DE936490C - Verfahren zur Herstellung eines fluessigen Gluten-Produktes - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines fluessigen Gluten-Produktes

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DE936490C
DE936490C DEJ5403A DEJ0005403A DE936490C DE 936490 C DE936490 C DE 936490C DE J5403 A DEJ5403 A DE J5403A DE J0005403 A DEJ0005403 A DE J0005403A DE 936490 C DE936490 C DE 936490C
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gluten
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Percival Sydney Jewell
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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines flüssigen Gluten-Produktes Die Erfindung betrifft die Herstellung eines flüssigen Gluten-Produktes, das besonders zur Verwendung als Nahrungsmittel geeignet ist.
  • Das natürliche Protein von Weizen und Roggen, nämlich Gluten, ist nur in kleinem Ausmaß beim Genuß verdaulich, und es wurde bereits lange nach einer Methode gesucht, wodurch Weizenerzeugnissen, wie z. B. Brot, ein höherer Gehalt an verwertbarem Protein gegeben werden konnte. Es wurde erkannt, daß die menschliche Nahrung einen ziemlich hohen Gehalt an verwertbarem Protein erfordert. Deswegen ist es allgemein gebräuchlich, um den Gehalt an verwertbarem Protein des Brotes zu vergrößern, zusätzlich Gluten zuzufügen, z. B. in Form von feuchtem oder trockenem Gluten, das durch Mischen eingearbeitet wird. Gluten wurde jedoch bisher noch nicht in Flüssigkeit dispergiert, wodurch es zur Einverleibung nicht nur in Brot, sondern auch in andere Nahrungsmittel, z. B. Suppen, Wurstwaren und andere Nahrungsmittel, bei denen eine flüssige Phase verwendet wird, geeignet wäre.
  • Es wurde nun ein gänzlich neuartiges und unerwartetes Verfahren gefunden, wodurch aus Gluten ein neues Erzeugnis hergestellt werden kann, das die Form einer beständigen Emulsion aufweist, welche das Gluten dispergiert - wahrscheinlich in teilweise abgebautem Zustand - enthält und welche daher zur Einverleibung in Nahrungsmittel als flüssige Komponente geeignet ist. Diese Emulsion enthält überraschenderweise eine beträchtlich höhere Menge an verwertbarem Stickstoff, wahrscheinlich in Form von freien Aminosäuren, als das ursprüngliche Gluten. So kann man durch das erfindungsgemäße neue Verfahren ein flüssiges Proteinerzeugnis herstellen, das zur Zugabe zu vielen Nahrungsmitteln sehr gut geeignet ist und das den weiteren und sehr wichtigen Vorteil. aufweist, daß es einen beträchtlich höheren Gehalt an verwertbarem Stickstoff aufweist als das ursprüngliche Gluten.
  • Das neue Produkt ist eine gelblichweiße bis graue stabile Emulsion, welche nicht leicht bricht und ein pH von etwa 6 bis 7 besitzt. Beim Stehen während einer Anzahl von Monaten kann dieser pH-Wert auf eine etwas niedrigere Zahl, z. B. etwa 5, absinken. Die Emulsion wird weder durch iostündiges Erhitzen auf i2o° noch durch Ausfrieren bei - 2o° gebrochen, sie kann jedoch durch Behandlung mit Elektrolyten teilweise gebrochen werden. Das neue Erzeugnis wurde als Zusatz zu verschiedenen Nahrungsmitteln, wie Brot, Suppen, Speiseölen, Krems, Eierrahm (custards) u. dgl. geprüft, und es wurde gefunden, daß es bei geeignetem Würzen leicht wohlschmeckend gemacht werden kann. Während es selbst eine Emulsion ist, hat es auch emulgierende Eigenschaften und erleichtert die Herstellung von stabilen Öl- und Wasseremulsionen. So wurde das neue Erzeugnis beispielsweise zur Herstellung von Salatsaucen und Eiskrems verwendet und gefunden, daß es die Erzielung einwandfreier Emulsionen ermöglicht, welche natürlich noch den zusätzlichen Vorteil aufweisen, daß sie einen Gehalt an verwertbarem Stickstoff besitzen.
  • Das erfindungsgemäße Erzeugnis zeigt eine weitere sehr wichtige Eigenschaft, welche es als Nahrungsmittelbestandteil von noch größerer Bedeutung macht und die gänzlich unerwartet ist. Es wurde nämlich gefunden, daß das neue Erzeugnis gegen eine Anzahl von Organismen, sowohl grampositive als auch gramnegative, bakteriostatische Eigenschaften aufweist.
