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Zahnersatz, insbesondere Oberkieferprothese
Durch das Patent 825 30I
ist ein Zahnersatz bekanntgeworden, der insbesondere für Oberkiefer Verwendung finden
soll, bei dem die Prothese am Innenrande des Alveolarfoftsatzes durch ein oder mehrere
Abschlußorgane, beispielsweise eingelegte Drähte, elastische Bänder, Gummizug od.
dgl., begrenzt ist. Es war dabei vorgeschlagen worden, die Abschluß organe lediglich
am Innen rande Ides Alveolarfortsatzes vorzuselhen, wobei gegebenenfalls noch das
tuberculum alveolare mit umschlossen werden konnte. Durdh dieses Abschjlußorgan
sollte die Prothese durch Saugwirkung am Ober- bzw. am Unterkiefer festgehalten
werden.
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Weiter ist im Hauptpatent vorgeschlagen, daß die Prothese sich lediglich
auf den Alveolarfortsatz erstreckt und den Gaumen bei Oberkieferprothesen frei läßt.
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In Weiterentwicklung dieser Erfindung betrifft die Erfindung die
Erzielung einer noch besseren Haftfähigkeit der Prothese am Gaumen. Weiterhin soll
das Verfahren zur Herstellung der Prothese, insbesondere zur Anbringung der Abschlußorgane,
verbessert und vereinfacht werden gegenüber dem Verfahren des Hauptpatents.
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Danach war vorgesehen, daß zur Herstellung der Prothese das Negativ
mit mehreren Einlagen, die beispielsweise mit einer Rippe versehene Zinnfolien sein
können, versehen wird, um eine Rille längs des Innenrandes des Alveolarfortsatzes
zu erzielen, in die dann später ein raht, elastisches Band gold. dgl.
eingelegt
werden konnte, das bei der Herstellung der eigentlichen Prothese bei dieser dann
die für das Abschlußorgan notwendige Nut erzeugte.
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Gegenüber dem Hauptpatent bringt die Erfindung wesentliche Fortschritte.
Die Erfindung besteht darin, daß Idas Abschlußorgan den Alveolarfortsatz auch an
den Außenseiten ganz oder teilweise umschließt, also nicht nur am Innen sondern
auch am Außenrande vorgesehen ist.
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Durch diese Ausbilldung des Abschlußorgans wird gegenüber der im
Hauptpatent vorgesehenen Form, wo sich das Abschlußorgan lediglich am Innenrande
befand, eine bedeutend bessere Haftfähigkeit und ein besserer Sitz erzielt.
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Vorteilhaft können dabei auch zwei oder mehrere Abschluß organe symmetrisch
oder asymmetrisch nur an Teilen des Alveolarfortsatzes vorgesehen sein.
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Weiter besteht die Erfintdungldarin, Udaß bei dem Verfahren zur Herstellung
der Prothese auf das Positiv längs des Alveolarfortsatzes ein -Streifen aus beliebigem
Werkstoff, beispielsweise Aluminium, Zinn, Zink, Kunststoff od. dgl., mit beliebigem
Querschnitt aufgelegt wird, Ider bei Herstellung der Prothese an dieser entlang
des Alreolarfortsatzes eine Nut bildet, die gegebenenfalls durch den an der Prothese
verbleibenden Streifen ausgefüllt ist, der mechanisch, chemisch oder thermisch entfernt
wird, worauf in die Nut ein A's}schlußorgan, bei spielsweise Draht, elastisches
Band od. dg]., eingelegt wird.
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Die Erfindung vereinfacht das Verfahren der Herstellung der Prothese
in der Weise, daß in das Negativ keine profilierten Folien mehr eingelegt zu werden
brauchen, also auch gar keine Rille oder Nut im Positiv mehr erzeugt wird, sondern
daß lediglich auf das Positiv längs des Alveolarfortsatzes ein Streifen aus beli.ebigem
Werkstoff aufgebracht wird. Dieser erzeugt dann in der Prothese die für die Lagerung
des Abschlußorgans notwenH dige Nut gegebenenfalls bleibt er selbst in der Prothese
haften und kann so als Abschlußorgan verwendet werden.
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Von besonderem Vorteil ist hierbei, daß der Erfinder erkannt hat,
daß man nicht nur mechanisch, sondern gegebenenfalls auch chemisch oder thermisch
die aus beliebigem Werkstoff gebildeten Streifen, die zunächst auf das Positiv aufgelegt
waren und bei der Herstellung der Prothese die Nut bilden, wieder entfernen kann.
Das ist insofern von besondere-r Bedeutung, als erfinldungsgemäß vorgesehen ist,
daß die in der Prothese anzubringende Nut für das Abschlußorgan hilnterschnitten
ist. In diesem Falle ist es bei der Hers'tellung besonders günstig, wenn der in
dem Prothesemuaterial nach Herstellung der Prothese vom Positiv eingebettete Streifen
auf chemischem Wege, gegebenenfalls auch auf thermischem Wege entfernt werden kann.
