehung
des beweglichen Theiles in zeitweiligem Stromschlufs steht mit einer Bürste 40", die mittelst
einer Leitung mit der Bürste F1 und so mit dem Vertheiler leitend verbunden ist.
(Es ist hier die Bürste F genannt worden, weil vorausgesetzt ist, dafs diese zu dem
Hughes-Apparate Nr. 1 gehört.) Wenn der betrachtete Hughes-Apparat in Gleichlauf mit
dem Vertheiler steht, so müssen die Bürsten 40" und F1 in der in Fig. 8 dargestellten Lage
sein und der bewegliche Theil 40 und der Vertheiler sich in dem durch den Pfeil angedeuteten
Sinne drehen. Man sieht leicht ein, dafs bei dieser Stellung Bürste 40" noch aufserhalb
der Berührung mit dem Daumen 40' in dem Augenblicke steht, wo die Bürste F1 mit
dem mit der Ortslinie ga in Verbindung stehenden Bogenstück des Vertheilers in Berührung
kommt.
Das Regelungssystem kann dann nicht wirksam sein. Wenn aber z. B. der Daumen 40'
vor einem Sector 47 sich befindet, so sind die beiden Bürsten F1 und 40' gleichzeitig die eine
mit dem, mit der Batterie ga in Verbindung
stehenden, Theile des Vertheilers und die andere mit dem Daumen 40 in Berührung, und
die Dauer der Berührung wird die gleiche sein, wie diejenige des Vorbeiganges des Sectors 47
an der Bürste F1. Nun ist der Daumen 40' einestheils mit der Erde in Berührung, anderntheils
mit dem durch den Elektromagneten 41 gehenden Strom, welcher in der Bürste F1
endigt. Ein von der Ortsbatterie o,a kommender
Strom geht in diesem Augenblicke durch die Windung des Elektromagneten 41. Hierdurch
wird der Anker 42 angezogen, wobei der den Elektromagneten 48 durchlaufende Strom aus der Ortsbatterie o,a geschlossen wird.
Der Anker 46 dieses Elektromagneten wird angezogen. Nun ist dieser Anker mit dem Stromlauf
43 verbunden, welcher die Kugel 45 auf der schwingenden Stange 44 festhält. Wenn
der Anker 46 niederfällt, so thut es die Kugel ebenfalls, und die Geschwindigkeit der Hughes-Äpparate
wird vermindert. Die Apparate werden in der angegebenen Stellung verharren,
bis der Daumen 40' den Anker 42 abhebt, indem er auf dessen äufsere Enden 42' einwirkt.
Die Apparate werden in dieser Lage während drei Viertel der Umdrehung des beweglichen
Theiles 40 verbleiben.
Dieses sind die verschiedenen Theile, welche das vorliegende Mehrfach-Telegraphensystem
zusammensetzen.
Es sollen nun an'Hand der Fig. 7 die verschiedenen
Verbindungen für einen Hu gh es-Apparat r klargestellt werden. Die Klemmschraube
ι des Hu gh es-Apparates ist mit der auf dem Kranze A der Leitung aufliegenden
Bürste und -mit dem Commutator verbunden. Die Klemmschraube 2 ist mit der Ortsbatterie 50
verbunden, welche für den Rücklauf des Relais dient. Die Klemmschraube 3 befindet sich an
der Erde, die Klemmschraube 4 an dem Eintritt des Stromes in das entsprechende Relais.
Die Klemmschraube 5 ist an dem Eintritt des Rücklaufstromes in dem entsprechenden Relais
angebracht. Die Klemmschraube 6 ist an dem Ausgange des Ortsstromes für die Handhabung
des Relais angeordnet und die Klemmschraube 7 steht mit der Bürste F1 15 in Verbindung, welche
oben beschrieben ist.
