DE85526C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
ΡΑΤΕΝΤΑΜΤ\φ
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21: Elektrische Apparate.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Leitung elektrischer Ströme, hauptsächlich
für telegraphische oder Fernsprechzwecke.
Die gegenwärtige Grenze der Schnelligkeit, mit welcher telegraphische Nachrichten durch
unterseeische Kabel geleitet werden können, ist sehr niedrig; die Leitung von Fernsprechströmen
durch unterseeische Kabel von beträchtlicher Länge, beispielsweise über 75 km, ist
sogar praktisch unmöglich. Die Schwierigkeit der Leitung von Wechselströmen, periodischen
Strömen oder irgend welcher anderen Art von veränderlichen Strömen durch lange elektrische
Leiter, wie beispielsweise unterseeische Kabel, wird bekanntlich von der physikalischen Thatsache
verursacht, dafs die vereinten Wirkungen der Selbstinduction, der elektrostatischen
Capacität und der elektrostatischen Absorption der Isolation solcher Leiter, wenn
letztere nach den gegenwärtigen Verfahren hergestellt werden, ein unübersteigliches Hindernifs
solchen Strömen darbieten.
Die Untersuchungen des Erfinders zeigen, dafs Wechsel-, periodische oder veränderliche
Ströme irgend welcher Art, selbst wenn die Art ihrer Veränderlichkeit sehr verschieden
oder die Zahl ihrer Perioden sehr hoch ist, mit Leichtigkeit durch Leiter von grofser Länge,
beispielsweise durch ein transatlantisches Kabel, geleitet werden können. Zunächst sollen hier
die physikalischen Thatsachen und Grundsätze entwickelt werden, die bei der vorliegenden
Erfindung in Betracht kommen.
Erster physikalischer Grundsatz. Jeder elektrische Strom verhält sich infolge
seiner Selbstinduction und Capacität gegenüber einer periodisch veränderlichen elektromotorischen
Kraft gerade wie ein schwerer elastischer Körper infolge seiner Trägheit und Elasticität
sich gegenüber einer periodisch veränderlichen äufseren Kraft verhält. Ebenso wie ein solcher
Körper eine bestimmte Periode der Schwingungen besitzt, so hat auch ein elektrischer
Stromkreis seine bestimmte Periode, oder mit anderen Worten, wenn sein elektrisches
Gleichgewicht durch einen äufseren Anstofs gestört wird, so entsteht ein periodischer
elektrischer Strom, dessen Periode abhängt von der Selbstinduction, der 'elektrostatischen
Capacität, den Leitungs- und anderen inneren Widerständen des Stromkreises, beispielsweise
der magnetischen und dielektrischen Hysteresis. Die Leitungs- und anderen inneren Widerstände
können gewöhnlich so vermindert werden, dafs sie praktisch keinen Einflufs auf die
Periodicität des Stromkreises ausüben. In solchen Fällen hängt die Periode also von der
Selbstinduction und von der elektrostatischen Capacität des Stromkreises ab, so dafs bei
entsprechender Abänderung beider die Periodicität des Stromkreises in beliebiger Weise verändert
werden kann. Das Verfahren der Veränderung der Periode eines Stromkreises durch eine entsprechende Veränderung, entweder
seines Coe'fficienten der Selbstinduction oder seiner elektrostatischen Capacität oder beider,
nennt der Erfinder »das Abtönen des Stromkreises«.
Zweiter physikalischer Grundsatz. Der Widerstand, welchen ein solcher elektrischer
Stromkreis einer einfachen harmonischen elektromotorischen Kraft entgegensetzt, ver-
mindert sich allmälig, je mehr sich die Periodiciät der elektromotorischen Kraft der Periodicität
, des Stromkreises nähert. Er ist ein Minimum und gleich dem Leitungswiderstand des Stromkreises, wenn die beiden Periodicitäten
gleich sind, d. h. also, wenn die äufsere elektromotorische Kraft und der Stromkreis
gleiche Schwingungen besitzen. Wenn eine zusammengesetzt harmonische elektromotorische
Kraft auf einen solchen Stromkreis einwirkt, und wenn die Periodicität des Stromkreises
die höchste Periodicität übersteigt, die in der zusammengesetzt elektromotorischen Kraft enthalten
ist, dann ist der Widerstand, den der Stromkreis den verschiedenen Componenten
der elektromotorischen Kraft entgegengesetzt, sehr nahe umgekehrt proportional der Periodicität
dieser Componenten.
