DE925847C - Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von SelengleichrichternInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern, bei dem
auf eine Trägerelektrode, vorzugsweise nach Aufbringen einer Zwischenschicht, beispielsweise von
Wismut, eine Selenschicht in kristalliner Form niedergeschlagen und diese Schicht auf einer oberhalb
150° C und unterhalb des Schmelzpunktes des Selens liegenden Temperatur gehalten wird.
Das Niederschlagen einer Selenschicht in kristalliner Form kann unter anderen auf elektrolytischem
Wege ausgeführt werden. In der Praxis wird überwiegend oder sogar ausschließlich
die Selenschicht durch Kondensation von dampfförmigem Selen kristallin niedergeschlagen. Diese
auf einer Trägerelektrode kristallin niedergeschlagene Selenschicht erfährt bei den bekannten Verfahren
eine als Temperung bezeichnete Wärmebehandlung, deren Durchführung darin besteht, die
zunächst hochohmige, kristalline Selenschicht einige Zeit auf einer hohen Temperatur zu halten, ao
Beispielsweise beträgt die Dauer der Wärmeeinwirkung etwa ι Stunde und wird bei einer
Temperatur nahe unterhalb des Schmelzpunktes des Selens vorgenommen. Diese durch einen einzigen
Wert der Temperatur gekennzeichnete Wärme- «5 behandlung bewirkt die Umwandlung der kristallinen
Selenschicht in eine elektrisch gut leitende Form.
Gemäß der Erfindung wird die kristallin auf die Trägerelektrode niedergeschlagene Selenschicht
zwei Wärmebehandlungen unterworfen, und zwar in der Weise, daß die kristalline Selenschicht zunächst
auf einer zwischen 180 und 2000 C liegenden
Temperatur so lange gehalten wird, bis die Umwandlung der Kristallite im wesentlichen vollzogen
ist, und anschließend mindestens für
ίο Minuten, vorzugsweise für 30 Minuten, auf
einer zwischen 200 und 2200 C liegenden Temperatur,
vorzugsweise auf etwa 2180 C, gelhalten wird.
Die günstigste Temperatur für die- Umwandlung ■5 der Kristallite liegt etwa zwischen 185 tfnd iaö° C;
.die Umwandlung vollzieht sich bei dieser Temperatur
etwa in 15 Minuten. Mit der ersten Wärmebehandlung bei einer Temperatur unterhalb 200 ° C,
aber oberhalb i8o'Q, erhält die kristalline Selenschicht
eine ausgezeichnete Leitfähigkeit. Durch die anschließende zweite Wärmöbehandlung bei
einer Temperatur oberhalb 2000 C, aber unterhalb 22OO!C, wird eine Einwirkung auf die Selenschicht
erreicht, die dieser eine erhöhte Sperrfähigkeit verleiht. Die Sperrspannung kann 60 Volt
und mehr betragen.
Bei den bekannten Verfahren wird lediglich eine einzige Wärmebdhandlung der kristallinen Selenschicht
bei verhältnismäßig hober Temperatur durchgeführt, die nahe am Schmelzpunkt des
Selens, zumindest über 200'°' C liegt. Daher besteht bei diesen Verfahren die Gefahr, daß wähnend der
Wärmebehandlung die Temperatur der Selenschicht die Schmelztemperatur des Selens überschreitet.
Bei der Umwandlung der kristallinen Selenschicht durch die Wärmebehandlung wird nämlich Wärme
frei, die besonders in der Mitte großer Platten leicht eine Erhöhung der Temperatur bis über den
Schmelzpunkt verursacht. Es zeigen daher selbst Platten, die in einem großen Thermostat mit einheitlicher Wandungstemperatur von beispielsweise
2i8° C getempert sind, besonders in der Mitte häufig Gebiete, die während des Temperns durch
frei gewordene Umwandlungswärme geschmolzen sind, da der Schmelzpunkt nur annähernd 210! C
über der Temperatur der Wärmebehandlung liegt. Nach dem Erkalten weisen dann diese Gebiete
nicht die erwünschte hohe Sperrspannung auf.
Dieser Nachteil wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vermieden; denn» bei ihm wird die Umwandlung
der kristallinen Selenschicht bei einer verhältnismäßig niedrigem Temperatur, nämlich bei
einer zwischen 180 und 200ια C liegenden Temperatur
bewirkt. Die während der Umwandlung in der Selenschicht frei werdende Wärmemenge ist aber
nicht so groß, daß durch sie eine Erhöhung der Temperatur bis über den Schmelzpunkt des Selens
erreicht werden könnte, wenn die Temperatur der Wärmebehandlung, bei der die Umwandlung der
kristallinen Selenschicht herbeigeführt wird, gemäß der Erfindung niedrig gehalten wird. Nach
der Umwandlung der kristallinen Selenschicht bei niedriger Temperatur findet die zweite Wärmebehandlung
bei einer höheren Temperatur statt. Während dieser Wärmebehandlung erfolgt keine
mit einer merklichen Wärmetönung verbundene Umwandlung der kristallinen Selenschicht mehr.
