DE91591C - - Google Patents

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DE91591C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F42AMMUNITION; BLASTING
    • F42BEXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
    • F42B8/00Practice or training ammunition
    • F42B8/02Cartridges
    • F42B8/04Blank cartridges, i.e. primed cartridges without projectile but containing an explosive or combustible powder charge

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Air Bags (AREA)

Description

KAISERLICHES
FSlfljK PATENTAMT.
Bei den meisten der ■ bisher verwendeten Platzpatronen wurde eine mit der Ladung gefüllte und mit einem Pfropfen verschlossene Hülse aus Metall oder Holz verwendet und bei der Entzündung der Pfropfen fortgeschleudert. Im vorliegenden Falle wird eine pfropfenlose, hinten und vorn geschlossene Platzpatrone aus gewickeltem und geeignet imprägnirtem Papier verwendet, und zwar wird auch die Spitze (wo früher der Pfropfen safsj geschlossen in einem Stück mit der Hülse gefertigt, aber etwas schwächer oder dünner gehalten. Die Patrone ist ihrer ganzen Länge nach hohl, aber nur bis zur Hälfte mit Pulverladung versehen. Um die geringe Pulverladung auszugleichen bezw. auch um letztere in dem hinteren Theil der Patrone festzuhalten, wird ein eigenartig präparirter Zünder eingelegt, welcher schneller als die Ladung verbrennt und letztere daher beim Explodiren augenblicklich und vollständig verpufft, während sonst die Ladung verhältnifsmäfsig langsam von hinten nach vorn verbrannte und der vordere Theil der Ladung dann unbenutzt mit herausgeschleudert wurde. Bei Verpuffung der Ladung wirkt nun die im vorderen leeren Ende der Seele befindliche Luft als comprimirter Luftpfropfen und zerreifst die schwache Stelle an der Spitze der Patrone. Es werden also dann Luft und die Pulvergase mit lautem Knall entweichen, aber niemals — da das Pulver vorher vollständig aufgezehrt wird — unverbrannte Pulverkörner mitgerissen und noch weniger Theile der Patronenhülse, wie z. B. früher die Pfropfen, herausgeschossen werden und Unglücksfälle veranlassen.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist:
Fig. ι die fertige Platzpatrone in Ansicht,
Fig. 2 dieselbe im Längsschnitt,
Fig. 3 der herausgenommene Zünder.
Die Platzpatrone besteht aus einer hinten offenen Hülse a, welche aus einem Stück und ■— mit Ausnahme der Spitze (des Mündchens b) — in annähernd gleicher Stärke aus Papier gewickelt und zum Schutz gegen Feuchtigkeit geeignet imprägnirt ist. Das vordere Ende der. Hülse wird während der Herstellung durch Maschinen zusammengedrückt und dadurch hermetisch geschlossen, wobei an der Spitze eine schwache Stelle, das erwähnte Mündchen b, entsteht. Die äufsere Form der fertigen Platzpatrone ist genau dieselbe wie die der scharfen Patronen. Das Innere der Hülse a, d. h. die Seele c, ist von vorn nach hinten konisch erweitert bezw. auch ungefähr in halber Länge mit einem schwachen Ansatz c1 versehen.
Das hintere Ende der Papierhülse α ist durch eine Metallhülse d ebenfalls hermetisch abgeschlossen, welche durch Einpressen den Auszieherrand erhält. Diese Einpressung kann sich nach D. R. P. Nr. 81266 in eine entsprechende Nuth der Papierhülse legen und umschliefst so den Rand des Widerlagers oder losen Ambosses, welcher zweckmäfsig denselben Durchmesser wie das hintere Ende der Patronenhülse α hat. Es wird daher durch das Eindrücken der Hülse d beim Bilden des Auszieherrandes das Widerlager mit dem Zündhütchen f in der geeigneten Lage festgelegt und durch den vollständig geschlossenen Metallboden der Hülse d in der Zündglocke festgehalten.

Claims (1)

  1. Die Pulverladung befindet sich in dem hinteren Theil der konischen Seele c, füllt aber dieselbe nur bis zur halben Länge der Patrone, und es ist nun in dieselbe der Zündergeingelegt (vergl. Fig. 2 und 3). Dieser Zünder ist derartig hergestellt und imprägnirt, dafs er besser, sicherer und schneller verbrennt als das umgebende Schwarzpulver. Beispielsweise besteht derselbe aus einem aus guter Baumwolle gewebten, nicht gedrehten, runden Faden, welcher mit einem Zündstoff aus Pulverstaub, Kornbranntwein und bestem Gummiarabicum bezw. mit feinem Jagdpulver imprägnirt wird. Aus dem Pulverstaub und Kornbranntwein wird unter Zusatz des Gummiarabicums eine breiige Masse gebildet, worin der Faden 12 Stunden lang gelegt und getränkt wird, dann wird er herausgenommen, mit dem feinen Jagdpulver bestreut und getrocknet. Ein solcher Zünder ist vollständig gefahrlos, da er ohne chlorsaures Kali hergestellt ist.
    An seinem einen Ende bildet der Zünder einen Knoten g1, mit welchem er sich gegen den schwachen Ansatz c1 legt und hiermit die konische Seele abschliefst bezw. das Pulver im hinteren Theil festhält. Das andere Ende des Zünders sitzt in dem Napf des Widerlagers e.
    Bei der Entzündung wird die Pulverladung durch Einwirkung des Zünders schnell und vollkommen vergast und entsteht durch den Luftdruck an der geschwächten Stelle der Spitze ein kleiner Schlitz (s. punktirt Fig. 1), durch welchen Gase und Luft mit starkem Knall entweichen.
    Patent-A νsprüch:
    Eine Platzpatrone, bei welcher die Pulverladung nur den hinteren Theil der mit der Geschofsnachbildung aus einem Stück bestehenden, vorn geschlossenen Hülse ausfüllt und als Einlage einen schnell brennenden Zündfaden (g) enthält, welcher gleichzeitig mittelst einer Verstärkung (Knopf g1) den Pulverraum nach dem Geschofsende zu abschliefst, so dafs einerseits eine schnelle und vollständige Vergasung der Ladung erzielt, andererseits durch das im vorderen Ende der Hülse geschaffene Luftkissen eine verstärkte Knallwirkung erreicht wird.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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