DE911609C - Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen

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DE911609C DEB7363D DEB0007363D DE911609C DE 911609 C DE911609 C DE 911609C DE B7363 D DEB7363 D DE B7363D DE B0007363 D DEB0007363 D DE B0007363D DE 911609 C DE911609 C DE 911609C
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Description

  • Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen Bei der Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen mit mehr als i Kohlenstoffatom im Molekül, gegebenenfalls neben deren sauerstoffhaltigen Derivaten, macht häufig die Abführung der dabei frei werdenden Reaktionswärme Schwierigkeiten. Dies gilt insbesondere deshalb, weil bei diesen Umsetzungen die Temperaturen in engen Grenzen gehalten werden müssen, wenn nicht schädliche Nebenreaktionen oder eine unerwünschte Änderung der Produkte eintreten sollen. Die Abführung der Wärme durch die Gefäßwand reicht meist zur Einhaltung der gewünschten Temperatur nicht aus; es kann daneben auch eine ungleiche Temperaturverteilung innerhalb der Umsetzungszone entstehen, namentlich wenn man große Reaktionsgefäße anwendet.
  • Man hat schon verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, um diese Nachteile zu vermeiden. So hat man den Reaktionsraum in Bündel enger Rohre aufgeteilt, die von einem Kühlmittel umgeben sind; ferner hat man schon die Oberfläche des Reaktionsraumes durch Einbau von Rippen vergrößert und hiermit eine schnellere Ableitung der Wärme zu erreichen gesucht. Man hat auch in den Reaktionsraum Kühlschlangen eingebaut oder in die reagierenden Gase unmittelbar Kühlmittel eingeführt. Diese Maßnahmen erfordern aber einerseits teuere und umständliche Anlagen und andererseits große Sorgfalt bei der Überwachung des Reaktionsablaufes.
  • Man hat auch schon vorgeschlagen, einen Teil der aus dem Reaktionsraum austretenden Gase und Dämpfe in Kühlanlagen von den bei gewöhnlicher Temperatur flüssigen Produkten zu befreien und das Restgas in den Reaktionsraum zurückzuführen. Dabei werden unter Aufwand von viel Kosten nennenswerte Mengen Wärme vernichtet, ohne daß die Temperatur im Reaktionsraum in befriedigender Weise geregelt wird.
  • Es wurde nun gefunden, daß bei der genannten Umsetzung die Reaktionstemperatur auch bei der Durchführung im großtechnischen Maßstab mit weitgehender Sicherheit innerhalb enger Grenzen gehalten werden kann, wenn man in folgender Weise arbeitet: Die reagierenden Gase oder Dämpfe werden so schnell durch den mit Katalysatoren gefüllten Reaktionsraum geleitet, daß die Reaktion nur in einem so beschränktem Maße stattfindet, daß die entstandene Reaktionswärme ohne unzulässige Erhöhung der Temperatur von den Gasen oder Dämpfen aufgenommen werden kann. Die aus dem Reaktionsraum auftretenden Stoffe werden dann durch ein Kühlsystem geführt, in -welchem sie nur so weit gekühlt werden, wie sie beim Durchgang durch den Reaktionsraum erwärmt wurden, worauf sie in den Reaktionsraum zurückgeführt werden. In dieseln reagiert das Gas weiter und erwärmt sich wieder um das gleiche -Maß wie vorher, worauf es erneut in das Kühlsystem gelangt. Die ganze frei werdende Reaktionswärme wird auf diese Weise durch das Gas selbst aus dem Reaktionsraum herausgetragen und außerhalb desselben abgegeben.
