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Faden zum Herstellen von verknoteten Abbindungen, insbesondere für
dlirurgische Zwecke und hierbei insbesondere zum Abbinden von Gefäßen bei Operationen
Zusatz zum Patent 935 623
Gegenstand des )Hauptpatents 935 623 ist ein Faden zum
Herstellen von Abbindungen, insbesondere für chirurgische Zwecke und hierbei insbesondere
zum Abbinden von Gefäßen bei Operationen, welcher auf einem Trägerplättchen in beim
Zusammenziehen mindestens einen Doppelknoten ergebenden Schleifen gebunden vorbereitet
und fixiert gehalten ist. Auf diese Weise ist im Sinne des Hauptpatents bei Verwendung
eines solchen, den Abbindefaden tragenden Plättchens der große Fortschritt gegeben,
daß der Abbindefaden bei seinem Gebrauch sehr erheblich Zeit einsparend nicht erst
noch vorgeschlungen zurechtgerichtet werden muß, sondern einem ihn apparativ applizierenden
Abbindegerät gleich greifbereit angelegt werden kann.
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Während nun entsprechend der Erfindung nach dem Hauptpatent das Fadenträgerplättchen
in einer Weise ausgeführt ist, die nicht yorsieht, daß es während des Abbindevorgangs
mit Vorteil am Abbindegerät verbleiben soll, gibt jetzt diese zusätzliche Erfindung
für das genannte Fadenträgerplättchen eine weitere Verbesserung an, die es nicht
nur möglich macht, dieses Plättchen während des Abbindens als Schutz für den Abbindefaden
am
Abbindegerät zu belassen, sondern die auch das Anlegen des Fadens
an das Abbindegerät noch weiter erleichtert und ferner schließlich die Fertigung
des Trägerplättchens selbst und sein Bestücken mit dem Abbindefaden noch vereinfacht.
Dies wird dadurch erreicht, daß der Abbindefaden erfindungsgemäß auf einem solchen
Trägerplättchen gehalten ist, welches aus seiner Fläche vorspringende Erhebungen
aufzuweisen hat, um welche sich der Faden zum Bilden und Halten seiner vorbereiteten
Knotenschleifen legen läßt, und zwar vorzugsweise in einer Anordnung der genannten
Fadenschleifen derart, daß sie sich in ihrer so vorbereiteten Form gleich zusammen
mit ihrem Trägerplättchen z. B. durch Abstreifen von den genannten Erhebungen auf
entsprechend übereinstimmende Erhebungen eines sie übernehmenden Abbindegerätes,geben
lassen. Dies hat nunmehr den großen Vorzug, daß die Fadenschleifen schon vorbereitet
auf einem Träger sitzen, der dem Kopf des Abbindegerätes hinsichtlich der dort die
Fadenschleifen haltenden, vorspringenden Teile jetzt weitestgehend entspricht. Dies
erleichtert aber das Anlegen des Fadens an das Abbindegerät wesentlich, wie auch
das Vorschleifen des Abbindefadens auf seinem Trägerplättchen.
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Eine weitere wesentliche Verbesserung ergibt sich ferner noch dann,
wenn das Fadenträgerplättchen und seine die Fadenschlingen haltenden Erhebungen
in Weiterbildung der Erfindung je als Teile für sich ausgeführt sind, weil sich
die genannten Erhebungen dann vom Trägerplättchen lösen und entfernen lassen, sobald
deren Funktion beim Anlegen des Abbindefadens an das Abbindegerät von den entsprechenden
Gliedern dieses Gerätes übernommen werden kann. Dies bringt dann noch den Erfolg,
daß das Fadenträgerplättchen als solches auch nach Wegnahme seiner Erhebungen ohne
diese mit geschützt unter ihm liegenden -Faden während des Abbindens desselben am
Kopf des Abbindegerätes verbleiben kann.
