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Elektromotorisch angetriebenes Handpoliergerät Elektromotorisch angetriebene
Handpoliergeräte, deren Polierballen von einem normaltourigen Elektromotor über
ein Untersetzungs- und über Planetengetriebe angetrieben werden, sind bekannt. Solche
Geräte besitzen wegen der erforderlichen übereinanderliegenden Getriebe eine hohe
Schwerpunktslage, was in nachteiliger Weise ein Schwanken oder Taumeln des Gerätes
bei der Arbeit zur Folge hat. Außerdem hat der Arbeiter, bedingt durch das Planetengetriebe,
dauernd eine Reaktionskraft mit seinen Händen aufzufangen. Das Haltendes Gerätes
ist aus beiden Gründen für den Arbeiter anstrengend und ermüdend.
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In dem Bestreben, diese Nachteile zu vermeiden, insbesondere ein bei
der Arbeit ruhig bleibendes Poliergerät zu erhalten, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen,
die Polierballen mit auf feststehenden Achsen gelagerten Zahnrädern exzentrisch
zu verbinden, wobei die Zahnräder von einem auf der antreibenden Welle sitzenden
Zahnritzel derart angetrieben sind, daß sich gegenüberliegende Polierballen gegenläufig
bewegen oder kreisen. Bei einer Drei- oder Vierballenanordnung steht nur eines der
drei oder vier ineinandergreifenden Zahnräder mit dem Antriebsritzel im Ergriff.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das bisher übliche Untersetzungsgetriebe
dadurch in Fortfall gekommen, daß das Antriebsritzel unmittelbar auf der Welle eines
niedertourigen Elektromotors befestigt ist, der einen Außen- oder einen Innenläufer
besitzen kann. Die neue gegenläufige Bewegung der Polierballen, vorzugsweise in
Verbindung mit der nunmehr möglichen tiefen Schwerpunktslage des ganzen Gerätes,
gewährleistet ein ruhiges, taumelfreies Gleiten des Gerätes auf der zu bearbeitenden
Fläche. Da sich die kreisenden Bewegongen
der Polierballen gegenseitig
in wechselnder Richtung überschneiden, ergibt sich eine äußerst schnelle und intensive
Einarbeitung, des Poliermittels.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des neuen Poliergerätes
in teilweise vereinfachter Darstellung gezeichnet.
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Fig. I stellt einen senkrechten Schnitt durch die Mitte des Gerätes
dar; Fig. 2 zeigt schematisch. den Antrieb eines Vierballengerätes von oben gesehen.
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In der Mitte eines mehrteiligen, in der Zeichnung vereinfacht dargestellten
Gehäuses I ist die senkrechte Motorwelle 2 gelagert, die an ihrem oberen Ende einen
Außenläufer 3 und an ihrem unteren Ende ein Zahnritzel 4 trägt. Mit dem Gehäuseboden
I' sind im gezeichneten Beispiel vier sich senkrecht nach unten erstreckende Achsen
5 fest verbunden, auf denen die in einer Ebene nebeneinanderliegenden Zahnräder
6 gelagert sind. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, befinden sich alle vier Zahnräder 6
in gegenseitigem Eingriff. Das Antriebsritzel 4 steht nur mit einem der Zahnräder
3 im Eingriff, wie aus Fig. 2 ersichtlich, es handelt sich dabei um das links gezeichnete
Zahnrad 6'. Mit jedem der Zahnräder 6, 6' ist ein Polierballen 7 auswechselbar verbunden,
und zwar derart, daß die gedachte Achse des Polierballens exzentrisch zur zugehörigen
Achse 5 liegt. Die gedachten Achsen der Polierballen 7 sind :in Fig. 2 mit 8 bezeichnet.
Die lösbare Verbindung jeden Polierballens mit einem Zahnrad 6 erfolgt beispielsweise
durch zwei Steckstifte 9, die in Fig. 2 durch entsprechende kleine Kreise angegeben
sind. Zur Aufnahme der Steckstifte können sich im Zahnrad 6 federnde Klemmhülsen
befinden. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist die Anordnung so getroffen, daß sich jeweils
zwei Polierballen 7 in bezog auf die Motorwelle 2 gegenüberliegen und daß sich die
gedachten Polierballen 8 bei einem Polierballenpaar auf verschiedenen Seiten der
zugehörigen Zahnradachsen 5 befinden. Die bei laufen dem Motor stattfindenden kreisenden
Bewegungen der vier Polierballen sind in Fig. 2 durch von den Ballenachsen 8 ausgehende
Kreisbogenpfeile angegeben. Diese kreisenden Bewegungen überschneiden sich dauernd,
weil sich die einander gegenüberliegenden Ballenpaare abwechselnd nach innen und
nach außen bewegen. Durch dieses Antriebssystem ist dafür gesorgt; daß keine Reaktionskräfte
vom Arbeiter am Motorgehäuse bzw. den mit diesem Gehäuse verbundenen Führungshandgriffes
Io aufzunehmen sind. Durch Weglassen eines Zahnrades 6 und des damit verbundenen
Polierballens ist ohne weiteres ein Dreiballengerät zu erhalten. Möglich ist auch,
nur mit zwei sich gegenüberliegenden Ballen zu arbeiten, in welchem Fall die beiden
sich gegenüberliegenden Zahnräder 6 mit dem Ritzel 4 im Eingriff stehen können.
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Im gezeichneten Beispiel ist das Motorgehäuse I außen zu einem Vorratsbehälter
II für das flüssige Poliermittel ausgebildet. Unterhalb des ringartigen Behälters
II ist ein Ring 12 gelagert, der durch eine Handhabe 13 von außen verdrehbar ist.
Der Ring 12 ist mit Durchtrittsöffnungen für das flüssige Poliermittel versehen,
und infolgedessen ist der Durchflußquerschnitt durch kleine Verdrehung des Ringes
12 regelbar. Zu jeder feststehenden und mit einer durchgehenden Bohrung versehenen
Zahnradachse 5 führt eine Poliermittelleitung 14, wie in der linken Hälfte der Fig.
I angegeben. Das flüssige Poliermittel tropft aus der hohlen Achse 5 in den Innenraum
dies Polierballens 7.
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Einem der tiefliegenden Führungshandgriffe Io ist ein Schalter, vorzugsweise
ein Kippschalter 15, am Gehäuse I zugeordnet, derart, daß der Arbeiter mit einem
Finger den Schalter bedienen kann, ohne den Führungshandgriff loszulassen.