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Verfahren und Vorrichtung zum Heißbehandeln von Geräten und Maschinenteilen
aller Art zum Zwecke der Reinigung und Schmierung und insbesondere zum derartigen
Behandeln von steril zu machenden ärztlichen und zahnärztlichen Instrumenten Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zum Heißbehandeln von Geräten und Maschinenteilen
aller Art zum Zwecke der Reinigung und Schmierung und insbesondere zum derartigen
Behandeln von steril zu machenden ärztlichen und zahnärztlichen Instrumenten sowie
eine Vorrichtung, mit der sich dieses Verfahren ausführen läßt.
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Das neue Verfahren zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, daß
die Behandlungsgegenstände innerhalb eines geschlossenen Behälters dem Dampf eines
in diesem Behälter zum Kochen gebrachten Öles ausgesetzt werden, wobei sich dieser
Dampf zunächst an dem noch kalten, zu behandelnden Gegenstand verdichtend mit Reinigun,gs-Wirkung
niederschlägt und der Gegenstand dann erst mit seiner auf Oldampftemperatur gebrachten
Erhitzung steril gemacht und in hauchdünne Ölschmierung versetzt wird, die in seinen
Innen- oder seinen Gelenkteilen, insbesondere auch nach dem Erkalten, noch aufrechterhalten
bleibt.
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Die in dieser Weise zur Anwendung gebrachte neuartige Behandlung der
betreffenden Gegenstände mittels Oldampf läßt ganz wesentliche Vorteile erzielen.
Es können so z. B. auch feinmechanische Geräte. Uhren, Instrumente u. dgl. eine
Ölung bzw. Schmierung in bisher nicht möglich gewesener gleichmäßiger hauchdünner
Avftragung erfähren, und zwar, was ganz wesentlich ist, unter Erfassung
auch
sämtlicher Innenteile, wie sie sonst ohne Demontage überhaupt nicht oder nur schwer
zugänglich sind. Auch größere Maschinenteile, wie z. B. Getriebe, Zylinder, Lager
und ganze Motore usw., lassen sich so in idealer Weise hochfein und gleichmäßig
verteilt im ganzen Stück einölen. Ein Eintauchen dieser Gegenstände ins Öl, um eine
Ganzeinölung zu erzielen, ist jetzt keineswegs mehr erforderlich. Abgesehen davon,
daß bei diesem Verfahren des Einölens durch Eintauchen in der Regel Ölverluste entstehen,
daß ferner eine gleichmäßige Wirkung dabei nicht gesichert ist und mindestens eine
längere Zeitdauer zum Abtropfen erforderlich wird, wobei in Hohlflächen o. dgl.
hei diesem Abtropfen immer noch 01 in kleinerer oder größerer Menge sitzen
bleiben wird, kann dieses Taucheinölen, z. B. bei Uhren und- anderen feinmechanischen
Geräten, überhaupt nicht angewendet werden, so daß das neue Verfahren auch aus diesen
Gründen diesbezüglich eine ganz erhebliche Fortschrittlichkeit bringt.
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Seine ganz speziellen Vorzüge bietet das neue Verfahren insbesondere
auch bei der entsprechenden Behandlung von ärztlichen und zahnärztlichen Geräten.
Hierbei wird nämlich außer dem stattfindenden Einölen zusätzlich noch das erstrebte
Sterilmachen dieser Geräte erreicht.
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Es sind zwar schon verschiedene Verfahren und Vorrichtungen zum Sterilmachen
von medizinischen Geräten bekannt. Hierbei geschieht dies entweder mittels Heißwasser
oder Dampf oder Heißluft in der Weise, daß die zu behandelnden Instrumente eine
bestimmte Zeit lang entweder im `'Wasserbad gekocht oder Wasserdampf oder Heißluft
ausgesetzt werden, um die Bakterien abzutöten. Diese Verfahren haben aber alle gewisse
Nachteile. Insbesondere bei solchen Geräten, die enge Hdhlräume, Bohrungen und Gewinde
aufweisen, wie z. B. Hand- und Winkelstücke von zahnärztlichen Bohrmaschinen, um
nur ein Beispiel zu nennen, bleiben an diesen Stellen nach dem Sterilmachen im Wasserbad
stets Rückstände von Wasser zurück, die sehr schlecht oder in den meisten Fällen
überhaupt nicht durch Nachtrocknen entfernt werden können.. Dies kann ein Verrosten
der Instrumente zur Folge haben, und zum mindesten wird dort an diesen unzugänglichen
Stellen dann das Ansammeln von Staub o. dgl. begünstigt.
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Dieser Mißstand wird zwar beim Sterilmachen in Heißluft vermieden.
Heißluft genügend hoher Temperatur macht die Instrumente aber nicht nur keimfrei,
sondern sie macht diese in ihren Gelenkstellen meist auchvollkommen ölfrei. In allen
diesen Fällen muß daher dann nachträglich wieder ein, geölt werden, was nicht nur
sehr zeitraubend .ist, sondern meist auch nur wieder in unvollkommener Weise ausgeführt
werden kann, weil es sich von Hand nachträglich nicht gleifhmäßi,g und fein verteilt
vornehmen läßt. Kommt dabei aber ein reichliches nachträgliches Auftragen des Öles
vor, so fließt das überschüssige 01 wieder heraus und verschmiert nicht nur
das Gerät, sondern kann während des Gebrauchs des Gerätes, insbesondere bei angetriebenen
Drehteilen, auch Wegspritzen, die Umgebung und sogar die behandelten Patienten dadurch
verschmutzen, was besonders mißlich ist.