Es ist ein Verfahren zur Herstellung von Selengleichrichtern bekanntgeworden, bei dem auf die
Trägerelektrode amorphes Selen aufgebracht und durch eine geeignete Wärmebehandlung aktiviert
wird. Danach wird die kristalline Selenschicht auf eine Temperatur gebracht, die zwischen dem
Schmelzpunkt des Selens und dem Schmelzpunkt der unter der Schmelztemperatur des Selens
schmelzenden Gegenelektrode liegt. Diese Temperung erstreckt sich über einen Zeitraum von
mehreren Minuten bis zu mehreren Stunden. Auch bei diesem Verfahren wird also nach der Erzeugung
kristallinen Selens, im Gegensatz zum erfindungsgemäßen Verfahren, nur eine einzige
Wärmebehandlung angewandt.
Da es entscheidend darauf ankommt, daß die Platten bei der während des Temperns stattfindenden
Umwandlung nirgends bis über den Schmelzpunkt des Seitens erwärmt werden, sollte bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren besonders dafür Sorge getragen werden, daß die bei der Umwandlung frei
werdende Wärme mit einem möglichst geringen Temperaturgefälle abgeführt wird. Es hat sich als
zweckmäßig erwiesen, die mit einer Selenschicht in kristalliner Form überzogenen Platten in engen
Taschen unterzubringen, die in einen größeren Behälter eingestülpt sind und von der Behälterseite
her auf möglichst konstanter Temperatur gehalten werden. Die Wandungstemperatur kann durch bewegte,
vorzugsweise umgewälzte, erwärmte Luft auf der für die Umwandlung günstigsten Temperatur
gehalten werden. Die Geschwindigkeit des Luftstromes muß jedoch so groß sein, daß schon
geringfügige Temperaturdifferenzen zwischen der Wandung der Taschen und der bewegten. Luft zum
Abführen größerer Wärmemengen ausreichen.
Dieses Ziel wird noch vollkommener mit einer siedenden Flüssigkeit erreicht. Dabei kann die
Anordnung so getroffen werden, daß die Taschen in die Siedeflüssigkeit eintauchen, so daß ein zusätzlicher
Wärmestrom durch die Wandung der Taschen an ihnen eine zusätzliche Verdampfung
von Siedeflüssigkait ohne nennenswerte Erhöhung der Temperatur der Wandung zur Folge hat. Die
mit ihr in gut wärmeleitender Verbindung stehende Trägerelektrode und die darauf angebrachte Selenschicht
bleiben daher auch während der Umwandlung des Selens auf der vorgieschiriebenen Tem-.
peratur.
Füllt man in den Behälter nur so viel Siedeflüssigkeit, daß die Taschen völlig im Dampfraum
hängen, so findet jeweils nach dem Einführen der mit der kristallinen Selenschicht versehenen
kalten Platten eine Kondensation des Dampfes der Siedeflüssigkeit auf der dem Behälter zugekehrten
Seite der Taschenwandungen statt. Mit Beginn der Umwandlung des Selens tritt ein Wärmestrom
in umgekehrter Richtung auf, durch den die Umwandkingswärme
zu einem sehr großen Teil durch die Wandung hindurch abgeführt wird. Dadurch wird das auf der Taschenwandung haftende Kondensat
der Siedeflüssigkeit verdampft, ohne daß eine nennenswerte Temperaturerhöhung der Platten
eintritt.
Als Siedeflüssigkeiten kommen für das erste Tempern beispielsweise Anilin und für das zweite
Tempern Naphthalin in Frage. Man kann die Siedeflüssigkeiten auch unter 'konstantem, verminderten!
Druck sieden lassen und den Siedepunkt
durch entsprechende Wahl des Druckes einstellen. Als Siedeflüssigkeit hierfür eignet sich besonders
Salicylsäuremethylester, der bei entsprechender Regelung des Druckes für das erste und das zweite
Tempern benutzt werden kann, während Diphenyl besonders für das zweite Tempern empfehlenswert
ist.
Die Figuren ι und 2 zeigen in zum Teil sohematischer
Darstellung als Ausiführungsbeispiele zwei
ίο Anordnungen, mit denen sich in der Massenfertigung
das Verfahren gemäß der Erfindung mit größter Sicherheit und geringen Kosten durchführen
läßt.
