DE862863C - Verfahren zur Herstellung von Marmorierungseffekten auf Oberflaechen damit zu dekorierender Gegenstaende und Vorrichtung zur Durchfuehrung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Marmorierungseffekten auf Oberflaechen damit zu dekorierender Gegenstaende und Vorrichtung zur Durchfuehrung dieses VerfahrensInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Marmorierungseffekten auf Oberflächen damit zu dekorierender Gegenstände und Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens Gegenstand der Erfindung bildet ein neuartiges und besonders vorteilhaftes Verfahren zum Aufbringen von Marmorierungseffekten auf Oberflächen damit zu dekorierender Gegenstände durch Farbauftrag und eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
- Das Aufbringen von Marmorierungseffekten auf Oberflächen damit zu dekorierender Gegenstände durch Farbauftrag geschieht nach altbekannten und allgemein üblichen handwerklichen Verfahren in der Weise, daß den zu dekorierenden, möglichst glatt gehaltenen, insbesondere ebenen oder gekrümmten Oberflächen durch entsprechenden Farbauftrag zunächst ein im allgemeinen einfarbiger, z. B. weißer Grundton gegeben wird und dann auf diesen, sei es von Hand oder mittels Schablone, ein dem natürlichen Schliffbild von Marmor möglichst angeähneltes Aderwerk in einem von dem Grundton abweichenden, z. B. schwarzen Farbton aufgetragen wird. Auch bei großer Übung und sorgfältigster Ausbildung der Schablonen lassen sich jedoch auf diese Weise nur sehr bedingt an das Schliffbild von natürlichem Marmor erinnernde Dekorationseffekte erzielen, da dabei das Aderwerk praktisch unvermeidbar fast durchweg scharfe Randkonturen erhält und damit gerade jene weichen, vom Naturmarmor her bekannten schwimmenden Grenzbereiche zwischen Aderung und Grundmaterial fehlen, welche für natürlichen Marmor so charakteristisch und an diesem so geschätzt sind.
- Gemäß der vorliegenden Erfindung gelingt es nun auf außerordentlich einfache und überraschende Weise, diesen vorerwähnten übelstand zu beheben und damit Marmorierungseffekte auf mit solchen zu dekorierenden Gegenständen mittels Farbauftrag zu erzielen, welche diese in weitgehendstem Maße dem Aussehen natürlichen Marmors auch gerade hinsichtlich dieser schwimmenden Grenzbereiche ähnlich machen und diesen in weitgehendstem Maße den Charakter des Ersatzes bzw. der Imitation nehmen, zumal dann, wenn auch die Oberflächenbeschaffenheit als solche derjenigen natürlichen. Marmors nach an sich bekannten Methoden möglichst angeähnelt wird.
- Dieses erfindungsgemäße Verfahren besteht darin, daß über bzw. vor den zu dekorierenden Oberflächen in Abstand von denselben ein von einem Rahmen gehaltenes, regelloses, insbesondere von Schuß und Kette freies, mehr oder weniger weitläufiges, sich nach Art der Aderung natürlichen Marmors in sich verzweigendes Gitterwerk oder Adernetz aus Metall-, Textil-, Kunststoff-oder sonstigen Werkstoffäden, -bändern, -drahten od. dgl. in sich verschiedener und bzw. oder wechselnder Stärke nach Art eines Rasters angeordnet wird und der Farbauftrag in zweckmäßig feiner Verteilung in jeweils gewünschter Pigmentierung und Farbtönung, vorzugsweise mittels Spritzpistole, durch dieses Gitterwerk oder Adernetz hindurch erfolgt. Mit ganz besonderem Vorteil wird dabei das erfindungsgemäße Verfahren in der Weise durchgeführt, daß die Entfernung des Gitterwerkes oder Adernetzes bzw. des dasselbe tragenden Rahmens von der zu dekorierenden Oberfläche ständig oder zeitweise geändert, z. B. der Rahmen der Oberfläche abwechselnd ferner oder näher gebracht wird.
- Arbeitet man im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens und wählt man einerseits für den vorher aufzubringenden Farbton und andererseits für den durch das erfindungsgemäß zu verwendende Gitterwerk oder Adernetz aufzubringenden Farbton eine geeignete Nuancierung, so erhält man Dekorierungseffekte von überraschender Naturtreue und insbesondere auch mit den vorerwähnten schwimmenden Grenzbereichen. Besonders überraschend ist dabei auch, daß etwaige Verdickungsstellen, wie sie innerhalb des Gitterwerkes, z. B. als Lötknoten an Verzweigungsstellen ,des Aderwerkes, auftreten können, nicht etwa störend wirken, sondern auch ihrerseits nur zu dem angestrebten Effekt weicher Übergänge beitragen.
- Der Farbauftrag durch das Gitterwerk kann bei alledem naturgemäß nicht nur, wie oben beispielsweise genannt, mittels Spritzpistole, sondern auf jede für einen solchen übliche Methode, z. B. mittels Schwabbels, Gebläses oder auf sonstige handwerklich übliche Weise, erfolgen. Ebenso ist es selbstverständlich, daß im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zweckmäßigerweise auch alle sonstigen einschlägigen handwerklichen Gesichtspunkte, wie vorherige Zurichtungen, z. B. Glättung der Oberflächen und Nachbehandlung derselben, z. B. Lackieren, nach Bedarf und Erfordernis zu berücksichtigen sind.
