DE925165C - Verfahren zur Herstellung von Kontaktschwefelsaeure - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von KontaktschwefelsaeureInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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- C01B17/00—Sulfur; Compounds thereof
- C01B17/69—Sulfur trioxide; Sulfuric acid
- C01B17/74—Preparation
- C01B17/76—Preparation by contact processes
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Inorganic Chemistry (AREA)
- Treating Waste Gases (AREA)
Description
Bei der Herstellung1 von Schwefelsäure im Kontaktverfahren
wird in den meisten Fällen davon ausgegangen, sulfidische Erze mit atmosphärischer
Luft in Röstöfen abzurosten und die dabei entstehenden!
S O2-Gase durch eine umständliche Naßreinigung
für die Verarbeitung in Kontaktapparaten vorzubereiten.
Während die früher benutzten Plaitinkontaktmassen
außergewöhnlich empfindlich, gegen Feuchtigkeit waren, ist es· bekannt, daß Vanadiumkoiitaktmassen
gegen, Feuchtigkeit unempfindlich sind.
Infolgedessen sind auch verschiedene Vorschläge zur Verarbeitung von feuchten S O2-haltigen Gasen
über Vanadiumkontaktmassen gemacht worden. Während sich die Katalyse ohne Schwierigkeiten
durchführen läßt, ist jedoch nach der Katalyse die Absorption der gebildeten feuchten S Ö3-Gase
außergewöhnlich schwierig, ja fast unmöglich. In der Patentschrift 606 235 wurde deshalb vorgeschlagen,
die feuchten SO3-Gase einer fraktionierten Kondensation bei langsamer Abkühlung zu
unterwerfen, wobei jedoch nur 94- bis a6°/oige Schwefelsäure erhalten wurde.
Es wurde nun ein Verfahren gefunden, das in seinem ganzen Aufbau wesentlich einfacher ist und
eine restlose Absorption- der feuchten SO3-GaSe
gestattet sowie eine höhere Konzentration der Schwefelsäure.
Erfhidungsgemäß werden die heißen Kontaktgase,
die maximal eine dem vorhandenen Schwefei
*) Von der Patentsucherin ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. AHons Zieren f, Niedermarsberg
säureanhydrid äquivalente Menge Wasserdampf enthalten, zuerst durch. Waschen mit etwa
180 bis 2400 heißer, hochkonzentrierter (ungefähr
98°/oiger) Schwefelsäure vollständig von Wasserdampf
und einem geringen Teil des Schwefelsäure-. anhydrids befreit und dann das restliche Schwefelsäureanhydrid
in bekannter Weise mittels o8°/oiger
Schwefelsäure absorbiert. Vorteilhaft werden erfindungsgemäß die beiden Absorptionsstufen, in
einem System von hintereinandergeschalteten Rieseltürmen durchgeführt. Da bei dieser Art der
Absorption das SO3 und der Wasserdampf getrennt
in der Absorbersäure gelöst werden und sich die Schwefelsäurebildung erst nach Lösung vollzieht,
ist die Entstehung von Schwefelsäurenebeln völlig ausgeschlossen.
In der Zeichnung ist das Verfahren gemäß der Erfindung beispielsweise schematisch veranschaulicht.
ao Die vom Röstofen R kommenden Röstgase werden nur durch eine trockene Staubabscheidung
dergestalt gereinigt, daß man zunächst ein mechanisches Filter in Form von großen Staubkammern Λ oder aber auch elektrostatische Filter
voirschaltet und hieran anschließend eine Filtration
über keramisches Material folgen läßt. Das letztere Filter F wird in seiner Temperatur so geregelt,
daß die Gase am Austritt des. Filters trotz der durch Abstrahlung auftretenden. Wärmeverluste
auf einer Temperatur von 3500 gehalten werden. Mit dieser Temperatur treten die Gase in die
Kontaktapparatur K ein. Für den Fall, daß es sich bei dem Kontaktapparat um einen doppelwandigen
Ein-Zeiten-Apparat handelt, können die Gase mit dieser Temperatur in den Doppelmantel eintreten,
um im Apparat selbst auf die nötige Anfangstemperatur für den Beginn der Reaktion vorgeheizt
zu werden. Bei den Zwei-Zeiten-Apparaten werden die Gase in dem Wärmeaustauscher, der zwischen
die erste und zweite Zone geschaltet ist, ebenfalls auf die nötige Eintrittstemperatür gebracht. Die
Gase verlassen dann den Kontaktapparat., und zwar mit etwa 400 bis 4300, je nach dem Gehalt an
Schwefeldio'xyd in den zu katalysierenden Gasen. Mit dieser Temperatur treten die Gase in einen
ersten Trockenabsorptionsturm T1 ein. Dieser
Trockenturm wird mit einer konzentrierten Säure von 98% H2SO4 und rund 2000 berieselt. Es
findet eine restlose Absorption des Wasserdampfes und eine teilweise Absorption des S O3 statt. Die
aus vorgenanntem Turm mit etwa 2200 austretenden Gase werden einem zweiten Absorptionsturm T2 zugeleitet, der wiederum mit einer Säure
von 98%, aber mit einer Temperatur von 60 bis 70° berieselt wird. In diesem Turm tritt eine völlige
Absorption des restlichen S O3 ein, und die Abgase verlassen den Turm ohne jede Nebelbildung vollkommen
klar und S O3-frei.