Der durch eine elektrische Heizplatte ι oder
1S mittels Gasheizung erwärmte Behälter 2 ist mit
schräg nach unten gerichteten Taschen 3 versehen, in die die mit einer Selenschicht bedeckten
Platten S eingeführt werden. Im unteren Teil des Behälters ist die Siedeflüssigkeit 4 vorgesehen.
Die Heizleistung wird so eingestellt, daß diese Flüssigkeit dauernd siedet und im Teil 6 des Siederaumes
und, bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1, an den Wandungen der Taschen 3 kondensiert.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist so viel Flüssigkeit eingefüllt, daß auch die oberste
Tasche, mindestens soweit wie die zum Tempern eingeführten, mit einer Selenschicht bedeckten
Platten S reichen, von der Siedeflüssigkeit bedeckt ist. Auch in diesem Fall wird also die dem Behälter
zugekehrte Seite der Wandungen der Taschen dauernd auf der Temperatur gehalten, bei der die
Flüssigkeit bei dem im Behälter betriebsmäßig herrschenden Druck siedet.
In ihrer Wirkungsweise stimmen die beiden in Fig. ι und 2 dargestellten Anordnungen überein.
Die Anordnung nach Fig. 2 weist den Vorteil auf, daß die Platten leichter eingeführt werden können.
Auch diese Anordnung kann mit nur so wenig Siedeflüssigkeit betrieben werden, daß die Taschen
sich ganz im Dampfraum befinden, wie in Fig. 2 durch die gestrichelte Linie angedeutet ist.
Claims (7)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern, bei dem auf eine Trägerelektrode, vorzugsweise nach Aufbringen einer Zwischenschicht, beispielsweise von Wismut, eine Selenschicht in kristalliner Form niedergeschlagen und diese Schicht auf einer oberhalb 1500C und unterhalb des Schmelzpunktes des Selens liegenden Temperatur gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Selenschicht auf einer zwischen 180 und 2000 C liegenden Temperatür, vorzugsweise etwa auf 185 bis 1900 C, so lange gehalten wird, bis die Umwandlung der Kristallite im wesentlichen vollzogen ist, und anschließend mindestens für 10 Minuten, vorzugsweise für 30 Minuten, auf einer zwischen 200 und 220° C liegenden Temperatur, vorzugsweise auf etwa 2180 C, gehalten wird.
- 2. Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit Selen in kristalliner Form versehenen Platten nacheinander in zwei Räume gebracht werden, deren Wandungen durch siedende Flüssigkeiten oder bewegte, vorzugsweise umgewälzte, erwärmte Luft auf konstanter Temperatur gehalten werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Siedeflüssigkeit für den ersten Raum Anilin und für den zweiten Raum Naphthalin verwendet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3 unter Verwendung einer Siedeflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß der Siedepunkt durch Verändern des Druckes im Behälter, vorzugsweise durch Erniedrigen auf einen kleineren Wert als ι Atm., geregelt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß Salicylsäuremethylester oder Diphenyl, letzteres vorzugsweise für das zweite Tempern, als unter vermindertem Druck siedende Flüssigkeiten verwendet werden.
- 6. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die Räume mit konstanter Wandungstemperatur in einen Behälter eingestülpte Taschen bilden und der Behälter mit der Siedeflüssigkeit mindestens so weit gefüllt ist, daß die Taschen auf ihrer dem Behälterinnern zugekehrten Seite ganz von der Flüssigkeit bedeckt werden.
- 7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Taschen derart schräg in den Behälter eingestülpt sind, daß sich die Öffnung jedes Behälters oberhalb seines geschlossenen Endes befindet.Angezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 742762, 589 126; USA.-Patentschriften Nr. 2124306, 2462906;schweizerische Patentschriften Nr. 239 449,
240901; Ries, »Das Selen«, 1918, S. 21 bis 23 und 65;Naturforschung und Medizin in Deutschland 1939 bis 1946, Bd. 9, Teil II νο,η 1948, S. 116/117.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen66ÖS 3.5S
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| DES446D DE925847C (de) | 1949-10-31 | 1949-10-31 | Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DES446D DE925847C (de) | 1949-10-31 | 1949-10-31 | Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern |
Publications (1)
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| DE925847C true DE925847C (de) | 1955-03-31 |
Family
ID=7468743
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES446D Expired DE925847C (de) | 1949-10-31 | 1949-10-31 | Verfahren zum Herstellen von Selengleichrichtern |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE925847C (de) |
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