Diese beiden physikalischen Grundsätze sind theoretisch bewiesen und durch Versuche des
Erfinders bestätigt worden.
Wie man daher die Periodicität eines elektrischen Stromkreises regeln kann, so ist man
auch im Stande, den Widerstand dieses Stromkreises zu regeln gegenüber den elektromotorischen
Kräften der verschiedenen Periodicitäten, ebenso kann man hierdurch die Zeitconstante
und die elektrische Absorption in der Isolation des Stromkreises regeln. Dies macht der Erfinder
folgendermafsen:
Ein elektrischer Stromkreis wird in eine beliebige Zahl von Theilen getheilt. Wenn
diese Theile durch elektrodynamische Induction oder durch elektrostatische Induction oder durch
beide auf einander wirken, dann ist die Periode des ganzen Stromkreises gleich der Periode
irgend eines seiner Theile, wenn diese Theile gleich und im wesentlichen ähnlich sind.
Wenn daher gemäfs des ersten physikalischen Grundsatzes die Leitungs- oder anderen inneren
Widerstände in einem solchen Stromkreis infolge der dielektrischen und magnetischen
Hysteresis in jedem Theil in solcher Weise herabgemindert sind, dafs die Periode irgend
eines Theiles abhängt von der Selbstinduction und der elektrostatischen Capacität dieses
Theiles, dann wird die Periode und die Zeitconstante im ganzen Stromkreis, gleichgültig,
wie lang er sein mag, abhängig sein von der Selbstinduction und der elektrostatischen Capacität
irgend eines der Theile und wird also von nichts anderem mehr abhängen. Wenn dagegen die genannten Theile nicht gleich oder
im wesentlichen nicht ähnlich sind, dann wird der Stromkreis unter Umständen so viel
Perioden und Zeitconstanten besitzen, wie seine Theile. Man kann letztere die Partialperioden
und Partialconstanten des Stromkreises nennen. Es wird indessen immer eine Periode und
eine Zeitconstante geben, für welche der Trägheitswiderstand des Stromkreises ein
Minimum ist. Diese Periode werde die Stromkreisperiode genannt. Sie liegt zwischen der
kürzesten und der längsten Partialperiode. Wenn daher die Bedingungen der oben genannten
Widerstände erfüllt sind, werden die Partialperioden und die resultirende Periode
abhängen von den Coefficienten der Selbstinduction und der elektrostatischen Capacität
der verschiedenen Theile, und von nichts anderem. Dasselbe trifft zu mit Bezug auf die
Zeitconstante.
Angenommen, ein langes elektrisches Kabel sei getheilt in beliebige Zahl von Theilen, und
zwischen diese Theile seien Condensatoren eingeschaltet, so dafs die einzelnen Theile des
Kabels und die einzelnen Condensatoren hinter einander geschaltet sind (ähnlich der Britischen
Patentschrift Nr. 4058 vom Jahre 1881). Es ist klar, dafs diese Theilung die gesammte statische
Capacität des Kabels in Abschnitte theilt, und wenn die Condensatoren in der oben genannten
Weise eingeschaltet sind, dann erhält man eine Hintereinanderschaltung nicht allein der statischen
Capacitäten der verschiedenen Condensatoren , sondern auch der elektrostatischen
Capacitäten der verschiedenen Theile des Kabels selbst. Die gesammte Capacität des Kabels
kann so auf irgend eine gewünschte Grenze herabgemindert werden.
Zur näheren Erläuterung sei angenommen ein Kabel von 9000 km Länge, das eine
elektrostatische Gesammtcapacität von 500 Mikrofarad besitzt. Wenn man dieses Kabel in
6000 gleiche Abschnitte theilt, von denen jeder 1,5 km lang ist, so erhält man eine elektrostatische
Capacität von 1J12 Mikrofarad auf
jeden Abschnitt,. Schaltet man nun 6000 Condensatoren von je 20 Mikrofarad ein, so hat
man für die Gesammtcapacität des Kabels:
4- — Mikrofarad. Das heifst also,
300 72000
dafs die gesammte elektrostatische Capacität des Kabels auf den V150000 Theil ihres ursprünglichen
Betrages vor der Theilung heruntergebracht ist, die Capacität des Kabels ist also
sehr niedrig im Vergleich zur elektrostatischen Capacität der zwischengeschalteten Condensatoren.
