DE880800C - Verfahren zum Scheiden von Kautschukmilch in Rahmfraktionen mit Kautschukteilchen verschiedenen Durchmessers - Google Patents

Verfahren zum Scheiden von Kautschukmilch in Rahmfraktionen mit Kautschukteilchen verschiedenen Durchmessers

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DE880800C
DE880800C DEH2053D DEH0002053D DE880800C DE 880800 C DE880800 C DE 880800C DE H2053 D DEH2053 D DE H2053D DE H0002053 D DEH0002053 D DE H0002053D DE 880800 C DE880800 C DE 880800C
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DE
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rubber
latex
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cream
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DEH2053D
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Johan Hubert Egbert Di Hessels
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08CTREATMENT OR CHEMICAL MODIFICATION OF RUBBERS
    • C08C1/00Treatment of rubber latex
    • C08C1/02Chemical or physical treatment of rubber latex before or during concentration
    • C08C1/075Concentrating
    • C08C1/10Concentrating by centrifugation

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Centrifugal Separators (AREA)

Description

  • Verfahren zum Scheiden von Kautschukmilch in Rahmfraktionen mit Kautschukteilchen verschiedenen Durchmessers Es ist bekannt, daß Latex ein sogenanntes polydisperses System ist, in welchem die Größe der Kautschukteilchen von etwa o,i bis 3,0 Mikron variiert.
  • Die Literatur (Loomis und Stump, Indian Rubber «'orld öS, 703, 19a3; MacGavack, Ind. Chem. Eng. 31, 1509, 1939) enthält Anweisungen für die Vermutung, daß der Stickstoffgehalt des endlich gewonnenen Kautschuks mit dieser Teilchengröße zusammenhängt. Das Ausscheiden grober Kautschukpartikelchen aus Kautschukdispersionen durch Schleudern ist zwar bekannt, es ist jedoch nirgendwo beschrieben, wie man in technischem Maßstabe, ausgehend von einem gegebenen Latex, daraus Latices mit einer bestimmten durchschnittlichen Teilchengröße herstellen könnte.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung geht von den folgenden Grundsätzen aus: Beim Schleudern von Latex erfahren die größten Kautschukteilchen zuerst und am stärksten den Einfluß des Schleuderns (weiter mit Schleudereffekt bezeichnet) ; es ergibt sich, daß in dem Maße, wie die Teilchengröße abnimmt, dieser Effekt geringer wird.
  • Dieser Effekt wird von vier Faktoren beherrscht, und zwar: i. von der Einführungsgeschwindigkeit des zu schleudernden Latex; je größer dieselbe ist, um so kleiner wird der Schleudereffekt; 2. von der Tourenzahl der Schleuder; je größer dieselbe ist, um so größer wird auch der Schleudereffekt; 3. von dem Abstand zwischen den Tellern in der Schleuder; in dem Maße, wie dieser kleiner wird, natürlich bis zu einer bestimmten Grenze, nimmt der Schleudereffekt zu; q.. von der Entfernung der Ableitungsstelle der Fraktionen von der Schleuderachse; je größer diese Entfernung ist, um so größer ist der Schleudereffekt.
  • Diese vier Faktoren kann man nun zu einem bestimmten Schleudereffekt kombinieren, worauf man dadurch, daß man jeweils einen oder mehrere dieser Faktoren periodisch in derselben Richtung ändert, zu einer Reihe steigender Effekte dieser Art gelangen kann. Wenn dann der Latex zunächst unter Anwendung der den niedrigsten Schleudereffekt bestimmenden Faktoren geschleudert wird, so wird nur die Rahmfraktion mit den allergrößten Kautschukteilchen abgeschieden werden, neben einem Unterlatex, der noch viel Kautschuk, jedoch mit einer kleineren Teilchengröße, enthält. Letzteren kann man dann einer Schleuderung mit dem nächstfolgenden Schleudereffekt unterwerfen, wodurch wieder eine kautschukreiche Rahmfraktion abgeschieden wird, nun aber mit einer durchschnittlichen Teilchengröße, welche kleiner ist als die der ersten Rahmfraktion. Der dabei zugleich abgeschiedene Unterlatex wird danach einer Schleuderung mit wieder etwas besserem Schleudereffekt unterzogen, wodurch eine dritte Rahmfraktion gewonnen wird, mit wieder 'kleineren Kautschukteilchen und so weiter.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist dadurch eigentümlich, daß an der unteren. Grenze des Nutzeffektes gearbeitet wird. Letzterer wird absichtlich jeweils so niedrig gehalten, daß nur die Rahmfraktion mit den größten<Teilchen eben-noch abgeschieden wird.