  • Da bei dieser Arbeitsweise die gebildeten Reaktionsprodukte in dem zurückgeführten Gas verbleiben, so nehmen sie auch an der Wärmeüberführung teil, was in verschiedener Hinsicht von Vorteil ist. Durch die bei der Umsetzung stattfindende Bildung größerer Moleküle wird auch die spezifische Wärme des Umwälzgases größer, so daß Umwälzarbeit gespart wird. Außerdem wirken die genannten Reaktionsprodukte hemmend gegen das Eintreten unerwünschter 1Tebenreaktionen. Namentlich solcher, die unter großer positiver Wärmetönung verlaufen und bei denen die Gefahr besteht, daß sie infolge lokaler Überhitzung all einer Stelle einsetzen, sich unter starker Temperatursteigerung über den ganzen Reaktionsraum ausdehnen und ihnen gegenüber die gewünschte Umsetzung zurücktritt.
  • Infolge der durch das Umwälzen hervorgerufenen starken Durchmischung kann die Temperatur des Gases über den ganzen Querschnitt des Reaktionsgefäßes vollkommen gleichmäßig gehalten werden, und lediglich in der Strömungsrichtung des Gases ist ein durch die fortschreitende Umsetzung erzeugter Temperaturgradient vorhanden, dessen Größe man aber durch Wahl der Verweilzeit im Katalvsatorraum, also durch Regulierung der Umwäizgeschwindigkeit und auch durch Bemessung der Höhe der Katalysatorschicht, den Erfordernissen anpassen kann. Der im Katalysatorraum zugelassene Temperaturanstieg kann so groß gewählt werden, daß man noch in dem für die Umsetzung günstigen Temperaturbereich bleibt. Als weiteste Temperaturspannen kommen für die vorliegenden Umsetzungen :4o bis 5ö° in Betracht. Da aber die Reaktionsgeschwindigkeit mit steigender Temperatur sehr rasch anwächst, hat eine so große Temperaturspanne zur Folge, daß die ersten Katalysatorschichten eine nur geringe und nur die letzten eine hohe Leistung bewirken und dadurch die Reaktionsführung unstabil wird. Man hält deshalb den Temperaturanstieg im allgemeinen kleiner (bei etwa 3 bis 2o°), so daß man voll der optimalen Reaktionstemperatur nur wenig abweicht. Der Anstieg kann auch noch kleiner als 3° gewählt werden, wenn eine erheblich größere Umwälzarbeit in Kauf genommen wird.
  • Die Verweilzeit der Gase im Katalysatorraum hängt von der Leistung des Katalysators ab, weil durch diese Leistung die je Volumeinheit des Katalysatorraumes und Zeiteinheit entstehende Wärmemenge bestimmt wird, die das Gas um so weniger hoch erhitzt; je schneller dieses durch den Reaktionsraum strömt. Die Verweilzeit wird demnach um so kleiner gewählt, je höher die Wirksamkeit des Katalysators und je kleiner der zulässige Temperaturanstieg ist. Da bei höheren Drucken die Wärmekapazität der Wälzgase je Volumeinheit in stärkerem Maße als die Reaktionsgeschwindigkeit zunimmt, so ergeben sich bei höheren Drucken längere Verweilzeiten für denselben Temperaturanstieg. Zum Beispiel wählt man im Temperaturgebiet oberhalb 3oo°, bei mittleren Drucken (voll etwa 40 at) und in Gegenwart von Eisenkatalysatoren Verweilzeiten von einer zehntel bis zti mehreren Sekunden.
