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Verfahren und Einrichtung zur Entstaubung von Gasen
Die Erfindung betrifft
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Entstaubung von Gasen. Diese Entstaubung
ist von großer Wichtigkeit für das Abscheiden von Flugasche aus Abgasen, insbesondere
bei Staubkohlenfeuerungen, und für das Abscheiden von Grubenstaub aus der von Zechen
herausgeförderten Wetterluft.
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Es sind Entstauber bekannt, die aus einer Reihe dicht nebeneinander
aufgestellter Platten oder Schaufeln bestehen, welch'e mit Wasser berieselt werden
und an denen die Gase veranlaßt werden, ihre Strömungsrichtung zu ändern. Die schweren
Staubpartikel. w elche dieser Richtungsänderung nicht folgen kiinncn. gelangen auf
die benetzten Platten oder Schaufeln und werden durch das Wasser entfernt.
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Da bei diesen Vorrichtungen während des Eintretens und Austretens
der Gase in und aus den Spalten zwischen den Platten plötzliche Richtungsänderungen
stattfinden, werden Wirbel erzeugt, welche die Fangziffer im ungünstigen Sinne beeinflussen
und die Strömungswiderstände erhöhen.
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Ein weiterer Nachteil ist, daß bei Geschwindigkeiten von etwa lom
je Sekunde das staubhaltige Wasser von den Platten oder Schaufeln herabgeblasen
wird. Dies führt zu .Verstopfungen der hinter dem Entstauber befindlichen Lufterhitzer
und/oder Saugventilatoren und für den Fall, daß durch das
Berieselungswasser
saure Bestandteile aus dem Gase herausgewaschen werden, zu ernsten Korrosionserscheinungen.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt nun, diese Nachteile zu vermeiden
und das Abscheiden von Staub auch bei Gasgeschwindigkeiten von mehr als 10 m je
Sekunde zu ermöglichen.
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Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht, daß das Gas veranlaßt
wird, die Spalte zwischen eiiier Anzahl von in einer Reihe oder in mehreren hintereinander
aufgestellten Reihen angeordneten. benetzten und vorzugsweise berieselten Schaufeln
zu durchströmen, iii welchen Spalten der Gasstrom einer allmählichen Richtungsänderung
unterworfen und anschließend gezwungen wird, die Spalte zwischen einer oder mehreren
hintereinander auf gestellteii Reihen von Schaufeln, von denen wenigstens die letzte
Reihe nicht benetzt wird, zu durchströmen, während die Einströmungsrichtung bzw
Ausströmungsrichtung der Gase in den Spalten zwischen den Schaufeln jeder Reihe
der Strömungsrichtung des gesamten Gasstromes gerade vov, hzw. gerade hinter den
Schaufelreihen parallel ist und die Umlenkungswinkel des Gasstromes in den Spalten
wenigstens 75° und vorzugsweise 90° betragen.
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Zwei Reihen von hintereinandergestellten Schaufeln reichen gewöhnlich
aus. Falls man besonderen Anforderungen zu entsprechen hat, kann man mehrere Reihen
anwenden, wobei die dazwischen gelegenen Reihen gegebenenfalls berieselt werden
können Vorzugsweise wird dann aber nur die erste Reihe berieselt. Wie verständlich,
können an Stelle einer Einzelreihe von Schaufeln, die den ganzen Gaskanal beherrscht,
zwei oder mehrere Reihen von neben- oder übereinander aufgestellten schmaleren Schaufeln
verwendet werden.
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Da nun während des Ein- und Austretens der Gase keine plötzlichen
Richtungsänderungen mehr stattfinden können, werden keine Wirbel erzeugt, so daß
der Luftwiderstand gering ist und die Fangziffer verbessert wird. Um eine möglichst
günstige Durchströmung zu erzielen, ist es vorteilhaft, die angrenzenden Schaufeloberflächen
als Teile konzentrischer Zylinderoberflächen zu gestalten. Dadurch werden die Schaufeln
dick und schwer. Gemäß der Erfindung werden die Schaufeln dann auch als Hohlkörper
und in Chromeisenguß ausgeführt.
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Chromeisenguß kann in die erwähnte Form gebracht werden und ist sehr
korrosions- und erosionsfest.
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Auch bei Geschwindigkeiten von 10 bis 20 m je Sekunde zeigt es sich,
daß der Raum hinter dem Entstauber und die in demselben gelegenen Vorrichtungen
vollständig trocken bleiben, was sowohl fiir die Betriebssicherheit wie auch für
die Lebens-(l;tuer von großer Wichtigkeit ist.
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In der Zeichnung sind in Form eines Beispiels zwei verschiedene Entstauber
dargestellt.
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Fig. X stellt ein Aufsichtsbild von einem Entstauber eines der zwei
Ventilationskanäle eines Grubenwetterschachts mit einer Kapazität von 24 000 m³
je Minute und einer Luftgeschwindigkeit zwischen den Schaufeln von 16 m je Sekunde
dar Fig. 2 zeigt ebenfalls cin Aufsichtsbild eines Entstaubers im Rauchkanal einer
Staul)kohlenfeuerungsanlage mit einer Gasgeschwindigkeit von 1 1,3 m je Sekunde
und Fig. 3 einen Teil der Schaufeireihe der Fig 2 ill Einzelheiten.
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In Fig. I wird die aus dem Schacht heraustretende Luft durch einen
Ventilator bei I in den Wetterkanal hineingeblasen. Dieser Kanal weist bei 2 und
3 zwei rechte Winkel, wo 70 bzw. 45 Schaufeln aufgestellt sind, auf. Die Spaltenweite
beträgt 9 bzw. 14cm. Vor der Schaufelreihe 2 ist eine Reihe von Düsen in gleicher
Weise wie in Fig. 2 angegeben, aufgestellt. Mit der Vorrichtung der Fig'. werden
sämtliche Partikel, die größer als 35 µ sind, aufgefangen. Die Gase treteii parallel
zur Hauptrichtung des Gasstroms zwischen den Schaufeln ein, erfahren dort eine allmähliche
Richtungsänderung von 90° und treten nieder parallel zur Achse des Kanals aus.
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In Fig. 2 finden sich die Schaufel reihen 2,2' und 3,3' nahe aneinander,
so daß die Gase, nachdem sie in der ersten Reihe eine Richtungsänderung von 90°
erfahren haben, in der Eingangsrichtung der nächsten Reihe austreten, wo sie wiederum,
aber diesmal in entgegengesetztem Sinne, um 90° abgebogen werden und in der Achsenrichtung
des Kanals, der hier keine Buchten zu haben braucht, anstreten. Bei 4 bzw. 4' befinden
sich die Düsen, die die erste Reihe von Schaufeln berieselt. Die Anzahl von Schaufeln
in jeder Reihe beläuft sich auf 37, die Spaltenweite auf 3,5 cm. Allerdings kann
man auch mehrere solcher Systeme hintereinander aufstellen oder das System aus 4
Reihen von hintereinander angeordneteti Schaufeln statt aus zici Reihen bestehen
lasse L)ie Schauteln sind aus Chromeisenguß angefertigt und hohl ausgeführt, wie
in Fig. 3 bei 5 angegeben ist. Die Oberfläche G und 7 sind Teile konzentrischer
Zylinderoberflächen. Bei 8 sind die außeren Enden der Schaufeln in Leisten 9 eingefaßt
die vorzugsweise aus Segmenteit bestehen und die all der polieren bzw. unteren Seite
des Rauchkanals befestigt sind.