Daher construirt der Erfinder das Kabel so, dafs die statische Ladung der Linie in irgend einem Augenblick während des
wechselnden Durchganges des elektrischen Stromes klein im Vergleich zur statischen Ladung
der zwischengeschalteten Condensatoren gemacht werden kann; es kann also die elektrostatische
Absorption des ganzen Kabels praktisch unabhängig von den dielektrischen Eigenschaften
der Isolation des Kabels gemacht und ganz auf die dielektrischen Eigenschaften des
Isolators, der in den eingeschalteten Condensatoren verwendet wird, beschränkt werden.
Wenn daher Condensatoren benutzt werden, die keine elektrostatische Absorption besitzen,
z. B. sorgfältig hergestellte Glimmercondensatoren, so kann die elektrostatische Absorption
des ganzen Kabels zu irgend einer beliebig niedrigen Grenze herabgemindert werden.
Durch diese Untertheilung der Liniencapacität wird noch ein weiterer Vortheil erlangt, der
später erörtert ist.
Unter Bezugnahme auf beiliegende Zeichnung ist Fig. ι ein Diagramm, welches entsprechend
der vorliegenden Erfindung einen Leiter darstellt, der in einzelne Abschnitte getheilt
und mit eingeschalteten Condensatoren versehen ist. Fig. 2 zeigt dieselbe Einrichtung
mit Spulen im Nebenschlufs.
Angenommen, es soll ein Kabel hergestellt werden, das zwei Orte mit einer Entfernung
von 4500 km Entfernung verbinden soll; das Kabel besitze 6000 Ohm Widerstand und eine
Periodicität von 1800 Perioden in der Secunde. Dann zeigt Fig. 1 eine praktische Ausführung
eines Abschnittes eines solchen Kabels nach der vorliegenden Erfindung. Das Kabel ist
getheilt in gleiche Abschnitte ABCDE und
die entsprechenden Rücklaufabschnitte A1 B1 C1 D1 E1. Die Theile A A\ B B\ C C\ D D1
u. s. w. wirken auf einander durch elektrostatische Induction mittelst der Condensatoren
aa},bbl u. s. w., oder mit anderen Worten,
die Condensatoren sind hinter einander geschaltet durch die Kabelabschnitte. Es sei
ferner die Capacität jedes Condensators 20 Mikrofarad, und ferner seien 3000 Paare
von Condensatoren angebracht, so dafs je zwei auf einander folgende Paare 1,5 km von einander
entfernt sind, die Abschnitte A A1, B B1
u. s. w. werden demnach je 1,5 km lang sein. Zur Vereinfachung der Beschreibung sei angenommen, dafs jeder dieser Abschnitte aus
einem dicken cylindrischen Kupferdraht von 0,5 Ohm besteht. Selbstverständlich können
auch Kabeldrähte oder flache Leiterstreifen ebenso gut benutzt werden. Gut ausgeglühtes
Kupfer hat etwa auf 1,5 km ein Ohm Widerstand, daher für 9000 km 6000 Ohm. Die
benachbarten cylindrischen Leiter seien parallel einander und die Entfernung zwischen ihren
Achsen sei 2,72 mal dem Radius, dann erhält man für die Selbstinduction des Leiters, welcher
zwei benachbarte Condensatoren verbindet, L = 0,000596 Henrys.
Da jeder Leiter mit einer Capacität von 200 Mikrofarad verbunden ist, erhält man für
die Periode jedes Kabelabschnittes:
T--
2 π
Tc?
Tc?
-YL C = -^ (ungefähr),
worin T die Periode irgend eines der gleichen Abschnitte des Kabels in Secunden gemessen
ist, ferner L seine Selbstinduction gemessen in Henry, und C seine Capacität gemessen in
Mikrofarads.
Der Widerstand hat nur einen sehr geringen Einflufs auf die Periode, wie eine einfache
Berechnung erkennen läfst.
