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Verfahren zur Behandlung von Düngemitteln Handelsdüngemittel, die
Stickstoff, Phosphorsäure, Kali und Magnesia enthalten und von deren richtiger und
genügender Anwendung unsere Volksernährung zu einem großen Teil abhängt, halben
teilweise die unangenehme Eigenschaft, zu stäuben. Diese macht sich beim Beladen
und Entladen von Fahrzeugen mit diesen Düngern, jedoch besonders stark beim Ausstreuen,
bemerkbar. Es sind schon verschiedene Vorschläge gemacht worden, den Staub: .durch
Zusätze zu binden. Bekannt ist das Verfahren, die Staubentwicklung von Kalkstickstoff
durch Zusatz von Öl herabzusetzen. Der Landwirt sucht der Staubentwicklung dadurch
zu begegnen, daß er stäubende und weniger stäubende Dünger zusammenmischt, was mit
viel Arbeit verbunden ist und den Erfolg teilweise gewährleistet. Der Erfindung
liegt die Erfahrung zugrunde, daß Feuchtigkeit den Staub bindet. Bei der Herstellung
von Düngemitteln ist jedoch Feuchtigkeit unerwünscht, weil hierdurch die Mühlen
verschmiert werden und weil sich beim Lagern; das Mahlgut leicht zu Klumpen. zusammenballt;
was bei einer späteren Verwendung zu Düngezwecken ein empfindlicher Mangel ist.
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Die Erfindung bezweckt, die beschriebenen. Mängel der bekannten, zu
Staubentwicklung neigenden Düngemittel zu beseitigen und diese so zu verbessern"daß
ihnen für die Dauer die Neigung zur Staubentwicklung genommen ist, sie dennoch aber
ein. gut streufähiges, mit wirtschaftlicher Sparsamkeit zu verwendendes Dbngemittel
darstellen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren zur Behandlung von zu
Staubentwicklung neigenden handelsüblichen Düngemitteln bekannter Art
vorgeschlagen,
dessen erfinderische Kennzeichen darin. bestehen, daß feinstgemahlener Torf, sowohl
Weißtorf wie Schwarztorf, in einem Verhältnis von 5 bis io Gewichtsprozent diesen,
Düngemitteln zu- _ gesetzt wird und beide Bestandfeile gleichzeitig mit_ Wasser
in einer Menge von. 3 bis io Gewichtsteilen besprüht und dann innig gemischt werden.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, Düngemittel, die zum Schmieren
und Hartwenden neigen, mit Torf oder torfähnlichen Substanzen zu' 2vermischen, um
das Zusammenbacken zu vermeiden. Durch diese Maßnahme wind jedoch. nicht das Stäuben
verhütet, im Gegenteil gefördert. Zur Staubbindung ist der vorgeschlagene Wasserzusatz
unerläßlich, und dieser ist wiederum .nur -in dem Kombination mit Torf möglich,
da andernfalls das* Düngemittel, wie bereits bekannt, schmiert.
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Ausgedehnte Versuchsreihen: ergaben, daß die Kombination von Wasser
und Torf, in genau berechneten Verhältnissen dem fertig gemahlenen Düngemittel zugesetzt,
eine besonders gutes Etg'ebnis bringt. Es wird dadurch nicht nur das Backen und
Klumpen verhütet, sondern gleichzeitig der Staub gebunden; das Düngemittel. wird,
voluminöser und dadurch leichter streubar. Sehr trockene, leichte Düngemittel werden
griffiger und lassen sich leichter entladen.
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Als Torf kommt vorzugsweise Weißtorf aus Hochmooren zur Verwendung.
Aber auch Schwarztorf (Humintorf) bat sich bewährt. Der Torf wird vor der Mischung
feinstens gemahlen, so d'aß er in seiner Masse durch ein, Sieb von i mm geht. Ebenso
werden die Düngemittel fertig gemahlen, und die beiden Komponenten wenden vor der
Verladung in einer Mischschnecke oder in einer anderen geeigneten Vorrichtung reit
Wasser zusammengebracht und innig vermischt.
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Durch die Erfindiung sind für stäubende Handelsdüngemittel bessere,
neue Verwendungsmöglichkeiten geschaffen, die .vor allem folgende Vorteile ergeben:
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i. Das Verladen: der Düngemittel, -das Ausladen der Waggons, das Entladen
von Ackerwagen und Lastzügen erfolgt ohne Staubbelästigung; es geht schneller und
verlustfreier vor sich als bisher. Zur Bewegung der Düngemittel können auch Forken,
z. B. Rüben- oder Kartoffelgabeln., benutzt werden,, izodureh die Arbeit erheblich
beschleunigt wird.
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2. Das Ausstreuen ;der Düngemittel kann durch Maschinen, mit der Hand
oder mit der .Schaufel erfolgen, wobei jede Staubbelästigung von Mensch und Tier
wegfällt und der Dünger gleichmäßiger verteilt wind.
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3. Wenig lösliche Dünger,, wie Kalk, Thonmasme@hl; aber auch Superphosphat,
können. unbedenklieh einige Zeit im .Freien gelagert werden, ohne daß ihre Streufähigkeit
leidet.
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4. Durch :die bequemere Handhabung der Dünger ist der Landwirt eher
geneigt, sie anzuwenden; er ist in der Lage, sie besser zu verteilen. Daraus folgt,
daß das Verfahren indirekt die Bodenerträge steigert: Die Vermischungsarbeit selbst
wind durch an sich bekannte Gerätedurchgeführt. Am einfachsten ist die Verwendung
einer Schnecke, in die die drei Bestandteile im erforderlichen Mischungsverhältnis
einläufen. Ebenso kann eine Trommel nach Art der Zementmischmaschinen verwendet
werden. Sehr gut ist die Verwendung einer schnell laufenden Frästurbine, die ein
besonders inniges Gemisch erzeugt.
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Im folgenden seien-.einige Apsführungsbeispiele beschrieben: i. Feingemahlenem
Kalkmergel wenden in einer Mischschnecke 5 Gewichtsprozent feinstgemahlenex Weißtorf
und 3 Gewichtsprozent Wasser zugesetzt.
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z._ Feingemahlenem Löschkalk werden in gleicher Weie 8 Gewichtsprozent
Weißtorf und 7 Gewichtsprozent Wasser zugesetzt.
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3. Thomasmehl erhält vor der Verladung q. Gewichtsprozent feinstgemahlenen
Weißtorf und 6 Gewichtsprozent Wasser, mit .denen es :in einer Misehtrommel vor
dem Verladen , vermischt wird.
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4. Superphosphat wird mit 5 Gewichtsprozent feinstgemahlenem Weißtorf
und 3 Gewichtsprozent Wasser versetzt und in einer schnell laufenden Frästurbine
homogen gemischt.