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Vorzugsweise zur Lichtaussendung dienende selbstzündende Gas- und
Dampfentladungsröhre mit aktivierten, durch die Entladung geheizten Elektroden und
großem Elektrodenabstand Die Erfindung betrifft eine Gas- und Dampfentladungsröhre,
insbesondere eine solche mit einer Füllung von Edelgas nebst Zusatz von Quecksilberdampf
von niedrigem Druck, die mit durch die Entladung geheizten, zweckmäßigerweise aktivierten
Elektroden ausgerüstet ist und bei der letztere einen relativ großen Abstand aufweisen,
der durch bloßes Anlegen der Spannung nicht überbrückt wird. Dies gilt besonders
für den Fall des Netzspannungsbetriebes, wofür vorliegende Röhre, die allgemeinen
Gebrauchszwecken dienen soll, in erster Linie bestimmt ist. Die Lichtaussendung
erfolgt zweckmäßigerweise und hauptsächlich durch Leuchtstoffe, die vorzugsweise
im Röhreninnern angebracht sind und die Entladungsbahn auskleiden. Diese selbst
kann langgestreckt sein oder aber auch unter Anwendung anderweitiger Erfindungen
desselben Erfinders räumlich zusammengefaßt und in einem gedrungenen glühlampenähnlichen
Kolben untergebracht sein.
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Die Erfindung besteht darin, daß in der Nähe einer, bevorzugt jedoch
beider je einpolig an Spannung gelegter Elektroden Hilfselektroden mit kleiner Oberfläche
und vorzugsweise relativ hohem Kathodenfall angeordnet sind. Zweckmäßigerweise sind
sie auf demselben Fuß montiert, insbesondere
eingequetscht. Sie
sind ferner durch einen elektrischen Leiter von geringem Widerstand miteinander
verbunden. Weiterhin sind nun diese Hilfselektroden oder umgekehrt je eine Elektrodenzuführung
als Bimetallfedern ausgebildet bzw. mit Bimetallstrecken versehen, und es machen
Elektrod,en und Hilfselektroden in kaltem Zustand miteinander Kontakt, so daß vorübergehend
über die Elektroden, die Kontakte, die Hilfselektroden und den verbindenden Leiter
parallel der späteren Entladungsbahn ein Kurzschluß durch die Röhre hergestellt
ist, solange, und dieses ist besonders beim Einschalten zunächst der Fall, die Bimetallstrecken
kalt sind. Die Elektroden sind nun so ausgestaltet und/oder die Kontaktstellen so
angeordnet und/oder können sogar noch besondere großflächige Hilfsflächen eingeschaltet
sein, daß durch galvanischen oder entladungsmäßigen Stromübergang die Elektroden
schnell aufgeheizt werden. Hierdurch bzw. durch die Hilfsentladungen, also nicht
etwa direkt infolge des Stromdurchganges durch sie selbst, werden die Bimetallfedern
erwärmt, der Kontakt beiderseitig unterbrochen. Die beim Öffnen momentan aufgetretenen
Hilfsentladungen werden gerade durch die beiderseitige Unterbrechung mit Sicherheit
gelöscht: Die Hauptentladung schlägt zwischen den eigentlichen Elektroden über und
hält von da ab durch Wärmestrahlung bzw. Wärmeleitung seitens der von ihr auf Glühtemperatur
gehaltenen Elektrode die Kontakte geöffnet. Die Erfindung sei an Hand von Abbildungen,
die jedoch lediglich beispielhafte Ausgestaltung darstellen, weiter erläutert.