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Es gehört zur Erfindung aber nicht nur die Schaffung eines Fadenträgerplättchens
der neuen Art, -sondern zu deren weiteren Vervollkommnung auch die Schaffung eines
Magazins, in welchem die in der angegebenen Weise -auf einem Trägerplättchen gefaßten
Abbindefäden sterilgemacht in Vorrat gehalten und dem sie nach Bedarf bequem einzeln
entnommen werden können. Hierzu dient ein Magazin, in welchem die Fäden zusammen
mit ihrem Trägerplättchen in einer Mehrzahl gestapelt aufeinandergereiht sind und
welches am Stapelende einen Öffnungsschlitz aufzuweisen hat zum vorzugsweise seitlichen,
einzeln erfolgenden Herausnehmen des Fadens mittels seines Trägerplättchens.
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Hierbei kommt es also darauf an, daß die Fadenträgerplättchen immer
erst dann von außen her in Berührung kommen können, wenn sie aus dem Magazin herausgeführt
sind, so daß der übrige Inhalt des Magazins ständig geschlossen gehalten sein kann
und dadurch steril bleibt. Zu diesem Zweck ist es besonders geeignet, wenn dem Entnahmeschlitz
des Magazins ein von außen zu betätigender Schieber od. dgl. so zugeordnet ist,
daß sich mit ihm das jeweils vor diesem Schlitz befindliche Fadenträgerplättchen
durch ihn hindurch aus dem Vorratsbehälter nach außen schieben läßt.
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Nachfolgend ist die Erfindung mit ihren Einzelheiten an Hand von
Zeichnungen in Ausführungsbeispielen noch näher beschrieben und erläutert. Es zeigt
Fig. I das Fadenträgerplättchen der - neuen Art in Ansicht von oben zusammen mit
dem von ihm getragenen, an seinen Erhebungen gehaltenen Abbindefaden, Fig. 2 eine
Schnittansicht zu Fig. 1 nach der Schnittlinie II-II, Fig. 3 die Unterseite zu Fig.
I, Fig. 4 das Trägerplättchen allein von oben gesehen nach Abnahme seiner zu einem
gemeinsamen baulichen Teil vereinigten Erhebungen, -Fig. 5 das die genannten Erhebungen
bildende Teil ebenfalls allein in Ansicht von vorn, Fig. 6 in seitlicher Ansicht,
wie die Teile nach Fig. 4 und 5 zusammengesteckt werden, Fig. 7 ein Fadenmagazin
mit Haltesteg für die Fadenträgerplättchen und mit unten angebrachtem seitlichem,
geöffnet dargestelltem Entnahmeschlitz, Fig. 8 einen Horizontalschnitt nach der
Schnittlinie Vill-Vill in Fig. 7, Fig. 9 ebenfalls wieder in vertikalem Längsschnitt
ein Fadenmagazin mit Haltedorn und mit unten angebrachtem seitlichem Entnahmeschlitz,
der geschlossen dargestellt ist, Fig. 10 eine Schnittansicht zu Fig. 9 nach der
Schnittlinie X-X, Fig. II ein Fadenmagazin entsprechend Fig. 9 und in gleicher Ansicht,
jedoch versehen mit einem Ausstoßschieber zum Entnehmen der Fadenträgerplättchen,
und Fig. 12 einen Horizontalschnitt nach der Schnittlinie XII-XII in Fig. ii.
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In Fig. I bis 3 ist dargestellt, wie ein Faden I z. B. aus Catgut,
der zum Abbinden von blutenden Wundgefäßen verwendet werden soll, in zwei Schlingen
2 und 3 so geschleift auf einem Trägerplättchen 4 vorbereitet gehalten ist, daß
sich beim Zusammenziehen dieser Schlingen ein Doppelknoten ergibt. Es legen sich
dann nämlich die Kreuzungsstellen 5 und 6 der beiden Schlingen fest übereinander.
