-
Kannenschrägförderer
Um die schvvtere Arbeit des Entleerens von Milchkannen,
insbesondere in der Molkerei zu erleichtern, baut man Kannenförderer, welche die
vollen Kannen auf die Höhe bringen, die beim Ausgießen der Milch in den Wiegebehälter
erforderlich ist.
-
Förderbänder nach Art der Brettchen- oder Plattenförderer haben sich
nicht bewährt. Die Belastung durch die schweren Milchkannen ist zu groß, um den
Förderbändern eine lange Lebens dauer zu sichern.
-
Um diesem Mangel zu begegnen, hat man einen Kannenschrägförderer
mit einer festen Gleitbahn gebaut, auf der die Kannen mittels einer Förderschnecke
auf die erforderliche Höhe gezogen werden. Dieser Förderer besitzt jedoch am oberen
Ende keinen ebenen Bahnteil, so daß die Kannen aus der rückwärtigen Schräglage über
die Vorderkante des Fußreifens nach vorn ausgekippt werden müssen. Die Verbesserung
gegenüber den bekannten Ausführungen ist somit durch eine Er-5 chwerung beim Auskippen
erkauft worden.
-
Als Erfindung wird daher ein Kannenschrägförderer mit geneigten und
an den Enden ebenen Bahnteilen vorgeschlagen, auf dessen fester zweckmäßig aus Winkeleisen
zusammengesetzter Gleitbahn die Kannen durch eine langgliedrige Rundgliederkette
mit Zugnasen von dem unteren Aufsetzblech auf das obere Kippblech gezogen werden.
Die Zugkette soll in einem von einem Winkeleisen gebildeten Kanal mit dreieckigem
Querschnitt geführt werden, der, abgesehen von einem Schlitz in der Gleitbahn des
Kannenschrägförderers, vollkommen
geschlossen ist. Durch den Schlitz
ragen die Zugnasen der Kette durch.
-
Die seitlichen Winkeleisen der Gleitbahn sollen in erhabenen Krümmungen
gegenüber dem mittleren Teil der Gleitbahn zum Krümmungsmittelpunkt hin abgesetzt
werden, damit die Vorderkante des Fußreifens der Kanne auch bei dieser Umlenkung
dicht über der Gleitbahn bleibt und sich nicht von der Zugnase löst.
-
Am oberen Ende soll eine Kippkante quer zur Förden-ichtung der Kanne
angebracht werden, um die Kraftaufwendung beim Ausgießen der Kanne zu verringern.
Wird die Kanne beim Kippen auf einer waagerechten Plattform über die Vorderkante
des Fußreifens gekippt, dann ist der horizontal gerichtete Kraftaufwand am Griff
der Kanne so groß, daß die Haftkraft der Kanne auf der Plattform überwunden wird
und die Kanne wegrutscht.
-
Das wird durch die Kippkante vermieden. Soll die Kanne nach der Seite
gekippt werden, dann können die seitlichen Begrenzungswinkel gegen die Mitte der
Gleitbahn abgesetzt werden, um so eine Kippkante zu bilden.
-
In der Zeichnung ist ein Kannenschrägförderer nach der Erfindung
dargestellt. Es zeigt Abb. I das obere Ende des Kannenschrägförderers im Längsschnitt,
Abb. 2 einen Querschnitt durch die Gleitbahn in einer erhabenen Krümmung und Abb.
3 einen Querschnitt durch die ebene Gleitbahn am oberen Ende.
-
Die Gleitbahn besteht aus zwei kräftigen ungleichschenkligen Winkeleisen
Ia und 1b und zwei seitlichen Begrenzungswinkeln 2a und 2b Die Winkeleisen Ia und
Ib lassen zwischen sich einen schmalen Schlitz, unter dem ein weiteres Winkeleisen
3 angeschweißt ist. Die Winkeleisen 1a, 1b und 3 bilden einen Kanal zur Führung
der Zugkette 4, von der einzelne Glieder mit Zugnasen 5 ausgestattet sind. Die Zugkette
4 ist endlos und wird an beiden Enden um Kettenräder 6 geschlungen. Die Plattform
7 am oberen Ende wird so abgekantet, daß die Kanne 8 nur noch teilweise aufsteht.
