-
Tanker Die Erfindung betrifft Tanker, also Schiffe, die flüssige Ladung
im Raum fahren, und bezweckt, deren Bauart zu verbessern, insbesondere gewisse Nachteile
zu beseitigen, die sich im Betrieb bei solchen Schiffen gezeigt haben und die oft
zu mehr oder minder örtlichen Schäden führen. Ebenso bezweckt sie, die Schwierigkeiten
und die Unterhaltungskosten zu beseitigen, die auf Anfressungen im Innern der Tanker
zurückgehen.
-
Außerdem ermöglicht es die Erfindung, an Gewicht am eigentlichen Schiffsrumpf
zu sparen, dabei aber seine Herstellung zu erleichtern und eine genügende Gesamtfestigkeit
zu sichern.
-
Im Grunde besteht die Erfindung darin, daß eine Bauart des Schiffsrumpfes
geschaffen wird, bei der jeder Bauteil mehr noch als bisher nur seiner Hauptaufgabe
angepaßt ist, damit auf das Schiff kommende Beanspruchungen und örtliche Beanspruchungen
sich möglichst nicht überlagern. Eine solche Überlagerung ist die Ursache einer
großen Anzahl vorkommender Schäden, die sehr schlimme Folgen oft dadurch haben,
daß sie sich in die benachbarten Bauteile fortpflanzen; dies gilt besonders bei
Schweißungen.
-
Die vorstehende Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in
einem Tanker die Längs-und/oder Querschotte in einem starken, den Längs-und Querbeanspruchungen
des Schiffskörpers entsprechenden Rahmen möglichst leicht und elastisch gebaut und
befestigt werden.
-
Weitere Einzelheiten gehen aus der Beschreibung und Zeichnung hervor,
wo es sich jedoch nur um Ausführungsformen handelt, auf die die Erfindung sich nicht
beschränkt. In der Zeichnung bringt
Fig. 1 einen Halbquerschnitt
des Schiffes im Bereich eines gewöhnlichen Spantes, Fig.2 einen Halbquerschnitt
im Bereich eines verstärkten Spantes und Fig. 2bis eine Abänderung in der Anordnung
der Aussteifungen der Bodenwrangen in einer der Fig. 2 entsprechenden Darstellung;
Fig. 2ter, 2qua und 2quin zeigen in größerem Maßstabe weitere Ausführungsformen
der Anordnung dieser Aussteifungen; weiter zeigt .. Fig. 3 einen Teil eines Längsschnittes
des - Schiffes im Bereich eines Längsschottes (nach 3-3 der Fig. 1), Fig 4 einen
Halbquerschnitt im Bereich eines Querschottes, Fig. 5 die Ansicht einer Einzelheit
im Schnitt nach 5-5 der Fig. 4, Fig.6 in größerem Maßstabe die Bauart des Mittelträgers
im Bereich der ausgesteiften Bodenwrangen, Fig. 7 eine Teilansicht eines Schottes
gemäß der Erfindung, Fig. 8 einen waagerechten Schnitt nach 8-8 der Fig. 7, Fig.
9 eine Abänderung in einem entsprechenden Schnitt, Fig. 10 einen senkrechten Schnitt
nach io-io der Fig. 7, Fig. 11 einen Teil eines Querschnittes durch ein Längsschott
im Bereich eines verstärkten Spantes, Fig. 12, einen entsprechenden Schnitt im Bereich
eines gewöhnlichen Spantes, Fig. 13 eine andere Ausführungsform im Querschnitt durch
ein Schott im Bereich eines verstärkten Spantes und -Fig. 14 eine der Fig. 13 entsprechende
Darstellung im Bereich eines gewöhnlichen Spantes. Das Gefüge, das dazu bestimmt
ist, die Gesamtbeanspruchungen aufzunehmen, denen der tragende Schiffsrumpf ausgesetzt
ist, wird gebildet durch den Schiffsboden 1 und das Oberdeck 2, die beide seine
Gurtungen bilden, und durch die beiden Seitenwände 3, die den Steg bilden. Die beiden
Gurtungen sind verstärkt durch Unterzüge 4 unter dem Deck oben und durch Seitenlängsträger
5 unten. Der Querverband- wird. durch die Trennschotte der Tanks und dazwschen durch
Versteifungen 6 gesichert; diese stoßen unten an durchgehende -Bodenwrangen 7, die
mit geeigneten Aussteifungen 7a. versehen sind, und oben an ausgesteifte Decksbalken
B unter dem Deck.
-
Die Aussteifungen 7, können beispielsweise, wie Fig. 2 zeigt,
senkrecht angeordnet werden oder auch schräg gemäß Fig. 2bis. Mit den Längsspanten
12 können sie gemäß Fig. 2 unmittelbar oder unter Vermittlung einer Platte gemäß
Fig. 2bis und 2ter oder auch unter Vermittlung eines Winkels (Fig. 2qua) oder einer
stärkeren, U-förmig gebogenen Platte (Fig. 2quin) durch Schweißung verbunden werden.
