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Verfahren zur Herstellung von Gittern für elektrische Entladungsröhren
und Gitterwickelmaschine zur Durchführung dieses Verfahrens Die Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Gittern für elektrische Entladungsröhren,
die aus mindestens zwei Gitterstegen und einem um diese herumgewickelten Draht bestehen,
der in Schlitze in den- Stegen gelegt und darin befestigt wird und bei dem eine
Anzahl von Gittern auf gemeinsame Gitterstege aufgewickelt und darauf voneinander
getrennt werden.
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Es ist bekannt, auf zwei Gitterstege eine Anzahl nacheinanderliegender
Gitter zu wickeln. Bei diesem bekannten Verfahren werden die Gitterstege, wenn ein
Gitter gewickelt worden ist, mit größerer Geschwindigkeit weitergezogen, als es
beim Wickeln des Gitters selbst der Fall ist, wobei während der Zwischenperiode
der Draht um die Stege gewickelt wird, so daß zwischen zwei Gittern ein Teil vorhanden
ist, in dem der Gitterdraht mit größerem Wicklungsgang auf den Stegen sitzt, als
es bei dem eigentlichen Gitter der Fall ist. Ein Nachteil dieses bekannten Verfahrens
ist der, daß der Draht zwischen zwei Gittern nicht benutzt wird. Da dieser Draht,
der eine Stärke von z. B. 40ß hat, verhältnismäßig kostspielig ist, ist der durch
die Drahtstücke zwischen den Gittern herbeigeführte Verlust verhältnismäßig groß.
Die
Erfindung bezweckt, ein Verfahren zu schaffen, bei dem der vorstehend geschilderte
Drahtverlust nicht oder in wesentlich geringerem Maße als bei den bisher bekannten
Gitterwickehnaschinen eintritt.
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Das oben beschriebene Verfahren zur Herstellung von Gittern ist nach
der Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß, nachdem ein Gitter über die gewünschte
Länge gewickelt worden ist, die Drahtzufuhr zu den Stegen aufhört, so daß der Draht
abreißt, und daß darauf das Drahtende in einem gewissen Abstand von dem vorhergehenden
Gitter am Gittersteg befestigt und ein neues Gitter gewickelt wird. Bei diesem Verfahren
ist also zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gittern kein Draht vorhanden.
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Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird der Draht, nachdem er
in einem Schlitz des Gitterstegs gelegt ist, unmittelbar im Schlitz befestigt. Der
über eine derartige Befestigungsstelle des Drahtes am Gittersteg vorstehende Drahtteil
kann z. B. abgebrannt werden.
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Eine Gitterwickelmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach der
Erfindung .ist mit mindestens einer Vorratsspule für die Gitterstege, die gemeinsam
über einen Dorn in der Längsrichtung verschiebbar sind, und mit einer Vorratsspule
für den Gitterdraht versehen, der über eine Drahtführung den Gitterstegen zugeführt
wird; dabei dreht sich die Drahtführung in bezug auf die Gitterstege, und es ist
ein Mechanismus vorhanden, durch den nach den Wickeln jedes Gitters die Drahtzufuhr
gestoppt wird.
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Bei der Maschine, die mit einem Schneidewerkzeug und einem Falzwerkzeug
zum Schneiden bzw. Zufalzen von Schlitzen in den Gitterstegen versehen ist, ist
es zweckmäßig, daß gegenüber dem Umdrehungsmittelpunkt um die Gitterstege die durch
diesen Mittelpunkt und den Berührungspunkt des Schneidewerkzeugs mit dem einen Gittersteg
gehende Linie und die durch diesen Mittelpunkt und den Berührungspunkt des Falzwerkzeugs
mit dem anderen Gittersteg gehende Linie einen Winkel von weniger als 18o° einschließen
und däß die Drahtführungsmittel zum Steg innerhalb dieses Winkels liegen. Das Schneidewerkzeug
und das Falzwerkzeug können dabei als Rollen oder als messerförmige Elemente ausgebildet
sein.
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Die Figuren zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Gitterwickelmaschine,
auf der das Verfahren nach der Erfindung durchgeführt werden kann, sowie verschiedene
Einzelheiten.
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Fig. i zeigt eine Gitterwickelmaschine, und Fig. 2 zeigt in vergrößerter
Darstellung Gitterstege mit einem Gitter, das durch die Wickelmaschine nach der
Erfindung hergestellt ist, bevor eines der Drahtenden abgebrannt worden ist, und
Fig. 3 zeigt Gitterstege, bei denen die Drahtenden bereits vom Gitter entfernt worden
sind.
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Fig. q., 5, 6 und 7 zeigen in größerem Maßstab als Fig. i einige Schnitte
durch den Wickelkopf der Maschine.