-
Die Kannen 8 werden am unteren Ende des Kannenschrägförderers, möglichst
auf einen ebenen Bahnteil, aufgesetzt. Eine Zugnase 5 faßt hinter den Fußreifen,
und die Kanne 8 wird durch die Kette 4 auf der Gleitbahn des Kannenschrägförderers
nach oben gezogen. In der erhabenen Krümmung vor dem oberen ebenen Ende steht die
Kanne 8 nur noch mit dem vorderen und hinteren Teil des Fußreifens auf den mittleren
Gleitschienen 1a und il> der Gleitbahn, da die seitlichen Begrenzungswinkel 2a
und 2& gegenüber den mittleren Gleitschienen Ia und 1 b zum Krümmungsmittelpunkt
hin abgesetzt sind und die seitlichen Teile des Fußreifens nicht mehr auf den Begrenzungswankeln
2a und 2 aufstehen.
-
Am oberen Ende auf der Plattform 7 wird die Kanne 8 von der Zugnase
5 über die Kippkante hinweggezogen. Dann löst sich die Zugnase von dem Fußreifen
und läuft um as Kettenrad 6 und zum unteren Ende des Kannenschrägförderers zurück.
Die Kanne 8 kann leicht über die Kippkante gekippt und ausgegossen werden.
-
Die Kannengleitbahnen des Kannens chrägförderers werden zweckmäßig
sehr breit gehalten.
-
Da die spezifische Flächenpressung und damit der Verschleiß beim Gleiten
im umgekehrten Verhältnis zu der Größe der Berührungsfläche steht, kann sowohl an
dem Fußreifen der Kanne wie auch an der Oberfläche der Gleitbahn keine merkliche
Abnutzung auftreten.
-
Die geradlinig bewegten Mitnehmernasen üben auf den Kannenrand keine
scheuernde Wirkung, sondern nur einen gleichbleibenden Druck zur Fortbewegung der
Kannen aus. Dadurch wird jede Beschädigung der Kannen vermieden, was sich besonders
bei sandbeschmutzten Kannen bemerkbar macht.
-
Der fast völlig geschlossene Kanal zur Führung der Zugkette verdeckt
die bewegten Teile des Kannenschrägförderers und beseitigt damit die Umfallgefahr.
-
Ein gleichmäßiger Mitnehmerabstand vermeidet eine Stauung der angelieferten
Kannen, gegebenenfalls in Verbindung mit einem an sich bekannten Endausschalter,
am oberen Ende der Bahn.
-
Das glatte geschlossene Gleitbahnprofil ist leicht sauberzuhalten.
Die Kannen werden aufrecht stehend auf den waagerechten Bahnteilen mitgenommen,
in Schräglage über Steigungen und Krümmungen geführt, ohne umkippen zu können.
-
Die scharfe Kippkante am !oberen Ende der Gleitbahn erleichtert das
Kippen beim Entleeren von Bland dadurch, daß das Standmoment der vollen Kanne auf
etwa ein Drittel des Größtwertes verringert wird.
-
Wird aus besonderen Gründen eine Verschmutzung des Führungskanals
für die Zugkette befürchtet, dann kann an Stelle des dreieckigen Querschnittes ein
viereckiger Querschnitt gewählt werden, der auch unten einen Schlitz besitzt, aus
dem beim Abspritzen das Reinigungswasser mit dem Schmutz ablaufen kann.
-
Auch der Kanal mit dreieckigem Querschnitt kann mit Durchtrittlöchern
für das Reinigungswasser versehen werden.
-
PATENTANSPRSCHE: 1. Kannenschrägförderer mit ebenen und geneigten
Bahnteilen und mit einer Zugkette, bei der einzelne Glieder mit Nasen für den Angriff
an den Kannen versehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Zugkette (4) in einem
Hohlprofil läuft, dessen Unterseite von einem auf der Spitze stehenden Winkeleisen
(3) gebildet ist und aus dem nur die Nasen (5) durch einen oberen Schlitz herausragen,
wobei als Zugkette eine langgliedrige Rundgliederkette dient.