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Mehrteiliges Relais In der Fernmeldetechnik werden zur Durchführung
von Schaltvorgängen unter anderem außer den gewöhnlichen Relais, wie z. B. Rund-
und Flachrelais, auch mehrteilige Relais verwendet. Bei diesen mehrteiligen Relais
sind mehrere funktionsmäßig voneinander unabhängige Relaissysteme auf einen gemeinsamen
Träger (Joch) zu einer Einheit zusammengefaßt, wie z. B. bei den bekannten Streifen-
und Doppelrelais.
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Die Erfindung betrifft ein Relais letzterer Art, welches trotz Beibehaltung
der Leistungsfähigkeit der einzelnen Magnetsysteme in seinen Ausmaßen klein gehalten
ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß mehrere Reihen von in ihrer
Längsrichtung aneinanderliegenden Magnetsystemen vorgesehen sind.
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Gemäß weiterer Ausbildung der Erfindung werden vorteilhaft zwei Reihen
von in ihrer Längsrichtung nebeneinanderliegenden Magnetsystemen zu einem mehrteiligen
Relais zusammengefaßt.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind aus der nachfolgenden Beschreibung
.der in den Fig. i bis 12 gezeigten Ausführungsbeispiele zu entnehmen.
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In Fig. i ist ein mehrteiliges Relais dargestellt, welches die Anordnung
der einzelnen Magnetsysteme erkennen läßt. Aus Gründen der übersichtlichkeit sind
von den insgesamt sechs vorgesehenen Magnetsystemen zwei Magnetspulen ausgelassen.
Es ist jedoch auch möglich, mehr oder weniger Systeme als dargestellt zu einem mehrteiligen
Relais zu vereinigen. Die Magnetsysteme sind auf einer gemeinsamen Platte 7 angeordnet.
Die einzelnen Spulen io, i i sind an der Platte durch die Winkel 8 befestigt. Die
Anker 14 greifen durch Schlitze der Platte hindurch und sind ähnlich den
Ankern
der Rundrelais schneidenförmig gelagert: Auf der dahinterliegenden Seite der Grundplatte
7 sind die den einzelnen Magnetsystemen zugeordneten Kontaktfedersätze angeordnet,
wie man es durch den ausgeschnittenen mittleren Teil der Platte erkennen kann.
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Fig. 2 zeigt das Relais in der Seitenansicht. Innerhalb zweier Winkelschienen
1 und 2, welche gleichzeitig Isolierleisten 3 und 4 tragen, ist die Grundplatte
7 mit den Magnetsystemen eingeschoben. In der Isolierleiste 3 sind die mit Lötfahnen
versehenen Kontaktstücke 5 und in der Isolierleiste 4 die Kontaktfedern 6, die vorzugsweise
nicht vorgespannt sind, gelagert. Zu ihrem Ende hin ist ein Betätigungsglied über
die Federn 6 aufgeschoben, das mittels eines Steges 24 an der Isolierleiste 4 gelagert
ist. Am unteren Ende des Betätigungsgliedes ist eine Haltevorrichtung für eine Spiralfeder
vorgesehen, die zwischen dem Betätigungsglied und der Isolierleiste 4 eingespannt
ist und das Betätigungsglied in der Ruhelage hält. Wird der Anker eines Magnetsystems
betätigt, so drückt er auf das Betätigungsglied des zugeordneten Kontaktfedersatzes
und damit die Kontaktfedern 6 an die Gegenkontaktstücke 5. Der nötige Kontaktdruck
wird durch die Durchbiegung der Kontaktfedern 6 erreicht.
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Die Magnetspulen 1o, 11 mit ihren Kernen 12, 13 (Fig. 1) sind
auf der Grundplatte derart befestigt, daß die Polflächen der Kerne 12 der unteren
Reihe nach links zeigen, während die Polflächen der Kerne 13 der oberen Reihe nach
rechts ausgerichtet sind. Zur Aufnahme der Anker 14 bis 19 sind in der Platte 7
schmale Ausschnitte angebracht, von denen der erste, 2o, in Fig. 3 einen Anker aufnimmt.
Die nächsten Einschnitte 21, 22 nehmen je zwei Anker 15, 16 bzw. 17, i8 und der
letzte-Ausschnitt wiederum nur einen Anker auf. Die Anker 14, 16, 18 gehören zu
der oberen Magnetsystemreihe mit den Spulen 11 und den Ankern 13, während die Anker
15, 17, 18 von den Magnetsystemen mit den Spulen 1o und Kernen 12 der unteren Reihe
betätigt werden. Zur Sicherung der Ankerlage, insbesondere bei herausgenommenem
Magnetsystem, sind Federn 27 vorgesehen, die die Anker an ihrer Lagerstelle halten.
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Die Fig. 4. zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel für ein mehrteiliges
Relais. Dieses Relais besteht ebenfalls aus zwei Reihen von Magnetsystemen mit den
Magnetspulen 28 bis 3.1. Es ist auch hier von den insgesamt fünf vorgesehenen Spulen
die mittelste der Übersichtlichkeit wegen ausgelassen. Die Spulen der oberen Reihe
sind zu den Spulen der unteren Reihe um eine Teilung a versetzt angeordnet. Die
Polflächen der Kerne 33 liegen alle in der gleichen Richtung. Auf der Grundplatte
32 ist ferner ein Winkel 34 vorgesehen" welcher den Lötösenverteiler 35 trägt, an
dessen Lötösen 36 die herausgeführten Enden der Magnetspulen 28 bis 31 angeschlossen
sind. Hinter der Grundplatte 32 sind, wie im vorangegangenen Beispiel schon beschrieben,
die den Magnetsystemen zugeordneten Kontaktfedersätze angeordnet. Die Grundplatte
mit einem Teil der Magnetsysteme zeigt Fig. 5 von der Rückseite. ,Auf der Platte
32 sind zusätzliche Kontaktfedersätze 37 angebracht, die aus je einem Umschaltekontakt
bestehen. Die Mittelfedern 38 dieser Umschaltekontakte sind S-förmig gestaltet und
haben an ihrem freien Ende ein Isolierstück 39. Dieses Isolierstück ist mit dem
Schenkel 4o des Ankers fest verbunden. In der Ruhelage des Ankers besteht eine Verbindung
zwischen der Kontaktfeder 38 und der Kontaktfeder 41 des zusätzlichen Kontaktfedersatzes.
