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Aufziehvorrichtung für Zeituhren, insbesondere in Kraftfahrzeugen
Zeituhren für Kraftfahrzeuge werden normalerweise mit Handaufzug versehen, was jedoch
die Unannehmlichkeit mit sich bringt, daß häufig das Aufziehen vergessen wird und
die Uhr stehenbleibt. Ausführungen mit elektrisch aufgezogenem Uhrwerk sind verhältnismäßig
teuer.
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Die Erfindung bezieht sich demgegenüber auf eine selbsttätige Aufziehvorrichtung
für Zeituhren von Fahrzeugen, insbesondere Kraftfahrzeugen, welche verhältnismäßig
einfach und billig ist. Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, daß zum Aufziehen
eine am oder auf dem Fahrzeugwirkende Kraft von wechselnder Größe oder Richtung
benutzt wird. Besonders zweckmäßig ist es, zum Aufziehen der Uhr den wechselnden
Druck eines gasförmigen oder flüssigen Mediums, insbesondere den in der Ansaugeleitung
der Fahrzeugantriebsmaschine erzeugten Unterdruck zu verwenden. Der im Saugrohr
auftretende, mit der Belastung der Maschine wechselnde Druck kann hierbei z. B.
auf eine Membran wirken, welche über ein Gestänge oder einen Zahnstangentrieb mittels
eines in einer Drehrichtung sperrenden Freilaufes, einer Sperrklinke od. dgl. ein
ständiges Aufziehen des Uhrwerks vermittelt. Zweckmäßig ist hierbei der Aufziehwelle
der Uhr eine Feder vorgeschaltet, welche von der das Aufziehen bewirkenden Kraft
gespannt wird, derart, daß die Feder des Uhrwerks selbst nur entsprechend der Höchstspannung
der vorgeschalteten Feder gespannt und somit eine Überbeanspruchung des Uhrwerks
bzw. der Uhrwerkfeder verhindert wird.
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An Stelle des im Saugrohr wirkenden Unterdruckes kann auch z. B. der
wechselnde Druck eines
Schmierölsystems (z. B. der Antriebsmaschine),
der wechselnde Druck des Kühlmittelkreislaufes oder ein sonstiges Medium wechselnden
Druckes verwendet werden. Gegebenenfalls kann das Aufziehen auch durch ein z. B.
auf die Erschütterungen oder Federbewegungen des Fahrzeugs ansprechendes Glied erfolgen.
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In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt, und zwar zeigt Abb. i eine Anordnung von vorn, Abb. 2 die gleiche Anordnung
von unten, Abb. 3 einen z. B. ebenfalls von unten gesehenen Schnitt durch eine analere
Ausführungsform und Abb. q. die Seitenansicht einer dritten Ausführungsform.
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Im Instrumentenbrett befindet sich die Zeituhr a, welche mittels einer
Welle b durch den Aufziehknopf c aufgezogen werden kann. Zum Stellen der Uhr kann
beispielsweise der Aufziehknopf c mit der Welle b in an sich bekannter Weise axial
verschoben werden.
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Auf der Welle b ist ein Klinkenrad d aufgekeilt, welches gegen Längsverschiebung
gesichert sein kann, so daß es an der Axiälverschiebung der Welle b nicht teilnimmt.
Auf .der Welle b bzw. auf der Nabe des Klinkenrades d ist ein z. B. gabelförmiger
zweiarmiger Hebel e1, e2 lose drehbar angeordnet. Auf dem Ende des Hebelarmes e2
ist eine Klinke f gelagert, welche unter der Wirkung einer Feder g steht, die die
Klinke in Eingriff mit dem Klinkenrad d drückt. Der Hebelarm e1 ist seinerseits
an einen zylinderförmigen Gestängeteil h angeschlossen, in welchem ein kolbenartiger
Gestängeteil i gleitet, wobei eine Feder k die Gestängeteile h und
i bis zu einem Anschlag gegeneinander verspannt.
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Der kolbenförmige Gestängeteil i ist seinerseits an die im Membrangehäuse
L eingespannte Membran m angeschlossen. Eine Leitung n führt vom Membrangehäuse
z. B. zur Ansaugeleitung des Motors, so daß der in der Ansaugeleitung erzeugte wechselnde
Unterdruck die Membran m hin und her bewegt. Eine Zunahme des Unterdruckes bewirkt
hierbei (bezogen auf die Abb. 2) ein Schwenken des Hebels e1, e2 im Uhrzeigersinn,
wodurch die Klinke f das Klinkenrad d in entsprechendem Sinne dreht.
Beim Nachlassen des Unterdruckes kann die Klinke f gegen die Wirkung der
Feder g ausrasten und bei folgender Wiederzunahme des Unterdruckes eine neue
Aufziehbewegung dem Klinkenrad d vermitteln.
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Ist die Uhr vollständig aufgezogen, so daß das Klinkenrad
d einer Weiterdrehung der Welle b
einen Widerstand entgegensetzt, so
wird bei Zunahme des Unterdruckes der kolbenartige Gestängeteil i zwar nach abwärts
bewegt, spannt jedoch lediglich die Feder k, ohne den Gestängeteil lt bzw.
den Hebel e1, e2 mitzunehmen. Der an der Klinke f wirkende Druck kann daher jeweils
nur so groß sein als er unter Berücksichtigung des Hebelverhältnisses der Höchstspannung
der Feder k entspricht. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb. 3 wird die Bewegung
der Membran m auf die Aufziehwelle b der Uhr durch eine Zahnstange o mit der Verzahnung
o1 und ein mit dieser zusammenwirkendes Zahnrad p übertragen. Die Zahnstange o ist
hierbei auf einer mit, der Membran m fest verbundenen Stange q angeordnet und wird
durch eine Feder k' gegen einen Bund r an dieser Stange gedrückt. Eine Freilaufvorrichtung
s kuppelt das Zahnrad p mit der Aufziehwelle b derart, daß beim Drehen des Zahnrades
p im Uhrzeigersinn die Welle b mitgenommen, bei einem Drehen im entgegengesetzten
Sinne dagegen freigegeben wird. Ist die Uhr aufgezogen, so bewirkt eine Zunahme
des Unterdruckes lediglich eine Verstellung der Stange q, während die Zahnstange
o unter Spannung der Feder k' von der Welle b bzw. unter Sperrung des Freilaufes
s vom Zahnrad p festgehalten wird.
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Gegebenenfalls kann der Feder k (Abb. 2) bzw. k' (Abb. 3) eine zweite
entgegengesetzt wirkende Feder zugeordnet sein, derart, daß der das Aufziehen bewirkende
Hebel e1, e2 bzw. die das Aufziehen bewirkende Zahnstange o od. dgl. in beiden Bewegungsrichtungen
mit der Membran m federnd gekuppelt ist. Beispielsweise kann eine solche zweite
Feder zwischen dem oberen kolbenartigen Ende des Gestängegliedes i und dem zylinderförmigen
Gestängeglied h bzw. zwischen der Zahnstange o und dem Anschlag r zwischengeschaltet
sein. Auch kann gegebenenfalls an Stelle von zwei derartigen Federn eine einzige
Feder vorgesehen sein.
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Eine solche Anordnung mit nur einer Feder zeigt beispielsweise die
Ausführungsform nach Abb. q.. Die Membran m wirkt hierbei über eine Blattfeder
t
auf einen Gestängeteil 2t, welcher einen Hebelarm v des äußeren Ringes s1
einer Freilaufvorrichtung verstellt und hierdurch das Aufziehen der Uhr a bewirkt.