' Zur Vereinfachung der folgenden Erläuterungen sei angenommen, dafs die Liniencapacität
irgend eines Kabelabschnittes unendlich klein sei im Verhältnifs zur Capacität der Condensatoren an den Enden dieses Abschnittes.
Die Trägheit dieses Kabels gegenüber einem einfachen harmonischen Strom von 1000 Perioden würde sein 6000 Ohm,
oder mit anderen Worten, eine einfach harmonische elektromotorische Kraft, deren Periode
V18O0 Secunde und deren Amplitude etwa 1000 Volt ist, würde durch ein solches Kabel
einen Strom senden, dessen Stärke etwa Y6 Ampere 3000 mal in der Secunde ist.
Ein solches Kabel nennt der Erfinder ein hochgradiges Kabel, weil es eine hohe Periodicität
besitzt, die viel höher ist als die Periodicitäten in den Tönen der durchschnittlichen
menschlichen Sprechstimme. Es ist einleuchtend, dafs eine Periodicität von 200 vollständigen
Perioden in der Secunde mehr als genügend für telegraphische Zwecke sein würde,
in welchem Falle eine sehr viel geringere Zahl von 20 Mikrofaradcondensatoren, als oben angenommen,
nöthig sein würde, wodurch die Kosten des Kabels selbstredend sehr herabgehen würden. Dieses hochgradige Kabel
kann aber zur Uebertragung von Fernsprechströmen sehr zweckmäfsig verwendet werden,
wie aus folgendem hervorgeht:
Die Laute der menschlichen Stimme liegen zwischen 120 und 600 vollständige Perioden
in der Secunde. Um für solche Perioden die Zweckmäfsigkeit des oben erwähnten Kabels
zu zeigen, möge hier eine Berechnung der Trägheit angestellt werden. Wenn i120 die
Trägheit bei einer elektromotorischen Kraft mit dei Periodicität 120, und z'600 die Trägheit
bei einer Kraft mit der Periodicität 600 ist, so erhält man:
-' — und f600 =
400000
80000
Die kleineren Periodicitäten werden dadurch etwas schwächer wiedergegeben; die Wiedergabe
ist nahezu umgekehrt proportional der Zahl der Perioden in der Secunde. Um dieses
Ergebnifs zu erläutern, sei angenommen, dafs zwei passende Fernsprecher G und H, einer
an der Station X und der andere an der Station Y, in einer Entfernung von 4500 km
in den Stromkreis eingeschaltet seien, und dafs ferner ein Ton in den Fernsprecher bei X
hineingesungen werde. Dieser Ton möge zusammengesetzt sein aus einem Grundton mit
120 Perioden in der Secunde und aus vier
Obertönen mit 240, 360, 480 und 600 Perioden in der Secunde. Es ist nun bekannt,
dafs die schwingende Schallplatte bei X in dem Stromkreis eine zusammengesetzt elektromotorische
Kraft inducirt, die aus der grundharmonischen, elektromotorischen Kraft von
120 Perioden in der Secunde und aus den oberharmonischen Kräften mit den Periodicitäten
von 240, 360, 480 und 600 Perioden in der Secunde besteht. Eine vollkommene Schallplatte würde diese harmonischen, elektromotorischen
Kräfte in der Weise übertragen, dafs ihre Amplituden in demselben Verhältnifs zu einander stehen, wie die Amplituden der
Schwingungen des Tones, der in den Fernsprecher hineingesungen wurde. Wenn daher
die Schallplatten der Fernsprecher G und H auf niedrige Laute abgestimmt sind, so wird
die inducirte elektromotorische Kraft in den niedrigen Schwingungen stärker sein als die
Tonwellen, welche die Schallplatte in Schwingungen versetzen; es ist daher klar, dafs die
Wirkung der Schallplatte, die niedrigen Schwingungen zu verstärken, beliebig aufgehoben
werden kann durch die Wirkung des Kabels, die oberen Schwingungen zu verstärken,
so dafs eine Uebertragung von Fernsprechströmen auf lange Entfernungen durch ein Kabel von der erwähnten Art nicht nothwendig
von einer Verzerrung der übermittelten Töne begleitet sein wird.
