DE856280C - Verfahren und Einrichtung zur Aufbereitung von Ruebenschwaenzen - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Aufbereitung von RuebenschwaenzenInfo
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Classifications
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- A01D—HARVESTING; MOWING
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Description
- Verfahren und Einrichtung zur Aufbereitung von Rübenschwänzen Zum Reladen von Stapelsilos für Zuckerrüben verwendet man zur Zeit in der Hauptsache stationäre oder fahrbare Verladeanlagen, mit deren Hilfe die Zuckerrüben aus den Rübenfahrzeugen im trockenen Zustand in die Silos übergeladen werden.
- Die Verladeanlagen bestehen im wesentlichen aus einerEntladevorrichtung. beispielsweise einerKippvorrichtung für Rübenfahrzeuge und aus einer Transporteinrichtung zur Überführung der ahgeladenen Rüben in die Stapelsilos.
- Bei der Trockenverladung der Rüben besteht der Nachteil, dab die Rüben mit dem anhaftenden Schmutz in die Stapelsilos gelangen, so daß durch die in der Rübenerde enthaltenen Fäulniserreger oder durch Sell>sterhitzung der Rüben Zuckerverluste entstehen. Man ist aus diesem Grunde, um die Lagerfähigkeit der Rüben zu erhöhen, gezwungen, die Rüben vor ihrer Überführung in die Stapelsilos in Vorrichtungen zu behandeln, in denen sie von anhaftenden Schmutzteilen befreit werden.
- Als Schmutzabscheider verwendet man bisher in der Regel drehbare Sieb- oder Rosttrommeln, die mit N1 itnehmern ausgerüstet sind, oder auch Exzenterroste, die in Verbindung mit einem festen Rost arbeiten. Mit den bekannten Schmutzabscheidern ist es jedoch nicht möglich, die heim Rül>enroden an den Rüben hängenbleibende Rübenerde restlos zu entfernen, da die Haftung der Rül)enerde je nach der Art des Bodens, auf dem die Rüben gewachsen sind, verschieden ist und im übrigen auch durch die Witterung zur Zeit des Rübenrodens beeinflußt wird. Die Schmutzprozente betragen z. B. 6 bis 20°/o, wenn die Rüben bei trockener Witterung gerodet werden, während sie bei nasser Witterung zwischen 50 und 600/0 liegen können. Ein Mangel der bisherigen Schmutzabscheider liegt auch darin, daß sich, insbesondere wenn der anhaftende Schmutz in der Hauptsache aus lettehaltigem Boden besteht, der für den Rübenanbau bekanntlich am geeignetsten ist, die Durchtallöffnungen für den Schmutz zusetzen, so daß die Abscheidung überhaupt unmöglich wird.
- Diesem Nachteil kann allerdings bis zu einem gewissen Maß durch Verwendung beweglicher Roste als Schmutzabscheider begegnet werden. Grundsätzlich ist jedoch bei allen Rostabscheidern erforderlich, daß die Rostspalte möglichst groß gehalten werden, um ihre Zusetzung zu vermeiden. Zu große Rostöffnungen bringen aber den Nachteil mit sich, daß außer Rübenerde auch Rübenschwänze in erheblicher Menge mit abgeschieden werden, die für die Zuckergewinnung verloren sind, wenn die abgeschiedene Erde, wie dies üblich ist, dem entleerten Rübenfahrzeug sogleich wieder mitgegeben wird. Was dies bedeutet, zeigt die Überlegung, daß bei einer Rübenverarbeitung von 20 000 dz in 24 Stunden und bei einem Rübenschwanzanfall von z. B. 50/0 etwa I000 dz Rübenschwänze der Verarbeitung entzogen werden.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine möglichst voll ständige Schmutzabscheidung ohne nennenswerte Verluste an Rübenschwänzen beim Verladen von Zuckerrüben in Stapelsilos herbeizuführen. Die Erfindung besteht darin, daß die in an sich bekannter Weise in einem Schmutzabscheider abgeschiedene Rübenerde einschließlich der Rübenschwänze und sonstiger Fremdkörper in einer Schwemme einer Spülbehandlung mit Wasser ausgesetzt und mit dem Spülwasser, zweckmäßig über einen Steinfänger, einem Wasserabscheider zugeführt wird, in dem die Rübenschwänze von dem Wasser und den Schmutzteilen geschieden werden.