Aus Gleichgewichtsbetrachtungen geht zwar hervor, daß es möglich sein muß, bei Temperaturen
zwischen 180 und 2400 mittels hochkonzentrierter Schwefelsäure eine fast quantitative Absorption des
im Gase enthaltenen Wasserdampfes und eine teilweise Absorption des S O3 zu erzielen. Dagegen
war nicht vorauszusehen, daß auch die Geschwindigkeiten der Absorption trotz der relativ niedrigen
Tensionsunterschiede noch hinreichend groß sind, um eine technische Ausnutzung zu ermöglichen.
Dabei war die Konzentration der entstehenden Säure abhängig von dem Verhältnis der in den
Gasen enthaltenen Mengen S O3 und Wasserdampf, und es hat sich gezeigt, daß, wenn SO3 und
Wasserdampf, sogar im Molverhältnis 1:1, vorhanden
sind, eine restlose Absorption in dem neuen System der Anwendung zweier Türme durchgeführt
werden kann. Wenn in besonderen Fällen der Wassergehalt höher ist als der S O3-Gehalt, erscheint
es zweckmäßig, die für die Verbrennung des gebundenen Schwefels dienende Luft so' weit
vorzutrocknen, daß mindestens das Molverhältnis ι : ι nicht überschritten wird. Daß es sich bei vorliegendem
Verfahren tatsächlich um eine Absorption und nicht um eine Kondensation, wie sie
z. B. in den Patentschriften 606 235, 607 216 und 613 677 beschrieben ist, handelt, ist durch die Ergebnisse
in der Praxis erwiesen.
Es wurde z. B. ein Gas verwendet, dessen molarer Gehalt an S O3 und Wasserdampf praktisch gleich
war. Die Konzentration der auf beide Türme aufgegebenen Säure war 98,8%. Es zeigte sich nun,
daß nach der Absorption die Konzentration der aus dem ersten Turm ablaufenden Säure auf 98,2 bis
98,3 %■ gesunken, hingegen die Konzentration der
aus dem zweiten Turm ablaufenden Säure auf 99j3 °/o gestiegen war.
Hieraus geht hervor, daß im ersten Turm praktisch nur Wasser, im zweiten nur S O3 absorbiert
wurde. Wäre nicht selektive Absorption, sondern eine Kondensation eingetreten, hätte sich die Konzentration
der Säure nicht ändern, dürfen, da nur Monohydrat kondensiert worden wäre.
Die wesentlichen Vorteile des neuen Verfahrens liegen darin, daß die bisher angewandten umfangreichen
Wasch- und Reinigungsanlagen, bestehend aus Kühlern, Waschtürmen, Koksfiltern oder elekfrischen
Entnebelungsapparaturen, vollständig in. Wegfall kommen und daß der Aufbau des Kontaktapparates
infolge Wegfalls der Wärmeaustauscher eine ganz wesentlich billigere Herstellung der Gesamtanlage
gestattet. Von besonderer Bedeutung ist es, daß man für die Absorption der feuchten, Gase
Konstruktionsmaterial verwenden kann, wie es bisher stets in der Technik zur Anwendung kam,
während bei der fraktionierten Kondensation, infolge der wechselnden Nachkonzentration der
Säure nur sehr' hochwertiges und widerstandsfähiges
Material brauchbar ist.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung von Kontaktschwefelsäure aus feuchten Röstgasen, dadurch gekennzeichnet, daß die heißen Kontaktgase, die maximal eine dem. vorhandenen Schwefelsäureanhydrid äquivalente Menge Wasserdampf enthalten, zuerst durch Waschen mit etwai8o bis 2400 heißer, hochkonzentrierter (ungefähr o,8°/oiger) Schwefelsäure vollständig von Wasserdampf und einem geringen Teil des Schwefelsäureanhydrids befreit werden und dann, das restliche Schwefelsäureanhydrid in bekannter Weise mittels o.8°/oiger Schwefelsäure absorbiert wird.
- 2. Verfahren nach, Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Absorptiomsstufen in einem System von hintereinandergeschalteten Rieseltürmen durchgeführt werden.Angezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 496 832.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 9602 3.55
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEZ758D DE925165C (de) | 1935-12-18 | 1935-12-19 | Verfahren zur Herstellung von Kontaktschwefelsaeure |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE471653X | 1935-12-18 | ||
| DEZ758D DE925165C (de) | 1935-12-18 | 1935-12-19 | Verfahren zur Herstellung von Kontaktschwefelsaeure |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE925165C true DE925165C (de) | 1955-03-14 |
Family
ID=25944184
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEZ758D Expired DE925165C (de) | 1935-12-18 | 1935-12-19 | Verfahren zur Herstellung von Kontaktschwefelsaeure |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE925165C (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE496832C (de) * | 1928-06-15 | 1930-05-03 | Herbert Brintzinger Dr Ing | Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure jeder beliebigen Konzentration aus Schwefeltrioxyd und Wasserdampf |
-
1935
- 1935-12-19 DE DEZ758D patent/DE925165C/de not_active Expired
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE496832C (de) * | 1928-06-15 | 1930-05-03 | Herbert Brintzinger Dr Ing | Verfahren zur Herstellung von Schwefelsaeure jeder beliebigen Konzentration aus Schwefeltrioxyd und Wasserdampf |
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