  • Nickel- und Kobaltkatalysatoren. die bei etwa 2000 wirksam sind und nur einen Bruchteil der Leistungsfähigkeit eines Eisenkatalysators bei über 300= haben, würden an sich eine längere Verweilzeit erfordern. Da man aber bei ihnen die Temperaturspanne zweckmäßig klein wählt. z. B. auf etwa 2' beschränkt, ergeben sich bei ihnen ähnliche Verweilzeiten wie bei Eisenkatalysatoren. So wird man z. B. unter einem Druck von io bis 2; at und in Gegenwart eines Katalysators aus gesintertem Eisen eine Verweilzeit von etwa i Sekunde wählen, -wenn das in den Reaktionsraum eingeführte Gas-Dampf-Gemisch zu 40 Volumprozent aus Kohlenoxyd und Wasserstoff und zu 6o "/o aus Reaktionsprodukten (Kohlensäure, Kohlenwasserstoffe und Wasserdampf) besteht. Es tritt dann nach einer Anfangstemperatur von etwa 3i5° eine Erhöhung um etwa io° ein. Dabei wird eine Gasmenge umgewälzt, die etwa dem ioofacheil der eingeführten Frischgasinenge entspricht. Will man nur eine kleinere Temperatursteigerung zulassen, so wählt man Bruchteile einer Sekunde als Verweilzeit und wälzt das Gas erheblich schneller um. So wird z. B. bei einer Temperatursteigerung von 5° unter sollst gleichen Bedingungen etwa die Zoofache Menge des eingeführten Frischgases umzuwälzen sein. Im allgemeinen beträgt die Menge des umgewälzten Gases das 2o- bis 5oofache, vorzugsweise das 5o- bis Zoofache der Frischgasmenge.
  • Der aus dem Kreisstrom zwecks Abscheidung der Produkte abzuzweigende Teilstrom ist gewichtsmäßig der zugeführten Frischgasmenge gleich, wenn die in ihm enthaltenen gasförmigen Anteile nicht wieder zurückgeführt werden. Sein Verhältnis zur Größe des Kreisstromes ergibt sich damit in diesem Fall aus dem Verhältnis der umgewälzten Gasmenge zur Frischgasmenge. Ist jene z. B. ioomal größer als diese, so beträgt der abgezweigte Strom rund i %, ist sie aber 200mal größer, so beträgt er rund 1/2% des Kreisstromes. Werden die gasförmigen Anteile des abgezweigten Teilstromes ganz oder zum Teil zurückgeführt, so ist dieser Teilstrom entsprechend größer als die zugeführte Frischgasmenge.
  • Um die Umwälzarbeit klein zu halten, ist es im allgemeinen zweckmäßig, die Katalysatorschicht niedrig zu wählen und ihr dafür eine größere Ausdehnung in der Breite zu geben. Man kann zur Verringerung der Umwälzarbeit auch den Reaktionsofen durch Zwischenwände in mehrere Kammern unterteilen, in die so voneinander getrennten Kammern Katalysatorschichten anbringen, die Zufuhr des Ausgangsgases in den Reaktionsofen auf die einzelnen Kammern verteilen und die Reaktionsprodukte aus jeder Kammer getrennt abziehen und dann erst vereinigen. Es kann auch vorteilhaft sein, das Umwälzen der Gase zu kombinieren mit der Zugale von Kaltgas in den Reaktionsofen an einer Stelle nach Beginn und vor Beendigung der Umsetzung, z. B. zwischen zwei Katalysatorschichten; in diesem Fall wird die gebildete Wärme nach dem Austreten aus einer Katalysatorschicht von dem zugemischten Gas, z. B. einem stärker als das Umwälzgas abgekühlten Teil der austretenden Gase, aufgenommen, worauf der Gasstrom in eine neue Katalysatorschicht eintritt. Diese 1llaßnahme kann beliebig oft wiederholt werden.
  • Das beschriebene Verfahren ist insbesondere für das Arbeiten unter Druck vorteilhaft, weil man hier in kleineren Räumen arbeiten kann und damit die Umwälzarbeit kleiner wird; außerdem kann wegen der höheren Gaskonzentration in der Raumeinheit eine größere Wärmemenge je Einheit Kühlfläche abgeführt werden.
  • Ein Teil der aus dem Reaktionsraum austretenden Stoffe wird zur Abscheidung der gebildeten Produkte vom Umwälzgas abgezweigt. Das Restgas aus diesem abgezweigten Teil wird entweder aus der Anlage abgezogen oder wenigstens zum Teil, z. B. als Kaltgas, zurückgeleitet. Durch diese Zurückführung des Restgases können die Ausgangsgase vollständig in die gewünschten Produkte übergeführt werden. Die Abscheidung der Produkte von den Restgasen braucht hier keine vollständige zu sein. In dem Maße der Konzentrationsverminderung der Ausgangsgase im Umwälzgas wird zu diesem Frischgas gegeben.
