-
Siebzylinder für Papiermaschinen Die Erfindung betrifft Siebzylinder
für den Gebrauch bei der Papierherstellung.
-
Ein Siebzylinder findet besonders bei der Herstellung hochwertigen
Papiers und Pappe Verwendung. Der Siebzylinder rotiert, teilweise eingetaucht, in
einem Bottich mit Wasser, das einen geringen Anteil suspendierter Fasern enthält.
Da das Wasser durch den Maschenüberzug des Siebzylinders hindurchdringt, lagern
sich die Fasern auf dem Überzug ab und bilden eine Papierschicht. Es ist deshalb
sehr wesentlich, daß das Durchdringen des Wassers durch den äußeren Maschenüberzug
sehr gleichmäßig vor sich geht, wenn Streifen, die beim Halten des Papiers gegen
<las Licht sichtbar werden, verhindert werden sollen. Der Siebzylinder bildet
die untere Walze einer Presse, wobei die Oberwalze mit einem Filzmantel versehen
ist und so stark gegen den Siebzylinder drückt, daß das sich auf dem Siebzylinder
absetzende Papier abgesaugt und zur weiteren Behandlung, z. B. Pressen, Trocknen
und Fertigstellen, abgeführt werden kann. Die Oberwalze spannt den Maschenmantel
dauernd, und dieser kann in der Praxis selten genügend eng über das tragende Rahmenwerk
gelegt werden, um eine Bewegung des Mantels mit nachfolgendem Zerren und Beschädigen
der Oberfläche und Güte des Papiers zu verhindern.
-
Ein Siebzylinder der herkömmlichen Bauart besteht aus einer Anzahl
von Ringen, die auf einer gemeinsamen
Welle befestigt sind. Die
Ringe werden miteinander durch eine Anzahl dicht und parallel beieinanderliegender
Stäbe verbunden, so daß sie einen zylindrischen Rahmen bilden. Auf diesen Rahmen
wird dann schraubenlinienförmig ein Draht aufgewickelt, der als Träger für eine
Anzahl Drahtgeflechtüberzüge zunehmender Maschenzahl dient, die wiederum als Unterlage
für den äußersten Überzug eines Maschengeflechtes mit ungefähr 385 Öffnungen pro
Quadratzentimeter vorgesehen sind. Die Maschensiebe zwischen dem aufgewickelten
Draht und dem äußeren Siebmantel waren deshalb wesentlich, um einen regelmäßigen
Flüssigkeitsdurchtritt unter dem Außenüberzug zu erhalten und um die sonst durch
den aufgewickelten Draht hervorgerufenen Streifen zu vermindern. Wie daraus hervorgeht,
erfordert Bau und Wartung eines Siebzylinders von so verwickelter Ausführung beträchtliche
Fachkenntnis und Erfahrung.
-
Die Erfindung ist hauptsächlich darauf gerichtet, einen Siebzylinder
zu schaffen, der wenigstens ebenso wirkungsvoll wie die bisherigen Siebzylinder,
aber beträchtlich einfacher in seinem Aufbau ist und die in Lagen angeordneten Maschengeflechte
vermeidet. Weiter ist nach der Erfindung ein Siebzylinder vorgesehen, bei dem der
Außenüberzug einen wirklichen Kreisquerschnitt aufweist und bei dem eine Änderung
des Umfanges in bestimmten Grenzen unter Beibehalten des Kreisquerschnittes möglich
ist. Die weiteren Vorteile des Siebzylinders nach der Erfindung werden aus dem Nachstehenden
klarwerden.
-
Nach der Erfindung weisen die den Außenmantel tragenden Stäbe einen
Kopf auf, der durch Querrippen, dazwischen befindliche Querkanäle und in den Querrippen
befindliche Längsrillen eine mit vielen Auflagepunkten versehene Auflagefläche bildet
und einen oder mehrere Längsstege trägt, mit denen die Stäbe auf den Tragringen
des Trommelkörpers sitzen.
-
Die Stäbe können so gelagert werden, daß sie radial zum Siebzylinder
verstellbar sind, wodurch sie in Berührung mit dem Außenüberzug gebracht werden
können, um diesen straff und leicht gestreckt zu halten. Die die Stäbe tragenden
Ringe weisen dabei Abschrägungen auf, an denen die Stege der Stäbe gelagert sind,
so daß durch die Bewegung eines oder mehrerer dieser Ringe längs der Welle die Stäbe
radial verstellt werden, womit der wirksame Umfang des Siebzylinders verändert wird.
Die Abschrägungen der Ringe können dabei in Glieder oder Teile der Stäbe eingreifen.
So können z. B. die Abschrägungen in auf jeder Seite der Stege der Stäbe angebrachte
Walzen eingreifen., oder die Stege der Stäbe können mit Anschlägen versehen sein,
die geneigte, den Abschrägungen der Ringe entsprechende Oberflächen aufweisen.
