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Einrichtung zum Bürsten von bewegten Sichtsieben Das Patent 889 7o9
betrifft eine Einrichtung zum Bürsten von bewegten Sichtsieben mittels geradlinig
geführter, hin und her gehender Bürste, welche am Hubende jeweils selbsttätig verschwenkt
und., dadurch umgestellt wird, um Borstenreihen der Bürste abwechselnd an der Siebfläche
in Wirkungslage zu bringen. Gemäß dem Hauptpatent geschieht dies zwecks Sicherstellens
der Funktionsweise dadurch, daß an der Bürste zwei gleichzeitig mit der Führungsbahn
zusammenwirkendeFührungsnocken vorgesehen sind, die beide an den Umschaltstellen
durch in der Führungsbahn vorhandeneAusschnitte hindurchtreten und von d enen der
eine Nocken mit der oberen und der andere mit der unteren Seite der Führungsbahn
zusammenarbeitet. Eine Weiterbildung dieser Einrichtung ist dadurch gegeben, daß
gemäß der Erfindung für die beiden mit der gleichen Führungsschiene zusammenwirkenden
Führungsnocken der Bürste an den Umschaltstellen der Führungsschiene vorgesehene
Ausschnitte auf entgegengesetzten Seiten liegen.
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Dies verhindert jeden falschen Eingriff eines Nockens in einen Ausschnitt
der Führungsschiene, so daß die Geradführung der Bürste gewährleistet und eine wirksame
Beeinflussung derselben hinsichtlich ihrer Winkelstellung erst nach Zurücklegung
ihres vollen Hubes an der vorgesehenen Umschaltstelle möglich ist. Es wird so auch
unter erschwerten Arbeitsbedingungen eine unbedingt zuverlässige Umschaltung und
somit richtige Arbeitsweise
der Bürste gewährleistet. Infolgedessen
eignet diese Ausführung sich hauptsächlich für Bürsten mit starken Borsten sowie
für Sichter mit großer Neigung oder großer Breite des Siebes, z. B. bei Abrädern
und Sandsieben in Separatoren und bei Plansichtern. Dabei können zudem- Bürsten
verwendet werden, die sich vorteilhafterweise in jeder Einstellage mit mehreren
Borstenreihen in die Siebfläche einstützen.
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Inder Zeichnung sind zweiAusführun:gsbeispiele des Erfinidungsgegenstandesdargestellt.
Es zeigt Fig. i vom ersten Beispiel, im Längsschnitt nach der Linie I-I in Fig.2,
einen: Teil eines Siebrahmens mit eingelegter Bürste, Fig. 2 eine Draufsicht hierzu,
Fig. 3 einen Querschnitt nach der Linie III-III in Fig. i, Fig. 4 einen Schnitt
durch die Bürste nach der Linie IV-IV in Fig. 2, Fig. 5 und 6,in zwei Seitenansichten
die Ausbildung der Führungsbahn an jeder Umschaltstelle, im Sinne der Linie I-I
in Fig. 2 bzw. der Linie VI-VI in Fig. 2 gesehen, . Fig. 7 vom zweiten Beispiel,
im Längsschnitt nach der Linie VII-VII in Fig. 8, einen Teil des Siebrahmens mit
eingelegter Bürste, Fig. 8 eine Draufsicht hierzu, Fig.9 einen Querschnitt durch
die Führungsbahn nach,der Linie IX-IX in Fig. 8, Big. io und ii die Bürste in zwei
rechtwinklig zueinander versetzten Ansichten und Fig. 12 einen Schnitt durch eine
geänderte Ausführung der Bürste in. Schräglage im Sinne der Fig. 7.