  • Das neue Erzeugnis wurde gegen die Organismen B. coli, B. subtilis und B. mesentericus geprüft und gefunden, daß es das Wachstum aller dieser Organismen hemmt. Weiterhin wurde beobachtet, daß das erfindungsgemäße Produkt haltbarmachende Wirkung besitzt, wahrscheinlich infolge seiner bakteriostatischen Eigenschaften, und es kann deshalb beim Konservieren von Nahrungsmitteln Verwendung finden.
  • Das erfindungsgemäße Erzeugnis kann demnach als flüssiger Nahrungsmittelbestandteil mit hohem Gehalt an verwertbarem Protein angesehen werden, das zur Einverleibung in Nahrungsmittel verschiedenster Art geeignet ist und den zusätzlichen Vorteil besitzt, daß es zur Stabilisierung von Öl- und Wasseremulsionen und schließlich in gewissem Ausmaß als Konservierungsmittel in Nahrungsmitteln zu wirken vermag. Es sei hier auch bemerkt, daß das erfindungsgemäße Erzeugnis keine toxischen Eigenschaften besitzt.
  • Das erfindungsgemäße Erzeugnis wird durch Einwirkung von Hefe auf Gluten in Gegenwart von Wasser bei einer Temperatur in dem Bereich von 28 bis 36° hergestellt. Der Temperaturbereich ist entscheidend und oberhalb desselben, z. B. bei 37°, werden -unerwünschte Nebenprodukte gebildet, während unterhalb, z. B. bei 26°, die Umsetzung zu langsam verläuft, um ausgenutzt zu werden. Es sei hervorgehoben, daß das erfindungsgemäße Verfahren keine Gärung darstellt, da während der Umsetzung kein Kohlendioxyd gebildet wird (ausgenommen eine kleine anfängliche Menge in einigen Fällen). Weiterhin liegt die angewandte Temperatur oberhalb derjenigen, die gewöhnlich beim Reifen von Teig verwendet wird, und es ist ersichtlich, daß die in der normalen Teigmischung enthaltene Salzmenge zur Hemmung des Verfahrens ausreichen würde.
  • Die Zeit, während der die Behandlung mit Hefe durchgeführt wird, ist an sich nicht beschränkt, da sie von der tatsächlichen angewandten Temperatur abhängt. Es können verhältnismäßig große Schwankungen stattfinden, da die Reaktionstemperatur über den Bereich von 28 bis 36° variiert. Die besten Ergebnisse werden bei Temperaturen zwischen 31 und 33° erhalten. Die Reaktionszeit kann durch zeitweiliges Schütteln der Mischung während des Prozesses etwas verkürzt werden. Die Reaktionszeit kann deshalb lediglich als ein solcher Zeitabschnitt bezeichnet werden, der zur Erzeugung des gewünschten Produktes, nämlich der weiter unten beschriebenen Emulsion, notwendig ist.
  • Die Erfindung betrifft also die Behandlung von in Wasser suspendiertem Gluten mit Hefe bei einer Temperatur in dem Bereich von 28 bis 36° während einer Zeit; die zur Erzeugung einer kremartigen Emulsion hinreichend ist.
  • Gemäß einem bevorzugten Merlanal der Erfindung wird das Verfahren bei einer Temperatur in dem Bereich von 31 bis 33° durchgeführt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines flüssigen Gluten-Produktes unterscheidet sich nach Zweck und Durchführung wesentlich von anderen Verfahren zur Herstellung von Eiweißabbauprodukten unter Mitverwendung von Hefe, wie sie beispielsweise aus der USA.-Patentschrift 2 536 171 - und den deutschen Patentschriften 2o9 207 und 743 799 bekannt sind.
  • Die USA.-Patentschrift 2 536 171 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Eiweißhydrolysaten, bei welchem neben anderem Eiweiß Hefe als Eiweißmaterial hydro-lysiert wird. Ein wesentliches Merkmal dieses Verfahrens ist die Zugabe von Enzymen, wie Proteasen oder Peptidasen, -sowie die Zugabe einer die Hefe plasmolysierenden Flüssigkeit, um Peptidasen und andere Enzyme aus der Hefe freizumachen; und die Einhaltung einer bestimmten Temperatur, nämlich einer Temperatur im Bereich von 46 bis 50°.
