DE90553C - - Google Patents

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DE90553C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D39/00Pile-fabric looms

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Bei den bisherigen Kantergestellen wird die Spannung der Polfäden dadurch erreicht, dafs jeder Faden durch ein auf ihn aufgehängtes Gewicht belastet wird. Infolge dessen ist beständig eine Kraft vorhanden, die die Fäden nach hinten zu ziehen sucht, was grofse Uebelstände mit sich bringt.
Ist z. B. beim Ruthenwebstuhl die Ruthe durch den Ladenanschlag aufrecht gestellt worden und geht die Lade darauf wieder zurück, so haben die Belastungsgewichte derjenigen Polfäden, die über die Ruthe gebunden haben, das Bestreben, das durch das Einweben der Ruthe verbrauchte Kettenfadenmaterial wieder nach hinten zu ziehen, wodurch leicht die durch den Ladenanschlag hochgestellte Ruthe wieder niedergelegt werden kann.
Derselbe Uebelstand tritt bei der Herstellung von gemustertem Doppelplüsch auf, wo die Gewichte nach dem Ladenanschlag die beiden Waaren an einander zu ziehen suchen und so die Bildung . eines gleiehmäfsigen Flores verhindern.
Reifst in beiden Fällen ein Polfaden, so fällt sein Bremsgewicht nach unten und der Faden wird vollständig aus dem Geschirr und dem Harnisch nach hinten herausgezogen. Es macht dann viele Mühe, ihn wieder richtig einzuziehen.
Bei der vorliegenden Erfindung sind diese Uebelstände beseitigt. Die Polfäden werden derartig um zwei vor jedem Rollengestell angeordnete Stäbe geschlungen und zwischen diesen durch ein Gewicht belastet, dafs wohl, jede beliebige Fadenlänge durch einen auf die Fäden nach vorn ausgeübten Zug hergegeben werden kann, dafs aber nach dem Aufhören des Zuges keine Kraft vorhanden ist, die das hergegebene Stück wieder zurückzuziehen sucht. Infolge dessen wird auch ein gerissener Faden nicht aus den Litzen nach hinten gezogen, sondern bleibt in ihnen hängen, was sein Einziehen bedeutend erleichtert.
Die Fig. 1 und 2 zeigen in der Seitenansicht und im Grundrifs einen Theil des Kantergestelles mit der Bremsvorrichtung.
Die Polfäden laufen, von den Spulen b kommend, zunächst unter den Stab c1 und dann über den Stab c'2 nach vorn, gehen dann unter c'2 und c1 nach hinten und schliefslich oberhalb c1 und c2 wieder nach vorn zu den Führungsaugen g, worauf sie sich auf die verschiedenen Litzen vertheilen.
Zwischen c1 und c2 werden die Polfäden durch U-förmige Gewichte f belastet. Wird nun ein genügend grofser Zug nach vorn auf die Polfäden ausgeübt, so folgt ihm willig eine genügende Menge Garn. Hört der Zug aber auf, so ist keinerlei Gewichtswirkung vorhanden, die das hergegebene Material zurückzuziehen sucht, denn das nach unten sinkende Gewicht/ würde sofort ein vermehrtes Anziehen der um die Stäbe geschlungenen Fäden und damit eine gröfsere Reibung derselben an den Stäben erzeugen, wodurch die Gewichtswirkung aufgehoben, also ein Senken des Gewichtes vermieden wird.
Zur Erzielung einer möglichst gleiehmäfsigen Spannung aller Polfäden sind sämmtliche Fäden eines Rollengestelles um diese Spannstäbe,
durch deren mehr oder weniger Schrägstellen die Spannung beliebig verändert werden kann, geschlungen.
Ferner sind Fäden, die in der Waare'gleich binden (wenn mehrere Musterrapporte neben einander gewebt werden oder ein Muster im Spitz dargestellt wird), gemeinsam zu einer Spule (Kreuzspule) vereinigt, erfahren also ihre Bremsung durch dasselbe Gewicht.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Kantergestell, bei dem die Polfäden je eines Rollenrahmens derartig um zwei vor ihm angeordnete Stäbe geschlungen und zwischen diesen durch ein Gewicht belastet sind, dafs eine beliebig grofse Kettenfadenhergabe zwar möglich ist, durch das Belastungsgewicht aber auf das hergegebene Material keine Zugwirkung nach den Rollen hin ausgeübt werden kann.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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