  • Die Rückführung nur eines Teiles des Restgases kommt insbesondere in Betracht, wenn die Reaktionsprodukte ebenso wie die schwer abscheidbaren Nebenprodukte oder ursprünglich im Ausgangsgas vorhandenen Verunreinigungen sich nicht zu stark anreichern sollen. Man kann auch zwei Kreislaufsysteme mit dazwischenliegender Produktabscheidung hintereinanderschalten. Vom ersten System führt man dann so viel Gas ab, daß die Umsetzung nur in einem solchen Maße stattfindet, daß eine Anreicherung der gebildeten Produkte bzw. der Verunreinigungen in dem ersten Kreislauf nur im beschränkten Maße erfolgt. Das abgezweigte Gas geht nach der Produktabscheidung dann in den zweiten Kreislauf, in welchem die Umsetzung zu Ende geführt wird. Man erreicht dadurch im ersten Kreislauf eine höhere Umsetzungsgeschwindigkeit.
  • Die Zeichnungen zeigen Anlagen, in denen das beschriebene Verfahren mit Vorteil ausgeführt werden kann.
  • In der in Abb. i gezeigten Anlage tritt das kalte Frischgas bei A in den Kreislauf des heißen Gases ein, mischt sich in einer Mischstrecke B mit dem heißen, vom Heißumlaufgebläse C kommenden Umwälzgas und tritt dann in den Katalysatorofen D ein, in welchem es in der Katalysatorschicht E reagiert und in dem Maße der frei werdenden Reaktionswärme weiter erwärmt wird. In dem nachgeschalteten DampferzeugerF kühlt sich das Kreislaufgas so weit ab, daß es mit dem zutretenden Frischgas wieder die Ofeneingangstemperatur erreicht. Ein kleiner Teilstrom wird hinter dem Dampferzeuger abgezweigt, um aus ihm nach Kühlung in Kühler C und bzw. oder Absorption die Reaktionsprodukte durch Abscheiden im Abscheider E zu gewinnen. Der vor dem Reaktionsgefäß angebrachte Vorheizer I dient nur dazu, bei der Inbetriebsetzung das Ausgangsgas auf Reaktionstemperatur zu bringen; er wird anschließend abgeschaltet. Die flüssigen Produkte werden bei L, die Restgase bei K abgezogen.
  • Abb. 2 zeigt eine Anlage, die der nach Abb. i ähnlich ist, bei der aber der abgetrennte Teilstrom nach Abscheidung der flüssigen Reaktionsprodukte wieder in den Kreislauf zum Zwecke einer vollständigen Ausnutzung der Ausgangsgase zurückgeführt wird. Hierzu werden die von den flüssigen Anteilen abgetrennten Gase über Kompressor M in das Waschgefäß N geleitet, in welchem sie mit einer durch Pumpe O von oben eingeführten Waschflüssigkeit behandelt werden. Der von der Waschflüssigkeit nicht absorbierte Teil der Gase strömt durch Rohr P nach der Zutrittsstelle A. Die Waschflüssigkeit wird nach Austritt aus Gefäß E im Abscheider Q von den in ihr absorbierten Gasen und Dämpfen befreit und hierauf durch Pumpe O wieder in das Waschgefäß N zurückgeführt. Die Gase und Dämpfe werden bei R abgezogen.
  • Abb.3 zeigt eine Anlage für die Kombination des beschriebenen Verfahrens mit einer Kühlung durch Kaltgas. Ein Teil der aus dem Ofen austretenden Produkte wird stärker abgekühlt als das Umwälzgas und dann dem Reaktionsofen an einer oder mehreren Stellen zugegeben, die jeweils zwischen zwei Katalysatorschichten liegen; hierdurch wird das Reaktionsgemisch nach Durchströmen einer Katalysatorschicht wieder auf eine geeignete Temperatur gekühlt und kann ohne Überhitzung durch eine weitere Katalysatorschicht strömen. Auf diese Weise kann die je Zeiteinheit umgewälzte Menge des Kreisstromes auf einen Bruchteil reduziert werden. In der Anlage nach Abb. 3 wird als Kaltgas ein geeignet bemessener Teil der gasförmigen Anteile des von dem Umwälzgas abgetrennten Teilstromes verwendet. Es wird vom oberen Ende des Waschgefäßes.V durch Rohr S nach Vermischen mit Frischgas in den mittleren Teil des Reaktionsofens D eingeführt.
