DE880248C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gaerfutter - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von GaerfutterInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Gärfutter Das Haltbarmachen von Futterstoffen durch Einsäuern ist seit langem bekannt. Da man aber die Bedingungen, von denen ,der richtige Verlauf .der Gärung abhängt, nicht kannte, waren bei diesem Zerfahren die Verluste sehr hoch und das Endprodukt im allgemeinen schlecht, .so daß diesem Verfahren wenig Beachtung geschenkt wurde. Erst die durch Futtermangel bedingten Notzeiten lenkten die Aufmerksamkeit wieder auf dieses Verfahren und stellten ;die Gärfutterbereitung auf eine wissenschaftliche Basis.
- Man unterscheidet nun bei der Einsäuerung von Futtermitteln nach den Bedingungen, unter denen die Tätigkeit der Mikroorganismen vor sich geht, verschiedene Arten von Gärung, von !denen die nichtigsten sind: r. Mi.lchsäuregärung, bei der als wichtigstes Produkt Milchsäure entsteht, 2. .die Essigsäuregärung, die entsteht, wenn Luft in der Silage bleibt, und 3. die Buttersäuregärung, die meistens durch stärkeren Erdbesatz entsteht.
- Die wichtigste Gärung für die Futterbereitung ist die Milchsäuregärung, und, man wird den Verlauf der Prozesse so zu beeinflussen suchen, dar diese in erster Linie einsetzt. Der Vorgang der Milchsäurebildung ist in der Natur weit verbreitet. Sie ist an .das Vorhandensein von Zucker oder anderen Stoffen, aus .denen sich Zucker, wie z. B. aus Stärke, leicht bilden kann, gebunden. Für die Bildung der Milchsäure ist,die Gegenwart von Luft und Sauerstoff nicht erforderlich; sie ist im Gegenteil unerwünscht, (da sie die anderen Gärungsprozesse begünstigt. Die Milchsäure ist also ein Stoff, der dem Tierkörper nicht fremd ist oder sich schädigend auf diesen auswirkt, sondern im Gegenteil für die Durchführung der Lebensprozesse verwandt wird. Nur dort, wo sich, wie im Gärfutter, Milchsäure in größeren Mengen anhäuft, wirkt sie auf andere Gärungserreger ein, hemmt ihre Entwicklung und wirkt somit sterilisierend.
- Zwei Voraussetzungen sind es, 'die in erster Linie entscheidend, für den richtigen Verlauf der Gärungsvorgänge, also zur Bildung von Milchbakterien; entscheidend sind: i. ein ausreichender Zuckergehalt, um den Milchsäurebekterien (das Material für ihre ungestörte Entwicklung zu geben, a. ein gutes Zerkleinern und Feststampfendes Gutes, um -die Luft so schnell und vollständig wie möglich aus den Futtermassen .zu entfernen.
- Verhältnismäßlig einfach lassen sich diese Bedingungen erfüllen, wenn als Ausgangsstoff für das Gärfutter Kartoffeln verwendet werden, die dm gedämpften Zustand in ,den Gärgruben oder Silos eingesäuert werden. Da jedoch insbesondere die Zuckerrübe nährwertmäßig der Kartoffel gleichzustellen, in der Produktion aber wesentlich billiger ist, gehen die Bestrebungen -dahin, einen -Teil der Kartoffeln cdurch Zuckerrüben zu ersetzen. In bäuerlichen Betrieben ist man (deshalb dazu übergegangen, .ganze oder zerkleinerte Rüben von Hand schichtweise zwischen die Kartoffeln zu werfen. Dieses Verfahren bringt aber nicht den gewünschten Erfolg, da die. Rübe hart bleibt und daher schwer verdaulich ist, auch oft nicht gern gefressen wird und besondere bei ganzen Rüben sich Hohlräume beim Einlagern bilden, ,die eine Essigsäuregärung begünstigen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, ;daß durch dieses Verfahren nur ein reines Kohlehydratfuttermittel gewonnen wird.
- Bei der Schweinemast sind auch Gemische von Kartoffeln und rohen Rübenblättern bzw. Grünfutter verfüttert worden. Dadurch wird die Mast nicht unerheblich verbilligt, und außerdem wird die Eiweißversorgung der Tiere in gewissem Umfang verbessert. Zu diesem Zweck ist ein Verfahren bekannt, bei dem gedämpfte Kartoffeln und Rübenblätter, insbesondere von Zuckerrüben, schichtweise in den Gruben oder Silos zum Gären eingelagert werden. Dieses Verfahren weist jedoch den großen Nachteil auf, daß (die einzelnen Futterbestandteile sich wegen ihrer verschiedenen Beschaffenheit einerseits al:s: #brei.iige und andererseits als faserige Masse und infolge ihrer schichtweisen Einlagerung nur unvollkommen vermischen lassen. Ferner werden die langfaserigen Rübenblätter nur schlecht von den Tieren aufgenommen und verdaut.