  • Die deutsche Patentschrift 2o9 2o7 betrifft ausschließlich die Gewinnung von Acidalbumin bzw. Albumosen aus albuminhaltigen Substanzen, und ein wesentliches Merkmal, des Verfahrens besteht in der Zugabe von Säure oder der Lösung eines sauren Salzes.
  • Die deutsche Patentschrift 743 799 schließlich betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Suppenwürze durch hydrolytische Verflüssigung von Gemischen tierischer und pflanzlicher Rohstoffe, bei welchem das Ausgangsmaterial zunächst einer die Löslichkeit des Eiweißes fördernden Behandlung durch Hefegärung und Peptonisieren mittels Milchsäurebakterien unterworfen wird und dann der hydrolytischen Verflüssigung durch Kochen mit Salzsäure unter Anwendung von Druck im Autoklav.
  • Demgegenüber betrifft die vorliegende Erfindung die Emulgierung (und nicht das Wasserlöslichmachen) eines bestimmten natürlichen Proteins, nämlich des Glutens von Weizen oder Roggen. Hefe wird in so geringer Menge zugesetzt, daß sie als Eiweißquelle nicht in Betracht kommt, und wird außerdem nicht plasmolisiert. Entscheidend für den Erfolg des Verfahrens ist die Einhaltung einer Temperatur von 28 bis 36°. Die Anwesenheit von Elektrolyten und insbesondere ein Überschuß von Wasserstoffionen ist zu vermeiden. Außerdem würde durch die gemäß der deutschen Patentschrift 743 799 anzuwendende Druckbehandlung das gemäß der vorliegenden Erfindung erhaltene Produkt zerstört werden.
  • Zur näheren Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens und um insbesondere zu erläutern, wann das Verfahren im wesentlichen beendet ist, soll im folgenden eine allgemeine Ausführungsmethode wiedergegeben werden: Getrocknetes Gluten und eine kleine Menge Hefe %v-erden zu etwa der vierfachen Gewichtsmenge Wasser unter gelegentlichem Rühren zugegeben und die Mischung bei einer Temperatur von möglichst 33° gehalten. Im Verlaufe des Verfahrens bestehen ziemlich deutlich zwei verschiedene Phasen, nämlich die wäßrige Phase und die feste hydratisierte Glutenphase. Wenn das gelegentliche Rühren versäumt wird, so kann man beobachten, daß das Gluten zum »Zusammenballen« neigt. Wenn das Verfahren im wesentlichen beendet ist, beginnt das hydratisierte Gluten zu verschwinden und es wird eine kremartige Emulsion gebildet. Wenn das Ganze einheitlich wird, ist das Verfahren beendet. Die Emulsion kann beim Stehenlassen eine sehr leichte Sedimentation aufweisen; diese wird jedoch durch bloßes Schütteln leicht zerstreut und ist eine gänzlich verschiedene Erscheinung von dem Zusammenballen des hydratisierten Glutens, das vor der Beendigung des Verfahrens stattfinden kann. Die einmal gebildete Emulsion kann nur schwer gebrochen werden.
  • Im allgemeinen beträgt die minimale erforderliche Zeit für das erfindungsgemäße Verfahren (unter optimalen Bedingungen) nicht weniger als 14 bis 16 Stunden; es können auch längere Zeiten erforderlich sein, wenn man die Temperatur sinken läßt. Es wurde jedoch als allgemeine Regel gefunden, daß die für das erfindungsgemäße Verfahren erforderlicheZeit beiReaktionstemperaturen von oberhalb 3o° nicht mehr als 24 Stunden beträgt. Wenn das Verfahren unterbrochen wird und man abkühlen läßt, so kann man das Verfahren fortsetzen, indem man die Temperatur wieder bis auf den festgesetzten Bereich bringt, wobei die Gesamtzeit natürlich verlängert ist.
  • Das bei dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Gluten ist vorzugsweise getrocknetes Gluten. Es kann aber auch feuchtes Gluten, wie es bei einem Glutenextraktionsverfahren erhalten wird, verwendet werden, wobei erinnert sei, daß feuchtes Gluten sich nicht lange hält.
  • Weiterhin wurde gefunden, daß die Anwesenheit eines Kohlehydrats bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht unbedingt notwendig ist. Die Einverleibung eines Kohlehydrats, z. B. Dextrin, beeinflußt die Geschwindigkeit des Verfahrens nicht merklich, veranlaßt jedoch anscheinend die Bildung einer glatteren Emulsion.
