DE894192C - Kuehler fuer Lebensmittelfette, wie Butter, Schmalz, Margarine und andere - Google Patents
Kuehler fuer Lebensmittelfette, wie Butter, Schmalz, Margarine und andereInfo
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Description
Es ist bekannt, daß durch geeignete Maßnahmen aus einem hochkonzentrierten Rahm, dessen Fettgehalt
dem Fettgehalt der fertigen Butter entspricht, im kontinuierlichen Durchlaufverfahren
Butter hergestellt werden kann. Alle technisch ausgebildeten Einrichtungen auf diesem Gebiet
basieren auf der Erkenntnis, daß durch Abkühlung der hochkonzentrierte Rahm, gleichgültig ob es sich
um Süß- oder Sauerrahm handeilt, bei gewissen Temperaturen in Butter umschlägt, also eine Emulsionsumkehr
im Gefolge der Phasenänderung des Fettes eintritt. Diese spontan eintretende Butterbildung,
die gleichzeitig mit einer erheblichen Befestigung der Buttermasse parallel läuft, setzt der
technischen Beherrschung des Kühlvorganges erhebliche Schwierigkeiten entgegen. Die Kühler, die
hierfür vorgeschlagen wurden, sind konstruktiv so ausgebildet, daß mit der Kühlwirkung gleichzeitig
ein Rührvorgang abläuft, der den Zweck hat, die erstarrende Masse weiterzubewegen und die Kühlfläche
zur Aufrechterhaltung des Wärmeüberganges abräumt. Hierdurch ergibt sich eine laufende Beeinflussung
des Kristallgefüges dergestalt, daß die verhältnismäßiig großen Fettkristalte dauernd zerbrochen
werden und dadurch einer Freiilegung des an sich im eutektischen Kristall labil eingelegten
weicheren Fettes Vorschub geleistet wird. Allen diesen Verfahren ist schließlich noch eine mehr
oder weniger stark wirkende Knetvorrichtung eigen, die die Bearbeitung der fertigen Butter zum
Zweck der Beeinflussung ihrer Konsistenz bewirkt.
Es hat sich nun gezeigt, daß die Konsistenz der fertigen Butter bei allen diesen Verfahren nicht eindeutigtechnisch
SO' beherrscht werden kann, wie dies vergleichsweise möglich ist bei der bisher gebräuchlichen
Butterung dm Butterfertiger.
Gemäß der Erfindung besteht nun dar Kühler, in dem die Butterbildung nach dem Konzentrationsveirfahren
vor sich geht, in der Hauptsache aus einem Rohrbündel von mehr oder weniger engen
ίο Rohren, in denen das Butterungsgut auf dem Wege
durch die Rohre einer zweckentsprechenden Kühlung unterworfen wird. Dabai wird durch eine Beschallung
des ganzen Kühlers in den Grenzen von io bis ioo kHz, die sich noch mit Hilfe der sogenannten
Magnetostriktion erreichen läßt und die an einer der Stirnwände des Rohrbündels zum Angriff
gelangt, eiine Molekularabräumung der Rohrinnenflächen
vom erstarrenden Butterfettt bewirkt. Das einem gewissen Druck in den Rohren ausgesetzte
Butterungsgut hat an sich schon das Bestreben, in der Richtung des niederen Druckes,
nämlich zum Ausgang zu fließen, wird aber daran gehindert, indem es mit fortschreitender Kühlung
immer mehr an den Wänden festhaftet. Die durch Beschallung hervorgerufene Molekularabräumung,
die schallphysikalisch bedingt ist, bewirkt jedoch eine Lösung der Masse von den Innenwänden der
Rohre, und so ist das Buttergut in der Lage, in der beabsichtigten Richtung zu den Rohrenden und damit
zum Ausfließen zu gelangen. Gleichzeitig ruft die ununterbrochene! Abräumung der Kühlflächen
eine wesentlich bessere Kühlwirkung hervor, wodurch es möglich wird, mit kleinsten Abmessungen
auszukommen.
Eine beispielsweise Ausführung des Verfahrens ist in der Zeichnung dargestellt. Darin bezeichnet 1
den Kühlkörper, 4 das in den Stirnplatten 3 eingewalzte Rohrbündel. Der Schallgeber ist mit 7 bezeichnet,
der Schwingungsüberträger mit 8. Zur Abdämmung des Wärmeeintritts in den Kühlkörper
von außen dient eine Isolierung 9. Gummiringe 6 sollen die Abdichtung der Stirnplatten 3 zum Deckel
bewirken. Der Rahmefntritt erfolgt bei 10, die gekühlte
Masse tritt bei 11 aus dem Rohrbündel und
fällt in einen Trog 14, in dem eine durch einen Elektromotor 12 angetriebene Transportschnecke 13
läuft. Am Ende der Schnecke ist zur Bearbeitung des Gutes ein Knetkopf 15 angeordnet, um eine Einwirkung
auf die Konsistenz der Butter zu ermögliehen.