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In Abb. i stellt i die langgestreckte Entladungsröhre mit zu ihrer
Weite relativ großem Abstand der Elektroden 2 und 3 dar. Insbesondere ist hierbei
an langgestreckte, in den bekannten Ausführungen etwa i m lange Leuchtstoffröhren
gedacht, die nach vorliegender Erfindung einfacher und billiger, insbesondere ohne
Glimmzünder und zusätzlich äußerer Verbindungsleitungen, sowie auch verläßlicher
und gegebenenfalls in noch größeren Längen betrieben werden können. Sodann ist die
Erfindung wichtig für kolbenförmige Leuchtstoffröhren, bei deren großen Typen der
Elektrodenabstand mit Vorteil noch über i m hinaus selbst für Netzspannungsbetrieb
verlängert werden kann, wobei die Entladungsstrecke z. B. - wendelförmig zusammengefaßt
ist. Sodann ist sie wichtig für mit Netzspannung zu betreibende Leuchtstoffbuchstaben
mit gegebenenfalls vielen Windungen und Knicken. Auch für Dampfentladungslampen
mit bei Betrieb ansteigendem Druck, bei denen !der Elektrodenabstand zwar nicht
absolut sehr groß, doch im Verhältnis zur Enge der Röhre ist, die oft sogar nur
eine Kapillare sein kann, ist sie wertvoll. Die Elektroden 2 und 3 haben im Beispiel
der Abb. i die Form von Glühwendeln, deren eine Zuführungen 4 und 5 mit den einfachen
und zweckmäßigerweise einpoligen Sockeln 6 und 7 verbunden sind. Die anderen Zuführungen
8 und g können dementsprechend totgelegt werden, nachdem sie beispielsweise hauptsächlich
der Ausheizung der Wendel gedient haben. Selbstverständlich können sie in bekannter
komplizierter Weise auch an einen besonderen äußeren Kontaktstift gelegt sein, es
können die Sockel je zweipolig ausgebildet sein. Die Wendel :2 ist nun z. B. überwiegend
in Längsrichtung der Röhre verlaufend und ist oben, d. h. vom Fuß entfernt, an der
toten Zuführung 8 befestigt. Parallel zu ihrer Erstreckung und ihr möglichst benachbart
ist nun eine Hilfselektrode io in den Fuß i i eingequetscht. Sie ist bimetallisch
zusammengesetzt oder weist jedenfalls eine Bimetallstrecke auf und hat hier die
Form eines Stiftes, Drahtes oder Bügels, der bei 12 die totgelegte Elektrodenzuführung
zweckmäßigerweise unmittelbar an der Befestigungsstelle der Wendel berührt. Er kann
sogar das dortige Ende der Wendel selber berühren, das in diesem Fall vorzugsweise
etwa durch Herumlegen einiger zusätzlicher Windungen oder Rückführung in sich selbst
verstärkt wird.
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Eine entsprechende, der Hauptelektrode 3 zugeordnete Hilfselektrode
13 auf der rechten Seite der Abbildung kann sogar zwecks noch größerer Annäherung
an die Wendel und besserer Wärmeüberstrahlung zwischen den beiden Zuführungen zur
Elektrode eingequetscht sein. Die Hilfselektroden sind nun miteinander durch den
langgestreckten, zweckmäßigerweise im Innern der Röhre und entlang der Entladungsbahn
verlegten Leiter 14 verbunden, dessen Widerstand gering, soweit dies der Serienwiderstand
erlaubt, sogar beliebig gering sein kann. Seine Oberfläche ist gegenüber dem Gasraum
etwa durch eine dünne Glasseidenbespinnung oder Einschluß in ein Röhrchen isoliert.
Die beiden Verbindungsdrähte 15 und 16, durch die er zweckmäßigerweise gleichzeitig
gehaltert werden kann und die ihn mit den Hilfselektroden beiderseitig verbinden,
sind, um keine Zugwirkungen auf die Hilfselektroden auszuüben, entweder, wie auf
der linken Seite gezeigt, mit einer Schlaufe in den Fuß eingequetscht oder, wie
auf der rechten Seite gezeigt, mittels einer um den. Hals des Quetschfußes herumgelegten
Schelle 17 am Fuß: unverrückbar festgelegt. Die Position und der Andruck der Hilfselektroden
gegen die Hauptelektroden muß nämlich genau und gleichbleibend eingestellt sein.