  • Betreffs der Änderung der vier Faktoren kann folgendes bemerkt werden Beim ersten und zweiten Faktor besteht eine sehr große Bewegungsfreiheit. Der dritte Faktor kann im Zusammenhang mit den zur Schleuder gelieferten verschiedenen Tellersätzen nur :in beschränkterem Maße geändert werden.
  • Für den vierten Faktor können mehrere Werte für diesen Faktor gleichzeitig angewendet werden, was also darauf hinauskommt, däß in verschiedenen Entfernungen von der Achse gleichzeitig verschiedene Komponenten mit verschiedener Teilchengröße abgezapft werden. Dadurch wird also ein kontinuierliches Verfahren ermöglicht, bei welchem die ersten drei Faktoren ungeändert bleiben können, während sich die Regelung äuf eine 'einmalige Einstellung der Entfernungen der Ableitungsstellen der Komponenten von der Schleuderachse beschränkt.
  • Daraus ergibt sich wohl, daß das Verwenden dieses vierten Faktors eine Ausführungsform an sich bedeutet, nämlich ein kontinuierliches Verfahren in einer einzigen Schleuder.
  • Wenn eine einzige Schleuder zur Verfügung ist, zwingt die Anwendung der drei anderen Faktoren zu einem unterbrochenen Verfahren. Dennoch kann man auch mit ihrer Hilfe das Verfahren kontinuierlich machen, wenn man nur die Zahl der Schleudern auf eine weniger als die Zahl der herzustellenden Fraktionen erweitert, und für die.in der Reihe aufeinanderfolgenden Schleudern die dreiFaktoren derart wählt, daß in jeder folgenden Schleuder der folgende Schleudereffekt erreicht wird. Der Unterlatex aus der ersten Schleuder läuft dann in die zweite Schleuder, wo er sogleich in die zweite Rahmfraktion und den zweiten Unterlatex geschieden wird, wobei letzterer sofort in die dritte Schleuder läuft, und so weiter.
  • Auf Grund dieser Erwägungen wurde, wie folgt, experimentiert: -Die Zahl der Rahmfraktionen, in die ein gegebener Latex geschieden werden würde, wurde auf vier festgesetzt. Eine Laboratoriumsschleuder mit Rohren von 250 cm3 Inhalt wurde danach mit dem Latex, der bis auf einen Kautschukgehalt von 15 °/o verdünnt worden war, gefüllt, wonach man dieselbe während 6o Minuten mit 2300 Umdrehungen pro Minute drehen ließ.
  • Der Inhalt der Rohre mußte nun in vier Schichten geschieden werden, wobei die Bedingung gestellt wurde, daß die Kautschukmenge in jeder der Rahmfraktionen, auch in derjenigen mit den kleinsten Teilchen, mit einem gehörigen Nutzeffekt zu gewinnen sei. Dieser Bedingung wird nicht genügt, wenn man den Inhalt. eines jeden Rohres in Schichten mit gleichem Volumen spaltet, weil dann die Kautschukmenge in den Rahmfraktionen -mit den kleineren Teilchen gegenüber der in den Fraktionen mit den größeren Teilchen vorhandenen Kautschukmenge nur gering ist.
  • .. Um darum die Fraktionierung in der gewünschten Weise durchzuführen, wurde der Inhalt eines der Rohre in zehn Fraktionen je mit einem Volumen von 25 cm3 gespaltet. Darauf wurde in jeder der Fraktionen durch Koagulation der Kautschukgehalt ermittelt und daraus die Kautschukmenge berechnet, welche in jeder Schicht (in Prozent vom insgesamt vorhandenen Kaue tschuk), vorhanden war. Erst. nachdem man sich in dieser Weise ein Bild davon gemacht hatte, wie nach dem Schleudern der Kautschuk auf die Rohrlänge verteilt ist, konnte das Volumen der Fraktionen festgesetzt werden, derart, daß der oben gestellten Bedingung genügt wurde. .
