DE862003C - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Magnesiumoxyd und Calciumcarbonat - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Magnesiumoxyd und Calciumcarbonat

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DE862003C
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B2/00Lime, magnesia or dolomite
    • C04B2/10Preheating, burning calcining or cooling
    • C04B2/102Preheating, burning calcining or cooling of magnesia, e.g. dead burning
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F11/00Compounds of calcium, strontium, or barium
    • C01F11/18Carbonates

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Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Magnesiumoxyd und Calciumcarbonat Zur Herstellung von Magnesiumoxyd-Calciumcarbonat-Gemischen aus natürlichen Mineralien sind verschiedene Verfahren vorgeschlagen worden. Allen diesen Verfahren ist die Dolomitcalcinierung gemeinsam, aber die Ausführungsbedingungen hierzu sind Gegenstand zahlreicher, ganz verschiedener und sich oft widersprechender Vorschläge. Verschiedene Temperaturbereiche wurden ins Auge gefaßt, die aber nicht zu dem idealen Ergebnis führten, daß der gesamte Kalk in Carbonatform und die gesamte Magnesia in Nichtcarbonatform erhalten blieben.
  • Vor etwa 3o Jahren hat man erkannt daß es vorteilhaft ist, im Lauf der Calcinierung bei einer Temperatur von 7oo bis goo° über dem Dolomit einen gewissen Kohlendioxyddruck herrschen und zu diesem Zweck die Calcinierung in geschlossenen, mit Druckregler, wie zum Beispiel einem in eine Flüssigkeit eintauchenden Gasableitungsrohr, versehenen Retorten vor sich gehen zu lassen. Das Calciumcarbonat zersetzte sich zwar unter diesen Bedingungen nicht, doch war es vom industriellen Standpunkt aus ein schwerwiegender Nachteil, daß die Herstellung nur diskontinuierlich und nicht kontinuierlich erfolgen konnte. Da man die bei gewissen Temperaturen auftretende Kohlendioxydabspaltung und Umsetzung des Oxyds mit CO, zum Carbonat nicht kannte, gewann man häufig vorzeitig aus den Retorten ein noch Calciumoxyd enthaltendes Erzeugnis.
  • In neuerer Zeit ist vorgeschlagen worden, Dolomit in einer mit Kohlendioxydgas angereicherten Atmosphäre, aber ohne Anwendung von Druck zu calcinieren, wodurch man leicht kontinuierlich in einem Drehrohrofen arbeiten konnte; nach dem Erhitzen nahm man das Produkt schnell aus der kohlendioxydgashaltigen Atmosphäre und ließ es dann erkalten, denn so glaubte man eine Umwandlung des Produkts verhindern zu können. Eine derartige Maßnahme läuft jedoch der Erlangung eines calciumoxydfreien Produkts zuwider, wie durchgeführte Untersuchungen gezeigt haben.
  • Es wurde nämlich gefunden, daß an der freien Luft der Kohlendioxydverlust im Lauf der Dolomitcalcination nicht nur von der Calcinationstemperatur, sondern auch, und zwar in- großem Maße, von der Calcinationsdauer abhängt. Den der völligen Umwandlung des Magnesiumcarbonats in Magnesia entsprechenden Verlust erhält man bei gewissen Dolomiten nach längerer Erhitzung auf eine deutlich unter 7oo° liegende Temperatur, aber nach kurzer Erhitzung auf eine deutlich über 7oo° liegende Temperatur. Außerdem wird in beiden Fällen ein bedeutender Teil des Calciumcarbonats in Calciumoxyd verwandelt. Andererseits wurde gefunden, daß die Durchführung der Calcination in kohlendioxydhaltiger Atmosphäre zu sehr verschiedenen Ergebnissen führt:- Zunächst hat sich herausgestellt, daß die Anwesenheit von Kohlendioxyd die Calciumoxydbildung beträchtlich verzögert, ohne die Magnesiumbildung zu verhindern. In zweiter Linie hat man die Beobachtung gemacht, daß innerhalb einer verhältnismäßigweitenTemperaturspanne die Calcinierung zu einer elektiven Kohlendioxydabspaltung des Magnesiumsalzes ohne merkliche Bildung