  • Die genannte Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen mit mehr als i Kohlenstoffatom im Molekül und bzw. oder zu deren sauerstoffhaltigen Derivaten wird zweckmäßig bei Drucken zwischen etwa io und 5o at ausgeführt; es können jedoch auch noch höhere Drucke, wie z. B. loo oder Zoo at oder mehr, angewandt werden. Die Temperaturen liegen im allgemeinen zwischen i5o und 45o°, vorteilhaft bei Zoo bis 400'. Die hierbei auftretende Wärmetönung ist sehr groß, und bei Überhitzung treten in Gegenwart der hierfür angewandten Metalle der B. Gruppe des Periodischen Systems enthaltenden Katalysatoren unerwünschte Nebenreaktionen, wie übermäßige Bildung von Methan, und Abscheidung von Ruß leicht in erheblichem Maße auf. Diese Nachteile werden bei Durchführung der Umsetzung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vermieden. Zweckmäßig wählt man bei dieser Umsetzung die Umlaufgeschwindigkeit und Frischgaszugabe des Gases so, daß der Temperaturunterschied zwischen Ofeneintritt und Ofenaustritt unter 30° liegt; am besten hält man eine Temperaturdifferenz unter io°, z. B. von etwa 5° ein.
  • Vorteilhaft wird die beschriebene Umsetzung in Gefäßen ausgeführt, deren Innenwandung aus von gewöhnlichem Eisen und unlegierten und niedriglegierten Stählen verschiedenen Metallen oder Legierungen, insbesondere aus Aluminium, Kupfer oder deren Legierungen oder hochlegierten Stählen, besteht. Die Gefäße können aus diesen Metallen oder Legierungen hergestellt oder innen mit ihnen überzogen sein. Zweckmäßig sind auch die Zu- und Ableitungen zu den Umsetzungsgefäßen mit einer entsprechenden Innenwandung versehen.
  • Man hat zwar schon vorgeschlagen, bei der genannten Umsetzung die nicht umgesetzten Gase zurückzuführen, dies auch in einem Mehrfachen der angewandten Frischgasmenge. Abgesehen davon, daß hier das bei dem vorliegenden Verfahren eingehaltene Verhältnis der Menge des umgewälzten Gases zu der Frischgasmenge auch nicht annähernd erreicht wurde, unterscheiden sich die früher vorgeschlagenen Arbeitsweisen dadurch ganz wesentlich von diesem Verfahren, daß bei ihnen das gesamte zurückzuführende Gas so stark abgekühlt wird, daß die gebildeten flüssigen Produkte sich abscheiden, während im vorliegenden Fall aus dem größten Teil, wenn nicht sogar aus der Gesamtmenge des zurückgeführten Gases, keine flüssigen Produkte abgeschieden werden und das Gas nur so weit gekühlt wird, daß es etwa die am Eintritt in den Katalysatorraum herrschende Temperatur hat. Diese Unterschiede bestehen auch gegenüber einem Vorschlag, wonach man die Gase zurückgeführt hat, damit die überschüssige Umsetzungswärme von den im Laufe der Behandlung sich ansammelnden inerten Gasen aufgenommen wurde, sowie gegenüber weiteren Versuchen, die Umsetzungswärme durch die Gase selbst herauszuführen; diese Versuche haben aber kein befriedigendes Ergebnis