-
Im Bereich der Querschotte 11 (in der Ebene der Längsschotte) befinden
sich Raumstützen 10 von kreuzförmigem Querschnitt. Die Längsschotte 9 bilden nur
Füllungen zwischen den Teilen des eigentlichen Bauwerkes, nämlich den Unterzügen
4, den Seitenlängsträgern 5 und den Raumstützen 10. Die Stärke der Längsschotte
9 ist nur so bemessen, daß diese den ört-' liehen Beanspruchungen gewachsen sind,
die im besonderen äuf den Flüssigkeitsdruck der Ladung zurückgehen, und kann somit
gegenüber der Stärke der widerstandsfähigeren Bauteile des tragenden Gefüges des
Schiffes vermindert werden. Diese Längsschotte können eine große Biegsamkeit haben,
so daß sie zum großen Teil von den Beanspruchungen frei bleiben, die auf das tragende
Gefüge des Schiffes kommen. Ihre Anordnung ist unabhängig von diesem Gefüge, und
ihre Bauteile können leicht durch-ähnliche Teile ersetzt werden, sie können auch
austauschbar sein und aus Werkstoff bestehen, der gegen Anfressungen widerstandsfähiger
ist als die anderen aus Stahl bestehenden Bauteile des tragenden Gefüges. So können
sie beispielsweise aus Stahl-Kupfer-Legierungen bestehen, die im übrigen eine höhere
Zerreißfestigkeit und eine höhere Elastizitätsgrenze haben können.
-
Dieselbe Bauart kann grundsätzlich bei den Querschotten Anwendung
finden.
-
Man kann so erreichen, daß diese Bauteile, die mit der flüssigen Ladung
in Berührung kommen, eine hohe Gebrauchsdauer hinsichtlich der Anfressungen haben.
-
Die Bauart nach der Erfindung ermöglicht es, die Kniebleche, die man
bei üblichen Bauarten verwendet, auf eine Mindestzahl zu beschränken, da eine wirksame
Querverbindung mittels der durchlaufenden Bodenwrangen 7 gesichert ist.
-
Hierdurch wird die vorbereitende Herstellung der Bauteile des Schiffes
(in der Werkstatt) erleichtert; ferner wird die Säuberung und Instandhaltung insbesondere
der leichteren Zugänglichkeit wegen bequemer.
-
Um an den Stellen, wo die Längsspanten 12 und die Decksversteifungen
13 auf die Querschotte stoßen, den Längsverband zu sichern, verwendet man nach der
Erfindung die Anordnung nach Fig. 5. Walzeisen runden oder vieleckigen Querschnittes,
die durch das Schott hindurchgehen, sind ran diesem mittels angeschweißter Flansche
15 befestigt und sitzen mit ihren Enden an den genannten Längsverbänden. Diese Flansche,
die- rund oder vieleckig sein können, dienen dazu, die Wirkung der an sich an der
Durchdringungsstelle auf einen kleinen Querschnitt kommenden Kräfte in den Schottblechen
zu verteilen. Auch wird der Einbau erleichtert, da das Stanzen der Durchgangslöcher
für die Walzeisen keiner Genauigkeit bedarf. Schließlich ermöglicht diese Bauart
unter gleichen Bedingungen eine Gewichtsersparnis gegenüber Bauarten mit Knieblechen
oder mit anderen Walzeisen. -Eine entsprechende Bauart kann auch bei den unteren
und oberen Seitenstringern angewendet werden, um diese wirksam in den tragenden
Schiffsverband einzubeziehen.
Um ferner die Längsfestigkeit zu vergrößern,
sind der Mittelträger 16 und der mittlere Decks-Unterzug 17 erfindungsgemäß dadurch
in -den tragenden Hauptquerschnitt einbezogen worden, daß ihre wirksame Verbindung
auf die ganze Länge der Tanks gesichert ist.
-
Entsprechend der Fig. 6, die die Kreuzungsstelle des Mittelträgers
mit einer Bodenwrange 7 zeigt, besteht der Mittelträger aus einem Stegblech 16,
das an den Bodenwrangen und den Querschotten unterbrochen ist, und einer Gurtung
i6b aus Walzeisen, das durch die genannten Querverbände hindurchgeht. Dieses Walzeisen,
das vier- oder vieleckigen Querschnitt haben kann, ist an Flanschen 16, angeschweißt,
die ihrerseits mit den Bodenwrangen 7 oder mit den Schotten durch eine leichte Schweißung
verbunden sind. Die wirksame Verbindung des mittleren Decksunterzuges, der durch
ein an den Schotten unterbrochenes Stegblech 17a gebildet wird, ist unter den gleichen
Bedingungen durch eine Gurtung 16b, aus rundem oder vieleckigem Walzeisen beim Durchgang
durch alle Querschotte gesichert (Fig. 1).