Es soll nunmehr ein Beispiel der Wirkungsweise gegeben werden:
Es wird vorausgesetzt, dafs der Apparat 1 der Aufnehmer sei. In der Fig. 7 schleift die
zugehörige Bürste auf dem Kranze A, wobei sie mit einem Sector des Kranzes, der mit dem
Kranz der Leitung verbunden ist, in Berührung ist. Wenn in diesem Augenblicke ein Strom
durch die Leitung fliefst, so wird er durch die Bürste in die Schraube 1 geleitet, von wo aus
er den Commutator 51 durchläuft, der für die Aufnahme desselben bestimmt ist. Weiter begiebt
er sich durch den Leitungsdraht 52 in die Klemmschraube 4, von welcher aus er in
das Relais durch die Klemmschraube 32-eintritt ; aus dem Relais tritt er durch die Schraube 34.
aus und wird zur Erde abgeleitet. Das Relais ist dann in Thätigkeit, wobei ein Ortsstrom in
den Hughes-Apparat eintritt. Der Ortsstrom
wird von der Batterie 11 geliefert, tritt durch die Schraube 36 in das Relais ein, geht durch
das Relais, und indem er durch die Schraube 36 aus demselben aus abgeleitet wird, gelangt er
durch die Leitung 53 nach der Klemmschraube 6,. durchläuft den Elektromagneten 14 des Hughes-Apparates,
gelangt in die Schraube 3 und kehrt durch die Erde zu der Batterie 11 zurück. Der
Elektromagnet 14 des Hughes-Apparates wird
durch den Strom in Thätigkeit gesetzt und erzeugt den Abdruck eines Buchstabens, aber
gleichzeitig vereinigt der Anker des Elektro-
magneten 14 durch sein Niederfallen die beiden Metallplättchen 15 und 16, wodurch der Rücklauf
der Relaiswindung geschlossen wird. Diese Windung für den Rücklauf geht thatsächlich
durch die Erde, die Klemmschraube 3, die Plättchen 15 und 16, die Leitung 54, die
Klemmschraube 31 des Relais, das Relais, die Klemmschraube 35 und die Batterie 11. Demnachbefindet
sich, sobald die Platten 15 und 16 sich unter der Mitwirkung des Ankers des
Elektromagneten 14 berühren, das Relais augenblicklich in Ruhe. Alle Theile sind dann in
ihre erste Stellung zurückgeführt, und das Relais kann von Neuem in Wirkung treten.
Wenn der in Rede stehende Hughes-Apparat den Strom weiterleitet, statt ihn aufzunehmen,
so befindet sich der Commutator 51 in der Aufnahmestellung, und der Strom, welcher
aus dem Hughes-Apparat austritt, gelangt direct in den Ve'rtheiler. Es ist dies dieselbe
Wirkungsweise, wie bei dem gewöhnlichen Hu gh es-Apparat.
Es soll nun untersucht werden, wie der Regelungsstrom entsteht und in welcher Weise
er auf das Regelungsrelais einwirkt. Setzt man voraus, dafs die Bürste 1, statt in der in Fig. 7
dargestellten Lage, sich auf dem isolirten Theile 57 gegenüber der Stelle des Kranzes L
befindet, welche in den Kranz C hineinragt. Der durch die Leitung fliefsende Strom kann
dann nicht in die Bürste 1 eintreten, aber er wird dann in die Bürste 8t, gelangen, welche
auf dem Kranze C schleift und welche sich in diesem Augenblicke auf dem Theile des
Kranzes C befindet, der mit dem Kranze L in Contact steht. Der durch die Leitung fliefsende
Strom geht also durch den. Draht 8 a in das Regelungsrelais 8C und von dort zur Erde.
Das Regelungsrelais, welches wie ein gewöhnliches Relais arbeitet, schliefst den Strom des
Elektromagneten D aus der Batterie 1 1. Der Elektromagnet. D des Vertheilers ist somit in
Thätigkeit, was eine Bewegungshemmung des Vertheilers zur Folge hat, wie sie oben mitgetheilt
worden ist. Das Regelungsrelais ist unwirksam gemacht. Es mufs nun in' seine
Ruhestellung zurückkommen. Der Vertheiler dreht sich weiter; die beiden Bürsten 10 und 12
kommen auf den gemeinsamen Contact von R, und ein Rücklaufsstrom durchläuft das Regelungsrelais.
Es erscheint in der Betrachtung dieser Wirkungsweise als überflüssig, auf die Aufrechterhaltung
des Gleichlaufes zwischen den Hughes-Apparaten und dem Vertheiler zurückzukommen,
da dieselbe in ausreichender Weise oben beschrieben ist.
