DE85560C - - Google Patents
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- G—PHYSICS
- G04—HOROLOGY
- G04C—ELECTROMECHANICAL CLOCKS OR WATCHES
- G04C11/00—Synchronisation of independently-driven clocks
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- Physics & Mathematics (AREA)
- General Physics & Mathematics (AREA)
- Measurement Of Unknown Time Intervals (AREA)
Description
i.
αβό
KAISERLICHES
PATENTAMT. V"
KLASSE 83: Uhren.
in BERLIN.
einer entfernten Normaluhr.
Die selbsttätige Richtighaltung einer entfernten Pendeluhr erfordert, wenn eine Genauigkeit
von Bruchtheilen einer Pendelschwingung erreicht werden soll, eine unmittelbare Beeinflussung
des Pendels. Man kann durch andauernde periodische - elektrische Ströme die Schwingung des Pendels in völligem Synchronismus
mit der Hauptuhr halten. Hierzu mufs aber zwischen der Hauptuhr und der abhängigen
Uhr eine elektrische Leitung "dauernd zur Verfügung stehen, was in der Regel nicht der
Fall ist, wenn sich die beiden in gröfserer Entfernung von einander befinden. Alsdann
kann die Leitung für den vorliegenden Zweck meistens nur vorübergehend, etwa einmal täglich,
auf kurze Zeit verfügbar gemacht werden,' und man ist daher auf die Wirkung eines einmaligen
Stromes beschränkt. Durch diese die Schwingung des Pendels zu beeinflussen, ist schwierig, besonders wenn es sich um Uhren
mit schweren Secundenpendeln handelt, auf welche man um der Genauigkeit willen angewiesen
ist, da ja die Uhr zwischen zwei Stromimpulsen, also im Laufe eines Tages, keinen
merklichen Fehler machen, darf.
Man erreicht daher den Zweck einer genauen Zeitangabe am entfernten Orte leichter, wenn
man auf die genaue Richtighaltung der Uhr selbst verzichtet, vielmehr ihren Fehler, sei es
selbstthätig, sei es von Menschenhand, nur innerhalb gewisser Grenzen, beispielsweise
10 Secunden, hält, und durch den täglichen elektrischen Strom diesen Fehler mit gröfster
Genauigkeit feststellt und an der Uhr ablesbar macht.
Zu diesem Zwecke wird ein kleines Anzeigewerk verwendet, welches entweder ein blofses
Laufwerk mit sehr gleichmäfsiger Umlaufsgeschwindigkeit oder ein Uhrwerk mit einer
schnell (z. B. in Zehntel-Secunden) schwingenden Unruhe besitzt. Dieses Fehleranzeigewerk
wird durch den Anker eines Elektromagneten gesperrt und nur freigelassen, so lange der
Anker angezogen ist. Der zugehörige Zeiger macht beispielsweise in 20 Secunden einen
Umgang; das Zifferblatt ist in Zehntel-Secunden eingetheilt (Fig. 1).
Um mittelst eines solchen Werkes den Fehler der abhängigen Uhr zu bestimmen, löst diese,
bevor der Strom von der Normaluhr entsendet wird, durch Schliefsen eines Localstromes das
Fehlerwerk aus. Dasselbe beginnt zu laufen und läuft so lange, bis sein Zeiger auf dem
tiefsten Punkt des Blattes angelangt ist. In dieser Stellung unterbricht es selbst den Strom
und bleibt stehen.
Die Normaluhr sendet nun zu einer bestimmten Zeit, sagen wir genau morgens um
4 Uhr, einen Strom, der das Fehlerwerk von neuem auslöst. Dieser Strom wird von der
abhängigen Uhr unterbrochen, sobald sie 10 Secunden über 4 Uhr zeigt. Sind beide
Uhren in genauer Uebereinstimmung, so wird alsdann der Stromschlufs genau 10 Secunden
andauern. Das Fehlerwerk hat infolge dessen gerade einen halben Umgang gemacht, und
sein Zeiger ist nun auf dem höchsten Punkte des Blattes stehen geblieben, dadurch anzeigend,
dafs die Abweichung der Uhr Null ist.