- Zur Vermeidung dieser Nachteile wird nun gemäß ,dem Verfahren nach der Erfindung zur Herstellung eines Futtermittels, insbesondere eines Schweinemastmittels, vorgeschlagen, gewaschene, gedämpfte Kartoffeln und urizerkleinerte, gewaschene, angedämpfte Rüben, insbesondere Zuckerrüben, mit rohen Rübenblättern oder Grünfutter zu vermischen und diese gemeinsam zu einer breiigen, einlagerungsfähigen Masse zu verarbeiten. Beirr, gemeinsamen Dämpfen von Kartoffeln mit Zuckerrüben oder anderen Hackfrüchten wird so lange gedämpft, bis die Kartoffeln gar sind. Die unzerkleinerten: Rüben sind :dann nur durchgewärmt und haben noch keinen Zucker verloren. Durch die Hitze im Dämpffaß sind aber .die außen anhaftenden Erdbakterien abgetötet. Durch :das Hinzufügen von Zuckerrüben und anderen Hackfrüchten und insbesondere von rohen Rübenblättern oder Grünfutter zu gedämpften Kartoffeln wird die Milchsäuregärung besonders günstig, was infolge der Verarbeitung zu einer feinen, breiigen Masse für eine schnelle und wirksame Gärung besonders, wichtig ist und auch von den Tieren besonders gut verarbeitet wird.
- Statt der urizerkleinerten, angedämpften Rüben können auch rohe, feingeschnitzelte Rüben ver--,vendet werden oder gewaschene, gedämpfte Kartoffeln nur mit rohen Rübenblättern oder Grünfutter vermischt und. gemeinsam zu einer breiigen Masse verarbeitet werden.
- Wesentlich ist, daiBi sowohl die Kartoffeln als auch die Rüben vor (dem Dämpfen isorgfältig gewaschen werden.
- Um ein möglichst `wirtschaftliches Produkt zu erzielen, wird erfindungsgemäß ein Arbeitsverfahren vorgeschlagen, gemäß welchem in .bekannter Weise die rohen Kartoffeln und rohen Rüben gemeinsam in einer Waschanlage gereinigt und über eine Transporteinrichtung Dämpffässern zugeführt werden, aus denen @dann ,das Dämpfgut erfindungsgemäß zu einer Förderschnecke gelangt, in der die rohen Rübenblätter oder Idas Grünfutter zugesetzt und, mit dem Dämpfgut idurchknetet, zu einer Fräse geführt werden, die die gesamte Masse zu einem feinen Brei verarbeitet.
- Zum Dämpfen von Futtermitteln sind bereits Einrichtungen bekanntgeworden, u. a. eine Dämpfkolonne für Futtermittel, insbesondere Kartoffeln, bei der die Dämpfbehälter auf einer Drehscheibe, Kreisschiene od. dgl. ,angeordnet sind. Hierbei ist es möglich, einen einzigen großen Dämpfbehälter durch Zwischenwände in einzelne Abteile zu unterteilen.
- Zur Ausführung der Verfahren -gemäß der Erfindung wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei der die ungewaschenen Kartoffeln und Rüben in einen z. B. betonierten, schräg nach unten verlaufenden Bunker eingebracht werden, ,durch dessen Öffnung sie selbsttätig nachrutschen und auf ein Becherwerk fallen, das das Schüttgut nach oben fördert und über eine Rutsche der eigentlichen Waschmulde oder -trommel zuführt. Hierbei besitzt die Waschmulde zentral gelagert ein Rührwerk, dessen schraubenförmig angeordnete Querstreben das Gut längs durch die Mulde transportieren und auf einen Schrägförderer auswerfen, an dessen oberem Ende das Gut in die Dämpffässer fällt. Unter den Dämpffässern ist an ihrem Auslauf eine zur Aufnahme des. Dämpfgutes aus den Dämpffässern und zur Zugabe der rohen Rübenblätter oder des Grünfutters sowie zur Durchknetung -des Gesamtgutes dienende Transports s chnecke angeordnet, die an ihrem freien Ende mit einer Frästrommel zum Zerkleinern des Gutes versehen ist.
- Beispiele 1. 33,30/0 gewaschene, gedämpfte Kartoffeln werden mit 33,3 % urizerkleinerten, gewaschenen, angedämpften Rüben, insbesondere Zuckerrüben, vermischt einer Förderschnecke zugeführt und auf diese 33,40/a rohe Rübenblätter oder Grünfutter geschüttet, mit dem Dämpfgut in .der Schnecke durchgeknetet und zusammen einer Fräse zugeführt, hdie die gesamte Masse zu einem feinen Brei verarbeitet.
- 2. 33,3% gewaschene, gedämpfte Kartoffeln werden mit 33,3'10 gewaschenen, rohen, feingeschnitzelten Rüben, insbesondere Zuckerrüben, vermischt einer Förderschnecke zugeführt und auf diese 33.4% rohe Rübenblätter oder Grünfutter geschüttet, mit dem Dämpfgut in der Schnecke durchgeknetet und zusammen einer Fräse zugeführt, die die gesamte Masse zu einem feinen Brei verarbeitet.