Es sei nun angenommen, dafs der Hauptwerth dieser inducirten, einfach harmonisch
zusammengesetzten elektromotorischen Kraft bei einer vollkommenen Schallplatte sein sollte:
ι Volt für die Grundschwingungeri,
Y2- - - ersten Oberschwingungen, Y3- - - zweiten
Y4 - - . . - dritten
Y5 - vierten
ι Volt für die Grundschwingungeri,
Y2- - - ersten Oberschwingungen, Y3- - - zweiten
Y4 - - . . - dritten
Y5 - vierten
Dieses Verhältnifs der Amplituden entspricht dem Verhältnifs der Hauptwerthe der Amplituden
der Tonschwingungen, die die Schallplatte in Bewegung setzen.
Die Durchschnittswerthe der zusammengesetzt einfachen harmonischen Ströme werden sein:
—— g- Ampere. Daher wird die Tonfärbung
sich etwas ändern. Aber es ist leicht zu sehen, dafs mit einer die niedrigen Töne bevorzugenden
Schallplatte die obigen Verhältnisse der inducirten elektromotorischen Kraft etwa in
folgender Weise geändert werden können:
ι Volt für die Grundschwingungen,
Y4 - ersten Oberschwingungen,
1L- - - zweiten
1I -
/16 .
7:
25
- dritten
- vierten
und in diesem Falle würden die Durchschnittswerthe der zusammengesetzt harmonischen
Ströme sein:
4Xio5
2 Λ 4Χ ΙΟ5
— V ι
3 ^ 4Χ ίο5
— X '
4 4Χ ίο6
— X
4Χ ίο5
Ampere für die Grundströme,
- - ersten Oberströme,
- - zweiten
- ■ - dritten
- ■ - dritten
- vierten
Die Intensitäten der zusammengesetzt einfachharmonischen Ströme würden also zu einander
in demselben Verhältnifs stehen, wie die Intensitäten des einfach-harmonischen Tones, aus
denen der in den Fernsprecher gesungene Ton zusammengesetzt ist. Es wird daher keine
Verschleierung oder Verfärbung in dem übertragenen Ton stattfinden. Es sei hier noch
darauf aufmerksam gemacht, dafs jeder der oben berechneten Ströme sehr viel stärker ist
als die Ströme, die noch hörbare Töne in einem Fernsprecher erzeugen, denn nach gewissenhaften
Untersuchungen können noch
Ströme mit einer Stärke von T5- Ampere
IO13
Töne im Fernsprecher hervorbringen, die noch sehr gut zu hören sind.
Aber diese oben erhaltenen numerischen Werthe der Ströme werden sich ändern, wenn
die Voraussetzung, auf welcher die Berechnung beruht, fallen gelassen wird, nämlich die Voraussetzung,
dafs die elektrostatische Capacität des Leiters irgend eines Kabelabschnittes unendlich
klein sei im Vergleich zu den Capacitäten der Endcondensatoren dieses Abschnittes.
Eine kurze Beschreibung dieses Falles wird einen anderen sehr grofsen Vorzug des nach
der vorliegenden Beschreibung hergestellten Kabels erkennen lassen. .
Es werde der augenblickliche elektrische
Zustand des Kabels in dem Augenblick betrachtet, wenn ein Wechselstrom hindurchgeht.
Man betrachte zunächst das erste Paar der Condensatoren, das dem Uebertrager zunächst
liegt. Ein Condensator wird dann auf der positiven Seite des Uebertragers und einer
auf der negativen Seite sich befinden. Betrachtet man nun die Reihe von Condensatoren,
welche sich in dem erwähnten Augenblick auf der positiven Seite des Uebertragers befinden.