von Calciumoxyd führt. Auf jeden Fall zeigt das Calciumoxyd, das sich bilden konnte, infolge seiner Bildung im statu nascendi eine sehr große Neigung, sich wieder mit Kohlendioxyd zu vereinigen, sobald die Temperatur fällt, und schließlich verschwindet das Calciumöxyd bis auf weniger als i Gewichtsprozent der Gesamtmasse. So zeigen bei 77o bzw. 78o° in einer Kohlendioxydatmosphäre calcinierte Proben einen Gesamtgehalt an Calciumoxyd von 0,5? und o,650/,; in beiden Fällen war der Gehalt an Calciumoxyd an der Oberfläche gleich Null. Man kann also zu einem voll befriedigenden Erzeugnis gelangen, ohne daß man wegen des Arbeitens in Anwesenheit von Kohlendioxydgas die Calcination bei einer sehr genauen Höchsttemperatur durchführen muß.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft in erster Linie ein Verfahren, bei dem man in Gegenwart von Kohlendioxyd bei einer Temperatur von 50o bis 8oo° ein gegebenenfalls hydratisiertes Dolomitcalcinationsprodukt behandelt und das dadurch gekennzeichnet ist, daß man das Produkt nach Erreichung der Höchsttemperatur in Gegenwart von Kohlendioxyd abkühlen läßt oder abkühlt. Diese Phase der Kühlung in Anwesenheit von Kohlendioxyd ist wesentlich, denn bei den verhältnismäßig niedrigen, in der Nähe der Zimmertemperatur gelegenen Temperaturen ist die Neigung des Calciumoxyds zur Kohlendioxydaufnahme außerordentlich gering, während sie bei höheren Temperaturen größer ist.
  • Der Hauptvorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß der Gehalt des mit Kohlendioxyd behandelten Produkts an Calciumoxyd sehr gering ist, und daß auf jeden Fall das darin etwa enthaltene Calciumoxyd sich mitten in den Stücken dieses Produkts und nicht an ihrer Oberfläche befindet, so daß seine Anwesenheit nicht stört.
  • Die folgenden beiden Ausführungsformen des Verfahrens sind industriell wichtig.
  • Nach einer dieser Ausführungsformen wird Rohdolomit in einem geschlossenen oder praktisch geschlossenen Raum in Gegenwart von Kohlendioxyd bei einer allmählich bis zu 7oo bis 8oo° steigenden und von da ab wieder fallenden Temperatur einer Cälcinierung unterworfen.
  • Zur Durchführung des Verfahrens nach dieser ersten Ausführungsform ist es vorteilhaft; den Dolomit kontinuierlich durch einen Raum zu leiten, der hintereinander eine Heiz- und eine Kühlzone enthält und derart gebaut ist, daß die Außenluft keinen Zutritt hat. Man kann zu diesem Zweck einen Ofen benutzen, von dem weiter unten ein Ausführungsbeispiel beschrieben ist. ' In der Praxis ist es vorteilhaft, den Dolomit so schnell wie möglich auf die innerhalb des Bereichs von 5oo bis 8oo° gewählte Höchsttemperatur zu bringen. Die Möglichkeit der Umsetzung des Calciumcarbonats zu Calciumöxyd wird so herabgesetzt. Außerdem wählt man diese Höchsttemperatur vorzugsweise ' im Bereich 7oo bis 8oo°, denn es hat sich herausgestellt, daß in der Kohlendioxydatmosphäre die Kohlendioxydverluste des Dolomits bei den Temperaturen dieses Bereichs wenig schwanken im Verhältnis zu denen, die der vollständigen und ausschließlichen Kohlendioxydabspaltung aus dem Magnesiumcarbonat entsprechen. Im Gegenteil nimmt beim Calcinieren in C02-armer Atmosphäre der C0, Verlust durch Dolomit plötzlich von einer Temperatur zu einer ganz benachbarten Temperatur zu, so daß technisch -das Intervall zu eng ist; als daß- man ein praktisch kein Caleiumoxyd enthaltendes Produkt erzielen könnte. Es ist auch vorteilhaft, die Höchsttemperatur nur kurze Zeit aufrechtzuerhalten, um so die Möglichkeit der Bildung von Calciumoxyd herabzusetzen; hierfür ist eine Dauer von etwa 2 bis 15 Minuten empfehlenswert. Schließlich hat sich zur Kühlung von der Höchsttemperatur in C0,-Atmosphäre auf eine Temperatur zwischen 5oound6oo° eine Dauer von 5 bis 5o Minuten als empfehlenswert erwiesen.
  • Nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung wird Dolomit, der vorher in bekannter Weise bis zur vollständigen oder fast vollständigen Kohlendioxydabspaltung calciniert, dann hydratisiert und schließlich granuliert wurde, der thermischen Behandlung in Gegenwart von Kohlendioxyd unterworfen.
  • Bei der ersten Ausführungsform wird mehr Kohlendioxydgas frei als wieder absorbiert wird, und sobald daher einmal genügend davon laufend frei wird, braucht von außen her kein Kohlendioxyd mehr zugeführt zu werden. Bei der zweiten Ausführungsform jedoch muß Kohlendioxyd von einer Außenquelle her zugeführt werden.
  • Praktisch werden zu diesem Zweck Verbrennungsgase verwendet, die gegebenenfalls vorher von reaktionsfähigen Bestandteilen außer Kohlendioxyd befreit werden. Von der Kohlendioxydabspaltung aus natürlichen Mineralien herrührende Gase können ebenfalls verwendet werden, insbesondere Kalk- und Dolomitofengase usw. Insbesondere lassen sich eine Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach der ersten Ausführungsform und eine solche nach der zweiten Ausführungsform derart anordnen, daß der aus der erstgenannten Anlage stammende Kohlendioxydüberschuß die Schaffung einer Kohlendioxydatmosphäre in der zweiten Anlage sichert und gegebenenfalls zusätzliche Kalorien liefert.
  • Werden als einzige oder zusätzliche Kohlendioxydquelle Verbrennungsgase verwendet, die aus dem zur Sicherstellung der Erhitzung dienenden Ofen stammen, ' insbesondere Kohlenwasserstoffverbrennungsgase, oder allgemeiner ausgedrückt, wird Kohlendioxyd verwendet, das mit anderen Gasen oder Dämpfen vermischt ist, so ist die Verdünnung des Kohlendioxyds, z. B. durch Stickstoff und Wasserdampf, in Betracht zu ziehen und die Durchleitgeschwindigkeit des festen Ausgangsmaterials durch den Behandlungsraum entsprechend zu ändern; der Behandlungsraum kann insbesondere ein Ofen ähnlich dem sein, der sich zur Durchführung des Verfahrens nach der ersten Ausführungsform eignet.
  • Die Zeichnungen zeigen Ausführungsformen des Erfindungsgedankens.
  • Fig. i ist ein Längsschnitt durch einen Teil eines Ofens zur thermischen Behandlung; Fig. 2 ist ein Schnitt auf II-II der Fig. i der den Feuerungsraum enthaltenden Vorrichtung; die Fig. 3 bis 5 sind Querschnitte durch III-III, IV-IV und V-V der Fig. i; Fig. 6 ist ein Aufriß, wobei einige Teile nicht dargestellt sind, des äußersten Ofenausgangs und eines daran angeschlossenen Sammlers.
  • Der als Beispiel dargestellte Ofen enthält zunächst ein Rohr raus feuerfestem Material, das eine große Wärmeleitfähigkeit besitzt. Das Material kann Siliciumcarbid sein, das sich ja durch eine große Wärmeleitfähigkeit auszeichnet, oder ganz allgemein ein beliebiges anderes feuerfestes Material, selbst feuerfester Guß oder Stahl. Dieses Rohr liegt in einer .Metallhülle 2, bestehend aus zusammensetzbaren Abschnitten, die durch Winkeleisen 3 zusammengehalten werden; die Hülle 2 ist innen mit einer feuerfesten j Auskleidung 4 versehen, die zwischen ihrer Innenwand und dem Umfang des Rohrs i einen Gasdurchgang 5 frei läßt. Die Auskleidung a. besteht nur über einem Teil der Länge der Hülle a. In dem nichtausgekleideten Teil der Hülle und nahe dem Ende der Auskleidung enthält die Hülle Luftausgangslöcher 6.