16 stellt einen Luftfilter dar, der durch eine mit Drosselklappe versehene Rohrleitung 17 Luft
oder ein indifferentes Gas in den Trog 14 eintreten läßt. Damit soll eine unter Umständen vorteilhafte
Beeinflussung des Gasgehalts der Butter ermöglicht werden. Es kann auch erfmdungsgemäß das Gas
unter einem gewissen Überdruck in den Trograum ■eingeführt werden, um ihr Eindringen in die Buttermasse
zu erleichtern, doch muß der Gasdruck in solchen Grenzen bleiben, daß der Fließvorgang
nicht gestört wird. Die Butter tritt bei 18 aus·. Das
Verlängerungsrohr 5 soll eine Verweildauer der Masse vor ihrem Austritt ermöglichen. Die Kühlung
kann auf beliebige Weise, z. B. mittels Süßwasser, Sole oder durch direkte Verdampfung des Kältemittels
über die Anschlüsse 2 erfolgen.
Es soll dabei noch erheblich sein, daß neben der Möglichkeit der nichtigen Schalldosierung, die jeweils
durch genaue Versuche festgelegt wird, auch noch eine geeignete Schallabschirmung aller der
Teile durch geeignete Maßnahmen erfolgt, die nicht unter Beschallung stehen sollen, z. B. Schallisolierung
bei 6 a zwischen Kühler und Trog durch Gummiringe oder anderes Material neben der Abdichtung
des Körperinnenraumes 1 nach außen.
Es liegt im Wesen der Erfindung, dife Schichtstärke
der Masse in den Rohren des Bündels im Kühlkörper so klein wie'möglich zu halten, damit
der Wärmeaustausch sich schnell und intensiv bis zur Mitte der Schicht vollzieht. Um dies zu erreichen,
kann erfindungsgemäß jedes einzelne Rohr nicht rund, sondern langgestreckt, wie in Abb. 2
dargestellt, ausgeführt werden. Dies hat jedoch fabrikationstechnisch den Nachteil der schwierigen
Einfügung in die Snirnplatte. Es wird deshalb als weiterer Erfindungsgedanke vorgeschlagen, nur an
den Enden das Rohr rund zu belassen und in der Zwischenlänge nach Abb. 3 und 4 durch Zusammendrücken
einen langgestreckten Querschnitt zu wählen. Diese Ausführung ergibt den weiteren Vorteil
der billigeren Herstellung, weil hierbei wesent-Hch weniger Rohre, jedoch mit größerem Querschnitt
erforderlich sind, ohne daß der Querschnitt der Masse innerhalb des Rohres eine den Wärmeaustausch
störende Mächtigkeit annimmt.
Claims (6)
1. Kühler für Lebensmittelfette, wie Butter,
Schmalz, Margarine usw., bestehend aus einem von dem Gut durchflossenen Rohrbündel (4),
das von außen gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre einer Beschallung durch
Magnetostriktion oder auf andere Weise in den Grenzen von 10 bis 100 kHz unterworfen
werden.
2. Kühler für Lebensmittelfette nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb
des Rohrbündels (4) eine Auffangmulde (14) mit Transportschnecke (13) angeordnet ist, die no
an ihrem Ende einen Knetkopf (15) besitzt.
3. Kühler für Lebensniittelfette nach den Ansprüchen
ι und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in die Knetmulde Luft öder ein indifferentes
Gas eventuell mit einer Spannung über Atmosphärendruck
eingeführt wird.
4. Kühler für Lebensmittelfette nach den Ansprüchen ι bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem endgültigen Austritt der Butter (18) und demjenigen am Ende des .Knetkopfes
(15) ein Verweilrohr (5) eingeschaltet ist.
5. Kühler für Lebensmittelfette nach den Ansprüchen ι bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
durch geeignete Maßnahmen schalldämmende Isolierungen die mit dem beschallten Kühler
verbundenen Konstruktionsteile abschirmen, so-
fern eine Beschallung dieser nicht wünschenswert ist,
6. Kühler für Lebensmittelfette nach den Ansprüchen
ι bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die; das Rohrbündel bildendem Rohre von
rundem Querschnitt in ihrer Länge außerhalb der Stirnplatten einen langgestreckten Querschnitt
erhalten (Abb. 2, 3 und 4).
Angezogene Druckschriften:
Bergmann, »Der Ultraschall«, 1937, S. i, 166
und 167.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
© 5480 10.
Priority Applications (1)
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| DE894192C true DE894192C (de) | 1953-10-22 |
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ID=6958663
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE894192C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0369729A3 (de) * | 1988-11-16 | 1991-05-29 | Unilever Plc | Verfahren zum Reifen von Fetten |
-
1951
- 1951-07-17 DE DEB15886A patent/DE894192C/de not_active Expired
Non-Patent Citations (1)
| Title |
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| None * |
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