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Beim ersten Beispiel bezeichnet i den Bürstenkörper mit zwei Reihen
von Borstenbündeln 2 und 3. Die Borstenbündelreihe 2 ist gemäß Fig. i in die darüberliegende
Siebbespannung 4 eingestützt, die Borstenbündelreihe 3 von der Siebbespannung 4
abgehoben. Der Bürstenkörper i sitzt fest auf zwei Führungskufen 5; von denen jede
.in zwei seitlichen Bohrungen je einen Nocken 6 und 7 aufweist, die durch einen
drehbar gelagertenBolzen gebildet und mittels eines in einem Schlitz 8! angeordneten
offenen. Federringes 9 gegen axiales Verschieben gesichert ist. Die beiden zusammen
einen Schlitten bildenden Führungskufen; 5 sind durch Holzschrauben ilo, an den
Bürstenkörper i angeschraubt, so daß sie mit diesem eine Einheit in Gestalt einer
an sich starren Wanderbürste bilden. Die beiden Führungskufen 5 sitzen je mit einem
U-förmigen. Ausschnitt auf einer Führungsschiene i i, auf der sie aufliegen und
auf der oberen Seite gemäß Fig. i und 2 durch :die beiden Nocken. 6 so abgestützt
sind, daß die Bürste in der erforderlichen Winkelstellung ist; die Nocken 7 befinden
sich hierbei, auf der unteren Seite der Führungsschienen i i. Dadurch sichern die
Nocken 6 und 7 die Bürste in derEinstellage. DieFührungsschienen i i ruhen mit den
Enden auf Haltern 12, die zur Aufnahme der Schienen zwei T-förmige Ausleger 13 aufweisen
und mit Holzschrauben 14 an die Stirnwand des Siebrahmens befestigt sind. Beim Hinundherschwingen
des Siebes bewegt sich die Bürste in bekannter Weise geradlinig vorwärts. Im Moment,
in dem in der Endphase des Hubes .der Bürste deren Nockenpaar 6 über an den Schienen
ii vorhandene Leitnasen 15 nach unten entweichen kann, trifft jede .der beiden Führungskufen
5 mit ihrer Stirnseite 16, wie aus Fig. 5 hervorgeht, auf den Anfang einer an den
Schienen i i vorgesehenen Leitkurve 17. Indem die Bürste sich weiterverschiebt,
gleitet das Nockenpaar 6 nach unten, wogegen die Stirnseite 16 jeder Kufe 5 der
betreffenden Leitkurve.17 nach oben folgt, so daß ein vollständig zwangsläufiges
Drehen der Bürste um die eigene Achse einsetzt, wobei die eingestützten Borsten
2 aus der Siebbespannung 4 herausgezogen werden, die Bürste jedoch durch die Nockenpaare
6 und 7 immer noch in bezug auf ihre Einstellage in gewissem Maße gesichert ist.
Erst im Moment und kurz bevor die Bürste in eine neutrale Lage kommt, gelangt das
Nockenpaar 6 gemäß Fig. 5 über die in den Führungsschienen i i vorhandenen Ausschnitte
18, während, gleichzeitig das hTockenp,aar 7 Ausschnitten i9 der Führungsschienen
i i gegenüber zu stehen kommt, so daß in der Folge :die Nockenpaare 6 und 71 ,d'urch
,die ihnen gegenüberstehenden Ausschnitte durchtreten. In diesem Zeitpunkt verläßt
die Stirnseite 16 jeder Kufe 5 die Leitkurve 17, worauf die Bürste nicht mehr vollständig
gesichert ist, jedoch nur noch in die entgegengesetzte Einstellage kommen kann,
in-,dem .das Nockempaar 6 nun entweder auf die Leitnase 15a auftrifft und gemäß
Fig. i auf die untere Seite der Führningssohienen i z geführt wird, oder aber durch
Auftreffen auf die untere Seite der Leitnase 15 in die entsprechende Einstellage
gebracht wird, wie aus Fig. 6 hervorgeht. Die Bürste wird somit vollständig zwangsweise
in die entgegengesetzte Einstellage umgestellt, in welcher die Borstenbündelreihe
3 an der Siebbespannung zum Angriff kommt. Dabei kommt das Nockenpaar 7 über Leitnasen
2o der Schienen 1i auf deren obere Seite, worauf die Bürste vollständig in der neuen
Einstellage gesichert ist. Sobald die Bürste das entgegengesetzte Ende des Siebrahmens
erreicht, wird sie in ähnlicher Weise neuerdings umgestellt, indem die Schienen
Li an ihren beiden Enden entsprechende Ausbildungsart haben.
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Damit an den Umschaltstellen trotz der Ausschnitte r8 und' i9-der
Schienen 1i eine gute Geradeführung der Bürste erreicht wird, sind diese Ausschnitte
in bezug auf die Enden der Schienen ii nicht auf der gleichen Seite der Führungsschienen
i i vorgesehen, und es wirkt das Nockenpaar 6 nur mit den außenseitigen Ausschnitten
17 und 18, das Nockenpaar 7 nur mit den innenseitigen Ausschnitten 17 und i8 zusammen.
Erwähnte Anordnung der Ausschnitte ermöglicht. ferner, daß mit jeder der beiden
Führungsschienen ii Nocken 6 und 7 zusammenwirken können. Dadurch, daß sich auf
jeder der beiden Führungsschienen je ein Nocken 6 abstützt, ist die Bürste sicher
in waagerechter Lage bzw. parallel zur Siebbespannung gehalten, so daß ein einseitiges
Abheben der Bürste
von den Führungsschienen dadurch vermieden wird',
was sonst unter Umständen eintreten könnte, wenn sich nur ein Nocken auf einer der
beiden Führungsschienen; abstützt. Die Führungskufen 5 der Bürste können vorteilhaft
aus Spri,tzguß oder Kunstharzpreßstoff, aber auch aus Stahlblech hergestellt sein.
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Das beschriebeneAusführungsbeisp e1 eignet sich hauptsächlich für
Flachsiebe mit kleinerer Siebneigung.
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Beim zweiten Ausführungsbeispiel :ist iin Fig. 7 und 8 ein Plansichter
mit mittlerem Auslaufkanal angenommen. Es sind hier zwei Bürstenkörper i vorgesehen,
die mehrere Borstenbündelreihen 2 und 3 tragen und an der Unterseite zwei Borstenbündelreihen
211, für die Reinigung :des Sammelbodens 22. aufweisen, sowie Gleitkufen 23, die
auf dem Sammelboden 22 aufsitzen und dadurch die Bürste in waagerechter Lage halten.