  • Der Inhalt der übrigen drei Rohre wurde auf diese Weise in Schichten geschieden, und entsprechende Schichten wurden zusammengefügt.
  • Darauf wurde auf mikrophotographischem Wege der durchschnittliche Durchmesser der Kautschukteilchen in jeder dieser vier Fraktionen ermittelt.
  • Das angewendete Verfahren wird durch die in der Tabelle I erwähnten Ergebnisse verdeutlicht.
    Tabelle I
    Volumen Kautschuk- Durchschnitt-
    in menge in
    Kautschuk- Prozenten lihher
    Fraktion Prozenten vom gehalt von der Durchmesser
    Nr' Gesamt- des Latex Gesamt- Kautschuk-
    volumen kautschuk- kügelchen
    menge
    % % °/o Mikron
    i 15 35 35 1,2
    2 25 1ß 30 0,ß
    3 25 12 20 0,6
    4 35 6,5 15 0,35
    Ausgangs-
    latex ioo 15 ioo o,66
    Diese Ergebnisse zeigen die Brauchbarkeit der hier angewendeten Scheidungsmethode mit Hilfe des Faktors 4 in unterbrochenem Verfahren. Darauf wurde die chemische Zusammensetzung des gewonnenen Kautschuks untersucht, und zwar durch Ermittlung des Stickstoffgehaltes, des Aschegehaltes und des wäßrigen Extraktes.
  • Die gewonnenen Resultate waren folgende:
    Tabelle II
    Fraktion Stickstoff- Wäßriger
    genalt Aschegehalt Extrakt
    Nr.
    1 o,o6 0,07 0,5
    2 0,20 o,io 0,9
    3 0,40 0,i3 2,0
    4 0,90 0,25 5,5
    Ausgangs-
    latex 0,30 0,12 1,6
    Daraus ergibt sich, daß die Änderung in der Zusammensetzung des Kautschuks aufs engste mit der Teilchengröße des Latex zusammenhängt.
  • Nach der Ansicht Staudingers (mDie hochmolekularen organischen Verbindungen«, i932) ist die spezifische `'iskosität einer sehr verdünnten benzolischen Lösung, durch die Konzentration dieser Lösung dividiert, ein Maß für die Molekülgröße. Dieser Quotient wurde also für die vier Lösungen ermittelt, welche man dadurch bekam, daß man einen Teil der vier Fraktionen in Benzol löste, während schließlich, um das Problem auch von der technischen Seite her zu untersuchen, die Plastizität der vier Fraktionen bei 7o° C mit Hilfe des Hoekstraschen Plastometers gemessen wurde. Die Ergebnisse waren folgende:
    Tabelle III
    SPez. Plastizität
    Fraktion Viskosität (7o Dicke nach
    Nr. Konzen-
    tration 30 Minuten')
    mm
    1 o,65 o,88
    2 0,50 0,70
    3 0,35 0:35
    4 0,31 0,20
    Ausgangs-
    latex 0,48 0195
    ') Beim Betrachten dieser Zahlen soll man bedenken, daß sie ein umgekehrtes Bild von der Plastizität geben: Je kleiner die Zahl, um so größer die Plastizität.
  • In dem Maße, wie die Größe der Kautschukkügelchen im Latex abnimmt, nimmt auch die Größe des Kautschukkohlenwasserstoffmoleküls ab und umgekehrt. Im entgegengesetzten Sinne verhält sich die Plastizität: Je größer nämlich das Kautschukteilchen ist, j e weniger ist der daraus gewonnene Kautschuk plastisch.
  • Eine Fraktionierung von Kautschuklatex, wie sie oben beschrieben wurde, bringt eine völlig neue Behandlungsweise dieses Rohstoffes, wodurch es möglich ist, in einem Verfahren Erzeugnisse mit sehr verschiedenartigen Eigenschaften herzustellen. Die erste Rahmfraktion, in der Form von Latex oder in Form des daraus gewonnenen Kautschuks, eignet sich durch seine große Reinheit sehr zu elektrotechnischen und anderen Anwendungen, wo Kautschuk mit einer niedrigen Wasserabsorption gewünscht wird.
