DE841868C - Spritzpistole fuer Farben od. dgl. - Google Patents
Spritzpistole fuer Farben od. dgl.Info
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzpistole zum Austragen von Flüssigkeiten aus einem Behälter,
besonders zum Aufbringen von Farbe, Lack oder sonstigen Überzügen auf Flächen aller Art.
Die bisher gebräuchlichen Spritzpistolen werden mit vergleichsweise hohem Druck getrieben und benötigen
hierfür ein hochgespanntes Druckmittel, das die Farbe oder sonstige Flüssigkeit nicht nur zerstäubt,
sondern sie auch aus einem Behälter in die Zerstäuberdüse fördert. Diese Spritzpistolen sind
verhältnismäßig groß und spritzen die Flüssigkeit mit hohem Druck und großer Geschwindigkeit aus,
meist unter Bildung eines Flüssigkeitsnebels, der für den Arbeiter gesundheitsschädlich sein kann und
bei Verwendung von brennbaren Flüssigkeiten oder Flüssigkeitsbestandteilen die Gefahr einer Entzündung
in sich trägt. Das Abspritzen der zerstäubten Flüssigkeit unter sehr hohem Druck ist auch nachteilig,
weil die Flüssigkeitströpfchen auf die zu überziehende Fläche buchstäblich aufknallen, statt mit ao
so mäßiger Geschwindigkeit aufzutreffen, daß sie einen homogenen Belag von gleichmäßiger Stärke
bilden. Obwohl der Betriebsdruck häufig 3 bi,s 4 at beträgt, können meist nur Farben oder sonstige
Flüssigkeiten mit leichter Viskosität ausgetragen »5
werden, während sich dickflüssige und zähere Stoffe nicht verarbeiten lassen.
Die Erfindung beseitigt diese Nachteile und bezieht sich auf eine Spritzpistole, die mit vergleichsweise
niedrigem Druck arbeiten kann und die sich trotz eines geringen Betriebsdruckes, der nur etwa
0,2 at zu betragen braucht, auch zur Verarbeitung
von dickflüssigen und zähen Stoffen verwenden läßt. Diese Spritzpistole nach der Erfindung kennzeichnet
sich durch eine besondere Anordnung und Ausbildung der zusammenwirkenden Teile, insbesondere
dadurch, daß der die Farbe oder sonstige Flüssigkeit aufnehmende Behälter oberhalb der Spritzdüse angeordnet
ist, so daß die Zuführung der Flüssigkeit aus dem Behälter zur Spritzdüse durch die Schwerewirkung
begünstigt wird.
ίο Die Zeichnung zeigt eine im Längsschnitt dargestellte
Spritzpistole als Beispiel für die Ausführung der Erfindung.
Das Gerät besteht aus einem pistolenartigen Gehäuse,
das unten eine Druckluftzuführungsleitung ι aufweist. Die Wandungen 2, 3 dieser Leitung sind
zu einem Handgriff profiliert. Die Zuführungsleitung ι mündet in eine waagerechte Leitung 4 aus,
die rohrförmig gestaltet ist und am vorderen Ende einen Düsenkopfs trägt, der einen doppelten Ver-
ao teilungskanal 6, 7 für das Zerstäubungsdruckmittel
aufweist. An einem Ansatz 8 des Gerätes ist ein Abzughebel 9 gelagert, der mit einem Stößel 10 das Gehäuse
durchsetzt und auf eine Stellstange 11 drückt, die an einer Welle 12 gelagert ist und oben ein ge-
a5 gabeltes Ende 13 aufweist. Am hinteren Ende ist
die Leitung 4 durch ein Gewindestück 14 verschlossen, das eine dicht eingeschraubte Regelschraube 15
aufnimmt. In einer Ausnehmung 16 dieser Regelschraube führt sich das hintere Ende einer Stellstange
17, die einen ringförmigen Bund 18 aufweist
und eine Druckfeder 19 trägt. Das vordere Ende 170
dieser Stellstange bildet eine Ventilnadel und ist von einer Leitung 20 umschlossen, die an der Durchführungsstelle
der Stellstange 17 eine Stopfbüchse 21 aufweist. Von der Leitung 20 ist ein Zuführungsstutzen 22 nach oben ·. abgezweigt, der eine kreisförmige
Stützplatte 23 durchsetzt. An dem Rand dieser Stützplatte ist ein abnehmbarer Behälter 24
mittels einer Dichtung lösbar mittels Klemmschraul>en od. dgl. so befestigt, daß kein Austritt von Luft
oder Flüssigkeit stattfinden kann. In dem Behälter befindet sich eine Leitung 25, die mit der Druckluftleitung
4 in Verbindung steht und eine Stellstange 26 mit oberer Ventilspitze aufweist, die von dem
oberen Arm 27 des Abzughebels 9 betätigt wird. Die Stellstange 26 steht unter Wirkung einer Feder 28,
die sich an einem Bund 29 der Stange abstützt.
Die umgestülpte Lage des Behälters 24 und die sich kreuzenden Stellstamgen 17,26, die beide
gleichzeitig mittels des Abzughebels 9 betätigt werden, kennzeichnen das Gerät. Für den Gebrauch
des Gerätes wird zunächst der Behälter 24 mit der zu verspritzenden Flüssigkeit gefüllt und dann das
Gehäuse des Gerätes in umgekehrter Lage mit der Stützplatte 23 auf den Behälter 24 aMichtend befestigt.
