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Landkartengerät für Fahrzeuge Die Erfindung betrifft ein zur Orientierung
im Gelände dienendes Landkartengerät für Fahrzeuge. In den meisten Fällen orientiert
sich der Fahrer im Gelände mit Hilfe einer der üblichen Landkarten. Diese Art der
Orientierung hat jedoch den Nachteil, daß man unter Umständen die geeignete Karte
nicht immer zur Hand hat. Auch kann man solche Karten bei Nacht nicht lesen. Schließlich
sind auch diese Karten in der Handhabung umständlich, da sie groß sind und im Fahrzeug
nicht oder nur schlecht ausgebreitet werden können. Wenn z. B. ein Kartenatlas benutzt
wird, ergibt sich der Nachteil, daß man oft mehrere einzelne Karten zusammensetzen
muß, um den Weg des Fahrzeugs verfolgen zu können. Auch ist es mit den bisher üblichen
Karten nicht möglich, große Gebiete in bis ins einzelne gehender Darstellung zu
erfassen.
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A11 diesen Übelständen wird abgeholfen, indem gemäß der Erfindung
in dem Fahrzeug eine optische Einrichtung mit einer Lichtquelle eingetaut ist, mit
deren Hilfe ein Kartenbild od. dgl. darstellbar ist. Vorteilhaft besteht die optische
Einrichtung aus einer Bildwerfereinrichtung, durch welche das Kartenbild z. B. auf
eine am Armaturenbrett angeordnete Mattscheibe projiziert wird. Die Bildwerfereinrichtung
kann jedoch z. B. auch aus einer Vergrößerungsoptik bestehen, durch welche das Kartenbild
betrachtet wird. Mit Hilfe dieses denkbar einfachen Gerätes, das leicht zu handhaben
ist, ist es möglich, einen guten Überblick über verhältnismäßig große Gebiete zu
erhalten, ohne .daß hierbei von dem Fahrer unter Umständen wichtige Einzelheiten
übersehen werden.
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Zweckmäßig ist das Kartenbild in der Kartenebene vorzugsweise in zwei
zueinander senkrechten Richtungen verstellbar. Die Verstellung kann hierbei z. B.
in Abhängigkeit von der Fahrzeugfortbewegung erfolgen. Vorteilhaft wird das Kartenbild
in
der Kartenebene derart verstellt, daß ein auf der Sichtscheibe vorgesehener fester
Punkt mit der dem jeweiligen Standort des Fahrzeugs entsprechenden Stelle des Kartenbildes
zusammenfällt. Diese Anordnung ist besonders .dann von Vorteil; wenn bei der Orientierung
der Standort des Fahrzeugs zur Bestimmung der weiteren Fahrtroute festgelegt werden
soll. Die bereits bekannten Amordnungen dieser Art haben sich in der Praxis als
unbrauchbar erwiesen, da ein organischer Einbau der zum Fortschalten des Kartenbildes
erforderlichen Einrichtungen nicht möglich ist. Auch sind diese Einrichtungen in
ihrer Wirkung nicht zuverlässig. Alle diese Nachteile werden durch die neue Anordnung
vermieden, die auf einfache Weise eine sichere Bestimmung des Standortes gewährleistet.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispie4 des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigt Fig. i ein Landkartengerät gemäß der Erfindung in,Seitenansicht
in schematischer Darstellung, Fig. 2 das Landkartengerät nach Fig. i in Vorderansicht,
Fig. 3 eine graphische Darstellung des Prinzips, nach welchem das Kartenbild verstellt
wird, Fig. 4 das Getriebe, mit dessen Hilfe das Kartenbild verstellt wird, in Vorderansicht,
Fig. 5 Idas Getriebe nach Fig. 4 in Draufsicht, Fig. 6 ein abgewandeltes Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes in Vorderansicht in schematischer Darstellung, Fig. 7
ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ebenfalls in Vorderansicht
in schematischer Darstellung, Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes,
bei welchem zwei Kartenbilder wahlweise nacheinander auf die Sichtscheibe projiziert
werden, in Draufsicht in schematischer Darstellung, Fig. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel
des Erfindungsgegenstandes, bei welchem vier Kartenbilder wahlweise auf die Sichtscheibe
projiziert werden, in perspektivischer Darstellung, und schließlich Fig. io ein
weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in perspektivischer Darstellung
mit ein- und ausschwenkbar angeordneten Kartenbildern.
