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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung und/oder Wiedergabe von
Reihenbildern, insbesondere von Röntgen-Serienaufnahmen, auf einem Bildstreifen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung und/oder
Wiedergabe von Reihenbildern, insbesondere von Röntgen, Serienaufnahmen auf einem
Bildstreifen.
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Zur Herstellung von Serienaufnahmen auf einem Bildstreifen bzw. Filmstreifen
ist es bekannt, den Film mittels einer Malteserkreuzsteuerung ruckartig am Bildfenster
vorbeizubewegen. Dabei. ist es erforderlich, vor und hinter dem Bildfenster den
Film Schleifen veränderlicher Länge bilden zu lassen; die in einem dafür vorgesehenen
freien Raum des @Gerätis lose hängen. Bekanntlich ergibt eine solche Anordnung eine
erhebliche Beanspruchung des Filmstreifens, so daß dieser sehr kräftig ausgeführt
sein muß und, die Bildschicht schnell abgenutzt wird. Außerdem ist diese Anordnung
nur für verhiältnismäßig schmale Filmstreifen von einer Bildbreite von 36 mm anwenfdbar.
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Würde man beispielsweise Röntgen-Serienaufnahmen mit sehr viel größerer
Bildbreite nach diesem Verfahiren. herzustellen versuchen, so würde sowohl die Malteserkreuzanordnun:g
wie auch der benötigte Raum für die Schleifen#bildun.g eine völlig unhandliche Größe
des Geräts ergeben; außerdem
wäre es nicht möglich, normalen Röntgenfilm
hierfür zu verwenden, da dieser den Beanspruchungen nicht gewachsen ist Aufgabe
der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Vorrichtung, die einen
kontinuierlichen Antrieb des Filmstreifens bei größtmöglicher Schonung und dessen
ruckweise Biewegung am Bildfenster vorbei ermöglicht und dabei auch für Röntgenaufnahmen
eine Aufnahmegeschwindigkeit und Bildfolge zuläßt, wie sie, bisher nur bei Kleinbildaufnahnien
erzielbar waren.
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Das erfindungsgemäße Verfahren besteht hierbei darin, daß die Fördermittel
für den Streifen kortnnuierlich angetrieben und der Streifen über ein oder mehrere
Organe mit einer,derart alternierenden Bewegung geführt wird, daß der Streifen vor
dem Bildfenster während der Bewegung ,des. oder der Organe in einer Richtung stillsteht
und: während der Bewegung in der anderen Richtung mit einer die Laufgeschwindigkeit
der Fördermittel übersteigen, den, Geschwindigkeit, etwa ruckartig, transportiert
wird.
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Dabei ist der Bildstreifen während des ganzen Transportes straff gespannt,
so daßi :die Führungsmittel auf geringstem Raum untergebracht werden können und
die Führung , unter größtmöglicher Schonung des Trägermaterials und der strahlen.-empfindlichen
Schicht möglich ist.
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Im einzelnen wird beim erfindungsgemäßen Verfahren der B.ildstreifen
von einer Vorratsspule oder -walze abgezogen, über feste Umlenkrollen und ein Organ
mit alternierender Bewegung, das eine Umlenkrolle für den Bildstreifen trägt, der
somit eine Schleife veränderlicher Länge bildet, an einem Bildfenster vorbei; über
eine an diesem. oder einem anderen Organ mit alternierender Bewegung befestigte
weitere Umlenkrolle, die eine zweite Schleife veränderlicher Länge derart bildet,
daßi die Summe der Längen beider Schleifen in 'jedem Augenblick im wesentlichen
konstant bleibt, und über weitere feste Umlenkrollen geführt: und gegebenenfalls
auf eine Aufrollwalze oder -spule aufgewickelt..
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Dieses Verfahren ergibt nicht nur für Reihenaufnahmen von! Bildern
erheblicher Abmessungen, sondern auch für Kleinbildreihen ganz entscheidende Vorteile
bezüglich der Raumersparnis und der Schonung des Films dadurch, daß die Schleifen
nicht lose hängen, sondern über feste Steuermittel geführt sind' und- der Film über
seine ganze Länge straff gespannt bleibt.