  • Es ist nicht notwendig, die Reaktionsmischung während des Verfahrens ununterbrochen zu rühren und es ist vorteilhaft, diese nur in Abständen zu rühren, so daß die vollständige Agglomerierung des Glutens während des Verfahrens gerade vermieden wird.
  • Es kann angenommen werden, daß das erfindungsgemäße Verfahren durch ein bisher unbekanntes Enzym zustandekommt, das entweder in der Hefe vorhanden ist oder aus dem Gluten durch die Hefe freigemacht wird. Deshalb ist es erwünscht, die Anwesenheit von Substanzen zu vermeiden, die zur Enzymvergiftung Anlaß geben könnten. Aus den gleichen Gründen ist es erwünscht, die Anwesenheit von Elektrolyten nach Möglichkeit zu vermeiden, 1v elche eine Hemmung des Verfahrens, wahrscheinlich auf Grund des »Aussalzens« einer oder mehrerer wesentlicher Reaktionsteilnehmer, verursachen könnten. Ein Überschuß von Wasserstoff oder Hydroxylionen kann auch zur Hemmung des Verfahrens führen.
  • Die minimale Hefemenge, die zur Auslösung des erfindungsgemäßen Verfahrens erforderlich ist, scheint sehr gering zu sein und vorausgesetzt, daß etwas Hefe vorhanden ist, ist das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar. So war bei einem Versuch, bei dem die Hefemenge o,25 % des Gewichts des Glutens betrug, die Reaktionsgeschwindigkeit dieselbe, wie bei einem Verfahren, bei dem viermal soviel Hefe verwendet wurde.
  • Es wurde jedoch gefunden, daß die Geschwindigkeit des Verfahrens erhöht werden kann, wenn man die Hefe einer Vorbehandlung unterwirft, die darin besteht, daß die Hefe unter solchen Temperatur-und Zeitbedingungen erhitzt wird, daß keine wesentliche Zerstörung der Hefezellen stattfindet. So war das Verfahren in einem Fall, wo die Hefe 7 Stunden bei 35 bis 36° erwärmt worden war, in z31/2 Stunden beendet, während man im Gegensatz hierzu für einen Kontrollversuch, der unter den gleichen Bedingungen, jedoch unter Verwendung einer nicht vorbehandelten Hefe stattfand, 16 Stunden benötigte. Bei Verwendung von z. B. handelsüblicher getrockneter Hefe erfolgt Bildung von Nebenprodukten ähnlich denjenigen, welche entstehen, wenn man die Temperatur bei dem erfindungsgemäßen Verfahren oberhalb des angegebenen Bereichs von 28 bis 36° ansteigen läßt. Die folgenden Beispiele sind zur näheren Erläuterung der Erfindung angeführt.
  • Beispiel i 45359 g getrocknetes Gluten werden unter gleichmäßigem Rühren, das während des gesamten Verfahrens beibehalten wird, zu der vierfachen Gewichtsmenge Wasser gegeben. Es werden i4,18 g Bäckerhefe und 2,835 g Dextrin zugegeben und das Ganze bei. 30° C gehalten, bis das Verfahren beendet ist. Das Bewegen mittels Rühren oder anderer Maßnahmen soll so hinreichend sein, daß ein »Zusammenballen« des Gluten zu einer Masse vermieden wird, die schließlich an die Oberfläche schwimmt und schwer zu dispergieren ist. Es ist ebenfalls wichtig, daß die Temperatur 35° nicht übersteigt, da sonst eine ähnliche Wirkung eintritt. Nach einiger Zeit, die von der Temperatur und der Wirksamkeit des Rührens abhängt, verschwindet das hydratisierte Gluten langsam und-das Ganze wird einheitlich. Das Verfahren ist- dann beendet. Das Produkt ist eine Flüssigkeit von kremigem Aussehen und Konsistenz, das eine schwache Sedimentation zeigen kann, die durch Rühren oder Schütteln sofort verschwindet.