Geht jedoch die abhängige Uhr z. B. 2,3 Secunden vor, so wird die Stromdauer
um diese Zeit verkürzt, das Fehlerwerk wird entsprechend weniger weit kufen und also sein
Zeiger auf 2,3 stehen bleiben. Umgekehrt, bei einem Nachbleiben der Uhr verlängert sich
die Stromdauer entsprechend und der Zeiger läuft über den Nullpunkt des Blattes hinaus.
Es läfst sich also jederzeit an dem Blatte der Fehler ablesen, den die Uhr zur Zeit der Einstellung
hatte, und wenn die Uhr hinreichend gut gearbeitet ist, um zwischen zwei Zeitvergleichungen
keinen merklichen Fehler zu machen, so ist hierdurch jederzeit eine genaue Zeitangabe gewährleistet. Bedingung hierfür
ist natürlich, dafs das Fehlerwerk in der kurzen Zeit seines Umlaufes keinen merklichen Fehler
macht, was sich indessen sehr leicht erreichen läfst.
Ein solches Fehlerwerk kann nun gleichzeitig zur Abgabe einmaliger genauer Zeitsignale von
der mit einem Fehler behafteten Uhr aus benutzt werden.
Die Abgabe von Zeitsignalen von aufserordentlicher Genauigkeit,' wie sie z. B. an den
Küsten für den Schifffahrtsverkehr durchaus erforderlich sind, kann naturgemäfs nur von
einer Sternwarte aus geschehen, welche in der Lage ist, durch fortgesetzte astronomische Beobachtungen
den Gang ihrer Uhren stets bis auf Bruchtheile der Secunde zu controliren. Befindet
sich aber die Sternwarte in grofser Entfernung von den Küstenorten, so kann man häufig eine directe telegraphische Verbindung
zwischen beiden zur Mittagszeit, wo der Zeitball fallen soll, wegen des dann besonders
lebhaften Depeschenverkehrs nicht herstellen.
Es wird dann in der Zeitballstation eine Präcisionsuhr und ein Fehlerwerk angebracht
und letzteres täglich zu einem Zeitpunkte, in welchem der Depeschenverkehr fast ganz ruht,
z. B. morgens um 4 Uhr, in der oben beschriebenen Weise von der Sternwartenuhr eingestellt. In der bei dieser Zeitvergleichung
angenommenen Stellung bleiben die Zeiger des Fehlerwerkes bis zur Auslösung des Zeitballes
stehen. Diese wird bekanntlich stets zu einer vollen Stunde, in der Regel mittags um 12 Uhr,
vorgenommen.
Die Uhr an der Zeitballstation schliefst, sobald sie 10 Secunden vor 12 Uhr zeigt, ihren
Contact auf die Dauer von genau 20 Secunden, so. dafs während dieser Zeit das Fehlerwerk
läuft und nach genau einem Umgange wieder stehen bleibt. In dem Augenblicke, in welchem
der Zeiger des Fehlerwerkes den untersten Punkt des Zifferblattes überschreitet, wird ein
Contact unterbrochen, der den Zeitball auslöst.
Dieser Augenblick fällt nun unabhängig von dem Gangfehler der Uhr stets genau auf die
volle Stunde, was sich aus folgender Ueberlegung leicht ergiebt.
Hat die Präcisionsuhr gar keine Abweichung, so steht der Zeiger des Fehlerwerkes auf dem
obersten Punkt des Blattes. Von hier bis zu dem Augenblick der Auslösung des Balles hat
das Fehlerwerk genau einen halben Umgang, d.h. 10 Secunden zu laufen, und da es genau
10 Secunden vor voll ausgelöst wurde, erfolgt das Fallen des Balles genau um 12 Uhr. Hat
die Präcisionsuhr indessen einen Gangfehler, geht sie z. B. 2,13 Secunden vor, so wird bei
der Zeitvergleichung um 4 Uhr morgens · die Stromdauer um diese Gröfse verkürzt. Der
Zeiger wird alsdann um einen entsprechenden Betrag vor dem Nullpunkte des Blattes stehen
bleiben. Von diesem Punkt aus bis zur Auslösung des Zeitballes mufs nun das Fehlerwerk
statt 10 12,3 Secunden laufen, da es aber infolge des Gangfehlers der Präcisionsuhr
12,3 Secunden vor voll (nach Sternwartenzeit) ausgelöst wird, fällt der Augenblick der Zeitballauslösung
abermals genau mit der vollen Stunde zusammen. Dasselbe ist natürlich auch der Fall, wenn die Uhr nachgeht. Das Fehlerwerk
macht dann bei der Zeitvergleichung mehr als einen halben Umgang und hat vor der Auslösung entsprechend weniger als