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Die zur Durchführung des: erfindungsgemäßen Verfahrens dienende- Vorrichtung
besitzt ein oder, mehrere Organe mit alternierender Bewegung, wie z. B. einen doppelarmigen
bzw. zwei gemeinsam bewegliche Klappbügel od. dgl., mit Umlenkrolle, über die der
Filmstreifen geführt ist und die durch den Filrnbransport., entgegen der Wirkung
einer Feder, in einer Richtung derart beweglich sind, daß die Länge der Schleife
vor dem Bildfenster allmählich zu- und die der Schleife hinter dem Bildfenster entsprechend
allmählich, abnimmt und der Streifen vor dem Bildfenster somit stillsteht, und die
in der anderen Richtung; z. Bi. unter Wirkung der erwähnbei Feder, etwa ruckartig
beweglich sind und dabei den Bildstreifen, gegenüber dem, Bildfenster um eine Bildhöhe
verschieben.
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Vorzugsweise sind izn Weg des oder der Organe mit alternierender Bewegung
ein oder mehrere Anschläge vorgesehen, bei deren Berührung der Rücklauf des: oder
der Organe, z: B. unter Wirkung einer Feder, -ausgelöst bzw. eingeleitet wird..
Zweckmäßig Üt die Anordnung so getroffen, daß die Anschläge als Begrenzung der Bewegung
des oder der alternierenden Organe ausgebildet sind bzw. dienen.
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Esi kann aber auch: eine Schaltwelle vorgesehen sein, die die :Bewegung
des oder der alternierenden Organe steuert.
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Zusätzlich hierzu oder an Stelle hiervon können Mittel, wie Kurvenscheiben,
Exzenter, Nocken- -anordnungen od. dgl., nach Art einer Programms.teuerung zur Bewegung
bzw. Steuerung des, öder der alternierenden Organe vorgesehen sein.
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Besonders zweckmäßüg ist die Anordnung einer lösbaren Audrückvorrichtung
für den, Bildstreifen gegenüber dem Bildfenster, die in Abhängigkeit von der Bewegung
des oder der alternierenden Organe den. Bildsitreifen wechselweise gegen das Bildfenster
andrückt und für den Vorschub freigibt.
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Um mit ein und derselben Vorrichtung Reihenbilder verschiedener Bildhöhe
herstellen zu können, sind gemäß der weiteren Erfindung Mittel zur Einstellung der
Vorächublänge des Bildstreifens und damit der Bildhöhe, beispielsweise durch Verstellung
derAnschläge, Auswechselung der Schaltwalze, Kurvenscheibe, Nockentanordnung od.
dgl. vorgesehen.
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Zweckmäßig ist auch eine solche Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
daß die Führungsorgane des, Bildstreifens so angeordnet bzw. ausgebildet sind, da3
Bildstreifen verschiedener Breite verwendbar sind. Es ist aber auch möglich, Mittel
zum Einstellen der wirksamen Bildbreite, beispiels, weise eine verschiebliche Blende,
vorzusehen.
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Dabei können Mittel, um- während eines Stillstandes des Bildstreifensi
zwei oder mehrere nebeneinanderliegende Bilder nacheinander aufzunehmen bzw. wiederzugeben.,
Verwendung finden., um dadurch die Breite des Bildstreifens auch dann voll auszunutzen,
wenn ,Bilder geringer Abmessungen benötigt werden.
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Aus praktischen Gründen ist eine derart geteilte Ausführung des. oder
der Organe mit alternierender Bewegung, daß zwischen den Teilen Raum zur Unterbringung
eines Spiegels, Bildschirms od:. dgl. für die gleichzeitige Mitbeobachtung derAufnahmen
verbleibt, mit Vorteil verwendbar.