-
Diese Anordnung, die der vorstehend beschriebenen zur Sicherung des
Zusammenhanges der Bodenlängsspanten und der Decksversteifungen entspricht, bietet
dieselben Vorteile wie dort. Die Walzeisen von vollem rundem oder vieleckigem Querschnitt
haben unter sonst gleichen Bedingungen, wenn sie Anfressungen ausgesetzt sind, eine
längere Lebensdauer als die sonst üblichen Kniebleche gleichen Querschnittes.
-
Um wenigstens teilweise die Schotte von den Beanspruchungen frei zu
halten, die der tragende Schiffsrumpf erhält, dabei jedoch die Vorteile zu wahren,
die oben hinsichtlich der erleichterten Säuberung, der Ausbesserung und der Widerstandsfähigkeit
gegen Anfressungen angegeben sind, sind die Schotte so gebaut, daß sie in an sich
bekannter Weise wellblechförmig aus Blechen mit senkrechten Versteifungswellen entsprechend
den Fig. 7 und 8 bestehen. Vorzugsweise erhalten die Wellen, wie Fig. 10 erkennen
läßt, eine veränderliche Tiefe, die von unten nach oben abnimmt; dies um dem Schott
eine Widerstandsfähigkeit zu verleihen, die besser der Lastverteilung entspricht,
und so am Gewicht der Schotte zu sparen.
-
Das Schott kann aus U-förmig gebogenen Blechen hergestellt werden,
deren Schenkel stumpf aufeinanderstoßen (Fig.8) öder einander überlappen (Fig.9).
Die Stoßstellen der wellblechförmigen Bleche können in der Mittelebene liegen (linker
Teil der Fig.8) oder abwechselnd auf der einen und der anderen Seite dieser Ebene
(rechter Teil der Fig.8).
-
Im Bereich der verstärkten Spanten kann das die senkrechten Versteifungswellen
bildende Blech dicker sein, damit es einen verstärkten Pfosten bildet.
-
Bei einem ebenen Schott kann man die Anordnung nach Fig. 11 und 12
wählen, um ihm eine gewisse Elastizität zu sichern. Die Versteifungen 21, an denen
die Schottbeplattung 22 befestigt ist, haben unten und oben Aussparungen 23, die
eine Formänderung des Schottes besonders unter dem Einfluß von Druckkräften bis
zu einem gewissen Grad erlauben, wie mit einer gestrichelten Linie angedeutet ist.
-
Gleichfalls kann man die gewünschte Elastizität der Längsschotte erreichen,
indem man die Anordnung nach Fig. 13 und 14 wählt, wonach die Schottbeplattung 22
oben bei 25 und unten bei 26 derart abgebogen ist, so daß sie in diesen Bereichen
ihre Form ändern kann. In diesen beiden letzten Fällen empfiehlt es sich, für eine
gewisse Elastizität der Versteifungen senkrecht zur Schottebene zu sorgen.
-
Im Bereich der verstärkten Spanten (Fig. 11 und 13) sind die Streben
27 an einem Widerlager 28 befestigt, das unabhängig von der Versteifung 21 der Längsschottbeplattung
22 ist; dieses Widerlager sitzt an der Bodenwrange 29. In gleicher Weise sind die
oberen Streben 27a mit den ausgesteiften Decksbalken und nicht mit den Längsschotten
verbunden.
-
Entsprechende Streben 27b und 27, können im Bereich bestimmter gewöhnlicher
Spanten vorgesehen werden (Fig. 14), um die mittleren Seitenstringer mit dem Decksunterzug
oder dem Seitenlängsträger zu verbinden, die oben bzw. unten an den Längsschotten
vorgesehen sind.
-
Die Plattengänge des Bodens und des Decks im Bereich der Seitenlängsträger
oder der Decksunterzüge können verstärkt werden, um die Festigkeit dieser Bauteile
des Schiffsrumpfes zu steigern, die sowohl örtlichen Beanspruchungen als auch den
Gesamtbeanspruchungen des Schiffsrumpfes unterworfen sind, die um so bedeutender
sind, als die Ladung oder der Ballast nicht immer gleichmäßig verteilt ist.
-
Um die Wirkung der Rostanfressung zu mindern, empfiehlt es sich allgemein,
möglichst gedrungene Walzeisen an Stelle von Blechen mit geflanschtem Rand zu verwenden;
tatsächlich wird dadurch die dem Rostangriff ausgesetzte Oberfläche für einen gegebenen
Querschnitt so auf ein Mindestmaß beschränkt und so die Gefügeveränderung im Bereich
der Flanschung, die den Rostangriff und die Bildung feiner Risse begünstigt, vermieden.
-
Die Kniebleche, Streben, Stringer usw. werden also vorzugsweise durch
Wulsteisen oder durch gedrungene runde oder vieleckige Walzeisen gebildet, zusammen
mit Blechen oder auch ohne diese, je nach den Umständen.
-
Wohlverstanden beschränkt sich die Erfindung nicht auf die als Beispiele
gebrachten Ausführungsformen, sondern kann in jeder beliebigen, auf dem Grundgedanken
beruhenden Abänderung verwirklicht werden.