gebracht und führten daher zu der Auffassung, daß die Umsetzung nicht unter Heraustragen der Wärme durch das Gas selbst in technischem Maßstab durchgeführt werden könne. Die vorliegende Erfindung zeigt demgegenüber, daß dies doch möglich ist, wenn man, wie oben ausgeführt, die Gase im heißen Kreislauf, d. h. ohne Abscheidung der gebildeten flüssigen Produkte durch starke Abkühlung, mit sehr hoher Geschwindigkeit umwälzt. Hierdurch werden außerdem gegenüber der üblichen Umsetzung wesentlich bessere Produkte erhalten, da bei dem mehrmaligen Durchgang durch den Umsetzungsraum die bereits gebildeten Produkte weiter umgeformt und daher z. B. in Kohlenwasserstoffe von erheblich höherer Klopffestigkeit übergeführt werden. Dadurch, daß man die entstandene Umsetzungswärme durch die Gase selbst aus dem Umsetzungsraum herausführt, kann dieser sehr einfach gestaltet werden und erfordert keine Unterteilung und keine besonderen Kühlvorrichtungen. Außerdem läßt sich ein Kühler außerhalb des Umsetzungsraumes einfacher und kleiner gestalten als eine Kühlvorrichtung für den Katalysatorraum selbst. Beispiel i Ein Gemisch aus i Teil Kohlenoxyd und 2 Teilen Wasserstoff wird unter einem Druck von 15 at in den heißen Kreislauf einer Anlage eingeleitet, wie sie in Abb. i gezeigt ist. Die Umwälzgeschwindigkeit der Gase wird im Verhältnis zur Zuführung von Frischgas und Abführung von Reaktionsprodukten so groß gewählt, daß die Temperaturdifferenz zwischen Ofeneintritt und Ofenaustritt etwa 5 ° beträgt. Die mittlere Temperatur im Katalysatorraum beträgt etwa 32o'°'. Der Katalysator besteht aus einer Masse, die durch Anpasten von Carbonyleisenpulver mit einer io/oigen wäßrigen Boraxlösung, Formen zu Stücken und vierstündiges Sintern bei 85o1 im Wasserstoffstrom hergestellt wurde. Der von dem Umwälzgas hinter dem Ofenaustritt abgezweigte Teilstrom wird so bemessen, daß das Kohlenoxyd im Umwälzgas bis auf etwa 3')/o umgesetzt wird, so daß der größere Teil des Umwälzgases aus gas- und dampfförmigen Reaktionsprodukten besteht.
  • Dies wird durch ein Verhältnis der Menge des abgezweigten Gases zu der des zurückgeführten Gases von i :2oo erreicht. Das Verhältnis der Menge des Frischgases zu der des zurückgeführten Gases ist gewichtsmäßig das gleiche. Auf diese Weise kann die Temperatur vollkommen konstant gehalten und damit die Umsetzung gleichförmig durchgeführt werden. 61 Volumprozent des zugeführten Kohlenoxyd-Wasserstoff-Gemisches werden in Kohlenwasserstoffe übergeführt. Von diesen bestehen 18% aus Methan und Äthan. Die übrigen verwertbaren Anteile haben die folgende Zusammensetzung
    Gasol (einschließlich Äthylen) ........ 300/0
    Benzin (bis 2oo° siedend) . .... .. .. .. . q.80/0
    Mittelöl (von Zoo bis 35o° siedend) .. . 14%
    Paraffin (über 300°' siedend) .. . ...... i 0/0
    Alkohole (im Produktwasser gelöst) . . 7 0/0.