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In vielenFällen werden RönttgenrSerienaufnahmen benötigt, die aus
verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen sind. Um die erfindungsgemäße Vorrichtung
ohne weiteres hierfür verwenden zu können, its:t einte solche Gestaltung zweckmäßig,
.daßi zwei gleichartige :Geräte zur gleichzeitigen Aufnahme in zwei Ebenen leicht
mach tBaukastenart unter einem vorzugsweise rechten Winkel zusammengesetzt werden,
können.
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Zu diesem Zweck ist lediglich eine pultförmige,
vorzugsweise
unter einem Winkel von d.5° geneigte Außenfläche des Gehäuses in unmittelbarer Nähe
des. Bildfensters anzuordnen. Weiterhin können Mittel zur Markierung der Einzelbilder,
insbesondere zurAnbringung von Zeitmarken oder -registrierungen auf den Einzelbildern
vorgesehen sein.
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Um besonders wichtige und eilige Aufnahmen sofort aus der Reihe herausnehmen
zu können, ist eine Schneidvorrichtung zum Abtrennen bzw. Herausschneiden von Einzelbildern
zweckmäßig.
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Dabei kann die Schneidvorrichtung im Takt des Bildvorschubs selbsttätig
arbeitend ausgebildet sein.. Es, ist aber auch möglich, diese zur Auswahl der abzuschneidenden
Einzelbilder voni Hand zu betätigen. In jedem Fall ist es vorteilhaft, die Schneidvorrichtung
abschaltbar zu gestalten.
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Um dieAnwendungsmöglichkeiten der erfindungsgemäßenVorrichtung für
Röntgen-Serienaufnahmen zu erweitern, ist die Verwendung einer Fluores.zenzfolie,
die derart im Strahlenweg des. Aufnahmegeräts angebracht ist, daßi eine gleichzeitige
Mi.tbeobachtung der Aufnahme möglich ist, vorteilhaft. Dabei kann die Fluoreszenzfolie
sowohl stillstehend als Bildschirm ausgebildet .sein.; zweckmäßig ist es aber, diese
zusammen mit dem Filmstreifen umlaufen zu lassen und vorzugsweise als endloses Band
auszubilden.
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Die Fluoreszenzfolie kann aber auch dazu dienen, die Belichtungsdauer
für die Reihenbilder zu verkürzen, indem man die Folie in der Einfalls.richt urig
der Röntgenstrahlen hinter dien strahlenempfindlichen Material anordnet und die
Strahlenwirkung der Fluores.zenzfolie zur zusätzlichen Belichtung des lichtempfindlichen
Materials von der Rückseite her ausnutzt. Dadurch wird eine beträchtliche Erhöhung
der Kontrastwirkung neben der bereits erwähnten Verminderung der Belichtungszeit
bzw. Belichtungsintensität erzielt.
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Wird ein fluoreszierendes Material mit merklicher zeitlicher Nachwirkung
verwendet, so isti es nicht möglich, die Fluoreszenzfolie stillstehend zu verwenden,
da sich) sonst eine teilweise Überlagerung aufeinanderfolgender Reihenbilder ergeben
würde. In diesem Fall ist es erforderlich, die Folie, wie oben erwähnt, zusammen
mit dem Filmstreifen umlaufen zu lassen. Da nach einiger Zeit die Fluoreszenzwirkung
jedoch abgeklungen ist, kann auch in diesem Falle die Folie als endloses Band aus,-gebildet
sein, wobei die Länge der endlosen Schleife von der Abklingzeit und der Transportgeschwindigkeit
des: Bandes abhängt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Vorrichtung schematisch dargestellt, und zwar in Form einer Aufnahmevorrichtung
für Röntgen-Serienbilder.