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Auch ,in. dieser Hinsicht sind sämtliche tbelstände durch das neue
Verfahren vermieden. Die ihm entsprechend zur :\nwendring gebrachten heißen Öldämpfe
töten infolge ihrer hohen Temperatur nicht nur alle vorhandenen bakteriellen Fremdkeime
vollkommen sicher ab, sondern lassen auch ,gleichzeitig eine fein und gleichmäßig
verteilte Ölschicht an allen Stellen des steril gemachten Gerätes zurück. Es ist
somit zugl°ich ein hauchdünnes Einölen desselben beNvirkt. ohne daß ein nachträgliches
Auslaufen oder :lusspritzen von überschüssigem 01 eintreten kann und befürchtet
werden muß.
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Nachstehend ist eine Vorrichtung zur Ausführung des neuen Verfahren:
beispielsweise ein Hand von Zeichnungen niiher erläutert und beschrieben, und zwar
speziell in :\ewendung zum Sterilmachen von zahnärztlichen Geräten. Es zeigt Fig.
i diese Vorrichtung in einem senkrechten Schnitt nach der in Fig. 2 eingezeichneten
Schnittlinie 1-I und Fig.2 einen horizontalen Schnitt nach der ü1 Fig. i eingetragenen
Schnittlinie II-II.
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In einem zylindrischen Behälter i ist in seinem Unterteil ein ringförmiger
elektrischer Heizkörper 2 wasserdicht eingebaut, d:r in bekannter Weise an das Stromnetz
angeschlossen wird. Auf dem Heizkörper 2 sitzt ein 1teclierf@rmiger Einsatz 3 auf,
dessen Bodenteil .4 zu einen feinen Sieb ausgebildet ist, um den von dem erhitzten
01 #3 aufsteigenden Dämpfen Durchtritt zu gewähren. Eine in der Mitte des
Siebes.4 angeordnete Stange 6 ermöglicht das Einsetzen und Herausnehmen des ganzen
Einsatzes 3. In entsprechender Höhe der Stange 6 ist eine mit Löchern ,- versehene
Haltescheibe 8 mittels Feststellschraube 9 unterschiedlich einstellbar angeordnet,
die zum Halten der Handstücke io und der Winkelstücke i i dient. Auf dem oberen
Rand des Behälters i sitzt noch ein korbartiger Einsatz 12, dessen Bodenteil 13
gleiChfalls zu einem Sieb ausgebildet ist, und zur .@ufna'hme von kleineren Geräten,
wie Bohrern u. dgl., dient und in dessen Mitte ein Durchlaß 14 für den Durchtritt
der Stange 6 vorgesehen ist. Ein Deckel 15 bewirkt den Abschluß des Behälters und
verhindert einen Austritt der Öldämpfe.
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DieAnwendungsweise der Erfindung ist folgende: Der Einsatz 3 wird
mittels der Stange 6 aus dem Behälter genommen und die Hand- und Winkelstücke io
und i i durch die Löcher 7 der Haltescheibe 8 auf den Boden. des Einsatzes 3 gestellt
und das Ganze wieder in den Behälter i eingesetzt. Hierauf wird der korbartige Einsatz
12 mit den Bohrern usw. auf den oberen Rand des Behälters i aufgesetzt und darin
der Behälter mittels des Deckels 15 verschlossen. Nun wird das 01 5 durch
den Heizkörper 2 bis zum Siedepunkt erhitzt, wodurch die durch das Sieb dringenden
Öldämpfe bis in die kleinsten Hohlräume der steril zu machenden Geräte gelangen
und infolge dc,r 1 litze von i(x) bis
200°
nicht nur vorhandene Bakterien sicher abtöten, sondern sich auch in einer hauchdünnen
Schicht an den Geräten an allen Stellen absetzen. Nach erfolgter Sterilisation werden
die Einsätze 12 und 3 mit den Geräten wieder herausgenommen und sind nach dem Erkalten
sofort gebrauchsfertig.
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Wichtig ist hierbei auch, daß sich die Hand- und Winkelstücke während
des Sterilisierens in senkrechter Stellung befinden, um das Eindringen der Öldämpfe
in die Hohlräume zu erleichtern.
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Um während des Sterilisierens das Austreten der meist übelriechenden
Öldämpfe nach Möglichkeit zu verhüten, kann auch beispielsweise im Deckel des Behälters
eine Ableitung nach einem Kondensator vorgesehen sein, in dem die überschüssigen
Öldämpfe wieder verdichtet werden.
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Will man noc11 besonders eine reinigend abschNvemmendü Wirkung durch
Kondensöl erzielen, so 'kommt es in Betracht, die zu behandelnden Gegenstände erst
dann in den Öldampfbehälter einzusetzen, wenn das 01 schon kocht. Die Gegenstände
sind dann noch kalt, lassen zuerst das an ihnen kondensierte 01 wieder ablaufen
und überziehen sich erst dann mit der feinen Ölhaut, wenn sie im Ganzen die Oldampfteniperatur
angenommen haben. In diesen Fällen setzt man die Einwirkungsdauer dann eine entsprechend
längere Zeit fort. In dieser Weise lassen sich gegebenenfalls auch durch Rost und
Verharzung festsitzende Schraubenmuttern lösbar machen.
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Erwähnt sei schließlich noch, daß sich für die neue 0ldampfbehandlung
jedes geeignete 01 verwenden läßt. Zu bevorzugen ist ein leicht verdamp£bares
01, z. B. Rizinusöl, und ein 0I, (las möglichst geruchfreie Öldämpfe liefert.