- 3. 5o% gewaschene, gedämpfte Kartoffeln -werden einer Förderschnecke zugeführt und auf hdies-, bis zu 5o% rohe Rü;benhb:lätter oder Grünfutter geschüttet, mit dem Dämpfgut in der Schnecke durchgeknetet und, zusammen einer Fräse zugeführt, die die gesamte Masse zu einem feinen Brei verarbeitet.
- Eine beispielsweise Ausführungsform -der Vorrichtung zur Ausübung .des Verfahrens ist in .der Zeichnung schematisch dargestellt. E@s zeigt Fi.g. i eine Seitenansicht der Vorrichtung, teilweise im Schnitt, Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung.
- Wie in Fig. i und 2 .dargestellt, gelangen die rohen, ungewaschenen Kartoffeln und Rüben zu einem betonierten, mit einer an seinem Grunde befindlichen Öffnung 2 versehenen, schräg nach unten i-erlaufeniden Bunker i. Durch die Öffnung 2 fallen die selbsttätig nachrutschenden Kartoffeln und Rüben auf ein Becherwerk 3, das das Schüttgut nach oben fördert und über eine Rutsche 4 der eigentlichen Waschmulde oder -trommel 5 zuführt. Hierbei besitzt die Waschmulde zentral gelagert ein Rührwerk 6, dessen schraubenförmig angeordnete O:uerstreben 7 das Gut längs hdurch die Mulde transportieren und auf einen Schrägförderer auswerfen, an dessen oberem Ende das Gut in die Dämpffässer io fällt. Unter dem Auslauf i i :der Dämpffässer io ist eine zur Aufnahme des Dämpfgutes aus hden Dämpffässern und zur Zugabe hder rohen Rübenblätter oder hdes Grünfutters sowie zur Durchknetung des Ge.sa:mt:gutes dienende Transportschnecke 12 angeordnet, !die an ihrem freien Ende 13 mit einer Frästrommel 14 zum Zerkleinern des Gutes versehen ist. Das aus der F'rästrommel anfallende zerkleinerte, breiartige Gut gelangt auf eine Fördereinrichtung 15 und kann von dieser abtransportiert werden.
Claims (6)
- PATENTANSPRücHE: i. Verfahren zur Herstellung von Gärfutter, dadurch gekennzeichnet, hd@aß gewaschene, ge-.dämpfte Kartoffeln und urizerkleinerte, gewaschene, angedämp.fte Rüben, insbesondere Zuckerrüben, mit rohen Rübenblättern oder Grünfutter vermischt, zu einer breiigen Masse verarbeitet und in bekannter Weise siliert werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß gewaschene, gedämpfte Kartoffeln mit gewaschenen, rohen, feingeschnitzelten Rüben und rohen Rübenblättern oder Grünfutter gemischt und gemeinsam zu einem Brei verarbeitet werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch i,dadurch gekennzeichnet, daß gewaschene, gedämpfte Kartoffeln mit rohen Rübenblättern oder Grünfutter vermischt und gemeinsam zu einer breiigen Masse verarbeitet werden.
- 4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, bei -welchem die rohen Kartoffeln und rohen Rüben gemeinsam in einer Waschanlage gereinigt und über eine Transporteinrichtung Dämpffässern zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, .daß das Dämpfgut dann zu einer Förderschnecke gelangt, in der die rohen Rübenblätter oder das Grünfutter zugesetzt und, mit dem Dämpfgut durchknetet, zu einer Fräse geführt werden, die die gesamte Masse zu einem feinen Brei verarbeitet.
- 5. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach einem der Ansprüche i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Förderung der ungewaschenen Kartoffeln und Rüben vor einem Grundablaß (2) eines Bunkers (i) ein Becherwerk (3) .angeordnet ist, dessen oberes Ende über eine Rutsche (4) mit der eigentlichen Waschmulde oder -trommel (5) zu einer Einheit verbunden ist, -wobei hdhiese Waschmulde ein zentral gelagertes Rührwerk (6) mit schraubenförmig angeordneten Querarmen (7) zum Transportdes Gutes besitzt und an ihrem Auslauf ein Schrägförderer (8) vorgesehen ist, unter dessen oberem Ende (9) ,die Dämpffässer (io) mit ihren Einschüttöffnungen zur Aufnahme des Fördergutes liegen.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Auslauf (i i) der Dämpffässer (io) eine zur Aufnahme des Dämpfgutes aus den Dämpffässern und zur Zugabe hder rohen Rübenblätter oder hdes Grünfutters sowie zur Durchknetung des Gesamtgutesdienende Transportschnecke (12) angeordnet ist, hdie an ihrem freien Ende (13) mit einer Frästrommel (14) zum Zerkleinern des Gutes versehen ist.
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