Diese Reihe besteht aus 3000 gleich weit von einander abstehenden Condensatoren. Eine
Seite des ersten Condensators der Reihen wird in dem betrachteten Augenblick eine Ladung m
haben. Diese Ladung inducirt auf der entgegengesetzten. Seite des Condensators die Ladung
— Mi1. In dem zweiten Condensator
m-
1+/
m9 =
ι +/
1
In dem oben beschriebenen Kabel ist nun:
η = 3OOO, / =
also:
m„ =
/ \ 3000
480
= rund
m 500
Die Ströme in den verschiedenen Kabelabschnitten "werden nahezu in demselben Verhältnifs
sich ändern, also der Werth des Stromes an der Ankunftsseite wird nur Y500 Theil des theoretischen Theiles sein,
unter der Voraussetzung, dafs die Linien capacität der Leiter der verschiedenen Abschnitte unendlich klein ist im Vergleich zu
der Capacität der Condensatoren. Um die numerischen Werthe dieser Ströme an der Empfangsstation zu zeigen, soll der Werth
des schwächsten berechnet werden. Er ist
JL χ ι
5 ^ 4XiO5X5OO
I09
Ampere.
Wie schon oben bemerkt, ist dieser Strom nach sehr sorgfältigen Untersuchungen über
eintausendmal stärker als der schwächste Strom, der in einem Fernsprecher gehört werden
kann. Es sei hier noch erwähnt, dafs der Fernsprechstrom, der durch das beschriebene
Kabel gesendet werden kann, viel stärker ist, weil die elektromotorische Kraft, die durch
die Inductionsspule eines guten Uebertragers erzeugt wird, viel gröfser ist, als in den obigen
Rechnungen angenommen ist.
Um nunmehr in bestimmter Form die Vorzüge des nach der vorliegenden Erfindung
hergestellten Kabels festzustellen, mögen die„ folgenden Erläuterungen dienen. Der Strom
in dem Leiter eines beliebigen Kabelabschnittes hat man die Ladungen .-f- ηιλ und — m2 und
so fort bis zum letzten Condensator, in welchem die Ladungen + Tnn^1 und —mn sind.
Genau die gleiche Vertheilung der Ladungen ist in den Condensatorreihen der negativen
Seite des Uebertragers vorhanden. Im vorliegenden Falle ist η = 3000. Die Ladungen m
und W1, W1 und m2 u. s. w. sind numerisch
einander nicht gleich, weil die Capacitäten der Leiter, welche die verschiedenen Condensatoren
verbinden, nicht unendlich klein sind im Vergleich zu den Capacitäten der Condensatoren.
Es sei die Capacität des halben Leiters, der zwei auf einander folgende Condensatoren verbindet,
gleich dem Z-ten Theil der Capacität eines der Condensatoren, dann hat man:
m„
besteht aus zwei genau bestimmten Theilen. Ein Theil wird bestimmt von der Ladung der
Endcondensatoren jenes Kabelabschnittes, der andere von der Ladung der Oberfläche des
Leiters selbst. Den ersten Theil nennt der Erfinder die Längsdisplacements-Componente,
den zweiten Theil die Querdisplacements-Componente des Stromes in jenem Abschnitt.
Die oben erwähnte bedeutende Neuerung besteht demnach in der Verminderung des Verhältnisses
zwischen der Quer- und der Längscomponente eines sehr rasch wechselnden Stromes. Die Abnahme des Stromes, die von
den- Quercomponenten in den verschiedenen Abschnitten des Kabels abhängt, wirkt offenbar
wie eine Verzögerung, und es sei daher hier nochmals betont, dafs unter dieser Verzögerung
nicht allein die Linienwiderstände, die Selbstinduction u. s. w. einbegriffen sind, sondern
auch die Verzögerungen, die von den Strömen der Quercomponenten herrühren.
Mannigfache Abänderungen solcher Kabel können auf Grund der erwähnten physikalischen
Grundsätze angeordnet werden, es ist nicht erforderlich, hier näher darauf einzugehen.
Mit Bezug auf Fig. 2 sei noch erwähnt, dafs, um dem getheilten Kabel einen ununterbrochen
metallischen Stromkreis zu sichern, um, im Falle eines Bruches, den Fehler mit Hülfe der gewöhnlichen Mittel zu begrenzen,
mit jedem Condensator im Nebenschlufs eine Spule mm1, η η1 mit vielen Windungen angeordnet
ist, die einen ganz oder im wesentlichen geschlossenen magnetischen Stromkreis, beispielsweise einen Eisenring r, umgiebt.