  • Der Latex der Rahmfraktionen mit kleineren Teilchen eignet sich insbesondere zu Imprägnierzwecken. Der durch Koagulation daraus gewonnene Kautschuk hat eine andere Zusammensetzung als derjenige aus normalem Latex und enthält verhältnismäßig mehr Nichtkautschukbestandteile (Tabelle II). Dieses Erzeugnis ist ebenso plastisch wie ein auf mechanischem oder thermischem Wege stark abgebauter Kautschuk; ein solcher ist zur Herstellung gespritzter Artikel sehr geeignet.
  • Schließlich soll noch der Übergang von der Laboratoriumanalyse zu der technischen Großanwendung angegeben werden. Dem Behälterinhalt, dem die kleine zum Füllen der Rohrschleuder nötige Menge entnommen wurde, muß nunmehr in seinem Ganzen in vier Rahmfraktionen gespaltet werden, deren durchschnittliche Größe der Kautschukteilchen den Werten aus der vierten Spalte der ersten Tabelle entspricht.
  • Laut dieser Tabelle ist die Fraktion mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 1,2 Mikron zu 35 °,%o im Latex vorhanden. `Wenn man also umgekehrt derart schleudert, daß die Schleuderausbeute für die erste Fraktion (d. h. das Verhältnis des in der ersten Fraktion abgeschiedenen Kautschuks zur Gesamtmenge des im geschleuderten Latex vorhandenen Kautschuks) 35 % beträgt, so weiß man, daß man die Komponente mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von i,2 Mikron gewonnen hat.
  • Um dieses Ergebnis zu erlangen, wählt man also z. B. die Einführungsgeschwindigkeit so hoch und/oder die Tourenzahl so niedrig (bei einem bestimmten Abstand zwischen den Tellern und bei einer bestimmten Ableitungsstelle), daß ein Mindestschleudereffekt erwartet werden darf. Wenn sich ein konstanter Zustand eingestellt hat, mißt man die pro Zeiteinheit eingeführte Latexmenge und ebenso die pro Zeiteinheit erhaltene erste Fraktion, ermittelt von jeder den Kautschukgehalt und berechnet durch Division der zwei Produkte den Nutzeffekt der Schleuderung.
  • Wenn das Ergebnis unterhalb 35 % liegen sollte, erniedrigt man die Einführungsgeschwindigkeit einigermaßen oder/und erhöht man die Tourenzahl; wenn der Nutzeffekt höher als 35 °/o sein sollte, macht man das Umgekehrte und wiederholt dann auf jeden Fall die Berechnung des Nutzeffektes. Auf diese Weise erreicht man sehr bald den Wert von 35 °/" und schleudert dann die ganze Latexmenge, ohne weiter etwas am Betriebe der Schleuder zu ändern.
  • Danach schleudert man den gewonnenen Unterlatex, wobei man in derselben Weise, gegebenenfalls auch dadurch, daß man den Abstand zwischen den Tellern verringert, den Nutzeffekt von 30 % erreichen soll. Dieser ist auf den ursprünglichen Latex berechnet, so daß es leichter ist, diesen Prozentsatz auf den eingeführten ersten Unterlatex umzurechnen. Man findet dafür: Die dritte Schleuderung soll einen Nutzeffekt von 2o °/o hinsichtlich des ursprünglichen Latex ergeben, was auf den eingeführten zweiten Unterlatex umgerechnet einen Nutzeffekt von bedeutet. Der dritte Unterlatex bildet also gleich die Fraktion 4, die noch 15 °/o vom Gesamtkautschuk enthält, womit dann die Scheidung völlig durchgeführt ist. Die gewonnenen Fraktionen können danach auf bekannte Weisen, nach einer etwaigen vorherigen Reinigung, entweder zu Kautschuk koaguliert oder als Latex konzentriert werden.
  • Die Zahl der Fraktionen, in welche man den Latex scheidet, ist beliebig. In den meisten Fällen genügt bei Kautschuklatex eine Spaltung in drei Fraktionen, wobei die Fraktionen 3 und 4 der Tabelle I als eine einzige Fraktion abgeschieden werden, welche den Vorteil aufweist, daß jede der Fraktionen mit einem gehörigen Nutzeffekt erhalten wird, während trotzdem eine starke Differenzierung in den mechanischen Eigenschaften besteht, was aus den mitgeteilten Zahlen erhellt.