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Fig. 8 und 9 zeigen zwei verschiedene Lagen des Schneidewerkzeugs
und des Falzwerkzeugs in Bezug auf die Gitterstege.
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In Fig. i bezeichnet i das Bett der Gitterwickelmaschine, längs dessen
der Schlitten 2, an dem die Enden der Gitterstege befestigt sind, verschiebbar ist.
Dazu ist das Gestell mit einer Stange 3 versehen, die mittels eines Satzes von Zahnrädern
q. und 5, die gegebenenfalls durch andere ersetzt werden können, gedreht wird. Dadurch
wird der Schlitten 2 mit der gewünschten Geschwindigkeit längs des Bettes der Gitterwickelmaschine
bewegt. Das Zahnrad 5 sitzt auf der Welle 6, die über die Zahnräder 1q., x5 gedreht
wird. Der feststehende Teil i enthält ein drehbares Gehäuse 8, in dem die Werkzeuge
zum Anbringen und Befestigen des Wickeldrahts an den Gitterstegen untergebracht
sind. Dieses Gehäuse enthält unter anderem ein Schneidwerkzeug 9 und ein Falzwerkzeug
io, deren Wirkungsweise an Hand der Figuren q., 5, 6, 8 und 9 näher erläutert wird.
Das Gehäuse 8 dreht sich um die Gitterstege ii, die sich nur durch die Bewegung
des Schlittens 2 in der Längsrichtung der Maschine verschieben, sich aber selbst
nicht drehen. Bei der Verschiebung werden die Gitterstege von einer Vorratsspule
12 abgewickelt.
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Die Maschine ist weiter mit einer Abbrennvorrichtung 13 für den Wickeldraht
versehen, deren Wirkungsweise weiter unten erörtert wird. Am Maschinengestell ist
weiter außer den erwähnten Zahnrädern 1q., 15 ein Zahnrad 16 vorgesehen, durch das
von dem nicht dargestellten Hauptantrieb das Gehäuse 8 gedreht wird. Weiter sind
auf dieser Seite eine Anzahl Nockenscheiben und Winkelhebel vorgesehen, durch die
verschiedene Werkzeuge betätigt werden, die weiter unten beschrieben werden.
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Fig. 2 zeigt ein Gitter, das durch das Verfahren nach der Erfindung
und mittels der Maschine nach der Erfindung hergestellt ist, bevor das Drahtende
abgebrannt worden ist. In den Gitterstegen 2o und 21 werden durch die Schneidrolle
9 Schlitze 22 geschnitten. In diese Schlitze wird der Wickeldraht 23 gelegt, worauf
die Schlitze, jeweils nach der Einführung des Drahtes, mittels der Falzrolle io
zugefalzt werden. Bei den bisher bekannten Vorrichtungen wird der Schlitten mit
den Gitterstegen, nachdem ein Gitter gewickelt worden ist, schneller bewegt, während
der Wicklungsvorgang selbst fortgesetzt wird, so daß zwischen zwei Gittern die Steigung
des Wickeldrahts wesentlich größer ist. Später muß dieses Zwischenstück entfernt
werden.
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Bei dem Verfahren nach der Erfindung wird der Draht unterbrochen,
sobald das Gitter die gewünschte Länge erreicht hat. Bei der Herstellung eines nachfolgenden
Gitters wird das Drahtende wieder an den Gitterstegen befestigt, so daß ein Drahtverlust
vermieden wird. Beim Befestigen des Wickeldrahts an den Gitterstegen steht 'ein
Teil dieses Drahts über den Gittersteg vor, was in Fig. 2 dargestellt ist. Dieses
Ende 24 wird darauf abgebrannt, so daß Gitter nach Fig. 3 erhalten werden.
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Die Figuren q., 5 und 6 zeigen die Werkzeuge zur Durchführung des
vorstehend geschilderten Verfahrens in größerem Maßstab.
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Im Gehäuse 8 sind das Schneidwerkzeug 9, das als Schneidrolle ausgebildet
ist, und ein Falzwerkzeug io untergebracht, das als Falzrolle ausgebildet ist. Die
Schneidrolle 9 sitzt auf einem Arm 25, der sich um die Achse 26 drehen kann. Auch
die Falzrolle fo sitzt auf einem Arm 27, der sich ebenfalls um die Achse 26
drehen
kann. Beide Rollen werden mittels der Feder 28 zueinander gezogen, und beide Arme
sind mit Anschlägen 29 und 3o versehen, zwischen denen ein Keil 31 angebracht ist,
mittels dessen durch axiale Verschiebung die Arme 25 und 27 auseinanderbewegt und
die Rollen 9 und io von den Gitterstegen abgehoben werden. Der Keil 31 (Fig. 7)
kann sich in axialer Richtung mittels einer Nockenscheibe und eines Hebels bewegen,
der auf der Vorderseite der Maschine vorgesehen ist. Die Berührungspunkte der Falzrolle
und der Schneidrolle mit den Gitterstegen liegen nicht diametral einander gegenüber,
sondern die Linien von der Achse 32 aus, um die das Gehäuse 8 sich dreht, nach den
Berührungspunkten der Schneidrolle und der Falzrolle mit den Gitterstegen schließen
einen stumpfen Winkel .a ein, was. in den Fig. 8 und 9 in vergrößerter Darstellung
angegeben ist.