Bei Ankerbetätigung wird eine Verbindung zwischen den Kontaktfedern 38 und 42 hergestellt.
Durch diese Umschältekontakte kann ein Teil der Verdrahtung zwischen diesen und
den Magnetspulen 28 bis 31 in der herausnehmbaren Magnetsystemgruppe für besondere
Schaltzwecke durchgeführt werden und braucht nicht erst über den Lötösenverteiler
35 an die beiden Kontaktleisten 43 und 44 angeschlossen zu werden.
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Die Vorspannung der Rückstellfeder 25 (Fig. 2), welche den Steg 24
und damit die Kontaktfeder u in der Ruhelage hält, muß justierbar sein. Die Fig:6bis
12zeigenzweiAusführungsbeispielehierzu.
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In Fig. 6 wird eine Feder 25, deren eines Ende z. B. als Öse
46 ausgebildet ist, mit dem anderen Ende auf ein Halteblech 48 aufgeschraubt. Die
Befestigung dieses Haltebleches erfolgt mittels der Bohrung 66 an einem feststehenden
Teil. Das Halteblech 48 ist mit zwei Lappen 49, 50 versehen, die rechtwinklig
nach entgegengesetzten Richtungen abgebogen sind und in die Federwindungen eintauchen.
Durch mehr oder weniger Einschrauben kann auf diese Weise die Federspannung feinstufig
eingestellt werden. Es kommt dabei jedoch darauf an, daß die Reibung der Lappen
49, 5o@ zwischen den Federwindungen unabhängig von der Einsehraübtiefe ist und sich
nur geringfügig mit der Vorspannung ändert. Um das Aufschrauben der Feder 25 zu
erleichtern und damit die Richtung der Federachse möglichst in der des Haltebleches
zu halten, sind die Lappen 49, 5o in verschiedenen Ebenen abgebogen und passen sich
annähernd der Federsteigung an (Fig. 7 und 9). Der beim Aufschrauben der Feder zuerst
von den Windungen zu erfassende Lappen 49 kann zur Kenntlichmachung mit einer Markierung
versehen werden, z. B. einer Prägung 51 in Fig. 8 und 9. An Stelle des Befestigungsloches
66 in Fig. 6 kann das Halteblech 45, wie aus Fig. 2, 7 und 9 ersichtlich ist, zwei
Ansätze 52 besitzen, die sich auf der Schiene 2 (Fig. 7) abstützen und in Aussparungen
53 der Isolierleiste 4 liegen. Dadurch ist das Halteblech gegen Verdrehen gesichert.
Die Einstellung der Federvorspannung kann im zusammengesetzten Zustand des Relais
von außen vorgenommen werden. Man zieht das Halteblech mittels Zange etwas heraus
und verdreht es je nach Bedarf in der einen oder anderen Richtung. Diese Konstruktion
ist nicht auf ein mehrteiliges Relais beschränkt, sondern kann überall da angewendet
werden, wo in ähnlichen Fällen eine Federv orspannung regelbar sein muß.
Fig.
io und i i zeigen eine andere Art der Federaufhängung. Ein schmaler Blechstreifen
54 ist mit einem Haken 55 und einer Bohrung 56 zur Aufnahme der Rückstellfeder 57
versehen. Der Haken 55 stützt sich auf der Isolierleiste 58 ab. Durch Biegen an
diesem Haken wird der Aufhängepunkt der Feder 57 verlagert und damit die Vorspannung
geändert. Dies ist in Fig. 12 dargestellt, Durch Vergrößerung des Hakens 55 in der
ausgezogenen Linie wird die Feder mehr vorgespannt. Das Federende 56' kommt in die
Lage 56. Auch hier kann das Justieren im zusammengesetzten Zustand erfolgen, da
der Haken von außen zugänglich ist.
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Aus Fig. io und ii ist ferner eine andere Lagerung des Steges als
in Fi,g. 2 dargestellt. Der Steg 59 hat nahe seinem Drehpunkt einen Führungsschlitz
62, der die Höhen- und Seitenlage des Steges an der Wurzel der in der Isolierleiste
58 eingebetteten Kontaktfedern 6o bestimmt. Durch die Vorspannung der Rückstellfeder
57 wird der Steg 59 gegen die Isolierleiste 58 gedrückt und wälzt sich bei der Betätigung
durch den Anker 63 auf einer zylindrischen Walzfläche 64 ab. Damit die Vorspannung
der Rückstellfeder die Kontaktfedern bei herausgenommenem Magnetsystem nicht übermäßig
verformt, sind an dem Steg 59 zwei nach unten geführte Nasen 65 angeordnet, die
sich in diesem Falle, also bei herausgenommenem Magnetsystem, auf der Leiste 58
abstützen und den Steg in dieser Lage halten.