Diese Spulen werden infolge ihrer hohen Selbstinduction und auch infolge ihrer elektromagnetischen
Eigenschaften keinen erheblichen Theil des Hauptstromes von einer Abtheilung
des Kabels zur anderen fliefsen lassen, so lange die Perioden dieses Hauptstromes die
Zahl 50 in der Secunde übersteigen. Es ist längst bekannt, dafs, wenn ein Condensator
im Nebenschlufs mit einer Spule liegt und eine elektromotorische Kraft wirkt, die eine
Periodicität besitzt, die um einiges höher ist, als die Periodicität des Stromkreises ist, der
von dem Condensator und der Spule gebildet wird, dann der gröfsere Theil des Stromes
durch die Spule strömt, selbst wenn die Selbstinduction der Spule sehr hoch ist. Diese Erscheinung
tritt jedoch, wie der Erfinder durch Versuche entdeckt hat, nur dann ein, wenn
der Eisenkern der Spule aus vielen dünnen Blechen oder Platten besteht und keinen geschlossenen
magnetischen Kreis bildet. Wenn jedoch der magnetische Kreis geschlossen ist, dann trifft dies nicht mehr zu und der Werth
des Stromes, der dann von einem Abschnitt des Kabels zum anderen durch irgend eine
der Spulen geht, ist gleich dem Werth der Potentialdifferenz in dem Condensator, welcher
mit jener Spule im Nebenschlufs steht, dividirt durch den Trä'gheitswiderstand, welchen die
Selbstinduction und der Linienwiderstand dieser Potentialdifferenz entgegensetzt. Wenn man'
daher diesen Trägheitswiderstand grofs macht, so kann der Verlust an Strom beliebig vermindert
werden, besonders bei Periodicitäten von 50 Perioden in der Secunde. Mit anderen
Worten: die Spulen wirken gewissermafsen als elektromagnetische Ventile.
Die Wirkung ist die, dafs, so lange wie die Condensatoren in Ordnung sind, nur ein
unwesentlicher Theil des Stromes durch die Spulen geht, diese also keinen merkbaren Einfiufs
auf die oben erwähnten Ergebnisse ausüben ; wenn jedoch aus irgend einer Ursache
ein Condensator in Unordnung geräth, so zeigt sich dies sofort durch die vermehrte Trägheit
der Linie, aber da die Linie nicht unterbrochen wird, so ist es möglich, die Fehlerstelle zu
entdecken durch Bestimmung der Kabelcapacität oder durch andere Mittel, die man
sonst nicht anwenden könnte, wenn die Kabelabschnitte nicht metallisch verbunden wären.
Sollte das Kabel aber brechen und dadurch unbrauchbar werden, so kann der Fehler
durch die bei metallischen Linien üblichen Verfahren gefunden werden.
' Wenn die Kabelabschnitte, statt gleich und
ähnlich, wie oben angegeben, ungleich und unähnlich gemacht werden, so wird doch ein
im wesentlichen gleiches Ergebnifs erreicht werden. Man hat dann einfach mit der Hauptperiodicität
der Linie zu thun, die man unter Berücksichtigung einiger vorher ausgewählten Periodicitäten bestimmt, die im Falle Fernsprechübertragung
zweckmäfsig höher genommen werden, als die des höchsten Tones der Stimme.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Leitungsanordnung für lange elektrische Stromkreise, welche die den Verlauf von veränderlichen Strömen störenden Einflüsse langer Stromkreise dadurch vermeidet, dafs die Leitung in hinter einander geschaltete, durch Condensatoren inducirend auf einander einwirkende Abschnitte zerlegt ist, dadurch gekennzeichnet, dafs die Capacität dieser Condensatoren im Vergleich zu den Selbstinductions- und anderen 'elektrischen Verhältnissen der einzelnen Abschnitte so bemessen ist, dafs sich für jeden einzelnen Abschnitt eine bestimmte — möglichst für alle gleiche — Schwingungszahl ergiebt, welche auch die Schwingungszahl des Gesammtstromkreises bildet.
- 2. Die durch Anspruch 1 geschützte Leitungsanordnung mit der besonderen Einrichtung, dafs die Condensatoren durch Nebenschlufsspulen von hoher Selbstinduction überbrückt sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE85526C true DE85526C (de) |
Family
ID=357662
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT85526D Active DE85526C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE85526C (de) |
-
0
- DE DENDAT85526D patent/DE85526C/de active Active
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