- Eine geeignete Vorrichtung der erfindungsgemäßen Art zur Durchführung des vorliegenden Verfahrens besteht nach allem aus einem Rahmen, z. B. aus Winkeleisen, innerhalb dessen ein regelloses, insbesondere von Schuß und Kette freies, mehr oder weniger weitläufiges, sich nach der Art der Aderung natürlichen Marmors in sich verzweigendes Gitterwerk oder Adernetz aus Metall-, Textil-, Kunststoff- oder sonstigen Werkstofffäden, -bändern, -drahten od. dgl. in sich verschiedener und bzw. oder wechselnder Stärke nach Art eines Rasters angeordnet ist. Eine solche Vorrichtung wird zweckmäßig mit beispielsweise drei Halterungs- und Einstellorganen, z. B. an dem Rahmen ,an:gebrachten Stellschrauben, .ausgestattet, mittels welcher die Entfernung der Vorrichtung von ,der zu dekorierenden Oberfläche planparallel zu dieser wahlweise geändert werden kann. Besonders vorteilhaft ist es in dieser Hinsicht, das Gitterwerk auf den Stellschrauben federnd zu lagern, um so, durch einfaches Aufdrücken das Gitterwerk der zu dekorierenden Oberfläche nähern und durch Nachlassen des Druckes den Abstand wieder vergrößern zu können und dabei nach Belieben eine gleitende oder stufenweise Vergrößerung oder Verkleinerung der Entfernung zu erzielen.
- In der Zeichnung ist eine Vorrichtung der erfindungsgemäßen Art in beispielsweiser Ausführungsform schematisch veranschaulicht, und zwar in Fig. i in der Draufsicht und in Fig. 2 und 3 in Seitenansicht.
- Dabei bezeichnet i den Rahmen, z. B. aus Winkeleisen, 2 das innerhalb desselben angeordnete Gitterwerk. vorerwähnter Art und 3 die Halterungs- und Einstellorgane. Dieselben sind in der in Fig.2 dargestellten Ausführungsform als Schraubenbolzen mit einem auf die zu dekorierende Oberfläche aufzusetzenden Fuß und zwei Schraubenmuttern ausgestattet, zwischen welchen der Gitterrahmen i in jeweils gewünschter Entfernung von der zu dekorierenden Oberfläche gehalten werden kann. Gegebenenfalls kann auch nur eine solche Schraubenmutter auf jedem der Schraubenbolzen vorgesehen werden. Im allgemeinen ist es vorteilhaft, den Schraubenbolzen ein grobes Gewinde bzw. ziemlich weite und steile Gewindegänge zu geben, um die .durch die Stellung der Schraubenmuttern bedingte Lage des Gitterrahmens entsprechend schnell ändern zu können.
- Bei der in Fig. 3 veranschaulichten Ausführungsform ist auf jedem Schraubenbolzen in Abweichung von Ausführung gemäß Fig.2 nur eine Schraubenmutter bzw. eine Flügelschraube vorgesehen und an Stelle der zweiten bzw. inneren Schraubenmutter eine Zwischenlegescheibe und eine Spiralfeder aufgesetzt, welche das. Gitterwerk federnd auf den Schraubenbolzenfüßen ruhen und damit in der vorerwähnten, besonders, einfachen und vorteilhaften Weise der zu dekorierenden Oberfläche nach Wunsch und Bedarf nähern und von ihr entfernen läßt.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zum Aufbringen von Marmorierungseffekten auf Oberflächen damit zu dekorierender Gegenstände durch Farbauftrag, dadurch gekennzeichnet, daß über bzw. vor den zu dekorierenden Oberflächen in Abstand von denselben ein von einem Rahmen gehaltenes, regelloses, insbesondere von Schuß und Kette freies, mehr oder weniger weitläufiges, sich nach Art der Aderung natürlichen Marmors in sich verzweigendes Gitterwerk oder Adernetz aus Metall-, Textil-, Kunststoff- oder sonstigen Werkstoffäden, -bändern, -drähten od. dgl. in sich verschiedener und bzw. oder wechselnder Stärke nach Art eines Rasters angeordnet wird und der Farbauftrag in zweckmäßig feiner Verteilung in jeweils gewünschter Pigmentierung und Farbtönung, vorzugsweise mittels Spritzpistole, durch dieses Gitterwerk oder Adernetz hindurch erfolgt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Entfernung des Gitterwerkes oder Adernetzes bzw. des dasselbe tragenden Rahmens von der zu dekorierenden Oberfläche ständig oder zeitweise geändert, z. B. der Rahmen der Oberfläche abwechselnd ferner oder näher gebracht wird.
- 3,. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dieselbe aus einem Rahmen, z. B. aus Winkeleisen, besteht, innerhalb .dessen ein regelloses, insbesondere von Schuß und Kette freies, mehr oder weniger weitläufiges, sich nach Art der Aderung natürlichen Marmors in sich verzweigendes Gitterwerk oder Adernetz aus Metall-, Textil-, Kunststoff- oder sonstigen Werkstoffäden, -bändern, -drähten od. dgl. in sich verschiedener und bzw. oder wechselnder Stärke nach Art eines Rasters angeordnet ist.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dieselbe mit Halterungs- und Einstellorganen, z. B. an dem Rahmen angebrachten Stellschrauben, ausgestattet ist, mittels welcher die Entfernung der Vorrichtung von der zu dekorierenden Oberfläche planparallel zu dieser wahlweise geändert werden kann.
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| DE862863C true DE862863C (de) | 1953-01-12 |
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1948
- 1948-10-02 DE DEP5546A patent/DE862863C/de not_active Expired
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