- Bei Behandlung der die Rübenschwänze enthaltenden Rübenerde in der vorbeschriebenen Weise werden die Rübenschwänze nahezu vollständig zurückgewonnen und können der Zuckerfabrik zugeführt werden.
- In Ausführung des Verfahrens der Erfindung kann zur Schmutzabscheidung ein Schmutzabscheider bekannter Bauart verwendet werden. Zweckmäßig verwendet man erfindungsgemäß jedoch einen Rollenrost, der aus hintereinander angeordneten Scheibenwalzen mit ineinandergreifenden Scheiben besteht, die erfindungsgemäß die Form von Fingerscheiben haben und weiterhin aus einem nachgiebigen Werkstoff, wie z. B. Hartgummi, hergestellt sind. Bisher bestehen derartige Rollenroste aus Scheibenwalzen mit Scheiben aus Schmiedeeisen oder Gußeisen. Diese haben den Nachteil, daß Steine oder andere Fremdkörper durch Verklemmungen und Bruchverursachung zu Stillständen führen können. Man hat bereits versucht, diesem Mangel durch Anordnung von Rutsch- oder Scherkupplungen abzuhelfen, die aber nur bis zu einem gewissen Grad die Bruchgefahr beseitigen, nicht aber Stillstände verhindern konnten. Durch Verwendung von Scheibenwalzen mit Fingerscheiben aus nachgiebigem Werkstoff wird zwar ebenfalls nicht vermieden, daß sich Fremdkörper, wie Steine und Holz, einklemmen.
- Die Fremdkörper führen jedoch weder Bruch noch Stillstand herbei, weil sie infolge der Nachgiebigkeit des Materials schon bei leichtem Anschlag durch die in den Spalt eingreifende Gegenscheibe herausgeschlagen werden.
- Die Schwemme kann einfachster Bauart sein und aus einer Art Bunker mit Bodenneigung nach einer in der Mitte liegenden längs geneigten Schwemmrinne bestehen. Die Spülbehandlung erfolgt zweckmäßig in der Weise, daß die in den Bunker zu einem Haufen eingeschüttete Rübenerde mit den darin eingebetteten Rübenschwänzen einem starken Wasserstrahl ausgesetzt wird, unter dessen Wirkung sie nach und nach von dem Haufen gelöst und in die Schwemmrinne gespült wird. Vorteilhaft verwendet man für die Spülbehandlung einen Spritzkopf, der sowohl in senkrechter als auch in waagerechter Richtung vermittels eines schwenkharen Düsendrehrohres um 3600 drehbar ist und eine verstellbare Düse zum Regulieren der Wassermenge besitzt. Mit einem derartigen Spritzkopf lassen sich Druck, die Menge und Richtung des Wassers den jeweiligen Erfordernissen entsprechend einstellen. Bei längeren Schwemmbunkern können über die Länge des Bunkers verteilt mehrere Spülstellen und dementsprechend mehrere von der Druckrohrleitung abgezweigte Spülrohrstutzen angeordnet werden, auf die nacheinander der Spritzkopf aufgesetzt und so voll Spülstelle zu Spülstelle folgend die in den Bunker eingeschüttete Erde mit Rübenschwänzen weggespült werden kann. Jeder Spülstutzen besitzt zweckmäßig eine Verschlußvorrichtung mit Rohrhals, auf dem der Spritzkopf befestigt werden kann.