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In Fig. i ist an dem Armaturenbrett i eine Mattscheibe 7 angeordnet,
auf welche das in dem lichtundurchlässigen Kasten 2 untergebrachte Kartenbild 3
mit Hilfe einer Bildwerfereinrichtung 6 projiziert wird, die aus einer Lichtquelle
und einem Linsensystem besteht. Zwischen dem Kartenbild 3 und der Mattscheibe 7
ist ein Vergrößerungsobjektiv 5 angeordnet. In der Mitte der Mattscheibe 7 ist ein
fester Punkt 8 eingezeichnet. Das Kartenbild 3 ist in zwei zueinander rechtwinkligen
Richtungen 9 und io verstellbar, derart, daß der auf der Mattscheibe 7 vorgesehene
feste Punkt 8 mit der den jeweiligen Standort des Fahrzeugs entsprechenden Stelle
des Kartenbildes zusammenfällt. Um den Punkt 8 ist ein den Fahrtrichtungsvektor
darstellender Zeiger i i drehbar angeordnet, dessen Stellung .die Bewegungsrichtung
des Kartenbildes 3 bestimmt. Das Kartenbild 3 wird hierbei der Be.-weagung des Fahrzeugs'
entsprechend in den beiden Richtungen 9 und io jeweils um einen Betrag verstellt,
welcher der Änderung der Projektionen 12, 13 des Fahrtrichtungsvektors auf die entsprechenden
Achsen verhältnisgleich ist. Die iGröße der Projektionen :i2, 'i'3 ist von der Winkelstellung
des Fahrtrichtungsvektors abhängig. In Fig.3 stellt die Kurvenlinie 14 den Verlauf
der Projektion 13 des Fahrtrichtungsvektors auf der der Richtung 9 entsprechenden
Achse dar, wenn das Fahrzeug sich in der Richtung io bewegt.- Die Kurvenlinie 15
stellt den Verlauf der Projektion 12 des Fahrtrichtungsvektors auf der der Richtung
io entsprechenden Achse dar, wenn das Fahrzeug sich in der Richtung 9 bewegt.
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Das Kartenbild 3 ist von den Fahrzeugräderu aus über ein Reibradgetriebe
verstellbar, dessen Übersetzungsverhältnis sich selbsttätig in Abhängigkeit von
der ,Stellung des den Fahrtrichtungsvektor darstellenden Zeigers i i ändert. Dieses
Reibradgetriebe ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt. Es besteht aus zwei von den
Fahrzeugrädern mittelbar in Umlauf gesetzten Antriebsreibrädern -6 und 17 und zwei
mit diesen in kraftschlüssiger Verbindung stehenden, .die Einrichtung zum Verstellen
des Kartenbildes 3 antreibenden Verstellreibrädern :23,24, die den Bewegungen des,den
Fahrtrichtungsvektor darstellenden Zeigers ii entsprechend entlang den Flanken der
Antriebsreibräder 16, 17 verschoben werden. Der Drehung des Zeigers i i ent sprechend
werden zwei miteinander gekoppelte, auf einer gemeinsamen Achse gelagerte Steuerscheiben
i9, 2o verstellt, .die über exzentrisch angeordnete Führungsstifte 21, 22 und mit
diesen beweglich verbundene - Arme 27; @28 die Verstellreibräder 23, 24 entlang
den Flanken der Antriebsreibräder 16,17 derart verschieben, .daß sich das Übersetzungsverhältnis
des Reibradgetriebes selbsttätig in Abhängigkeit von der Stellung .des den Fahrtrichtungsvektor
darstellenden Zeigers i i ändert. Zwischen die Verstellreibräder 23, 24 und den
Verstelltrieb des Kartenbildes 3 sind Rutschkupplungen geschaltet.
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Die Bewegungen des den Fahrtrichtungsvektor darstellenden Zeigers
i i können auch mit Hilfe eines in der Zeichnung nicht dargestellten Kompasses gesteuert
werden.