Die Kontaktstellen r2 und 18 sind nun in kaltem Zustand, also insbesondere im Moment
des Einschaltens der Lampe geschlossen. Es verläuft also parallel zur späteren Entladungsbahn
ig ein vorübergehender Kurzschluß vom Netzpol 2o über die eine Drosselwicklung 21,
den Sockel 6, Zuführung 4, Wendel 2, Kontakt 12, Hilfselektrode io, verbindenden
Leiter 14, Bimetallbügel 13, Kontakt 18, Wendel 3 zum Sockel 7 und von da über die
Leitung 22, die andere Drosselhälfte 23 zum Netzpol 24. Drahtstärke und Länge der
Wendel sind entsprechend auf die angelegte Spannung eingestellt, notfalls muß in
den Leiter 14 ein kleiner Begrenzungswiderstand eingebaut oder demselben im ganzen
ein gewisser geringer Widerstand gegeben werden. Die Wendeln glühen sofort auf,
durch Wärmestrahlung und auch Wärmeleitung von der sie ebenfalls erhitzenden Kontaktstelle
heben
sich die beiden Bimetallbügel io und 13 ab. und der Kurzschlußkreis ist unterbrochen.
Im Moment des Abhebens entstehen für einen Moment noch kräftige Entladungen, die
jedoch, sobald der zweite Kontakt unterbrochen wird, momentan gelöscht werden. Die
beiderseitige Unterbrechung hat nämlich die Wirkung, daß in dem aus dem Leiter 14
und den beiden Kontaktbügeln bestehenden Kurzschlußkreis in jeder Spannungsphase
ein kathodisch polarisierter Teil mit kleiner Oberfläche und hohem, insbesondere
sogenanntem anomalem Kathodenfall liegt. Die nicht aktivierten Bügel haben zweckmäßigerweise
sowieso bereits einen Kathodenfall, der höher als der Spannungsabfall der Entladungsstrecke
ist. Soweit letztere sehr lang ist und in jedem Fall wird der Kathodenfall »anomal«
bis auf 25o bis 5oo Volt erhöht. Die Hauptentladung schlägt dadurch zwischen den
aufgeheizten eigentlichen Elektroden nunmehr über, wozu der Induktionsstoß der Seriendrossel
beiträgt. Es ist jedoch ein Vorteil vorliegender Erfindung, daß infolge der Öffnungsentladungen
und der dadurch bewirkten Ionisierung der Elektrodenräume man nicht auf den Betrieb
mit Drosseln angewiesen ist, um Zündung langer Entladungsstrecken zu erhalten. Dies
ist wichtig für kombinierte Lampen, bei denen nach anderweitigen Erfindungen desselben
Erfinders Leuchtstoffentladungsstrecken und Glühfäden in Serie zueinanderliegen@d
zu einfachen, überall ohne äußere Hilfsmittel, wie Drosseln z. B. in üblichen Glühlampen
oder Soffittenfassungen, verwendbaren Lampen kombiniert sind.
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Selbstverständlich können auch die Hilfselektroden io und 13, die
im Beispiel der Abb. i ohne Zuführung eingesetzt sind, mit einer besonderen äußeren
Zuführung mit einem äußeren Sockelkontakt verbunden sein, wobei dann der verbindende
Leiter 14 außerhalb der Röhre liegen würde.
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Abb. 2 zeigt eine etwa kreisförmige oder halbkreisförmige Wendel 3
mit einer innerhalb des Kreisbogens liegenden, einen ebensolchen von kleinerem Radius
darstellenden Hilfselektrode io. Diese ist beispielsweise auf einem besonderen Träger
25 montiert oder direkt in den Fuß eingequetscht. Sie berührt wieder bei 12 das
tote Ende der Wendel bzw. die betreffende tote Zuführung B. Bei Erwärmung kontrahiert
sie sich entsprechend dem- Pfeil nach innen und hebt ab.
