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Insbesondere für Uhren bestimmtes Deckglas Die Erfindung bezieht sich
auf ein Deckglas, das insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, für Uhren bestimmt
ist, also auch bei andren eine Skala aufweisenden Geräten, wie z. B. Amperemetern,
Thermometern u. dgl. Anwendung finden kann.
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Unter dem Ausdruck Deckglas ist nicht nur ein solcher Gegenstand aus
Glas zu verstehen, sondern auch jeder die gleiche Rolle spielende Gegenstand aus
durchsichtigem Material.
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Es ist bekannt, die Uhrzeit oder andere durch Skalen dargestellten
Größen im Dunkeln, insbesondere nachts, durch Verwendung von Leuchtzifferblättern
in Verbindung mit Leuchtzeigern sichtbar zu machen. Dies geschieht in der Weise,
daß man auf das übliche Zifferblatt bzw. auf die Skalen sowie auf den oder die Zeiger
eine Leuchtmasse aufträgt, die in der Regel aktiviertes Zinksulfid enthält.
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Eine derartige Leuchtmasse wird in der Weise hergestellt, daß man
das als trockenes Pulver genommene aktivierte Zinksulfid mit Leim oder einem Zement
vermischt, worauf die so hergestellte Masse auf Zifferblatt und Zeiger aufgetragen
wird.
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Während die sich meistens in Aushöhlungen der Zeiger eingelegte Masse
infolge des sie umgebenden Metalls meistens gut hält, ist dies bei der auf das Zifferblatt
lediglich aufgetragenen Masse in der Regel nicht der Fall. Unter dem Einfluß einer
raschen Oxydierung, die zugleich die Hygroskopizität der aufgetragenen Masse verhältnismäßig
stark erhöht, zerfällt diese letztere und fällt von dem
Zifferblatt
ab und ganz oder teilweise in das Uhr-oder ähnliche Werk hinein.
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Es ist ferner bekannt, daß die aktivierte leuchtende Masse ihre Leuchtkraft
.der Wirkung der a-Strahlen zu verdanken hat. Nun steht aber der Leim bzw. das-
Zement nicht nur den Lichtstrahlen im Wege, sondern auch den sie auslösenden a-Strahlen
des Aktivierungsmittels, derart, daß die Leuchtkraft der aus einem Bindemittel und
dem pulverförmigen Zinksulfid zusammengesetzten Masse gegenüber derjenigen des reinen,
trockenen, pulverigen Produktes- oft weniger als 5o% darstellt Es hat deshalb das
Einlegen der Masse von hinten her in vorn durch eine Glasur durchsichtig gehaltene
Aushöhlungen eines Zifferblattes zwar das Problem .der Erhaltung der Masse zum Teil
gelöst, jedoch noch nicht dasjenige der -Yermeidung von Verlusten in der Leuchtkraft.
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Uhren, bei welchen reines Zinksulfid in Pulverform angewendet wird,
sind zur Zeit auf dem Markt erhältlich, doch handelt es sich um Uhren einer ganz
besonderen Gattung, bei welchen ganz andere Gesichtspunkte als Erhaltung oder Leuchtkraft
der Masse in Frage gekommen sind.
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Diese Uhren besitzen ein kleines bereiftes Werk, das mitten. in einem
wesentlich größeren Uhrgehäus.e mit Deckglas und durchsichtigem Boden eingespannt
ist, wobei die Bereifung aus einer durchsichtigen Masse wie Plexiglas hergestellt
ist und somit der Eindruck erweckt wird, als würde das Werk mitten in der Uhr frei
schweben.
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In der Bereifung sind zwölf radiale, mit reinem aktiviertem Zinksulfid
gefüllte und außen mit Wachs abgeschlossene Bohrungen vorgesehen. Infolge ihres
geringen Durchmessers (etwa o,8, mm) und ihrer verhältnismäßig großen Länge (bis
zu 8 mm) war es nicht möglich, zusammengesetzte Leuchtmasse in diese Bohrunigen
hineinzubringen, weshalb man zur einfacheren Lösung griff, Pulver hineinzugeben.
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Eine solche Uhr gehört zur Phantasie und Liebhaberei und liefert noch
längst nicht eine allgemeine Lösung des eingangs gestellten Problems, Erfindungsgemäß
wird nun vorgeschlagen, bei einem für Uhren od. dgl. bestimmten Deckglas an der
beim Gebrauch desselben vor Berührungen geschützten Seite Aussparungen vorzusehen,
in welchen reines, trockenes, leuchtendes Pulver wie aktiviertes Zinksulfid durch
einen abdichtenden Verschluß zurückgehalten wird.
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Die Aussparungen können dabei in Form von Ziffern, Marken od. dgl.
profiliert sein. Ein so ausgebildetes Deckglas kann in gewissen Fällen als Ersatz
für ein übliches Zifferblatt oder eine Skala dienen oder zusätzlich zu einem normalen
Zifferblatt Verwendung finden.
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Ein großer Vorteil gegenüber der erwähnten Uhr mit bereiftem Werk
besteht darin, daß sich ein erfindungsgemäßes Deckglas auf jede gewöhnliche Uhr
und auf- jedes beliebige Gerät an Stelle des üblichen Deckglases ohne weiteres aufbringen
läßt Die Leuchtkraft ist, wie bereits erklärt, eine stark gesteigerte gegenüber
den bisherigen Anstrichen, und es ist das leuchtend,-, Medium infolge seines Abschlusses
von. der umgebenden Luft und Feuchtigkeit unbegrenzt haltbar, kann auch unter keinen
Umständen in das Werk od. dgl. hineinfallen.