-
Die Oberfläche des Kopfteiles der Stäbe, die den Zylindermantel berührt,
ist gekrümmt, so daß sie der Krümmung des Mantels entspricht, und ist ferner so
ausgebildet, daß eine Unterstützung an vielen Punkten für den Mantel vorhanden ist
und ein wirksamer und regelmäßiger Flüssigkeitsdurchtritt zwischen ihnen erfolgt.
So kann z. B. der Kopfteil in eine Anzahl von parallelen Querstücken durch die Ausbildung
paralleler Durchlässe durch den Kopfteil rechtwinklig zu seiner Länge unterteilt
sein, wobei diese Rechteckstücke selbst eine wellenförmige oder gewellte Anordnung
durch die Ausbildung paralleler Nuten längs des Kopfstückes erhalten. Dies führt
dazu, daß eine große Anzahl von Punkten in regelmäßigen Zwischenräumen den Zylinderüberzug
stützt und eine Reihe von verbundenen Kanälen und Durchlässen vorgesehen ist, die
mit dem Innern des Siebzylinders verbunden sind und einen ausreichenden und regelmäßigen
Fiüssigkeitsdurchtritt unter dem Zylindermantel erlauben. Die Abstände dei einzelnen
Punkte sind so, daß bei stärkster Ausdehnung des Siebzylinders der Zylinderüberzug,
sich selbst stützend, die Unterlagepunkte benachbarter Stabteile überbrückt. Wo
eine größere Bewegung der T-Teile der Stäbe Lücken entstehen ließe, werden die Stäbe
gegeneinander versetzt oder überlappt.
-
Die Zeichnungen zeigen Ausführungsbeispiele des Siebzylinders nach
der Erfindung, und zwar zeigt Fig. i eine Rückansicht eines verstellbaren Siebzylinders,
Fig. 2 einen Querschnitt, Fig. 3 einen Teilquerschnitt in vergrößertem Maßstab,
Fig.4 und 5 entsprechende Drauf- und Rückansichten der Tragestäbe, Fig. 6 eine Anbringungsart
des Überzuges, Fig. 7 einen festen Siebzylinder und die Art der Anbringung des Überzuges
und Fig. 8 eine andere Art der Anbringung der Tragestäbe.
-
Im allgemeinen weist der Siebzylinder ein Paar Abschlußringe io auf,
die abnehmbar auf einer `'Felle ii sitzen. Er besitzt ferner eine große Anzahl von
Überzugtragestäben 13, die von den Ringen 12 aufgenommen werden, ein Paar Dichtringe
14 zur Halterung der Stäbe 13 in ihrer Lage und Mittel zum Anbringen der Ringe 12
auf der Welle ii.
-
In den Fig. 4 und 5 haben die Stäbe 13 T-Querschnitt und weisen einen
Steg 15, der sich radial ins Innere der Siebzylinders erstreckt, und einen Kopfteil
16 auf; der mit Querkanälen 17, Formrippen 18 und Längsrillen i9 versehen ist. Die
Tragefläche des Kopfteiles 16 besteht deshalb aus vielen kleinen Oberflächen 2o,
auf der der äußere Überzug des Siebzylinders gelagert ist, während diese Auflagepunkte
von den tiefer liegenden Rillen i9 und Kanälen 17 umgeben sind, wodurch ein schnelles
und ausreichendes Entwässern in das Innere des Zylinders sichergestellt ist. Die
Ringe 12 sind radförmig und bestehen aus einer Nabe 21, einem Radkranz 22 und radialen
Armen 23. Die Stege 15 der Stäbe 13 sind mit Rippen 24 versehen, die in Abständen
bei 25 unterbrochen sind, so daß sie in den abgeschrägten Rand 26 des Radkranzes
22 eingreifen, wobei das entsprechende Ende der Rippe ebenfalls abgeschrägt ist.
Die Radkränze 22 sind mit Nuten zur Aufnahme der Stege 15 der Stäbe 13 versehen.
Die Naben 21 der Ringe 12 sind mittels Abstandshülsen 27 miteinander verbunden,
und die Ringe 12 sind auf einer Anzahl von Längsankern 28 angeordnet, die zwischen
den
Abschlußringen io befestigt sind und durch die radialen Arme 23 der Ringe 12 hindurchgehen.
Durch die Längsanker 28 werden weitere Abstandsglieder 29 und 30 für die
Ringe 12 getragen. Die äußeren der Ringe 12 sind mit Dübeln 31 versehen, an die
die Stabhalterungsringe 32 angeschraubt sind, die mit abgeschrägten, ringförmigen
Oberflächen 33 entsprechend abgeschrägte Flächen 34 an den Enden der Rippen 24 übergreifen.
Die Enden der Stäbe 13 lagern auf Gummiringen 35, die in Nuten der Abschlußringe
io befestigt sind. Ein Endteil der Stäbe 13 ist dabei abgeschnitten, so daß dort
ein zweiter Gummiring 36 angebracht werden kann. Die Gesamtanordnung aus Stäben
und Ringen wird mittels der Verschlußringe 14 in ihrer Lage festgehalten. Selbstverständlich
ist ein Zylinderüberzug 37, der aus einem feinen Maschennetz besteht, über der durch
die große Anzahl der Stäbe 13 gebildeten Zylinderoberfläche angebracht.