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Nach Abb. 3 ist die Bimetallschlaufe io nicht innerhalb, sondern seitwärts
parallel der Glühwendel 3 gelegen. Sie weist einen seitlichen, senkrecht zur Zeichenebene
sich erstreckenden Fortsatz oder Abbiegung 26 auf, die bei Erwärmung in Richtung
des Pfeiles nach außen oder aber auch seitwärts, d. h. senkrecht zur Zeichenebene
abhebt. Dadurch daß die Bimetallbügel oder Schlaufen dem Elektrodenkörper nicht
nur angenähert sind, sondern auch seiner Längserstreckung möglichst folgen, ergibt
sich eine gute, schnelle und die Bimetallstrecke im ganzen erfassende Wärmeüberstrahlung.
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Abb. 4 zeigt eine in einen Kurzschlußring 27 zweiseitig eingefaßte
Glühwendel 3, die zweckmäßigerweise die Form eines U hat. Möglichst zwischen den
Schenkeln des U verläuft der Bimetallbügel io, der die Wendel in ihrer Mitte, vorzugsweise
an einer verstärkten Stelle 28 berührt, so daß die Wendel durch Stromdurchgang über
beide Schenkel des U vorgewärmt wird.
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Abb.5 zeigt einen einstielig aufgesetzten kompakten Elektrodenkörper
29, der einen erheblichen inneren Widerstand aufweist. So kann er aus verpreßtem
und gesintertem Bariumoxyd mit Nickelpulver oder Nickelspänen oder aus Thoriumoxyd
und Wolframpulver oder aus weiteren aktivierenden Oxyden einerseits, leitenden,
aber unaktiven, hochschmelzenden und wenig verdampfenden Metallen andererseits bestehen.
Parallel zu dem vorzugsweise etwas länglichen Elektrodenkörper, der auch in eine
äußere Hülse oder Wendel eingeschlossen sein kann, ist nun wieder der Bimetallbügel
io montiert, der ihn in genügender Entfernung von der elektrischen Zuführung 4 berührt,
so daß eine genügend große Widerstandsstrecke zwischen Kontakt und Zuführung eingeschaltet
ist. Hierdurch glüht der Elektrodenkörper beim Einschalten auf, und durch Wärmeübertragung
hebt der Kontakt ab. Abb. 6 zeigt die Ausbildung der Bimetallstrecke als eine mehrfach
gewundene flache Spiralfeder 3o, die ihre Fläche der Elektrode zwecks weitgehenden
Auffangens der abgestrahlten Wärme zukehrt. Auch sind die Bimetalle so zusammengesetzt,
daß die Bewegung der einzelnen Windungen sich addiert und mit großer Empfindlichkeit
und Sicherheit das zentrale Kontaktstück vom Elektrodenkörper 29 abhebt. Abb.7 zeigt
im Querschnitt oder in Aufsicht eine ein- oder mehrfach gewundene Bimetallfeder
3o, die den Elektrodenkörper 29 völlig einschließt und sich bei Erwärmung in Richtung
des Pfeiles unter Öffnung der Kontaktstelle 12 nach außen abhebt.
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Man kann nun einen Schritt weitergehen und zwecks noch besserer Wärmeüberstrahlung
die Elektrodenzuführung selber umgekehrt bimetallisch ausbilden und dafür als Hilfselektrode
einen gewöhnlichen starren Stift, Draht oder Bügel verwenden. Bei Abb. 8, die der
Elektrode 2 in Abb. i im Aufbau entspricht, ist hierbei nunmehr die eine Zuführung
8, nämlich diejenige, die nicht oder nicht unmittelbar an Spannung gelegt ist, als
Bimetallstrecke ausgebildet. Umgekehrt ist jetzt der Stift, Draht oder Bügel io,
der wieder tot endend beispielsweise in den Fuß eingequetscht ist, ein gewöhnlicher
einheitlicher Stift usw. Die Wendel2 und die Zuführung 8 sind so angeordnet, daß
sie einander möglichst nahe sind und z. B. über eine möglichst lange Strecke parallel
laufen. Die bimetallische Zuführung 8 erhitzt sich hier außer durch Strahlung auch
noch durch Wärmeleitung vom Ende der Wendel her, biegt sich in der Richtung des
Pfeiles durch und unterbricht den Kontakt 12 zum Stift io. Letzterer ist wieder
über einen Leiter geringen Widerstandes mit ebensolchem Stift nahe der anderen Elektrode
verbunden, so daß der Zündmechanismus im übrigen wie oben beschrieben wieder abläuft.