  • Mit Rücksicht auf die Absatzmöglichkeiten der verschiedenen Latextypen kann es in einigen Fällen erwünscht sein, ausschließlich die erste oder die letzte Fraktion, d. h. ausschließlich die größeren oder die kleineren Teilchen, abzuscheiden, während die übrigbleibende Dispersion nicht weiter fraktioniert wird. Dieses Verfahren ist von dem an sich bekannten Verfahren zum Konzentrieren von Latex mittels eines Schleudervorganges grundsätzlich verschieden. Der letztgenannte Vorgang bezweckt immer eine Spaltung des Latex in einen Rahm und einen Unterlatex, derart, daß die Kautschukmenge in dem Unterlatex so klein wie möglich ist. In einem Schleuderbetrieb beträgt der Nutzeffekt der Konzentrierung 9o bis 95 °/o von der verarbeiteten Kautschukmenge, und darum verlohnt es sich gewöhnlich der Mühe nicht mehr, den kautschukarmen Unterlatex noch zu verarbeiten. Auch weicht der gewonnene Rahm in chemischer Zusammensetzung und in durchschnittlicher Teilchengröße nur wenig vom Ausgangslatex ab. Im Gegensatz dazu ist der Zweck bei einer Fraktionierung, so wie er oben beschrieben wurde, eine oder mehrere Fraktionen zu gewinnen, die, was die durchschnittliche Teilchengröße und die chemische Zusammensetzung anbelangt, stark vom Ausgangslatex abweichen, und zugleich mit einem gehörigen Nutzeffekt. Um den Unterschied zwischen Konzentrieren und Fraktionieren mittels eines Schleudervorganges genauer anzugeben, nennen wir, wenn wir diesen auf Hevea-Latex anwenden, das Verfahren eine Konzentrierung, wenn der Rahm mit einem Nutzeffekt von mehr als 85 °/a gewonnen wird; dagegen haben wir es mit einer Fraktionierung zu tun, wenn die erste Fraktion nicht mehr als etwa 6o bis 8o % und die letzte Fraktion nicht weniger als etwa 15 bis 2o "/p von -der verarbeiteten Gesamtkautschukmenge enthält. Bei anderen Kautschukdispersionen mit einer anderen Gewichtsverteilungskurve der Teilchengröße liegen diese Zahlen bei anderen Werten. An Hand dieser Daten kann man jedoch durch eine Vergleichung der durchschnittlichen Teilchendimension der ursprünglichen und der geschleuderten Dispersion und aus dem Nutzeffekt des Schleudervorganges ohne Bedenken feststellen, ob man es mit einem Konzentrier- oder aber mit einem Fraktioniervorgang zu tun hat.
  • In der britischen Patentschrift 381743 wird ein Verfahren beschrieben, gemäß welchem ein Aufrahm-oder Schleudervorgang derart durchgeführt wird, daß die Kautschukmenge im Rahm und im Unterlatex variiert werden kann. Zweck dieses Verfahrens ist jedoch nicht eine Fraktionierung von Latex in Fraktionen mit verschiedener durchschnittlicher Teilchengröße, sondern die Herstellung von Kautschukkonzentrat, in welchem man den Gehalt an Nichtkautschukbestandteilen beliebig ändern kann und in welchen alle Eiweißstoffe in unverändertem Zustand vorhanden sind. Die Erfindung ist somit grundverschieden von diesem Verfahren; außerdem werden die gewonnenen Fraktionen durch Koagulation oder Konzentrierung, gegebenenfalls mit einer noch intensiveren Befreiung von Nichtkautschukbestandteilen kombiniert, zu Latices mit einem hohen Reinheitsgrad verarbeitet. Beim Verarbeiten zu Latices erfolgt die Konzentrierung davon vorzugsweise durch einen Rufrahm- oder Schleudervorgang, wobei die Serumbestandteile zum größten Teil entfernt werden.
  • Die Fraktionierung kann mit den üblichen Separatortypen durchgeführt werden, wie denen vom Milchschleudertypus mit oder ohne Teller, oder aber mit einer Schleuder vom Rohrtypus.
  • Man kann das Ergebnis der Fraktionierung dadurch beeinflussen, daß man den Unterschied im spezifischen Gewicht zwischen den Kautschukkügelchen und dem Serum größer oder kleiner macht, z. B. durch Zusatz von Chemikalien.