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In einem Gehäuse i ist ein Motor 2 untergebracht, der die beweglichen
Teile der Vorrichtung antreibt. Der Filmstreifen. 3 ist auf eine Spule oder Walze
q. aufgewickelt und wird von dieser über feste Umlenkrollen 5, 6 und 7 mit kontinuierlicher
Laufgeschwindigkeit abgezogen. Dann läuft der Film über eine, an einem doppelarmigen
Klappbügel 8 angeordnete Umlenkrolle 9 zu weiteren Führungsrollen io, i i, die durch
eine Rolle 12 gebremst sein. können. Dabei kann die Anordnung auch so getroffen
sein, daß die Bremsung nur während des Stillstandes des Bildstreifenis 3 vor dem
Bildfenster 13 wirksam ist und für den Vorschub aufgehoben werden kann. Verfolgt
man den rFilmstreifen 3 in Richtung der eingezeichneten Pfeilspitzen weiter, so
läuft er auf der anderen Seite des Bildfensters über weitere Umlenkrollen i4., 15,
die wiederum durch eine- Bremsrolle 16 evtl. zeitweise gebremst werden können. Sodann
läuft der Streifen 3 über die am anderen Ende des Klappbügels 8 angeordnete Umlenkrolle
17, über feste Rollen 18, i9 und 2o und wird auf eine Aufrollwalze oder -spule 21
aufgewickelt.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist kurz folgende In seine gestrichelt
dargestellte Lage ist der Klappbügel 8 unter Wirkung des Filmtransports, beispielsweise
entgegen der Wirkung einer Feder, geführt worden. Dabei können die festen Umlenkwalzen
auch als Transportwalzen dienen. In dieser Endstellung wird der Rücklauf des Klappbügels
8, beispielsweise durch Anstoß an entsprechende nicht dargestellte Anschläge, ausgelöst,
so daß dieser unter Wirkung der Feder oder auf andere Weise, im wesentlichen ruckartig
in die strichpunktierte Stellung 8' gelangt. Dabei wird der Film auf der linken
Seite des Gerätes, also hinter dem Blildfenster, zu einer fest gespannten Schleife
22 ausgezogen, während die vorher auf der rechten Sorte, also vor dem ,Bildfenster,
vorhandene Schleife 23 auf ein Mindestmaß verkürzt wird. Dadurch wird der Filmstreifen,
3 vor dem Bildfenster 13 um eine Bildhöhe nach links verschoben. Zweckmäßig ist
es hierbei, die Filmführungs- und Andruckplatte 24 für die Dauer des Filmtransports
anzuheben., um die Beanspruchung des Filmstreifens auf ein Mindestmaß herabzusetzen.
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Die Steuerung des Klappbügels kann. statt durch Anschläge und Federn
auch auf jede andere Weise, beispielsweise durch elektrische Mittel, erfolgen, die
durch die Schaltwalze 25 betätigt werden können.
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Es ist aber auch möglich, mechanische Steuermittel, wie Nocken, Exzenter
oder Kurvenscheiben vorzusehen, die nach( Art einer Programmsteuerung wirken und(
den Klappbügel alternierend bewegen.
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Vorzugsweise besteht der Bügel aus zwei an Achsstummeln 26 in gegenüberliegenden
Gehläusewandurigen drehbar gelagerten Bügelhälften, die somit den ganzen Innenraum
des. Gehäuses freilassen und die Möglichkeit. zur Anbringung eines Spiegels zwecks
gleichzeitiger Mitbeobachtung der Aufnahmen freilassen. Ebenfalls an der Vorderwand
des Gehäuses kann eine beliebige Zeitmarkierungsvorrichtung vorgesehen sein, die,
wie im dargestellten Ausführungsbelispiel, aus einer Zahnstange 27 und Zahnrädern
28, 29 besteht, die von einem Uhrenmotor 3o angetrieben werden. Dabei kann die Zahristtange
irgendwelche, Zeitmarken oder Zeitregistrierungen mechanisch, optisch oder elektrisch
auf den Bildstreifen überltragen.
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An der Oberseite des Gehäuses sind die Flächen 31 bzw. 32 neben dem
Bildfenster 13 pultförmig
abgeschrägt und können mit geeigneten
Verbindungsmitteln ausgestattet sein, um ein gleichartiges Gerät unter einem Winkel
von 9o° auf das erste Gerät aufzusetzen. Die für der Vorderwand des Gerätes vorgesehenen
Schlitze 33 können zur Einstellung der Arbeitsweise des Gerätes, zum Auswerfen abgeschnittener
Einzelbilder usw. -dienen.