  • Wie besonders aus Fig. 3 hervorgeht, hat die Auskleidung q. hier und da radial verlaufende Teile 7, die nach innen vorspringen und das Rohr i in passendem Abstand halten. In dem nichtausgekleideten Teil der Hülle 2 spielen das Rohr i umgebende und mit der Hülle verschweißte Bänder oder Ringe 8 die gleiche Rolle wie die Teile 7 (Fig. 5). Der nichtausgekleidete Teil ist von dem ausgekleideten Teil durch einen Metallring g getrennt, der seinerseits bei io mit einer feuerfesten Auskleidung.versehen ist. Die Hülle 2 sowohl wie die ringförmige Auskleidung q. sind mit Gasauslaßöffnungen ii versehen.
  • In dem in der Zeichnung dargestellten Beispiel werden die Hülle 2 und das Rohr i in zur Horizontalen leicht geneigter Stellung gehalten, und zwar durch zwei feste Bauteile, von denen der eine einen Feuerungsraum und der andere einen Verbrennungsgasableitungskamin enthält.
  • Der erste Bauteil aus feuerfestem Material ist von einem Metallmantel 12 umgeben. In seinem Innern ist eine Kammer 13, die den Feuerungsraum bildet, mit der Durchgangsöffnung 14 für einen oder mehrere Kohlenwasserstoffbrenner, z. B. für Heizöl. Hinten steht diese Kammer 13 mit einem Verbrennungsgasableitungssammler 15 in Verbindung, . in den die Hülle 2 mündet; letztere ruht auf einem Metallband 16, das von der Rückseite des Aggregats getragen wird. Ein Dichtungsring 17 z. B. aus Asbestwolle liegt zwischen diesem Band, der Vorderseite des Mantels i2 und der Hülle 2. Das Rohr i geht durch den Sammler 15 und zu einem Durchlaß 18, in den die senkrechte Öffnung ig zur Einfuhr der zu behandelnden Materialien mündet. Ein auf dem Umfang des Rohrs i vorgesehener Bügel 2o und eine Dichtung 21 sichern die Abdichtung, so daß das Überströmen von Verbrennungsgasen in die Kammer ig verhindert wird.
  • Das zweite Aggregat 22 ist schräg durchbohrt, und in der geneigten Öffnung befindet sich und dreht sich die Hülle 2. Es enthält im Innern eine Verbrennungsgassammelkammer 23, in die die Öffnungen ii münden und die mit einem Abzugsschornstein 24 versehen ist. An seinem Ausgangsende ist das Rohr i mit einer Tür 27 versehen, die dauernd auf geschlossen eingestellt ist (schematisch durch das Gegengewicht 28 dargestellt), um so die Kohlendioxydverluste einzuschränken.
  • Wenn der Ofen zur Behandlung von Dolomit nach dem Verfahren der Erfindung verwendet wird, verbrennt man in der Kammer 13 einen Kohlenwasserstoff, wie z. B. Heizöl, wobei man die Geschwindigkeit derart einstellt, daß das Rohr i auf die gewünschte Temperatur gebracht wird. Die Heizung wird durch die Verbrennungsgase gesichert, die sich in dem Sammler 15 und dann in dem Gasdurchlaß 5 sammeln, um aus den Öffnungen ii, der Kammer 23 und dem Kamin 24. auszutreten. Zu gleicher Zeit wird nach der ersten Ausführungsform des Verfahrens Rohdolomit durch die Beschickungsöffnung ig eingeführt und die gesamte Vorrichtung 1, 2, 3 durch hier nicht dargestellte Mittel jeder geeigneten Art drehen gelassen. Der Dolomit wandert in dem Rohr i nach rechts, wird dort unter Abgabe von Kohlendioxyd calciniert und erkaltet dann durch die Luftzirkulation in dem nichtausgekleideten Teil der Hülle s.. Das Kohlendioxyd sammelt sich im Rohr i, aus dem es nach und nach die Luft verdrängt. Eine Dichtungs- Vorrichtung kann am Ausgangsende des Rohrs i vorgesehen sein, um jedes Eindringen von Luft auszuschließen, und am Eingangsende des Rohrs 2 oder oben in der Beschickungsöffnung ig kann ein Sammler zum Auffangen des Kohlendioxydüberschusses vorgesehen sein.