  • Das dispergierte Glutenerzeugnis ist neutral und hat ein pH von etwa 7,0. Bei der iostündigen Sterilisation -bei i2o° oder beim Ausfrieren bei -2o° ist es beständig. Es ist gegenüber den meisten Reagentien beständig, wird jedoch durch konzentrierte Salzlösung teilweise ausgefällt. Es ist noch nicht möglich, die genaue Natur des dispergierten Produktes festzustellen, es wird jedoch angenommen, daß ein Abbau der Glutenstruktur in teilweise lösliche stickstoffhaltige Produkte stattgefunden hat. Es wurde zu Brotteigen bis zu 25 % ihres natürlichen Glutengehalts zugegeben, und es wurde gefunden, daß es den Gesamtstickstoffgehalt, berechnet als Gluten, um ioo °/v erhöht und die Erhaltung des Volumens und der Feuchtigkeit verbessert. Es wurde konserviert und festgestellt, daß es unter den Versuchsbedingungen steril bleibt. Es wurde an der Luft getrocknet.
  • Beispiel e . 5o g getrocknetes Gluten wurden zu Zoo ccm Wasser unter Rühren zugegeben. Zu dem entstandenen Gemisch wurden o,5 g Bäckerhefe zugegeben und das Ganze gerührt, um die Hefe in der Glutenmasse zu dispergieren. Dann wurde die Mischung bei 33° in einen Brutschrank gegeben. Es wurde festgestellt, daß die Glutenmasse nach kurzer Zeit an die Oberfläche schwamm und nur durch Niederdrücken mit einem Glasstab konnte sie unter der Oberfläche der umgebenden Flüssigkeit gehalten werden. Nach ungefähr der Hälfte der Versuchszeit wurde festgestellt, daß die Glutenmasse auf den Boden des Becherglases sank. Beim Rühren konnte die noch immer etwas »zusammengeballte« Glutenmasse leicht in kleine Teilchen zerteilt werden. Nachdem der Versuch etwa zu drei Viertel beendet war, wurde festgestellt, daß die Flüssigkeit nun endgültig eine gelblichweiße Farbe annahm und daß das Gluten ein Sediment von kleinen Teilchen bildete, welche beim Rühren sofort zerteilt wurden. Das Endstadium wird während der letzten i1/2 bis 2 Stunden erreicht, wenn die Teilchen zu verschwinden beginnen und sich schließlich eine kremige Emulsion bildet. Die Gesamtzeit des Versuches betrug i53/4 Stunden.
  • Diese Emulsion war bei iostündigem Erhitzen bei i2o° beständig und hatte einen pH-Wert von 6,5. Es wurde gefunden, daß die Emulsion das Wachstum von B. coli, B. subtilis und B. mesentericus hemmt. Wenn die Emulsion zentrifugiert wird, so hat die wäßrige Phase dieselbe antibiotische Wirkung.
  • Dieser Versuch wurde bei anderen Temperaturen wiederholt, um die mit der Temperatur erforderliche Zeitveränderung zu bestimmen. Die Ergebnisse waren folgende:
    Verfahrenstemperatur erforderliche Zeit
    32° 17 Stunden
    34° 1q.1/4 Stunden
    35° 133/4 Stunden.
    Beispiel 3 Das Beispiel e wurde bei 33° wiederholt, jedoch wurden noch zusätzlich o,5 g Dextrin verwendet. Die erforderliche Zeit war wiederum 153/4 Stunden, jedoch schien die entstandene Emulsion etwas glatter zu sein.
  • Beispiel 4 Das Beispiel 2 wurde bei 33° wiederholt, jedoch wurden 0,25 % einer Hefe verwendet, welche vorher 12 Stunden bei 35 bis 36° erwärmt worden war. Die erforderliche Verfahrenszeit wurde auf 1l1/4 Stunden vermindert.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines flüssigen Gluten-Produktes, insbesondere für Nahrungsmittelzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß Gluten mit Hefe in Gegenwart von Wasser bei 28 bis 36° unter dauerndem oder zeitweiligem Rühren bis zur Bildung einer kremartigen Emulsion behandelt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren bei einer Temperatur von 31 bis 33° durchgeführt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verfahren in Gegenwart eines Kohlehydrates durchgeführt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hefe vorbehandelt wird, indem man sie unter solchen Zeit- und Temperaturbedingungen erhitzt, die zu einer wesentlichen.Zerstörung der Hefezellen unzureichend sind. Angezogene Druckschriften: USA.-Patentschrift Nr. 2 536 171; deutsche Patentschriften Nr. 2o9 2o7, 743 799.
DEJ5403A 1951-01-09 1952-01-10 Verfahren zur Herstellung eines fluessigen Gluten-Produktes Expired DE936490C (de)

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