  • So gibt ein Zusatz von 5 bis io °/o Natriumchlorid zu einem Latex, der vorwiegend kleinere Teilchen enthält, eine Beschleunigung des Vorganges. Auch eine Änderung der Viskosität des Latex kann manchmal zum Erreichen eines bestimmten Schleudereffektes erwünscht sein.
  • So verursacht eine Durchführung des Vorganges bei erhöhter Temperatur oder der Zusatz von Seifen oder anderen die Viskosität erniedrigenden Stoffen eine Beschleunigung des Vorganges.
  • Wie bereits bemerkt wurde, beschränkt sich die Erfindung nicht auf die Anwendung auf Latex von Hevea Brasiliensis oder andere Kautschukdispersionen in wäßrigem Mittel, sondern kann auch z. B. auf Dispersionen von synthetischem Kautschuk oder kautschukartigen Kunststoffen angewendet werden.
  • Der Latex kann vor oder nach dem Fraktionieren oder auch während desselben einer an sich bekannten Behandlung, z. B. durch Zusatz von Konservier- oder Stabilisiermitteln, durch Befreiung von Nichtkautschukbestandteilen oder durch eine chemische Umwandlung des Kautschukkohlenwasserstoffes, unterworfen werden.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Scheiden von Kautschukmilch in Rahmfraktionen mit Kautschukteilchen verschiedenen Durchmessers durch Schleudern, dadurch gekennzeichnet, daß man die vier Faktoren, welche den Effekt der Schleuderung bedingen, wie Einführungsgeschwindigkeit des zu schleudernden Latex, Tourenzahl der Schleuder, Abstand zwischen den Tellern in der Schleuder, Entfernung der Ableitungsstelle von der Achse, einige Male derart zu einem Schleudereffekt kombiniert, daß eine Reihe steigender Effekte dieser Art entsteht, von denen der erste nicht höher ist als ungefähr 7o °/", und die gewonnenen Latices nach einer etwaigen vorhergehenden Reinigung koaguliert oder konzentriert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, gemäß welchem der Latexrahm jeweils nur an einer einzigen Stelle aus der Schleuder abgeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß anfangs mit einer hohen Einführungsgeschwindigkeit und einer geringen Tourenzahl der Schleuder, also mit einem niedrigen Schleudereffekt, gearbeitet wird, so daß eine kautschukreiche Rahmfraktion mit den allergrößten Kautschukteilchen neben einem Unterlatex mit dem Rest des Kautschuks gewonnen wird, worauf dieser Unterlatex einer Schleuderung mit höherem Effekt unterworfen wird, derart, daß man entweder die Einführungsgeschwindigkeit verringert oder die Umdrehungsgeschwindigkeit vergrößert oder den Abstand zwischen den Tellern kleiner wählt oder diese Änderungen kombiniert, worauf der Unterlatex der zweiten und weiteren Schleuderungen mit wieder höherem Effekt geschleudert wird, bis die gewünschte Anzahl von Rahmfraktionen entstanden ist.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch?, dadurch gekennzeichnet, daß die aufeinanderfolgenden Schleuderungen unmittelbar nacheinander in einer Reihe von Schleudern erfolgen, deren Einführungsgeschwindigkeiten, Tourenzahlen und Räume zwischen den Tellern auf die für die gewünschten Durchmesser der Fraktionen nötigen Werte eingestellt sind. q..
  4. Verfahren nach Anspruch i, bei welchem die Einführungsgeschwindigkeit, die Tourenzahl und der Raum zwischen den Tellern konstant gehalten werden, dadurch gekennzeichnet, daß Teile der Dispersion, welche geschleudert wird, gleichzeitig in Fraktionen an in verschiedenen Entfernungen von der Schleuderachse liegenden Stellen abgeleitet werden.
  5. 5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Latex in an sich bekannter Weise vor, während oder nach der Durchführung der Fraktionierung Konservierungs- und/oder Stabilisierungsmittel zugesetzt werden oder aber, dä,ß die Art und die Zusammensetzung der Nichtkautschukbestandteile oder des Kautschukkohlenwasserstoffes geändert wird.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Latex vor oder während der Fraktionierung eine derartige Behandlung erfährt, daß der Unterschied in spezifischem Gewicht zwischen dem dispergierten Stoff und dem Dispersionsmittel und /oder die Viskosität der Flüssigkeit geändert wird. Angezogene Druckschriften »India Rubber Worlda, 1938, Maiheft, S. 52.
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