  • Zur Durchführung des Verfahrens nach der zweiten Ausführungsform kann man, wie dies strichpunktiert in Fig. i angegeben ist, eine Vorrichtung zur Einführung von Kohlendioxydgas (Pfeil f) in das Röhr i in Form einer Verbrennungsgasableitung vorsehen. Zu diesem Zweck kann das erste Aggregat Kanäle 25,26 enthalten, die von dem Herd 13 ausgehen und gegenüber dem Eingang des Rohrs i enden.
  • Der Ofen, von dem ein Ausführungsbeispiel eben beschrieben wurde und der feststehend öder drehbar ist, kann auch zu anderen Zwecken als zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung dienen. Er kann zum Beispiel zur Behandlung von Materialien verwendet werden, die Schwefel-, Chlor-, Stickstoff-oder Carbonatverbindungen enthalten oder enthalten können, die während der Erhitzung Gase bilden, die bei der Behandlungstemperatur mehr oder weniger schädlich auf die Ofenwände einwirken.
  • In gewissen Fällen werden diese Gase kondensiert sein, und wenn sie Verunreinigungen enthalten, so werden die aus ihnen entstehenden Flüssigkeiten eine größere oder kleinere Menge von Verunreinigungen enthalten, die schwer zu entfernen sind.
  • `Der Ofen -kann auch zur Kohlendioxydabspaltung aus einfachen oder dem Calciumcarbonat isomorphen natürlichen Carbonaten verwendet werden, wie z. B. Magnesiumcarbonat, Dolomit-Calcium- undMagnesium-Doppelcarbonat, Zinkcarbonat usw. sowie alle Orgänomagnesium- oder Organozinkverbindungen. Er eignet sich besonders zur Behandlung schwefelhaltiger Schiefer, von Bitumenarten und anderen Schieferverbindungen. Die Calcinierung in Gegenwart von Kohlendioxyd, die mittelbare Heizung erfordert, ist nur bei je nachdem über 500° oder über 6oo° liegenden Temperaturen von Vorteil.
  • Man kann daher das zu behandelnde Material durch unmittelbare Beheizung bis in die Gegend der Temperatur von 500 oder 6oo° erhitzen, insbesondere mit Hilfe des durch den Kamin 24 entweichenden Gases. Im Beispiel der .Zeichnung hat man zu diesem Zweck eine Kanalisation 29 vorgesehen, die vom Kamin 24 ausgeht und in einem Drehrohr 30 endet, aus dem das zu behandelnde Ausgangsmaterial in die Beschikkungsöffnung ig geleitet wird. Dieses- Heizrohr 30 kann sehr einfach aus Blech gebaut sein und an dem nicht dargestellten Ende zum Beispiel durch einen Mühltrichter das Material aufnehmen. Bei 31 ist ein Dichtungsring vorgesehen.
  • Es ist übrigens ohne weiteres möglich, den Rohdolomit oder die Körner des von C 02 befreiten Dolomits unmittelbar mit den Gasen von o auf 500 oder 6oo° zu erhitzen.
  • Die Verwendung des Heizrohrs 30 gestattet also die Nutzbarmachung der Kalorien der sehr heißen Gase, die aus dem Ofen austreten, zur Erhitzung des Dolomits auf eine Temperatur von 5oo bis 6oo°. Man braucht infolgedessen in dem Ofen mit indirekter Beheizung nur noch für eine Temperaturerhöhung von etwa 2oo° zu sorgen.
  • Im Beispiel der Fig. 6 ist ein in seiner Gesamtheit mit 32 bezeichneter Sammler an das Ausgangsende des feuerfesten Rohrs = angeschlossen.