Abb.9 stellt eine Abänderung zu
Abb: 3 dar. Die Wendel 2 ist bogenförmig
verspannt und über die Zuführung 4 wieder an Spannung gelegt, ihre andenseitige
Zuführung 8 ist bimetallisch ausgebildet und bildet einen Bogen oder eine Schlaufe,
die parallel der Wendel zurückführt, eingeschmolzen ist, zum Ausheizen benutzt wird,
später zweckmäßigerweise tot gelegt wird. Die Übergangsstelle zwischen Zuführung
8 und Wendel 2 oder ein verstärkter Teil von letzterer berührt in kaltem Zustand
bei 12 den Draht io, der mit dem Leiter 14 in Verbindung steht, wodurch ein Kurzschlußzweig
durch die Röhre beim Einschalten und solange die Wendel noch kalt ist, geschlossen
ist. Sobald diese aufglüht, hebt der Bimetallbügel 8 die Wendel und sich selbst
von der Hilfselektrode io ab usw.
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Im einzelnen lassen sich noch verschiedenartige zweckmäßige Anordnungen
denken und das geschilderte Prinzip auf mannigfache Elektroden anwenden. In Abb.
io ist die zweckmäßigerweise aus Wolfram oder Molybdän bestehende Wendel 2 in ein
vorzugsweise axial auf den Fuß i i montiertes Röhrchen 31 aus gesintertem Thoroxyd,
Zirkonoxyd mit Bariumoxydzusatz usw. verlegt. Der Zuführungsdraht 4, der an Spannung
gelegt ist, weist zweckmäßigerweise eine als Wärmedrossel wirkende Schlaufe
32 auf und ist mit einem kräftigen Endstück beispielsweise in das untere
Ende des Röhrchens bündig eingesetzt. Das obere Ende der Wendel wird durch einen
seitlichen Schlitz im oberen Rand des Röhrchens herausgeführt und endet in der Kontaktplatte
oder einem das Röhrchen umschließenden Kontaktring 33. Neben dem Röhrchen und ihm
parallel ist eine stift- oder bügelförmige Hilfselektrode io montiert. Diese oder
umgekehrt die Zuführung 4 ist bimetallisch ausgebildet, so daß wieder bei Aufglühen
der Wendel und Heißwerden des Röhrchens der Kontakt 12 unterbrochen wird. Die Hauptentladung
setzt dann schließlich an der Außenfläche des leitend und hochemissionsfähig gewordenen
Röhrchens an. Solche Elektrode, die sieh besonders auch für größere Ströme eignet,
ist sehr widerstandsfähig, insbesondere auch gegenüber Wiederzündungen.