Die beiden Bürstenkörper i sind ,an einem Querträger 24 be-
festigt, an dem
auch zwei. Führungskufen 25 festgenietet sind, die einander gegenüberstehen. An
den zum Zusammenwirken mit einer Führungsschiene i i dienenden, verhältnismäßig
langen Führungskufen 25, die eine gute Geradeführung der Bürste ermöglichen, sind
die Nocken 6 und 7 mittels Nieten befestigt. Uber den Führungskufen 25 sind zwei
Stege 26 angeordnet, deren vordere Stirnseite r6 zum Zusammenwirken mit Leitkurven
17 an den Enden der Führungsschiene i i bestimmt ist. Der Bürstenkörper i bildet
mit den Führungsnocken 6 und 7 sowie den Führungskufen 25 zusammen eine starre Einheit.
Die Bürste ist durch den Nocken 6 so auf der T-förmigen Führungsschiene i i abgestützt,
daß :die Borstenbündelreihen 2 in die Siebbespannung .4 eingestützt sind, :die Borstenbündelreihen
3 davon abgehoben sind. Die Führungsschiene i i weist an den, Endteilen, außer den
Leit-4curven 17, wiederum Ausschnitte 18 und- i9 auf, und sie ist mit Holzschrauben
27 am Siebrahmen befestigt sowie auf einem Steg 28 abgestützt und mit diesem verschweißt;
der Steg 28 überbrückt den. mittleren Auslaufkanal 2i9, des Plansichters. Damit
.de Borstenbündel die erforderliche Elastizität aufweisen, müssen sie eine gewisse
Länge haben und werden deshalb zweckmäßig in Versenkungen 30 im Bürstenkörper
angebracht, wie aus Fi,g. i.o und 12 ersichtlich ist.
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Die Umschaltbewegungen der Bürste vollziehen sich in ähnlicher Weise,
wie beim ersten Ausführungsbeispiel erklärt wurde. Die Reinigung des Sammelbodens
22 erfolgt durch die unteren Borstenbündelreihen 2i, die sich hierzu wechselweise
auf dem Sammelboden 22 abstützen. Die beschriebene Ausführungsart der Einrichtung
ermöglicht es, nach dem mittleren Auslaufkana129 hin geneigte Sammelböden anzuwenden,
um einen tadellosen Auswurf des Siebdurchfalles zu haben, wozu Borstenbündelreihen
2i nicht unbedingt erforderlich sind. Dadurch, :daß mehrere Borstenbündelreihen
in die Siebbespannung eingestützt sind, wird neben der abstreifenden: Arbeitsweise
auch eine gute siebdurchstoßende Wirl@una der Bürste erreicht, was hauptsächlich
bei großem Hub der Siebe von Vorteil ist und eine tadellose Siebreinigung ergibt.
Da die Bürste hier mit Gleitkufen 23 auf dem Sammelboden 22 aufsitzt und dadurch
parallel zur Siebbespannung q. gehalten ist, genügt als Führungsbahn der Bürste
eine einzige Schiene i i, was fabrikationstechnisch eine Vereinfachung ist. An Stelle
einer einzigen Führungsschiene kann die Führungsbahn für die Bürste, aber auch bei
Plansichtern zwei Schienen erhalten, wobei gemäß Fia. 13 Gleitkufen 23 auf den Führungsschienen
i i gleiten und unmittelbar unter .dem Querträger 24 an. der .Bürste angebracht
sind.
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Als Material wird- für die Führungskufen 25 und Gleitdcufen 23i vorteilhaft
Hartholz oder Vulkanfiber verwendet, so daß mit Ausnahme der Nocken 5 und 6 keine
Metallteile mit der Führungsbahn der Bürste zusammenwirken.
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Die Ausführung der Bürste kann auch so sein, daß der Bürstenstab selbst
als Drehkörper ausgebildet ist, .indem er z. B. in einem am Schlitten vorgesehenen
Lager drehbar gelagert wird.
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Zur Reinigung von geschlitzten Blechsieben sowie bei Sieben mit sehr
großer Siebneigung, wie dies bei Separatoren (Sandsieben) der Fall ist, wird vorteilhaft
eine ähnliche Ausführung wie für Plansichter beschrieben angewandt, wobei jedoch
nur ein Bürstenkörper i, der mehrere die ganze Siebbreite bestreichende Borstenbündelreihen
aufweist, über den Führungskufen 25 angeordnet und mit diesen verbunden ist, so
daß der Querträger 24 nicht notwendig ist. Dadurch, d aß mehrere Borstenbündelreihen
in die Siebbespannung eingestützt sind, hat die Bürste bei rückläufiger Bewegung
des Siebes durch die sperrend wirkenden Borstenbündel, die sich auf eine größere
Siebfläche verteilen, genügend Halt und arbeitet so zuverlässig bei großer Siebneigung
und bei geschlitzten Blechsieben.