Darauf dreht man das Gerät in die in der Zeichnung dargestellte Arbeitslage um. Nunmehr
läßt man Druckluft mit niedrigem Druck von etwa 150 bis 200 g/cm2 in die Zuführungsleitung 1 einströmen,
die in Richtung der Pfeile A durch die Leitung 4 in die Kanäle 6 und 7 des Düsenkopfes 5
weiterfließt und am Düsenkopf ausströmt. Drückt man nun auf den Abzughebel 9 in Richtung des
Pfeiles B, so drückt der Stößel 10 auf die Steilhange
11, die mit ihrem gegabelten Kopf 13 die Ventilnadel
17° etwas zurückzieht. Gleichzeitig gibt der Abzughebel 9 mit seinem Arm 27 das untere Ende
der Venitilnadel 26 etwas frei, die von der Feder 28 nach unten gedrückt wird in Richtung des Pfeiles B.
Die in der Leitung 4 enthaltene Druckluft strömt nunmehr durch die Leitung 25 in den oberen Teil des
Gerätes 24, wo die Druckluft in Richtung der Pfeile F auf die Flüssigkeit drückt, die durch die
Leitung 22 in die Leitung 20 fließt. Beim Abfließen der Flüssigkeit aus dem Behälter 24 unterstützen
sich die Schwerkraft der Flüssigkeit und der Druck der Zerstäubungsluft, der hierbei keine wesentliche
und merkbare Verminderung erfährt. Dank der umgekehrten Lage des Behälters läßt sich das Gerät für
schwere und leichte Farben oder sonstige Flüssigkeiten verwenden, wobei die Zuführungsleitungen
der Zerstäubungsluft einen verhältnismäßig großen Durchmesser aufweisen können. Da der Behälter
während der Arbeit vollständig geschlossen ist, kann man das Gerät beim Arbeiten unter jedem beliebigen
Winkel in beliebiger Schrägstellung halten. Der geringe Druck der Zerstäubungsluft und ihre besondere
Führung am Kopf des Gerätes bringen es mit sich, daß keine Nebelbildung entsteht, so daß das Gerät
ohne Maske und ohne Gefährdung des Arbeiters benutzt werden kann. Da das Abspritzen der Flüssigkeit
mit mäßigem Druck vor sich geht, bleiben ihre Eigenschaften beim Zerstäuben erhalten, und es
entsteht auf der zu bespritzenden Fläche ein sehr gleichmäßiger Überzug. Das kreisförmige Auslaufen
der Farbe auf der bespritzten Fläche wird vermieden. Durch die Anordnung des Flüssigkeitsbehälters oberhalb der Zerstäubungsdüse erhält der
Schwerpunkt des Gerätes eine solche Lage, daß der Benutzer beim Halten des Gerätes nicht ermüdet,
und da nur ein geringer Luftdruck erforderlich ist, kann man für die Lieferung der Druckluft mit einem
kleinen Kompressor od. dgl. auskommen.
Claims (4)
1. Spritzpistole für Flüssigkeiten, besonders zum Aufbringen von Farlje, Lack od. dgl. auf
Flächen aller Art, bestehend aus einem an eine Druckluftzuführung anzuschließenden, pistolenartigen
Gerät, das eine an der Mündung der Druckluftleitung liegende Düse zum Austragen von Flüssigkeit aus einem mit dem Gerät verbundenen,
an die Druckluftleitung angeschlossenen Behälter aufweist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Flüssigkeitsbehälter (24) oberhalb der dem Pistolenlauf entsprechenden, die Flüssigkeitsdüse
(20) enthaltenden Luftleitung (4) angeordnet ist, dem als Luftzuführung dienenden
Handgriff (1, 2, 3) gegenüberliegt und eine aus der Luftleitung (4) abgezweigte, nach oben in
den Behälter ragende Leitung (25) aufweist, die an ihrem in den Behälter ausmündenden Ende
mit einem den Lufteiiilaß in den Behälter regelnden Nadelventil (26) versehen ist.
2. Spritzpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gerät oberhalb der dem
Pistolenlauf entsprechenden Luftleitung (4) eine Befestigungsplatte (23) zum Anbringen eines
Behälters (24) aufweist, der in der Gebrauchsstclluiig
des Gerätes in umgestülpter Stellung daran befestigt ist.
3. Spritzpistole nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät oberhalb
des Handgriffes in seiner dem Pistolenlauf entsprechenden Luftleitung (4) eine die Flüssigkeitsdüse
(20) sperrende Ventilnadel (17, 17") aufweist, die an ihrem hinteren Ende eine an
einer Stellschraube (15) abgestützte Feder (19) trägt.
4. Spritzpistole nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerät einen dem
Pistolenabzug entsprechenden Abzughebel (9) aufweist, der mit einem den Handgriff durchsetzenden
Stößel (10) die Ventilnadel (17, 17")
des Flüssigkeitsventils und mit einem abgewinkelten Ansatz (27) die Ventilnadel (26) des
dem Flüssigkeitsbehälter zugeordneten Luftventils steuert.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
5056 6.
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