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Der Erfinder hat nun erkannt, daß man eine derartige vorzugsweise
hinterschnittene Nut, die direkt in das Material der Prothese eingelassen ist, ohne
weiteres Idazu verwenden kann, das Ab schluß organ, beispielsweise ein elastisches
Band, ein- und festzulegen.
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Neu und vorteilhaft ist es dabei auch, die hinterschnittene Nut für
das Abschlußorgan in Form eines oben offenen Röhrchens unmittelbar durch das Prothesenmaterial
auszubilden Nach dem Hauptpatent war es nämlich bisher notwendig, da die in der
Prothese vorgesehenen Nuten nicht hinterschnitten ausgebildetwerden konnten, in
diese kleine Metallrölhrchen, die oben schlitzförmig geöffnet waren, einzulegen,
in die dann wiederum,das elastische Abschlußband eingeklemmt werden konnte. Erfindungsgemäß
ist nunmehr jedoch Idas Röhrchen nicht mchr notwendig, sondern es wird direkt im
Prothesenmaterial eine hinterschnittene Nut durch einen entsprechend ausgebildeten,
auf dem Positiv längs des Alveolarfortsatzes aufgelegten Streifen erzeugt.
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Weiter besteht ein wesentlicher Vorteil darin, daß die Erfindung
vorsieht, daß der auf das Positiv aufgelegte profilierte Streifen von vornherein
röhrenförmig ausgebildet ist, wobei er einseitig offen bzw. geschlitzt ist und mit
dieser offenen Seite auf !das Positiv aufgelegt wird. Bei Herstellung der Prothese
vom Positiv wird nunmehr die Nut entlang des Alveolarfortsatzes zur Aufnahme des
Abschlußorgans, beispielsweise Draht, elastin sches Band od. dgl., direkt durch
tdas oben offene, in der Prothese verbleibende Röhrchen gebildet.
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Gegebenenfalls, kann auch ein geschlossenes Röhrchen verwendet werden,
welches nach Herstellung der Prothese geschlitzt wird. Hierdurch wird das Verfahren
in ganz besonderer Weise vereinfacht und verbilligt, denn es ist jetzt nicht mehr
erforderlich, daß der auf das Positiv aufgelegte Streifen, der dann beim Abdruck
in der Prothese die Nut für die Aufnahme des Abschlußorgans bildet, erst wieder
auf mechanischem, chemischem oder thermischem Wege aus dem Prothesenmaterial entfernt
werden muß, sondern er bleibt in dem Prothesenmaterial und dient seinerseits zur
Aufnahme des Abschlußorgans.
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Die Erfindung kann in verschiedener Weise ausgeführt werden. In der
Zeichnung ist beispielsweise eine Ausführungsform dargestellt, uad zwar zeigt Abb.
I eine schaubildlicthe Darstellung der fertigen Prothese, Abb. 2 eine schaubildliche
Darstellung der Prothese mit mehreren symmetrisch zum Alveolarfortsatz angebrachten,
in sich geschlossenen Abschlußorganen, Abb. 3 eine schaubildliche Darstellung der
Prothese mit mehreren asymmetrisch zum Alveolarfortsatz angebrachten, in sich geschlossenen
Abschluß organen, Abb. 4 das Positiv des Gaumens im Gipsabdruck im Schnitt, Abb.
5 die fertige Prothese im Querschnitt, Abb. 6 einen teilweisen Schnitt der fertigen
Prothese mit eingesetztem Abschlußorgan, Abb. 7 einen teilweisen Querschnitt,der
Prothese mit noch nicht entfernten, die Nut für das Abschlußorgan bildenden Streifen
mit rundem Querschnitt, Abb. 8 einen teilweisen Querschnitt der Prothese mit eingesetzten
elastischen Abschlußorganen,
Abb. g einen teilweisen Querschnitt
eines Positivs mit aufgelegten röhrenförmigen Streifen, Abb. 10 einen teilweisen
Querschnitt der Prothese mit durch den röhrenförmigen Streifen gebildeter Nut, in
die das elastische Abschluß organ eingesetzt wird.
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Die totale Oberkieferprothese I erstreckt sich, wie in Abb. I dargestellt,
beispielsweise nur auf den Alveolarfortsatz 2. In der Mitte ist bei dem gezeichneten
Beispiel die das Gaumendach frei lassende Öffnung 3 vorgesehen. Die Prothese I ist
am inneren und äußeren Rande Ides Alveolarfortsatzes 2 durch ein Abschlußorgan 4,
beispielsweise eingelegten Draht, elastisches Band od. dgl., begrenzt. Dieses Abschlußorgan
führt also entweder ganz um (den Alveolarfortsatz herum oder aber erstreckt sich
gegebenenfalls auch nur auf Teile des Alveolarfortsatzes. Hierbei besteht die Möglichkeit,
das Abschluß organ in der Weise am Alveolarfortsatz der Prothese anzubringen, daß
es beispielsweise zwei oder mehrere größere oder kleinere Saugnäpfe bildet. Dabei
können die Abschluß organe symmetrisch (s. Ab<b. 2) zur Rundung des Alveolarfortsatzes
angebracht sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie asymmetrisch nur auf
der einen Seitenfläclhe, beispielsweise der inneren gegebenen falls aber auch der
äußeren des Alveolarfortsatzes vorzusehen (Abb. 3). In diesem Falle würden die Abschlußorgane
verhältnismäßig schmale, langgezogene Saugnäpfe bilden, die aber trotzdem schon
einen guten Sitz der Prothese gewährleisten.