Das Plättchen 4 kann aus Metall gefertigt und in seiner Oberfläche veredelt sein,
es läßt sich auch aus Kunststoff, vorzugsweise aus transparentem Material, anfertigen,
z. B. auch durch Ausstanzen aus Kunststoffplatten. Die Fadenschleifen 2 und 3 werden
nach Größe und Form durch passend geformte, aus der Fläche des Plättchens 4 vorspringende
Erhebungen 7, 8 und 9 gehalten. Von diesen Elhebungen ist die mittlere, 7, für die
erste Fadenschleife in ihrem Kern hohl als Hülse in Langlochform ausgeführt, während
die beiden anderen, 8 und 9, kurze längliche Zapfen od. dgl. sind.
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Diese Erhebungen 7 bis 9 sitzen für sich auf einem gemeinsamen selbständigen
baulichen Teil 10 und werden, von diesem getragen, von der Rückseite her durch das
Plättchen 4 durchgesteckt, das zu diesem Zweck passend geformte Ausnehmungen 7',
8' und 9'
aufzuweisen hat. Dieses Teil 10 mit seinen Erhebungen
kann ebenfalls zweckmäßig aus Kunststoff gefertigt sein. Es kann dann wie auch das
Plättchen 4 nach Gebrauch als verlorenes Teil weggeworfen werden. Es ist dabei noch
zu erwähnen, daß ein Kunststoff verwendet wird, der sich zusammen mit dem angelegten
Abbindefaden z. B. aus Catgut steril machen läßt, der also entsprechend hitzefest
bzw. chemisch inaktiv ist.
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Der Abbindefaden I sitzt also um die durchgesteckten Erhebungen 7,
8 und 9 geschlungen auf der Vorderseite des Plättchens 4. Die Fadenenden II und
12 sind dabei um die Kante I3 des Plättchens 4 herumgeführt und unter die gegen
das Plättchen 4 angedrückte Wange 14 des Teils 10 gelegt, wo sie durch Klemmwirkung
festgehalten bleiben.
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Das Abnehmen des in der beschriebenen Weise in einer Doppelschlinge
vorbereitet auf dem Plättchen 4 festgehaltenen Abbindefadens I erfolgt nun derart,
daß dieser Faden mit seinem Träger-. plättchen 4 dem Kopf eines Abbindegeräts aufgelegt
wird, und zwar so, daß das Plättchen 4 nach außen zu liegen kommt und der Faden
I geschützt unter ihm liegenbleibt. Das fragliche Abbindegerät hat an seinem Kopf
ebenfalls drei Erhebungen, die in ihrer Form denjenigen des Plättchens 4 entsprechen.
Gegeneinandergesetzt stoßen diese dann die Erhebungen 7 bis 9 aus dem Plättchen
4 aus dessen Ausnehmungen aus und übernehmen dabei zugleich in übereinstimmender
Form die Fadenschlingen 2 und 3, indem sie diese mittels des Plättchens 4 von dessen
Erhebungen 7 bis 9 ab- und sich selbst aufstreifen. So läßt sich dann der Abbindefaden
mit einem einzigen Griff vom Halteplättchen auf das fragliche Abbindegerät geben,
wobei das Plättchen 4 selbst als abdeckender Schutz für den Faden während desAbbindens
amAbbindegerät verbleibt, indem es an dessen Kopf mittels der Aussparungen a und
b fixiert durch eine Feder od. dgl. festgehalten wird.
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In Fig. 4 ist das Fadenträgerplättchen mit seinen Ausnehmungen 7',
8' und 9' nochmals als Einzelteil dargestellt. Fig. 5 zeigt das Bauteil Io, in dem
die in die genannten Ausnehmungen kommenden Erhebungen 7, 8, 9 vereinigt sind.
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Fig. 6 veranschaulicht, wie die beiden Teile 4 und 10 zusammengesteckt
und wieder auseinandergenommen werden können.