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Das Gehäuse 8 ist weiter mit einer Vorratsspule 33 für den Wickeldraht
34 versehen. Dieser Wickeldraht läuft über eine Rolle 35 und entlang einem Stift
36, der am Arm 37 befestigt ist. Der Draht bewegt sich dabei zwischen dem Arm 37
und dem Hebel 38, der um eine Achse 39 durch Verschiebung im Gelenk 4o drehbar ist.
Diese Bewegung kann auch mittels eines Nockens und eines Winkelhebels auf der Vorderseite
der Maschine bewirkt werden. Der obenerwähnte Winkel, in dessen Bereich der Stift
36 liegt, ist kleiner als 18o°.
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Die Maschine enthält weiter die Abbrennvorrichtung 13, der periodisch
ein elektrischer Strom zugeführt wird.
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Die Wirkungsweise der Maschine ist folgende: Während einer gewissen
Periode sind die Schneidrolle 9 und die Falzrolle io mit den Gitterstegen 2o und
21 in Berührung, während das Gehäuse 8 sich mit den darin befindlichen Werkzeugen
dreht. Die Schneidrolle schneidet jeweils einen Schlitz in jeden Gittersteg, wobei
die Schlitze in jedem Steg in einem Abstand voneinander liegen, der von der Verschiebung
der Gitterstege abhängig ist. Gleichzeitig wird der Wickeldraht 34 auf das Gitter
gewickelt, worauf jeder Schlitz durch die Falzrolle io zugefalzt wird. Dabei wickelt
sich der Draht von der Vorratsspule 33 ab. Wenn das Gitter die gewünschte Länge
erreicht hat, dreht sich der Hebel 38 um die Achse 39 in der Weise, daß der Wickeldraht
zwischen dem Hebel 37 und dem Hebel 38 festgeklemmt wird. Diese Wirkung wird durch
einen Nocken und einen Winkelhebel von der Vorderseite der Maschine her verursacht.
Infolge des Festklemmens des Drahtes reißt dieser ab. Praktisch gleichzeitig verschiebt
sich der Keil 31 derart in axialer Richtung, daß die Rollen 9 und io von den Gitterstegen
abgehoben werden. Außerdem können die Gitterstege, gegebenenfalls schneller verschoben
werden. Das Abreißen des Drahts erfolgt in einer Lage der Rollen gegenüber den Gitterstegen,
wie diese in Fig. 8 angegeben ist. Dabei ist einfachheitshalber angenommen, daß
die Rollen feststehen, während die Gitterstege sich drehen. In der Wirklichkeit
jedoch drehen sich die Rollen, und die Gitterstege stehen still. Wenn die Rollen
9 und io von den Gitterstegen abgehoben sind, werden letztere mittels des Schlittens
2 schneller verschoben, wobei das Ende 24 des Gitterwickeldrahts stets über den
Gitterstegen schwebt, aber nicht aufgewickelt wird, da das Ende nicht in einem Schlitz
festgefalzt wird. Nachdem die Gitterstege sich über einen gewünschten Abstand verschoben
haben, so -daß der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Gittern hinreichend
groß ist, werden die Rollen 9 und io durch Verschiebung des Keils 31 wieder gegen
die Gitterstege gedrückt, worauf wieder Schlitze geschnitten und zugefalzt werden.
In der Lage der Gitterstege gegenüber den Rollen, wie diese in Fig. 9 dargestellt
ist, wird das Ende 24 des Drahts wieder von der Falzrolle ergriffen und am Gittersteg
befestigt, so daß der Draht wieder um den Gittersteg gewickelt wird. Nachdem ein
Gitter der gewünschten Länge gewickelt worden ist, wird der Draht wieder abgerissen,
und die Stege bewegen sich wieder schneller über einen gewissenAbstand. Während
dieses Vorganges passiert das Ende 24 des Gitters die Abtrennvorrichtung 13, die
in diesem Augenblick durch elektrischen Strom gespeist wird, so daß das Ende 24
des Drahts abgebrannt wird. Es ist wichtig, daß das Schneidewerkzeug und das Falzwerkzeug
nicht gleichzeitig mit je einem Gittersteg in Berührung sind.