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Im ganzen ist zu sagen, daß überhaupt die Kontaktzündung die Elektrode
sehr schont. Solche Elektroden vertragen sehr viel Wiederzündungen, ohne, wie sonst
der Fall, in der Lebensdauer wesentlich herabgesetzt zu werden. Zweckmäßigerweise
wird möglichst eine Kontaktfläche aus Wolfram, Molybdän, Zirkon, Tantal und anderen
nicht verschweißenden und temperaturbeständigen Metallen gewählt. Umgekehrt wird
die andere Fläche möglichst teilweise oxydiert oder mit Oxyden gemischt oder mit
sonstigen emissionsfähigen, aber schlecht leitenden Materialien versehen, z. B:
eignen sich gut Oberflächen oder Auflagen, die aus Metallpulver, Spänen und Bariumoxyd,
beides versintert und aktiviert, bestehen. Es bedarf dann insbesondere bei etwas
größeren Kurzschlußströmen gar keines besonders hohen inneren Widerstandes des Elektrodenkörpers
mehr. Am Kontaktpunkt tritt intensive Erhitzung auf, die durch Wärmeleitung die
Bimetallfeder zum Abheben bringt. Selbstverstandlieh kann man auch zum mindesten
unterstützend von einer Erfindung des gleichen Erfinders Gebrauch machen, bei der
die abhebende Hilfselektrode im engsten Wärmeaustausch mit einer Bewicklung (oder
Auflage) aus feinem, mit Glasseide besponnenem Widerstandsdraht steht, über den
die Verbindung zum Leiter 14 und zur Hilfselektrode der anderen Seite erfolgt.
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Nach Abb. i i berührt nun der auf den Fuß i i montierte bimetallische
Bügel io abweichend von bisherigen Konstruktionen nicht die Elektrode 2, beispielsweise
eine ihm parallel gespannte Wendel, sondern einen kurzen, beide einschließenden,
offenen oder geschlossenen Zylinder 34 auf dessen Innenfläche, und zwar beim Einschaltender
Lampe bzw. solange die über die Zuführung 4 eine etwaige Drosselei bzw. ein Vorschaltwiderstand
mit dem Spannungspol 2o verbundene Elektrode kalt ist. Da der Bügel io wieder innerhalb
oder außerhalb der Röhre über den Leiter 14 mit einen ebensolchen Bimetallbügel
(bzw. der Gegenelektrode) verbunden ist, so setzt beim Einschalten der Röhre eine
intensive Entladung zwischen der Elektrode und dem Zylinder 34, dem man eine möglichst
große Oberfläche gibt, ein. Zum gleichen Zweck kann auch diese Hilfsfläche noch
mit den Kathodenfall herabsetzenden Stoffen, Alkalimetallen oder Barium nach bekannten
Verfahren überzogen sein. In der erfindungsgemäß bevorzugten doppelseitigen Anordnung
ist dasselbe bei der anderen Elektrode der Fall. Es entstehen im Hilfsstromkreis
zwei hintereinanderliegende intensive Hilfsentladungen, die die Elektrodenkörper
aufheizen. Dies ist ermöglicht, weil in beiden Spannungsphasen der Stromaustritt
jeweils durch die großen Oberflächen und bevorzugte Aktivierung der Hilfsflächen
34 ermöglicht wird. Unterstützt wird nun die Aufheizung der Elektroden und vor allem
das dauernd erfolgende Abheben des Bügels io vom Zylinder 34 (in gleicher Weise
seines Gegenstücks) durch die wärmesammelnde Einschließung von beiden innerhalb
der bevorzugt kapselförmigen oder hohlzylindrischen, jedenfalls hohl ausgebildeten
Hilfsfläche. Nach Unterbrechung der Kontaktstelle i2 bzw. auch der entsprechenden
anderen Kontaktstelle des anderen Elektrodensystems werden die Hilfsentladungen
sofort gelöscht, da nunmehr im Kurzschlußstromzweig eine Sperrung durch Wegfall
der großen Hilfsflächen und durch den nur geringen Stromaustritt und hohen Kathodenfall
aus den nur eine kleine Oberfläche aufweisenden Bügel io jeweils bei kathodiseher
Polarisierung derselben eintritt. Vor allem können nach diesem Prinzip beliebige
einstielige kompakte Elektroden oder.solche .in Kurzschlußringen, überhaupt Kathoden;
die sich galvanisch schlecht aufheizen lassen, durch Hilfsentladung erhitzt und
gezündet werden. Abb. 1.2 zeigt eine einstielige gedrungene Elektrode, z. B. einen
sogenannten Sinterkörper 29, in dessen Nähe, und zwar gegebenenfalls in einer Schlaufe
förmlich umgebend die bimetallische Hilfselektrode angeordnet ist, die in kaltem
Zustand bei 12 den umschließenden
Zylinder 34 berührt. Abb. 13
zeigt eine in den Kurzschlußring 27 eingelassene Elektrode 2, die in die Kapsel
34 hineinragt. Innerhalb derselben befindet sich der Elektrode benachbart und ihr
in seinen Konturen möglichst folgend der Bimetallbügel, der bei 12 die Kapsel berührt
und dann bei Einsetzen der kräftigen Hilfsentladung abhebt. Wie ersichtlich, können
Kapsel 34 und Kurzschlußring 27 nebst Elektrode 2 einheitlich mittels eines über
das Röhrenende geschobenen Solenoids ausgeheizt werden, während die Konstruktion
nach Abb. 4 mittels einer seitlich herangeführten hochfrequenzgespeisten Flachspule
erhitzt wird.
