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Fahrbare Vorrichtung zum Dämpfen von Kartoffeln o: dgl. Es ist eine
.fahrbare Vorrichung zum Dämpfen von Kartoffeln o. dgl. bekannt, bei der auf einem
Fahrgestell eine Kartoffelwaschvorrichtung angeordnet ist,, aus der die Kartoffeln
in einen Auffangbehälter gelangen. Aus diesem Behälter werden die Kartoffeln' durch
ein Becherförderwerk, das annähernd senkrecht gestellt ist, nach oben in den Einlauftrichter
eines schräg auf demselben Fahrgestell aufgestelltenDämpfschachtes gefördert. In
diesem Dämpfschacht rutschen die Kartoffeln nach unten; wobei sich am unteren Ende
des Dämpfschachtes eine Quetsche befindet, die die Kartoffeln zerkleinert, und eine
Förderschnecke, die die zerkleinerten Kartoffeln abbefördert, z. B. unmittelbar
in die Gärfuttergruben. Durch einen ebenfalls auf dem Fahrgestell angeordneten 1Tiederdruckdampfkesselwird
der zur Dämpfung benötigte Dampf in den Dämpfschacht geleitet, so daß in ihre eine
Dämpfzone entsteht. Bei dieser Vorrichtung werden die Kartoffeln auf dem durch das
Becherwerk gebildeten Förderwerk noch in keiner Weise der Wirkung des Dampfes ausgesetzt.
Im Dämpfschacht selbst kann durch den eingeleiteten Dampf nur eine Dämpfzone geschaffen
werden, deren Höhe sich nach der Bauhöhe des Dämpfschachtes richtet, wobei die unteren
Teile des Dämpfschachtes wenig oder gar nicht von dem Dampf beeinflußt werden. Sclbst
wenn man den Dämpfschacht oben geschlossen hält, wird sich am unteren Ende des Schachtes
das Kondenswasser sammeln, und es werden die in der OOuetsche behandelten Kartoffeln
durch dieses Wasser beeinflußt, und zwar selbst dann, wenn besondere Abflüsse für
das Kondens- oder Fruchtwasser vorgesehen sind.
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Demgegenüber zielt die- Erfindung darauf hin, die Kartoffeln im ununterbrochenen
Zuge durch das Dämpffaß hindurchzuleiten, derart,
daß sie sowohl
bereits auf ihrem Zuführungswege als auch auf ihrem Ableitungswege von dem Dampf
beeinflußt werden, ohne daß der Dampf irgendwie aus der geschlossenen Vorrichtung
austreten kann.
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Dieses Ziel wird dadurch erreicht, daß ein stehender Dämpfraum auf
der- einen Seite mit einem schräg geneigten Schneckenförderer verbunden ist, dessen
geschlossenes Gehäuse oben in den Dämpfraum einmündet und unten mit einem Wasserverschluß
versehen ist, während auf der anderen Seite des Dämpfraumes ein zweiter, ebenfalls
schräg geneigter Schneckenförderer vorgesehen ist, dessen geschlossenes Gehäuse
unten in den Dämpfraum einmündet und am oberen Austrittsende einen als Quetschrost
ausgebildeten Austritt für das Gut aufweist, während ein Kondens- und Frtichtwasserablaß
am unteren Ende vorgesehen ist.
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Bei dieser Ausführung findet das übliche stehende Dämpffaß Anwendung,
aber in solcher Verbindung mit der Kartoffelzu- und -abl:eitung, daß der Dämpf schon
auf die in dem ersten Schneckengehäuse ankommenden Kartoffeln einwirkt. Dabei bildet
der Wasserspiegel des dieses Gehäuse unten abschließenden Wassergefäßes einen Abschluß,
so daß an dieser Seite der Vorrichtung kein Dampf austreten kann. Das sich im Gehäuse
bildende Kondenswasser fließt der vorhandenen Wassermenge ohne weiteres zu. Die
auf. der anderen Seite des Dämpffasses austretenden gedämpften Kartoffeln werden
durch die zweite Schnecke ergriffen und nach der obenliegenden Quetsche gefördert.
Da das Gut ständig im Fluß ist, bildet die Quetsche mit dem darin befindlichen Gut
einen dichten Abschluß des zweiten Schneckengehäuses, so .daß hier kein Dampf austreten
kann, trotzdem der Dampf das Gut bis an die Quetsche heran begleitet. Das sich in
diesem zweiten Schneckengehäuse bildende Kondenswasser fließt ab, und zwar durch
einen am unteren Ende des Gehäuses vorgesehenen Auslaß. In diesem zweiten Schneckengehäuse
findet durch den nach oben steigenden Dampf ein Nachdämpfen statt, -wobei gleichzeitig
das am Gute noch haftende Kondens- oder Fruchtwasser vollkommen abläuft.
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Wenn auch die Vorrichtung vornehmlich für das Dämpfen von Kartoffeln
bestimmt ist, so kann sie auch zur Behandlung anderweitigem Gutes, insbesondere
anderer Futterstoffe, wie Getreideschalen, Rübenblätter u. dgl., dienen.
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Solche Vorrichtungen sind an sich bekannt. Dabei handelt es sich um
stationäre Anlagen, bei denen Schnecken zur Zuführung und Abführung des Gutes benutzt
werden. Zum Beispiel werden die in einen Trichter aufgegebenen Kartoffeln, nachdem
sie durch Messer ganz zerkleinert sind, einem nach oben ansteigenden Becherwerk
übergeben, welches sie am oberen Ende in einen Garkochraum überführt, aus dem sie
durch eine vom Boden dieses Raumes ausgehende Schnecke in einen Auslauf gedrückt
werden.
