DE86715C - - Google Patents
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- DE86715C DE86715C DENDAT86715D DE86715DA DE86715C DE 86715 C DE86715 C DE 86715C DE NDAT86715 D DENDAT86715 D DE NDAT86715D DE 86715D A DE86715D A DE 86715DA DE 86715 C DE86715 C DE 86715C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C05—FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
- C05B—PHOSPHATIC FERTILISERS
- C05B17/00—Other phosphatic fertilisers, e.g. soft rock phosphates, bone meal
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Cultivation Of Plants (AREA)
- Fertilizers (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Düngerbereitung.
(England).
Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels für Pflanzen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 11. Dezember 1894 ab.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Düngemittels,
welches das Wachsthum der Pflanzen befördert und unterhält und aufserdem die Beschaffenheit
einer faserigen oder schwammigen Masse hat, in welche die Pflanzen wie sonst
in Erde eingesetzt werden.
Zur Herstellung eines solchen Düngemittels wird eine faserige oder schwammige Masse
mit Substanzen getränkt, die geeignet sind, die Pflanzen zu ernähren und das Wachsthum
derselben zu befördern. Die auf diese Weise hergestellte fruchtbare Masse wird vom Erfinder
»Jadoo-Faser« genannt.
Als ein für derartige Zwecke geeignetes Fasermaterial zeigt sich das Torfmoos. Es
können jedoch auch andere geeignete faserige oder schwammige absorbirende Massen verwendet
werden, wie z. B. gewöhnliches Moos, Cocosnufsfaser oder Schnitzel von Schwämmen.
Diese faserigen oder schwammigen Massen werden in weiter unten zu erläuternder Weise
mit einem Düngemittel getränkt, welches hauptsächlich aus Rufs, Knochenmehl, Gyps, Phosphorsäure
und Wasser besteht, oder ähnlichen gleichwirkenden Substanzen.
Das Torfmoos oder die sonstige faserige oder schwammige Masse wird in Wasser gebracht,
welches mit Phosphorsäure angesäuert ist, wird in diesem mit den Düngemitteln gekocht
und dann getrocknet, worauf die so gewonnene Masse theilweise in Gährung übergeht.
Durch diese Behandlung wird ein Austauschen der chemischen Bestandtheile des Gypses und
der anderen Substanzen bewirkt, und die faserige Masse erhält äufserst düngende Eigenschaften,
während gleichzeitig jede schädliche Wirkung auf die Wurzeln der Pflanzen, wie sie bisher oft eintrat, vermieden wird.
Das erwähnte Düngemittel, sowie die bei Herstellung der fruchtbaren Masse übrig
bleibende Flüssigkeit sind ferner in wässeriger Lösung sehr geeignet zum Düngen von Pflanzen.
Die Herstellung des Düngemittels geschieht zweckmäfsig in folgender Weise: Etwa 225 1 Wasser werden in ein geeignetes Gefäfs
gebracht und ungefähr 240 g Phosphorsäure zugesetzt. In einem anderen Gefäfs werden
dann die folgenden Substanzen in geeigneter Weise gemischt: 4,5 kg Rufs, 7,2 kg fein gemahlenes
Knochenmehl und 7,2 kg ungebrannter Gyps.
Diese Substanzen werden mit etwas Wasser oder einem kleinen Theil der erstgenannten
Flüssigkeit vermischt, bis sie die Consistenz des Mörtels angenommen haben. Das mit der
Phosphorsäure angesäuerte Wasser ist inzwischen zum Kochen gebracht worden, und die erwähnte
Masse wird in diese kochende Flüssigkeit hineingebracht. Der noch frei bleibende
Theil des Kessels wird dann mit Torfmoos gefüllt. Dieses wird in der Lösung etwa 20
bis 30 Minuten gekocht, je nachdem das Material mehr oder weniger aufsaugungsfähig ist,
und während dieser Zeit gut umgerührt,
worauf die Masse herausgenommen ■ und in ein Gefäfs mit durchlöchertem Boden gebracht
wird. In diesem Gefäfs wird die Masse einer Pressung unterworfen, so dafs die überschüssige
Flüssigkeit ausgeprefst wird. Anstatt durch Pressen kann diese Flüssigkeit auch auf andere
Weise entfernt werden, z. B. durch Ausschleudern. Die abgelaufene Flüssigkeit wird wieder
in den Kessel gebracht, letzterer mit frischem Wasser gefüllt und ungefähr 90 g Phosphorsäure
zugesetzt, worauf der Kessel von neuem mit Torfmoos gefüllt werden kann. Auf diese
Weise verfährt man ein drittes Mal. Darauf wird die ganze so erhaltene Masse in einer
Grube auf einen Haufen zusammengebracht, worauf dieselbe in Gährung geräth. Wenn
die Temperatur, welche von Zeit zu Zeit gemessen wird, 500C. erreicht oder überschritten
hat, wird die Masse herausgenommen, aus einander gebreitet, zwei Stunden liegen gelassen
und dann wieder auf einen Haufen zusammengebracht. Dies wird so lange fortgesetzt,
bis die Temperatur nicht höher steigt als 500C.
Die nach dem oben geschilderten Verfahren übrig bleibende Flüssigkeit kann zum Begiefsen
von Pflanzen u. dergl. verwendet werden.
Gewünschtenfalls kann auch eine besondere düngende Flüssigkeit in der oben beschriebenen
Weise mit den erwähnten Substanzen in den angeführten Verhältnissen hergestellt werden,
und es kann die Gährung dieser Flüssigkeit an einem gewissen Punkte durch Zusatz von
Schwefel unterbrochen werden.