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Falls die Anordnung nur bei einem Elektrodensystem durchgeführt werden
soll, was allerdings weniger vorteilhaft ist, so ist es notwendig, in den Leiter
14 oder zwischen diesen und der sich abhebenden Kontaktstelle bzw. der Hilfselektrode
einen Widerstand mit Richtwirkung und einer Sperrspannung, die die Spannungsaufnahme
der eigentlichen Entladungsstrecke übertrifft, einzuschalten, und zwar so, daß die
Sperrung in der Phase auftritt, wo die Hilfselektrode Anode ist. Andernfalls erfolgt
der Stromdurchgang in dieser Phase zur Hilfselektrode.
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Die Verlegung des die Hilfselektroden verbindenden Leiters erfolgt
bevorzugt in der Röhre und entlang dem Entladungskanal. Seine isolierende Umhüllung
wird vorzugsweise sehr dünn gewählt, z. B. eine Glasseidenumspinnung oder ein Überzug
aus nicht gasenden Kunstharzen auf Silikonbasis, die Dampfdrucke bis herab zu 5
X io-8 mm Hg aufweisen und deshalb sogar innerhalb des Entladungsrohres verwendbar
sind. Statt dessen oder zusätzlich kann ein isolierender Überzug mit sehr großer
Dielektrizitätskonstante verwendet werden, z. B. solche auf Grundlage von Titanoxyd,
gewissen Schwermetallverbindungen, Urandioxyd usw., die Dielektrizitätskonstanten
bis zu mehreren Hundert aufweisen. Der Leiter 14 nimmt dann jeweils ein stark negatives
Potential an. Es pflanzt sich von der jeweiligen Anode her in jeder Phase im Moment
der Einleitung der Zündung eine kapazitive Hilfsentladung entlang seiner Oberfläche
durch den Entladungsraum fort und bewirkt eine zündeinleitende Vorionisierung.
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Noch wirksamer kann eine besonderer Zündfortleiter des Erfinders verwandt
werden. Er besteht aus einem mit der einen Elektrode elektrisch verbundenen, in
der Nähe der anderen elektrisch unterbrochenen Leiter mit nicht isolierter Oberfläche
und großem über seine Länge verteiltem Widerstand von ungefähr dem 8- bis 2ofachen
derjenigen der Entladungsstrecke unter Betriebsbedingungen. Er kann, wie in Abb.
i angedeutet, um den die Hilfselektroden verbindenden Leiter 14 herumgewickelt oder
an ihm befestigt sein. Zwecks sicherer Zündung ist es von Vorteil, wenn die Elektroden
aufheizende Mittel, solche die den Elektrodenraum ionisieren und solche die eine
wenn auch schwache Vorentladung über die ganze Länge der Entladungsbahn hervorrufen,
aufweisen, wie dies nach vorliegender Erfindung der Fall ist. Es kann auch ein kapazitiver
Zündleiter verwendet werden, wie vom Erfinder an anderer Stelle beschrieben.