Claims (3)
1. Ein Mehrfach-Telegraphensystem, gekennzeichnet durch einen aus einer um eine
Achse frei drehbaren, durch Gewichtsmotor betriebenen Trommel bestehenden Vertheiler,
an dessen Umfange fünf metallische, von einander isolirte Kränze vorgesehen sind,
auf welchen an den Enden von, mit den übrigen zum System gehörenden Apparaten in Verbindung stehenden, Leitungsdrähten
vorgesehene Bürsten schleifen, in Verbindung mit einem die Bewegung des Vertheilers
durch Bethätigung eines Elektromagneten > und eines mit demselben durch Hebelverbindung
verbundenen Sternrades (ht) regelnden
Relais (8C), sowie mit einem den Synchronismus zwischen Vertheiler und den
Hughes - Apparaten aufrecht erhaltenden, durch den Vertheiler bethätigten und durch
Bürsten (40" und .F1) mittelst einer Drahtleitung
mit demselben leitend verbundenen Regelungssystem (Fig. 8).
2. Bei dem Mehrfach-Telegraphensystem unter Anspruch 1 ein um seine Achse drehbarer
cylindrischer Vertheiler, der auf seiner äufseren Mantelfläche, fünf mittelst an den
Enden der Leitungsdrähte befestigter Bürsten mit in Anspruch 1 genannten Apparaten
in Stromschlufs stehende Kränze trägt, von denen Kranz 1 (Fig. 6) mit der Leitung
verbunden ist, der in 28 Sectoren getheilte und mitKranzL leitendverbundeneKranz(A)
die Ströme für den Fall einer Weiterleitung in die Hughes-Apparate, für den Fall
der Aufnahme in die entsprechenden Relais, der durch einen Sector mit der Leitung
verbundene Kranz (C) denselben in das Regelungsrelais (8C) leitet, wobei der Doppelkranz
(F) zur Einführung des Stromes der Ortsbatterie (ga) in den Elektromagneten
des den Synchronismus zwischen dem Vertheiler und Hughes-Apparaten aufrechterhaltenden
Regelungssystems (Fig. 8) dient, während ein weiterer Doppelkranz RRC
mit gemeinsamem Sector den Strom einer für das Regelungsrelais (8C) vorgesehenen
Ortsbatterie 11 schliefst, wodurch der Rücklaufstrom O und durch Einwirkung auf den
Anker des Elektromagneten D die Bewegung des Vertheilers beeinflufst wird.
3. Bei dem unter 1. gekennzeichneten Mehrfach-Telegraphensystem
die Verbindung eines den Synchronismus zwischen H ughes-Apparat und Vertheiler selbsttätig aufrecht erhaltenden
Regelungssystem mit jedem Hughes-Apparate (Fig. 8), wobei ein mit der Erde in
Verbindung stehender Daumen auf das dritte Rad des Hughes-Apparates aufgesetzt ist,
der durch Bürsten (40") mittelst Leitungsdrahtes mit der auf dem Kranze des Vertheilers
schleifenden Bürste (F1) verbunden ist, wobei, falls der Synchronismus nicht
stattfindet, die Bürsten den Stromlauf zweier
Elektromagnete (41 und 48) schliefsen, von denen letzterer mit seinem Anker auf ein
Gewicht(45) des schwingenden Stäbchens(44) einwirkt.
Bei. dem unter Anspruch 2 gekennzeichneten Vertheiler eine dessen Bewegung regelnde
Vorrichtung, gekennzeichnet durch die Anordnung des durch die Bürste (8b). mit
Leitungskranz (L) des Vertheilers verbundenen Regelungsrelais, eines durch dasselbe
bethätigten Elektromagneten (D) in Verbindung mit dem zu einem um Welle (a) drehbaren
Hebelarm, (d)' verlängerten Anker, sowie eines um das andere Ende der Welle
drehbaren Hebelarmes (C4), der vermittelst eines Bolzens in das Sternrad (ht) eingreift,
so dafs bei Unterbrechung des regelnden Contactes im Regelungsrelais ein den Elektromagneten
(D) bethätigender Ortsstrom erzeugt wird, wodurch der Anker (D) angezogen,
das Sternrad (hj durch Eingriff des Bolzens gedreht und die Trommel des Vertheilers
auf kurze Zeit zum Stillstand gebracht wird.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE94993C true DE94993C (de) |
Family
ID=366280
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT94993D Active DE94993C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE94993C (de) |
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