-
Eine Anbringungsart für den Überzug ist in Fig. 6 dargestellt. Einer
der Stäbe 13 wird so abgeändert, das er einen Sperrstab bildet; man versieht ihn
nämlich mit einem Mittelkanal 38, der einen verengten Ausgang 39 mit Ansätzen 4o
aufweist. Die Enden des Überzuges 37 werden mit Laschen 41 versehen, die in die
Ansätze 4o eingreifen können.
-
Die unterbrochenen Rippen 24, an denen die abgeschrägten Flächen 26
anliegen, dienen zur Verstellung der Stäbe 13 radial nach außen, um den äußeren
Überzug 37 zu strecken und ihn in einem gespannten Zustand zu halten. Wie aus der
Zeichnung ersichtlich, sind die Ringe 12 in zwei Sätzen durch verschiedene Abstandsglieder
miteinander verbunden, und die äbgeschrägten Flächen 26 verlaufen schräg nach innen.
Die innersten Ringe 12 sind mit Hohlnaben 42 versehen, die innen ein Gewinde 43
aufweisen. Dieses Gewinde 43 sitzt in Gewinden der Hülsen 44 und 45, die miteinander
durch Schrauben 46 verbunden sind und radiale Arme 47 und einen Zahnradkranz 48
tragen, in den ein auf einer Antriebswelle 5o sitzendes Ritzel 49 eingreift. Die
Welle 5o erstreckt sich durch Naben 51 und den Armen 23, reicht durch die Abschlußringe
1o nach außen und ist mit einer geeigneten Betätigungsvorrichtung verbunden, die
von Hand oder automatisch bedient werden kann. Die Gewinde der Naben 42 und der
Hülsen 44 und 45 sind so beschaffen, das durch eine Drehung der Hülsen 44 und 45
die beiden Sätze der Ringe 12 in entgegengesetzten Richtungen entweder zur oder
weg von der Mitte des Siebzylinders bewegt werden. Die aus den Hülsen 44 und 45
und dem Ritzel 49 bestehende Betätigungsvorrichtung befindet sich in einem Gehäuse
52.
-
Eine andere Art, die Ringe 12 zu verstellen, ist in Fig.8 dargestellt.
Die Abschlußringe io sitzen auf einer Hohlwelle 53, durch die eine `Felle 54 gesteckt
ist. Diese Welle 54 trägt an ihrem Ende 55 ein Gewinde, auf dem ein Handrad 56 sitzt.
Die Ringe 12 sitzen auf einer Hohlwelle 57, die verschiebbar auf der Welle 53 montiert
und innen mit Anschlagringen 58 versehen ist. Die Welle 54 ist mit Anschlägen 59
versehen, die durch Schlitze 6o in der Welle 53 hindurchreichen und den Zwischenraum
zwischen den Ringen 58 ausfüllen. Eine Drehung der Welle 54 führt dann dazu, daß
sich die Welle 57 mit den darauf sitzenden Ringen 12 in Längsrichtung bewegt.
-
Es ist nicht immer notwendig, daß die Stäbe 13 radial bezüglich des
Siebzylinders verstellbar sind. Eine Ausführungsform für die Verwendung in einem
festen Siebzylinder ist in Fig. 7 dargestellt. Die Oberfläche der Stäbe ist, wie
beschrieben, ausgebildet, so daß Durchflußkanäle unter dem Außenüberzug des Siebzylinders
entstehen, jedoch sind die Stäbe mit auswärts geneigten Stegen 61 versehen, die
in schwalbenschwanzförmige Vertiefungen 62 der Ringe 12 eingeschoben sind. Bei dieser
Ausführungsform des Siebzylinders wird der Außenüberzug mittels eines Paares von
Verschlußstäben befestigt. Der eine Verschlußstab 63 weist Zähne 64 auf, während
der andere Verschlusstab aus einem Rundstab 65 besteht, der von einem Durchbruch
65 in den Ringen 12 aufgenommen wird. Der Rundstab 65 ist mit einem Arm 67 versehen,
der Zähne 68 auf seiner oberen Kante aufweist, die mit den Zähnen 64 des Stabes
63 zusammenwirken und die Enden des Außenüberzuges einklemmen.
-
Es ist ausdrücklich hervorzuheben, das die einzige Auflage für den
Außenüberzug durch die Stäbe 12 gebildet wird, die eine Auflagefläche vorsehen,
die eine sehr starke Annäherung an eine Zylindermantelfläche darstellt, so das,
wenn der Siebzylinder die Gautschwalze berührt, das entstehende Papier ein regelmäßigeres
Gefüge und infolgedessen größere Güte aufweist. Die neue Form der Auflage beugt
ebenfalls den Schäden und Nachteilen vor, die durch die Verwendung der früheren
Ausführungsformen des Siebzylinders dadurch auftreten, das sich eine große Anzahl
kleinster Fasern zwischen den verschiedenen Lagen der Maschenunterlagen verfing.