- Auf dem Abflußweg durch die Schwemmrinne werden Rübenerde, Rübenschwänze, Steine usw. selbsttätig voneinander gelöst. Die Rübenerde wird im Wasser suspendiert fortgeführt, die etwa in der Rübenerde enthaltenen Steine werden auf der Sohle der Schwemmrinne von dem Wasser mitgenommen, und die spezifisch leichteren Teile, vorzugsweise die Rübenschwänze, werden schwimmend weitergetragen.
- Von der Schwemmrinne gelangt die aus Erde, Rübenschwänzen, Steinen u. dgl. bestehende Suspension über einen Steinfänger in den Wasserabscheider, der zweckmäßig ebenfalls aus einem Rollenrost besteht, dessen Scheiben jedoch vorteilhaft aus einem festen Material, wie z. B. Schmiede-oder Gußeisen, hergestellt und außen gezackt, gerillt oder in anderer Weise derart ausgebildet sind, daß die Rübenschwänze beim Durchlaufen des Schmutzwassers zurückgehalten werden. Die Zakken, Rillen od. dgl. haben weiterhin zur Wirkung, daß die Rübenschwänze von einer Scheibenwalze zur nächsten weitergegeben werden, bis sie an das Ende des Rostes gelangen, wo sie z. B. mittels einer kammartigen Schurre abgenommen werden können.
- Das durch die enge Spalte des Rostes abgeschiedene Schmutzwasser wird vorteilhaft Absatzteichen zugeführt, von denen aus es nach Klärung neu zur Verwendung kommen kann.
- Das Verfahren ist in erster Linie bestimmt zur Gewinnung der Rübenschwänze bei der Zuckerrübenverarbeitung, eignet sich aber naturgemäß auch in gleicher Weise für andere Fälle der Rübenverarbeitung.
- PATENTANSPROCHE: I. Verfahren zur Gewinnung und Aufbereitung von Rübenschwänzen bei der Verarbeitung von Rüben, insbesondere Zuckerrüben, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Rüben und die Rübenerde in an sich bekannter Weise in einem Schmutzabscheider voneinander getrennt werden und daß hierauf die Rübenerde einschließlich der Rübenschwänze und sonstiger Fremdkörper in einer Schwemme einer Spülbehandlung mit Wasser ausgesetzt und sodann mit dem Spülwasser, zweckmäßig über einen Steinfänger, einem Wasserabscheider zugeführt wird, in dem die Rübenschwänze von dem Wasser und den Schmutzteilen geschieden werden.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die in einer bunkerartigen Schwemme aufgeschüttete, die Rübenschwänze enthaltende Erde einem starken Wasserstrahl ausgesetzt wird, unter dessen Wirkung sie nach und nach von dem Haufen gelöst und in eine den Boden der Schwemme bildende geneigte Schwemmrinne gespült wird.3. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, gekennzeichnet durch einen Schmutzabscheider, bestehend aus einem Scheibenrost, dessen ineinandergreifenlde Scheiben als Fingerscheiben ausgebildet und aus einem nachgiebigen Werkstoff, wie z. B.Hartgummi, bestehen.4. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, gekennzeichnet durch einen Wasserabscheider, bestehend aus einem Scheibenrost, dessen ineinandergreifende Scheiben am äußeren Umfang gezackt, gerillt oder in anderer Weise derart ausgebildet sind, daß die Rübenschwänze zurückgehalten und beli Umdrehung der Scheiben von einer Scheibe zur nächsten weitertransportiert werden.5. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Spülbehandlung ein Spritzkopf vorgesehen ist, der sowohl in senkrechter als auch in waagerechter Richtung um 3600 verschwenkbar ist und eine verstellbare Düse zum Regulieren der Wassermenge besitzt.6. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch I und 2 und nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei längerem Schwemmen, über die Länge der Schwemme verteilt, mehrere Spülstellen und dementsprechend mehrere von der Druckrohrleitung abgezweigte Spülrohrstutzen vorgesehen sind, auf die nacheinander ein Spritzkopf aufgesetzt werden kann, so daß ein Wegspülen der eingeschütteten Rübenerde von Spülstelle zu Spülstelle möglich ist.
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