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Zum Zwecke der Herstellung der Prothese I wird, wie Abb. 4 zeigt,
auf das Positiv 6 längs des Alveolarfortsatzes ein Streifen 5 aus beliebigem Werkstoff,
beispielsweise Aluminium, Zink, Zinn od. dgl., aufgelegt. Dieser Streifen kann beispielsweise
den in Abb. 4 dargestellten Querschnitt haben.
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Er kann aber auch einen runden Querschnitt, wie in Abb. 7 bei einer
Prothese dargestellt, oder röhrenförmig, wie in Abb. g gezeigt, besitzen. Es sind
jedoch auch andere Querschnitte denkbar. Vorteilhaft kann auch ein schwalbenschwanzförmiger
Querschnitt verwandt werden.
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Bei Herstellung der Prothese I vom Positiv 6 drückt sich der auf
das Positiv aufgelegteStreifens in das Prothesenmaterial hinein und bleibt in diesem
haften, wie beispielsweise in Abb. 5 dargestellt. Nunmehr wird der Streifen 5 entfernt.
Hat er den in Abb. 4 und 5 gezeichneten Querschnitt, so ist es ohne weiteres möglich,
ihn auf mechanischem Wege zu entfernen, hat er dagegen einen schwalbenschwanzförmigen
oder runden ouerschnitt, so daß er in dem Prothesenmaterial Hinterschneidungen bildet,
so wird er zweckmäßigerweise auf chemischem Wege, beispielsweise mit Säurebehandlung,
oder auf thermischem Wege aus dem Prothesenmaterial entfernt. Es ist zu diesem Zweck
nur notwendig, daß für den Streifen 5 ein entsprechend säure- oder laugeempfindliches
Material oder ein solches mit verhältnismäßig niedrigem Schmelzpunkt verwandt wird.
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In Abb. 6 ist gezeigt, daß in die durch den Streifen 5 in der Prothese
gebildete Nut 7 nunmehr das Abschlußorgan 4, beispielsweise ein Draht oder ein elastisches
Band, eingelegt ist. Mittels, dieses Abschlußorgans wird dann die Prothese am Alveolarfortsatz
durch Saugwirkung gehalten.
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In Abb. 7 und 8 ist eine andere Form des Streifens 5 zur Bildung.
der Nut in der Prothese zur Aufnahme des Abschlußorgans gezeigt. Wird ein Streifen
5 mit rundem Querschnitt verwandt, so hat das den Vorteil, daß nach Herauslösen
des Streifens 5 aus dem Prothesenmaterial in die verbleibende Nut ein elastisches
Band 4, insbesondere Gummiband, als Abschluß organ leicht eingesetzt und gehalten
werden kann.
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Besonders vorteilhaft ist das Verfahren zur Herstellung der Nut in
der Prothese zur Aufnahme des Abschlußorgans entsprechend der Abb. grund I0, wobei
wie in Abb. g gezeigt, auf das Positiv ein röhrenförmig ausgebildeter Streifen 8
aufgelegt wird, der einseitig offen bzw. geschlitzt ist und mit dieser offenen Seite
auf dem Positiv aufliegt. Beim Abdruck der Prothese I von dem Positiv 6 verbleibt,
wie in Abb. 10 gezeigt, der röhrenförmige Streifen in dem Prothesenmaterial und
ist nach seiner Außenseite hin offen. In die so durch den röhrenförmigen Streifen
8 innerhalb der Prothese gebildete Nut wird nunmehr das Abschlußorgan 4, beispielsweise
Gummiband, eingelegt.
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Die verschiedenen Formen des Abschlußorgans und die verschiedenartigen
Herstellungsverfahren können ebenso wie bei dem in ider Zeichnung dargestellten
Beispiel einer Prothese, die sich lediglich auf den Alveolarfortsatz erstreckt,
auch mit Erfolg bei einer Prothese, die das Gaumendach nicht frei läßt, angewandt
werden, wie auch die Verwendung bei partiellen und auch unteren Prothesen genau
so möglich ist wie bei totalen Prothesen.
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Bei normalen Prothesen, bei denen das Gaumendach in der bisher üblichen
Weise bedeckt bleiben soll, kann das Abschlußorgan auch die gesamte Gaumenfläche
in einem oder mehreren in sich geschlossenen Formen einbeziehen.
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PATENTANSPROCHE: I. Zahnersatz nach den Ansprüchen I und 5 des Patents
825 301, dadurch gekennzeichnet, daß das Abschlußorgan (4) den Alveolarfortsatz
auch an den Außenseiten ganz oder teilweise umschließt, also nicht nur am Innen-,
sondern auch am Außenrande der Prothese vorgesehen ist.