Der Kessel von beliebiger Construction mufs so angeordnet sein, dafs die Masse an keiner
Stelle überhitzt wird und nach der Behandlung schnell und leicht herausgenommen werden
kann.
In manchen Fällen erscheint es auch zweckmäfsig, den Kessel mit einem herausnehmbaren,
siebartig durchlöcherten Gefäfs zu versehen, um die in dem Kessel behandelte Masse auf
einmal herausnehmen zu können.
Das Arbeitsverfahren kann auch noch auf andere Weise ausgeübt werden, vorausgesetzt,
dafs das Torfmoos oder die sonstige Masse in eine Flüssigkeit getaucht wird, welche die
verschiedenen angeführten Substanzen enthält und bei der erforderlichen Temperatur 20 bis
30 Minuten in ihr belassen wird. Das Torfmoos kann z. B. durch einen langen Trog
hindurchgeschickt werden, in welchen fortwährend die düngende Flüssigkeit hineinfliefst,
die durch Dampfschlangen oder auf sonst geeignete Weise auf der erforderlichen Temperatur
erhalten wird.
Bei der Herstellung des vorliegenden Düngemittels kann man auch anstatt des erwähnten
Torfmooses gewöhnliches Moos, Cocosnufsfaser oder Schnitzel von Schwämmen benutzen.
Aufserdem kann an Stelle des Gypses Kalk und Schwefelsäure, in den erforderlichen
Mengen mit einander gemischt, verwendet werden; das Knochenmehl kann durch eine Mischung von Gelatine und phosphorsaurem
Kalk ersetzt werden, auch können an Stelle dieser Substanzen andere von ähnlicher Wirkung benutzt werden, ohne dafs an dem
Wesen der Erfindung etwas geändert würde.
Anstatt des Knochenmehls kann zuweilen auch folgende. Mischung verwendet werden:
Gelatine 33 Theile,
phosphorsaurer Kalk . . 57 - ,
kohlensaurer Kalk 4 - ,
phosphorsaure Magnesia 3 - ,
Chlornatrium 3
Chlornatrium 3
Anstatt des Gvpses kann man auch folgende Mischung benutzen:
schwefelsaurer Kalk ... 65 Theile, .
kohlensaurer Kalk 10 - ,
Eisenoxyd . 3 - ,
Thonerde 2 - ,
Calciumsilicat 15 - ,
Wasser 5
Die auf diese Weise hergestellte »Jadoo-Faser«
mufs vor dem Gebrauch gehörig befeuchtet werden.
Infolge der kräftigen Wirkung dieses Düngemittels werden die in dasselbe eingesetzten
Pflanzen nicht welk, wie es sonst bei Pflanzen der Fall ist, die in andere Erde versetzt sind;
man braucht vielmehr die Pflanzen nur ein wenig zu beschatten und kann sie dann allmälig
immer mehr der Sonne aussetzen, bis sie in voller Frische stehen, ohne zu welken.
Aufserdem welken Pflanzen,. die zuerst in dem Düngemittel standen und dann in gewöhnliche
Erde umgepflanzt werden, nicht, da sie zwischen den Wurzeln noch einen Ballen des
Düngemittels tragen.
Das Düngemittel hat vor der Erde aufserdem noch den Vorzug, dafs es bedeutend leichter
ist als diese, so dafs für dasselbe auch nicht die schweren Steinguttöpfe erforderlich sind,
wie bisher. Sehr zweckmäfsig zeigt sich das Düngemittel für Pflanzen, die für Decorationszwecke
benutzt werden oder vor den Fenstern in Kästen u. dergl. eingesetzt sind.; es ist bedeutend
reinlicher als Erde und erspart Zeit und Mühe beim Umsetzen von Pflanzen. Das Düngemittel braucht nicht so oft begossen zu
werden wie Erde. und verbreitet keinerlei üble Gerüche; es pafst sich allen Pflanzen an, während
bisher der Boden erst den Pflanzen angepafst werden mufste; es ermöglicht, dafs die
Pflanzen in kleineren Töpfen gezogen werden können als bisher, wo Erde verwendet wurde;
ferner erhalten die Blüthen der Pflanzen lebhaftere Farben und fallen weniger leicht ab,
als bei in Erde gewachsenen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung eines düngenden, faserigen, als Ersatz für Erde zur Aufnahme von Pflanzen bestimmten Materials, dadurch gekennzeichnet, dafs etwa to Theile Rufs, ίο Theile Knochenmehl, und io Theile gebrannter Gyps mit einander gemischt und in eine kochende Lösung von Phosphorsäure gebracht werden, worauf Torfmoos oder ein anderes Fasermaterial zugesetzt und 20 bis 30 Minuten gekocht wird, worauf die getränkte Masse ausgepreist und dann theilweise in Gährung übergeführt wird, welche unterbrochen wird, wenn sie den gewünschten Grad erreicht hat.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE86715C true DE86715C (de) |
Family
ID=358746
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT86715D Active DE86715C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE86715C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1015018B (de) * | 1956-01-07 | 1957-09-05 | Gewerk Victor Chem Werke | Verfahren zur Herstellung granulierter Duengemittel |
| DE102007044699A1 (de) * | 2007-07-10 | 2009-01-22 | Axel Bruckert | Düngemittel |
-
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- DE DENDAT86715D patent/DE86715C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1015018B (de) * | 1956-01-07 | 1957-09-05 | Gewerk Victor Chem Werke | Verfahren zur Herstellung granulierter Duengemittel |
| DE102007044699A1 (de) * | 2007-07-10 | 2009-01-22 | Axel Bruckert | Düngemittel |
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