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Bei dem in Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Kartenbild
um .die optische Achse drehbar und deniFahrtrichtungsvektor entsprechend auf einen
festen Zeiger einstellbar, wodurch die Bewegungsrichturng des Kartenbildes bestimmt
wird. Das Kartenbild und die Einrichtung zum Verstellen des Kartenbildes sind auf
einer gemeinsamen Drehscheibe 3o angeordnet, die in einem festen: Drehrahmen 31
gelagert ist. Die in Fig. 6 nicht dargestellten Steuerscheiben i9, 2o werden hierbei
in Abhängigkeit von der Winkelstellung der Drehscheibe 30 verstellt. Der
Drehrahmen 31 kann auch in Führungsbahnen 32 gleitend geführt und
den
Umdrehungen der Fahrzeugräder entsprechend selbsttätig oder von Hand in diesen Führungsbahnen
verschiebbar sein, so daß das Reibradeetriebe wegfallen kann.
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In Fig. 7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, bei welchem dass in .den beiden senkrechten Richtungen verstellbare
Kartenbild 3 für sich .allein auf einem Drehrahmen 34 angeordnet ist, der um seine
Achse drehbar ist. In diesem Falle liegt der zur Bestimmung des Standortes dienende
feste Punkt des Kartenbildes 3 außerhalb der optischen Achse. Der Standort wird
hierbei in mehreren aufeinanderfolgenden Arbeitsgängen durch Verdrehung des Kartenbildes
um seine optische Achse auf den festen Zeiger zu und anschließendes Verschieben
desselben, z. B. in der Richtung 33, bestimmt. Auch in diesem Falle kann das Reibradgetriebe
wegfallen.
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In Fig. 8 ist ein' Landkartengerät dargestellt, bei welchem in dem
lichtundurchlässigen Kasten 35 z`vei einander gegenüberliegende, parallele Bildwerfereinrichtungen
mit gemeinsamer optischer Achse angeordnet sind. Die Kartenbilder @36, 37 werden
hierbei mit Hilfe der reflektierenden Fläche des Drehspiegels 38 wahlweise nacheinander
auf der Sichtscheibe 7 dargestellt. Beide Kartenbilder können z. B. im gleichen
Maßstab gezeichnet sein. In diesem Falle ist jedem Kartenbild ein besonderes optisches
System zugeordnet, mit dessen Hilfe die Kartenbilder auf der Mattscheibe 7 in verschiedenen
Maßstäben dargestellt werden. Wenn die Kartenbilder jedoch verschiedene Maßstäbe
besitzen, kann diesen ein einziges gemeinsames optisches ,System zugeordnet sein,
das zusammen mit der reflektierenden Fläche vierschwenkbar ist. In diesem Falle
werden die Kartenbilder durch Wahl entsprechender übersetzungs@verhältnisse des
Verstelltriebes ihrem Maßstab entsprechend mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegt.
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Das in Fig. g dargestellte Landkartengerät besteht aus vier rahmenartig
einander gegenüberliegenden Kartenbildern 36, 37, 38 und 4o mit den ihnen zugeordneten,
jedoch nicht gezeichneten Bildwerfereinrichtungen, -deren optische Achsen sich in
dem Drehpunkt des ihnen gemeinsamen. Drehspiegels schneiden.
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Die Anordnung kann jedoch auch so getroffen sein, daß in Verbindung
mit einer einzigen optischen Einrichtung mehrere bewegliche Kartenbilder vorgesehen
sind, die jeweils nach Wunsch in den Bereich .des von der Lichtquelle ausgehenden
Strahlenbündels bewegt werden. So ist z. B. in Fig. -i,o ein Ausführungsbeispiel
dargestellt, bei welchem die Kartenbilder an einem Rahmen schwenkbar angeordnet
sind, derart, daß sie wahlweise nacheinander in den Bereich des von. der Lichtquelle
ausgehenden Strahlenbündels eingeschwenkt werden können.
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Außer Kartenbildern können z. B. auch andere Zeigerblätter, wie Uhrzifferblätter
od. dgl., auf die Sichtscheibe projizierbar angeordnet sein. Die Auswechselung der
Kartenblätter erfolgt zweckmäßig durch die Öffnung, die beim Entfernen der zu diesem
Zwecke herausnehmbar angeordneten Sichtscheibe entsteht.
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Zum Zwecke der Anpassung der Lichtquelle an verschiedene Außenlichtverhältnisse
können in den Objektiven Blenden, z. B. Lochblenden, und; oder Glühbirnen mit verschiedenen
Widerstandsdrähten und[-oder den Glühbirnen vorgeschaltete Verschiebewiderstände
vorgesehen sein. Des weiteren können an der Sichtscheibe der optischen Einrichtung
,Schirmblenden angeordnet sein, die eine Überstrahlung durch von den Seiten einfallendes
Licht verhindern.