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In der Zeichnung ist ein für eine Uhr bestimmtes Deckglas gemäß der
Erfindung in drei Ausführungsbeispielen dargestellt.
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Fig. i und 2 sind teilweise Querschnitte durch ein mit einem Uhrglas
versehenes Uhrgehäuse, zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgedankens verans:chaul
ichend Fig. 3 ist eine Draufsicht auf eine Armbanduhr mit einem Uhrglas gemäß einem
der in Fig. i und 2 dargestellten Ausführungsbeispiele; Fig.4 ist eine Seitenansicht
eines gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel ausgeführten Uhrglases, teils im Schnitt.
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Nach dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. i weist das im Gehäuse i eingespannte
Uhrglas :2 an seiner Randzone Aussparungen 3 auf. welche mit reinem, trockenem Zinksulfidpulver
4. gefüllt und mittels eines Verschlusses 5 aus Leim. Lack, Firnis, Zement od. dgl.
dicht abgeschlossen sind. Der Verschluß kann durchsichtig oder undurchsichtig sein.
Dank diesem Verschluß bleibt das Pulver praktisch ewig haltbar.
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Die schützende Schicht des. Verschlusses 5 könnte selbstverständlich
unmittelbar auf dem Glas angebracht werden; Es ist jedoch, wie in Fig. i ,dargestellt,
vorzuziehen, sie in das Glas zu versenken, so daß sie mit der Glasoberfläche fluchtet.
Hierbei wird der Vorteil einer Raumersparnis erzielt, da den Zeigern nichts im Wege
steht.
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Die Aussparungen können in der Draufsicht auf das Glas verschiedene
Gestalt haben: sie könnten z. B. kreisförmig, rechteckig, länglich, in Gestalt einer
Raute, eines Striches oder von Ziffern sein, die nicht mehr auf ein Zifferblatt
gedruckt zu werden brauchen.
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Die gewählte Gestalt kann derart sein, daß sie nur ihren technischen
Zweck erfüllt, sie kann aber auch eine Zierde bilden oder mit Ornamenten verbunden
sein.
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Die Uhr der Fig. 3 zeigt in der Draufsicht einfache, lediglich dem
Zweck der Ziffernmarke-,dienende kreisförmige Aussparungen 6, die an den vier diametral
gegenüberliegenden Stellen 7 gröller als die übrigen Aussparungen sind, wobei die
der Ziffer Zwölf zugeordnete Marke durch zwei nebenein.andwerstehende Aussparungen
8 gebildet ist. Bei der hier dargestelltenUhr ist dem mit Ziffernmarken versehenen
Uhrglas auch noch ein übliches Zifferblatt zugeordnet, und es sind die Zeiger 9
und io in üblicher Weise mit Leuchtmasse versehen.
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Die zweite Ausführungsform gemäß Fig. a unterscheidet sich durch die
Form und Größe der Aussparunggen.
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Das hier dargestellte Glas i i ist höher als dasjenige der Fig. i.
Sein Rand bildet sozusagen einen ringförmigen Fuß, in welchem längliche, sich senkrecht
zur Mittelebene der Uhr erstreckende Aussparungen 12 vorgesehen sind, die zugleich
mehr
Leuchtprodukt 13 als im ersten Beispiel enthalten und eine
kleinere, leichter abzudeckende Abschlußfläche für den versenkten Verschluß
13 aufweisen.
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Auch hier bildet jede so ausgebildete Kammer gewissermaßen eine kleine,
mit reinem Leuchtprodukt gefüllte Flasche, d. 1i. eine Kammer, die mit einem Produkt
gefüllt ist, das die grMtmögliche Leuchtkraft und längste Haltbarkeit gewährleistet.
Der erzielte Vorteil geht ohne weiteres aus dem Vorbesagten hervor und betrifft
nicht nur Leuchtkraft und Haltbarkeit, sondern noch den Umstand, daß eine jede Uhr
oder ein jedes ähnliche Gerät ohne besondere Vorbereitung mit einem solchen Glas
versehen werden kann.
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Die dritte Ausführungsform gemäß Fig.4 veranschaulicht -ein besonderes
Anwendungsgebiet der Erfindung im Fall besonders dicker Uhrgläser.
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Das Uhrglas 1.3, das in diesem Fall ein;. rechteckige Gestalt aufweist,
ist ringsherum mit sehr tiefen. spitz auslaufenden Aussparungen 16 versehen, die
in der Draufsicht wie eine Vielzahl kleiner Punkte aussehen und den Eindruck einer
Guillochierung des Glases hervorrufen. Von diesen Aussparungen werden nur einig..,
und zwar diejenigen, die den Stundenzeichen entsprechen bzw. diesen gegenüberliegen,
mit Leuchtprodukt gefüllt. Im Dunkeln erscheinen sie als helle Punkte, während man
sie bei Licht von der übrigen Ornamentierung nicht unterscheiden kann.
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-Man könnte auch alle Aussparungen mit Leuchtstoff füllen und die
Zeitzeichen durch Größenunterschiede voneinander unterscheiden bzw. durch verschiedenartige
Profile. In diesem Fall erweckt eine mit diesem Glas versehene Uhr den Eindruck,
als sei sie von einem zierlichen Gürtel kleiner glänzender Punkte umbördelt.