  • Der Sammler 32 hat eine Muffe 33, in die das Ende des Rohrs i eingreift und die wie dieses Rohr mit Ringen 34 versehen ist, die mit Ringen 35 des Rohrs i abwechseln und so eine Labyrinthdichtung bilden. An seiner Basis steht der Sammler 32 durch einen Mühltrichter 36 mit einem Rohr 37 in Verbindung; durch das oben eine verschiebbare Klappe 38 geht und das unten durch eine Tür 39 abgeschlossen ist, die bei 4o drehbar gelagert und mit einem Bedienungshebel 4i versehen ist. So entsteht sozusagen eine Schleusenkammer, die durch Ziehen und Wiederzurückschieben des Schiebers 38 gefüllt und dann durch Drehen der Tür 39 um den Drehzapfen 40 geleert wird, ohne daß dadurch eine merkliche Menge Luft wieder in den Ofen eintritt.
  • Der Sammler 32 ist außerdem mit Außen- und/oder Innenkühlvorrichtungen versehen. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Beispiel ist sowohl der Sammler 32 wie auch der Mühltrichter 36 und das Rohr 37 außen mit Rippen 42 versehen. Außerdem geht durch den, Mühltrichter 36 und den Sammler 32 eine Rohrleitung, durch die ein Kühlgas oder eine Kühlflüssigkeit läuft. Im vorliegenden Beispiel besteht die Rohrleitung auf einem Rohr 43, das mit Außenrippen 44 versehen ist und durch einen Ventilator 45 zeit Luft gespeist wird.

Claims (7)

  1. -PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Magnesiumoxyd und Calciumcarbonat enthaltenden Erzeugnissen durch Erhitzen von Dolomit in einer Kohlendioxydatmosphäre bei 5oo bis 8oo°, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung bis unter 6oo°, vorzugsweise bei 5oo bis 6oo°; in Kohlendioxydatmosphäre erfolgt. -
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man im Falle von Rohdolomit die Erhitzung bis zu einer auf etwa 7oo bis 8oo° ansteigenden Temperatur vornimmt und dann in praktisch geschlossenem Raum erkalten läßt, wobei der Rohdolomit vorzugsweise kontinuierlich durch einen Raum mit einer Heizzone und einer sich daran anschließenden Kühlzone unter Ausschluß atmosphärischer Luft geleitet wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle von cälciniertem und dann hydratisiertem und granuliertem Dolomit von außen Kohlendioxyd zugeführt und so schon beim Erhitzen eine Kohlendioxydatmosphäre aufrechterhalten wird.
  4. 4. Geneigter Ofen zur kontinuierlichen Durchführung des Verfahrens nach Anspruch i mit feuerfestem Rohr und Hülle, die einen Heizgaszirkulationsmantel um das Rohr begrenzt, dadurch gekennzeichnet, daß das feuerfeste Rohr x über das untere Ende des Heizmantels 5 hinausragt und einen nichtbeheizten kegelstumpfförmigen Auslaß besitzt, der mit einer Ausbringungstür 27 versehen ist, die den Zutritt atmosphärischer Luft verhindert, wobei der kegelstumpfförmige Auslaß gegebenenfalls von einer Verlängerung der Hülle 2 umgeben ist, so daß ein Mantel für den Durchgang eines Kühlfluidums entsteht.
  5. 5. Ofen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle 2, 4, vorzugsweise mit Drehmöglichkeit, von einem Aggregat getragen wird, das eine mit dem Mantel 5 in Verbindung stehende Kammer 13 und gegebenenfalls eine Ableitung 25, 26 zur Verbrennungsgaseinleitung in das feuerfeste Rohr i enthält.
  6. 6. Ofen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Eintritt in das Rohr i ein geneigtes Drehrohr 3o angeordnet ist, durch das die Gase nach Beheizung des Rohrs i hindurchstreichen.
  7. 7. Ofen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß hinter dem Rohr i ein Sammler 32 vorgesehen ist, der vorzugsweise durch ein Rohr 43 mit zirkulierender Kühlflüssigkeit gekühlt wird und mit einer Schleusenkammer 37, 38, 39 zur periodischen Ausbringung des behandelten Materials versehen ist.
DEH945A 1948-12-21 1949-12-21 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Magnesiumoxyd und Calciumcarbonat Expired DE862003C (de)

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