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Es handelt sich ferner jetzt auch noch darum, die Abbindefäden, welche
dem Abbindegerät, entsprechend vorbereitet, so bequem und rasch wie möglich aufgelegt
werden können, auch in entsprechender Anzahl einwandfrei steril gehalten so in Vorrat
zu haben, daß sie nicht weniger rasch einzeln nach Bedarf greifbar sind. Hierzu
kann ein Vorratsbehälter dienen, wie er nachstehend in den Fig. 7 bis I2 erläutert
ist. Dieser Vorratsbehälter hat eine Bodenplatte 15 mit einer hochgezogenen Einsatzführung
16. In diese Führung 16 ist von oben her der eigentliche kappenförmige Behälterkörper
I7 einsteckbar, welcher nur unten eine durch die Bodenplatte I5 abgeschlossene Einfüllöffnung
aufzuweisen hat. In diesem Behälter I7 sitzen die steril eingeführten, mit dem Abbindefaden
I und dem Bauteil 10 bestückten Fadenträgerplättchen 4 aufeinandergestapelt.
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Unten an dem Behälter I7 und der Einsetzführung 16 ist seitlich je
ein Schlitz8 bzw. 19 vorhanden, durch den die Fadenträgerplättchen 4 nacheinander
z. B. mittels einer Zange durch Herausziehen entnommen werden können. Sie fallen
dann von oben nach, bis alle verbraucht sind. Der Behälter 17 kann dann durch Abnehmen
von der Bodenplatte 15 von neuem mit sterilem Gut wieder gefüllt werden. Im Innenraum
des Behälters I7 ist noch ein Steg 20 angebracht. Dieser dient den eingefüllten
Fadenträgerplättchen 4 als Halt und Führung und schafft beidseitig neben sich Platz
für die freien Fadenenden II und 12.
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Der Vorratsbehälter nach Fig. g und 10 unterscheidet sich gegenüber
demjenigen nach Fig. 7 und 8 nur dadurch, daß an Stelle des Stegs 19 ein in seiner
oberen Deckfläche sitzender Dorn 2I vorgesehen ist, auf dem die Fadenträgerplättchen
4 in ihrer mittleren Ausnehmung 7 bzw. 7' aufgereiht geführt sind. Der Dorn 21 reicht
aber nicht bis zur Bodenplatte 15 und läßt die Plättchen 4 im Bereich des Entnahmeschlitzes
I8 bzw. 19 frei, so daß diese in ihm herausgenommen werden können. In Fig. 9 ist
übrigens noch gezeigt, wie der Behälter I7 und die Bodenplatte 15 gegenseitig um
I800 um ihre vertikale Achse verschwenkt aufeinandergesetzt werden können, damit
in dieser Stellung der Entnahmeschlitz bei Nichtgebrauch des Behälters 17 geschlossen
ist.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. 11 und 12 ist unten, dem Entnahmeschlitz
I8 bzw. 19 gegenüber, ein von außen zu betätigender Schieber 22 vorgesehen. Dieser
ist normalerweise durch eine Feder 23 nach außen gezogen. Wird er nach innen gedrückt,
so schiebt er das unterste Trägerplättchen 4 vor sich her durch den Schlitz I8 bzw.
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19 nach außen, so daß es dort dann gut gegriffen werden kann. Der
Schieber 22 selbst geht sodann wieder in seine Ruhestellung zurück.
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In den Fig. 8, 10 und I2 ist der vom Plättchen 4 getragene Abbindefaden
der Einfachheit halber nur teilweise mit eingezeichnet. Er liegt an sich auf dem
Plättchen in den Knotenschlingen, wie dies in Fig. I vergrößert wiedergegeben ist.
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Erwähnt sei noch, daß der Vorratsbehälter natürlich den Entnahmeschlitz
auch oben tragen kann, wobei dann die Trägerplättchen 4 z. B. durch eine Feder nacheinander
vor diesen Schlitz nach oben angehoben werden können.