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Um bei der Vorrichtung nach der Erfindung ein Stillsetzen jedes Schneckenförderers
bzw. die Regelung der Geschwindigkeit zu bewirken, sind in den Antrieb der Schneckenwellen
erfindungsgemäß Kupplungen eingeschaltet, so daß nach Auslösen der Kupplung das
Stillsetzen der betreffenden Schneckenwelle stattfindet. Ferner kann in den Antrieb
ein beliebiges Geschwindigkeit:-wechselgetriebe eingeschaltet werden, um die Fördergeschwindigkeit
der betreffenden Schnecke zu regeln.
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Auf der Zeichnung ist in einem Ausführungsbeispiel die Vorrichtung
gemäß der Erfindung dargestellt, und zwar in Abb. i in einem senkrechten Längsschnitt
mit teilweiser Seitenansicht.
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Abb.2 zeigt in bedeutend verkleinertem Maßstab eine hinsichtlich der
Gesamtanordnung etwas abweichende Anordnung.
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Auf die Plattform i eines Fabrgestelles ist eine Vorrichtung 2 zum
Kartoffelwaschen aufgestellt, die in ihrer baulichen Ausbildung durchaus bekannt
ist. Die Kartoffeln «-erden bei 3 in das Trommelsieb d. aufgegeben, das in den `Waschtrog
eintaucht. Aus der Trommel gelangen die Kartoffeln nun durch die Öffnung 5 in den
geneigten Zylinderschacht6. in welchem auf der ununterbrochen umlaufenden `Fellei
eine Schnecke ,9 angeordnet ist. Die Schneckenwelle 7 wird von der Welle 9 mittels
Schneckenantrieb to, i r in Umdrehung versetzt. Die Welle g kann mit wechselnder
Geschwindigkeit je nach Bedarf angetrieben -werden. Sie ist mit dein Antrihb durch
eine Kupplung verbunden, so daß die Welle auch -nährend des Betriebes zeitweise
abgestellt werden kann. Es ist nun das Schneckengehäuse 6 so an den Wasserraum der
Kartoffelwäsche 2 angeschlossen, daß die Eintrittsöffnung 5 unter Wasserabschluß
bz«-. daß der untere Teil des geneigt angeordneten Gehäuses 6 mit Wasser gefüllt
ist.
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Mit seinem oberen Ende mündet der Schneckenförderer bei 12 in das
senkrechte Dämpffaß 13, welchem der Dampf in bekannter Weise durch ein zentrales
Rohr i.i zugeleitet -wird, das im Innern des Dämpfraumes eine oder mehrere senkrecht
nach unten ragende Hohlrohrleitungen 15 aufweist, deren Wandungen durchbrochen sind,
so daß der Dampf möglichst gut verteilt in den im Behälter 13 befindlichen
Kartoffelvorrat eingcleitet
wird, wobei der Dampf den ganzen, den
Dampfbehälter 13 vollkommen ausfüllenden Vorrat des Gutes fortwährend durchstreicht.
Am unteren Ende wird durch die Öffnung 16 das gedämpfte Gut abgeführt, und zwar
mit Hilfe der Förderschnecke 17, die in dem Zylindergehäuse 18 arbeitet. Dieses
Schneckengehäuse 18 steigt schräg nach oben an, wobei die auf der Welle i9 angeordnete
Schnecke von der Welle 2o aus durch ein Schneckengetriebe 21, 22 in ständige Umdrehung
versetzt wird. Auch die Welle 2o kann mit wechselnder Geschwindigkeit je nach Bedarf
angetrieben werden. Sie ist ebenfalls mit dem Antrieb durch eine Kupplung verbunden,
so daß auch diese Welle während des Betriebes zeitweise abgestellt werden kann.
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Das nach oben geförderte Gut wird durch den mit in das Schneckengehäuse
i8 eintretenden und nach oben steigenden Dampf noch nachgedämpft. Bei der Förderung
des Gutes nach oben aber sondert sich das Kondens-und Fruchtwasser noch restlos
ab, welches bei 23 am unteren Ende des Schneckenzylinders 18 austritt. Das gedämpfte
Gut aber tritt durch einen Quetschrost 24 bekannter Bauart am oberen Ende des Schneckenzylinders
18 aus. Die ständig umlaufende Schnecke sorgt dafür, daß der Strom des Quetschgutes
nicht abreißt und somit die hohlzylindrische Rostöffnung 25 ständig mit Gutmasse
angefüllt ist, so daß hier kein Dampf austreten kann.
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Wenn die Vorrichtung aus irgendwelchen Gründen stillsteht, alsa die
Schnecken 8 und 17 nicht umlaufen, dann kann der Hohlzylinder 25, der den Quetschrost
24 enthält, durch eine Kappe abgedeckt werden.
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Der Antrieb für die Kartoffelwäsche und für die Schnecken 8 und 17
kann in irgendeiner bekannten _ Weise, z. B. durch einen Motor o. dgl., besorgt
werden.
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Wenn bei der in Abb. i gezeigten Ausführung die Schneckengehäuse 6
und 18 in einer Reihe hintereinanderliegend mit dem Dämpfer 13 gezeigt sind, so
ist es doch ratsam, um die ganze Vorrichtung kürzer zu gestalten, die Anordnung
so zu treffen, daß, wie aus Abb.2 ersichtlich, das Schneckengehäuse 18 rechtwinklig
gegenüber dem Schneckengehäuse 6 versetzt angeordnet ist.
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Das aus dem Quetschrost 24 austretende Gut kann unmittelbar .in eine
Gärfuttergrube o. dgl. übergeleitet werden.