10 Secunden zurückzulegen, so dafs abermals der Fehler beseitigt wird.
Fig. 2 giebt den Stromlauf schematisch an.
Von der Localbatterie, welche mit einem Pol an Erde liegt, führt eine Leitung zur
Klemme 3 der Präcisionsuhr, von hier durch die Contacte C1 und C2 über die Klemme 4
dieser Uhr zur Klemme 2 und dem Elektromagneten M des Fehlerwerkes, von wo sich
ihm, je nach der Schaltung, verschiedene Wege zur Erde bieten. ■ Der Anker des Elektromagneten
M sitzt an einem Hebel A, an dem auch die Feder F befestigt ist, deren anderes
Ende auf die Unruhe u des Uhrwerkes drückt und so das Werk sperrt. Nur wenn M seinen
Anker angezogen hält, läfst die Feder F die Unruhe frei und also kann das Werk nur
während dieser Zeit laufen. Das Fehlerwerk kann daher nur bethätigt werden, während die
Contacte C1 und C9 den Strom durchlassen,
was alistündlich für die Dauer von 20 Secunden der Fall ist. 10 Secunden vor voll wird
durch Einfallen eines Hebels an dem Steigrade der Uhr der Contact C2 geschlossen,
10 Secunden nach voll durch Einfallen eines zweiten Hebels der. Contact C1 unterbrochen
und gleichzeitig der Contact C3 geschlossen, wodurch zur Verhütung von Funkenbildung
an dem empfindlichen Contact dem Extrastrom ein Weg über die Klemme 2 der Uhr zur
Erde gebahnt wird. Ist der Hammer des Zeit-
balles nicht gehoben, so findet der Strom im allgemeinen, auch während die Contacte C1
und C2 geschlossen sind, keinen Rückweg zur Erde; das Fehlerwerk, bleibt in Ruhe. Erst
wenn Nachts zur bestimmten Stunde die links von der 24 Stundenscheibe der Uhr angebrachte
Umschaltevorrichtung D bethätigt ist, kann der Strom vom Elektromagneten M über
den Contact C0, über die Klemme 3 des Fehlerwerkes, ferner über die Klemme 5 der Uhr,
den Contact D1 und über die Klemme 2 der Uhr zu Stande kommen. Das Fehlerwerk läuft
dann so lange, bis der Contact C0 unterbrochen wird, was geschieht, sobald die Feder
dieses Contactes in einen Einschnitt auf der Scheibe des Fehlerwerkes einfällt, und wenn
der Zeiger auf dem tiefsten Punkte angelangt ist. Um 4 Uhr ist der Contact D1 wieder
zurückgeschaltet, und wenn die Uhr den Contact C, schliefst, kann der Localstrom
noch nicht zu Stande kommen. Erst wenn das Relais R infolge des Stromes, welcher von der
Sternwarte aus durch seine Windungen gesendet wird, seinen Anker anzieht, ist die
Strombahn über die Klemme 4 des Fehlerwerkes und den Arbeitscontact des Relais geschlossen
und bleibt es so lange, bis die Präcisionsuhr 10 Secunden nach voll den
Contact C1 unterbricht. Auch wenn das Relais vorzeitig seinen Anker loslassen sollte,
wird dadurch der Strom nicht unterbrochen, weil beim Anziehen des Elektromagneten Af
sich ein Nebenschluss über den Contact H, die Klemme 1 des Fehlerwerkes, die Klemme 1
der Uhr, den Contact D2 und die Klemme 2 der Uhr bildet.