    Beispiel e Durch einen mit einem Eisenkatalysator gefüllten Katalysatorraum von i cbm Inhalt werden täglich 7000 cbm (unter gewöhnlichem Druck gefressen) eines aus 2 Teilen Kohlenoxyd und 3 Teilen Wasserstoff bestehenden Gemisches unter einem Druck von 15 at geleitet und umgewälzt. Während der Umsetzung wird ein Temperaturanstieg von i o° zugelassen. Zu diesem Zweck wird die Menge des umgewälzten Gases rund ioomal größer als die Frischgasmenge gewählt. Hieraus ergibt sich eine Verweilzeit des Gases im Katalvsatorraum von etwa a/4 Sekunden bei jedem Durchgang, wenn man diesen Raum als leer annimmt. Hat der Katalysatorraum z. B. eine Höhe von 5o cm, so ist zur Einhaltung der genannten Verweilzeit eine Strömungsgeschwindigkeit des Gases von 65 cm je Sekunde notwendig. Das umgepumpte Gas hat die folgende Zusammensetzung: 5 Volumprozent CO, 35 Volumprozent N2, 27 Volumprozent C 02, 13 Volumprozent H2 O-Dampf, 17 Volumprozent kohlenwasserstoffgase und -dämpfe, 3 Volumprozent H2. Aus dem Kreislaufgas wird eine Gewichtsmenge abgezogen, die derjenigen des zugeführten Frischgases gleich ist. Auf diese Weise werden rund 70% des Frischgases umgesetzt und täglich je Kubikmeter Katalysatorraum etwa i t flüssige, gasförmige und feste Kohlenwasserstoffe neben einer geringen Menge sauerstoffhaltiger organischer Verbindungen gebildet. Die für das Umwälzen der Gase aufgewandte Energie beträgt nur einen Bruchteil der zur Kompression des Frischgases benötigten.
  • Die Leitung des Katalysators wird durch das Umwälzen im Vergleich zu der Behandlung von unverdünntem Gasgemisch kaum beeinflußt, obwohl das Umwälzgas, wie oben gezeigt, nur sehr wenig Kohlenoxyd enthält. Die beschriebene Umsetzung wird in Gefäßen mit einer Innenwandung aus Aluminium durchgeführt.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Umsetzung von Kohlenoxyd mit Wasserstoff zu Kohlenwasserstoffen mit mehr als i Kohlenstoffatom im Molekül, gegebenenfalls neben flüssigen oder festen sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffderivaten unter Gasrückführung und vorzugsweise unter erhöhtem Druck, dadurch gekennzeichnet, daß man die entstandene Reaktionswärme durch die Reaktionsgase aus dem Reaktionsraum herausführt, die überwiegende Menge der aus dem Katalysatorraum austretenden Gase und Dämpfe, nachdem sie nur um etwa so viel gekühlt worden sind, wie sie sich beim Durchgang durch den Katalysatorraum erwärmt haben, wieder in diesen zurückführt, dabei die Gase und Dämpfe mit solcher Geschwindigkeit umwälzt, daß die Reaktion nur in beschränktem Maße stattfindet und keine unzulässige Erhöhung der Temperatur eintritt und daß man einen der zugeführten Frischgasmenge entsprechenden Teil der Reaktionsgase zur Abscheidung der gebildeten Produkte aus dem Kreislauf abzweigt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man aus dem vom Kreislauf abgezweigten Teil der aus dem Katalysatorraum austretenden Stoffe die gebildeten Produkte abtrennt und die restlichen Gase in den Kreislauf zurückführt.
  3. 3. Verfahren nach Ansprüchen i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man mit einem in mehreren voneinander getrennten Schichten angeordneten Katalysator arbeitet und einen vom Kreislauf abgezweigten Teilstrom der aus dem Katalysatorraum austretenden Stoffe nach stärkerer Kühlung als sie der im erwähnten Kreislauf geführte Teil dieser Stoffe erfährt, in den Katalysatorraum zwischen zwei Katalysatorschichten einführt. Angezogene Druckschriften: Französische Patentschrift Nr. 823 302; britische Patentschrift Nr. 454 948.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB454948A (en) * 1934-04-25 1936-10-12 Studien Und Verwertungsgesells Method of increasing yield in the catalytic synthesis of aliphatic hydrocarbons
FR823302A (fr) * 1936-07-01 1938-01-18 Ig Farbenindustrie Ag Procédé pour transformer au moyen d'hydrogène le monoxyde de carbone en hydrocarbures ou leurs dérivés oxygénés

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