In den nachfolgenden Stunden bleibt das Fehlerwerk stehen, da keine seiner Strombahnen
geschlossen ist.
Soll der Zeitball um 12 Uhr fallen, so wird
derselbe einige Minuten vor 12 Uhr aufgewunden, der Auslösungshammer gehoben und
von dem Elektromagnetanker arretirt. Dabei wird der Contact Z1, welcher am Hammer
des Zeitballes angebracht ist, geschlossen. Sobald nun 10 Secunden vor 12 die Uhr den
Localstrom schliefst, kann derselbe über den Contact C5, über die Klemme 5 des Fehlerwerkes
durch die Leitung zum Zeitball, den Elektromagneten Af1 der Zeitballauslösung über
den Contact Z1 zu Stande kommen. Es wird in diesem Augenblick der Elektromagnet Af1
erregt, der Hammer aber kann hierbei nur ein kleines Stück fallen, gleichzeitig wird der
Elektromagnet des Fehlerwerkes ansprechen und dasselbe beginnt zu laufen. Dabei bildet
sich auch hier der Nebenschlufs über den Contact H und den Hülfswiderstand W zur
Erde. Sobald der Zeiger des Fehlerwerkes den tiefsten Punkt des Blattes überschreitet,
wird der Contact C5 unterbrochen, indem seine Feder in den Einschnitt der von dem
Fehlerwerk bewegten Scheibe einfällt und sich so von ihrer Contactschraube abhebt, der Elektromagnet
des Zeitballes Af1 wird stromlos, der Hammer fällt nieder und löst den Zeitball aus.
Der Strom im Elektromagneten Af verschwindet aber wegen des Nebenschlusses über Contact H
erst, wenn die Uhr 10 Secunden nach voll den Localstromkreis unterbricht. Das Fehlerwerk
ist dann genau 20 Secunden gelaufen und hat gerade einen Umgang zurückgelegt.
Die Umschaltecontacte, welche sich auf der rechten Seite des 24 Stundenzifferblattes befinden,
werden um 4 Uhr bethätigt und dienen dazu, die Leitung von der Sternwarte her, welche in der Regel auf ihren Telegraphenapparat
geschaltet ist, mit dem Relais R zu verbinden.
Claims (2)
1. Eine Vorrichtung zur selbstthätigen Feststellung der Abweichung einer zu controlirenden
Uhr von einer entfernten Normaluhr , bestehend aus einem durch eine elektromagnetische Vorrichtung auf jedem
Punkt sperrbaren Laufwerk oder Uhrwerk von kurzer Umlaufszeit, welches zunächst von der zu controlirenden Uhr ausgelöst
wird und sich selbst in einer bestimmten Stellung arretirt, alsdann von- der Normaluhr
ausgelöst und von der zu controlirenden Uhr gesperrt wird und hierauf durch
seinen Zeigerstand die festzustellende Abweichung angiebt.
2. Eine Vorrichtung zur selbstthätigen Abgabe genauer Zeitzeichen von einer mit einem
Gangfehler behafteten Uhr, bestehend aus der durch Anspruch 1 geschützten Vorrichtung
und einer daran angebrachten, jedesmal in einer bestimmten Stellung des Werkes wirkenden Stromschlufsvorrichtung,
welche nach Auslösung des unter 1. geschützten Werkes vermöge der besonderen
Eigenschaften dieses Werkes um so viel verfrüht oder verspätet in Thätigkeit tritt, dafs
die durch diese falschgehende Uhr bewerkstelligte zu späte oder zu frühzeitige Auslösung
ausgeglichen und das Zeitzeichen zur richtigen Zeit abgegeben wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE85560C true DE85560C (de) |
Family
ID=357694
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT85560D Active DE85560C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE85560C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7132564B2 (en) | 2004-10-07 | 2006-11-07 | Bayer Materialscience Ag | Process for preparing cyclic ketones |
-
0
- DE DENDAT85560D patent/DE85560C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7132564B2 (en) | 2004-10-07 | 2006-11-07 | Bayer Materialscience Ag | Process for preparing cyclic ketones |
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