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Farbmusterbuch Zusatz zum Patent 808 806
I)urch latent 808 806 ist
ein Farbmusterl)uell geschützt, das gestattet, rasch und sicher die Farbmustergruppe
aufzufinden und den Farbmusterton zu ermitteln. Die Erfindung geht von der Beol,achtung
aus. daß die verschiedenen Farbtöne deutlicher voneinander unterschieden werden
können, wenn die Farbmuster nicht auf weißem, sondern auf schwarzem Untergrund verglichen
werden.
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Gemäß der älteren Erfindung werden die Farbmuster in der Betrachtungsebene
eines schwarzen Untergrundes oder auf oder hinter dieser Ebene angeordnet. Versuche
hatten ergeben, daß gegenüber der Anordnung in, auf oder hinter der Ebene eines
weißen Untergrundes eine Anordnung in, auf oder hinter der Ebene eines schwarzen
Untergrundes eine überlegene Unterscheidbarkeit bei Tageslicht und eine guteUiiterscheidlarkeit
heiDämmerlicht oder bei künstlichem Licht gestattet.
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Es hatte sich weiter herausgestellt, daß die günstigste Anordnung
für die Farbtonmuster eine solche hinter einem schwarzen Untergrund ist. Dabei ist
die Stärke des Untergrundes nicht ohne Einfluß auf die Unterscheidbarkeit; sie ist
am günstigsten, wenn sie 32/loo bis 34/ioo mm beträgt. Eigentümlicherweise ist die
Unterscheidbarkeit des Farbtons bei hintergründiger Betrachtungsweise nicht davon
abhängig, oh das Farbtonmuster plan liegt oder kissenartig aufgewölbt ist. Bei kissenartiger
Aufwölbung des Farbtonmusters ist ja nur am Rande des Musters der optimale Abstand
von etwa 3a/loo mm zwischen Oberfläche des Untergrundes und Oberfläche des Farbtonmusters
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geben, während am Ort der stärksten Aufwölbung das Farbtonmuster
die Ebene des Untergrundes erreichen oder überragen kann. Daraus mag man schließen,
daß für die Unterscheidung von verschiedenen Farbtönen nicht die ganze Farbmusterfläche,
sondern nur die an die Umrandung des Farbtonmusters angrenzenden Flächenteile von
Bedeutung sind. Damit sei jedoch nicht gesagt, daß eine kissenartige Aufwölbung
einer planen Anordnung gleichsteht. Jene hat sehr wohl ihren Sinn, indem nämlich
die Beurteilung der Lebhaftigkeit eines Farbtons bei kissenartigerAufwölbung deutlicher
in Erscheinung tritt.
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Weitergehende Untersuchungen hatten ergeben, daß eine gute Unterscheidbarkeit
auch von dem Schwarzton des Untergrundes abhängt. Es hatte sich herausgestellt,
daß die beste Unterscheidbarkeit dann gegeben ist, wenn das Schwarz des Untergrundes
dem Ton 9005 des RAL-Fal btonregisters oder ähnlichen Schwarztönen entspricht. (RAL
Reichsausschuß für Lieferungsbedingungen.) Wie weiter gefunden worden war, läßt
sich über die vorstehend beschriebene Verbesserung hinaus eine noch weiter verbesserte
Unterscheidbarkeit erreichen, wenn eine Umrahmung der Umrandung des Ausschnitts
des Untergrundes in gewissem Abstand und in gewisser Stärke mit einem Grau erfolgt.
Von dem schwarzen Untergrund zum Farbtonmusterhin gesehen ergibt sich diese Umgebungsfolge:
schwarzer Untergtund, graue Umrahmung, schwarze Umrandung, Farbtonmuster. Die schwarze
Umrandung wird zweckmäßig 1 mm stark gehalten, während die graue Umrahmung o,6 mm
beträgt.
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Der gefundene optimale Grauton entspricht den Tönen des Farbtonregisters
RAL 9006 oder 7023.
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Bei Aufführung einer Beschriftung zur Kennzeichnung des Farbstoffmusters
wird die Beschriftung zweckmäßig in keinem anderen Farbton gehalten als einem der
beiden angegebenen Grautöne.
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Die Verbesserung der Unterscheidbarkeit der einzelnen Farbtöne voneinander
durch die Grauumrahmung ist eine doppelte: einmal erfolgt eine verstärkte Heraushebung
des Farbtons, dann aber auch wird eine Herabsetzung der Beeinflussung durch die
Nachbartöne erreicht.
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In Ausübung dieser Erfindung war vorgeschlagen worden, als Untergrund
zweckmäßig einen matten oder mattglänzenden Schwarzkarton zu verwenden, in, auf
oder hinter dessen Betrachtungsebene das Farbtonmuster angeordnet ist. Nach einer
Ausführungsform der Erfindung kann man das Farbtonmuster auch in bekannter Weise
mit einem weißen Untergrund verbinden und schwarz kaschieren oder einen Schwarzkarton
einfach abklappbar darüberlegen, so daß eine Betrachtung bei weißem und bei schwarzem
Untergrund möglich ist.
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Mit Hilfe des vorstehend beschriebenen Farbmusterbuches ist es möglich,
bei Tageslicht in besserer Weise und bei Dämmerlicht oder bei künstlichem Licht
überhaupt Farbtöne, insbesondere dunklere Nuancen, allein oder vergleichend mit
anderen zu erkennen. Das Farbmusterbuch fördert insbesondere den Verkauf, indem
es den Verkäufer in die Lage versetzt, nicht nur während der hellen Tageszeiten,
sondern auch vor oder nach diesen oder sogar bei künstlichem Licht seine Farbstoffmuster
einer Betrachtung vorzulegen.
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Bei neueren weitergehenden Untersuchungen wurde gefunden, daß eine
noch stärkere Unterscheidungsmöglichkeit für nah beieinanderliegende Farbmustertöne
erreicht werden kann, wenn die Farbmuster mittels Unterteilungselementen flächenmäßig
aufgeteilt werden. Als UIlterteilungselemente seien verstanden: dünnflächige Gebilde,
z. B. Scheiben, Ringscheiben, einfache Streifen, gekreuzte Streifen, rahmenförmige
Gebilde u. a. aus schwarzem oder grauem Karton. Vorzugsweise können die Unterteilungselemente
die Farbtöne 9005 des RAL-Farbtonregisters oder ähnliche Schwarztone aufweisen,
wenn das Unterteilungselement aus schwarzem Karton bestehen soll; wenn dagegen Unterteilungselemente
aus grauem Karton gewünscht werden, so weisen diese als geeignetsten Farbton den
Farbton goo6 oder 7023 des RAL-Farbtonregisters auf.
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Die Anbringung von Unterteilutlgselelllenten kann bei kleinilächigen
Farbtonproben ebenso erfolgen wie bei großflächigen Farbtonproben. Bei größeren
Flächen, z. B. bei Tafeln oder Büdhern, wird eine besonders günstige Unterscheidbarkeit
erwirkt, wenn ein kreisförmiges Unterteilungselement zentral auf der Fläche angebracht
wird.
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Selbstverständlich erstreckt sich der Schutz für Farbmusterbücher
mit Unterteilungselementen nicht nur auf das ganze Gebilde, sondern auch auf die
einzelnen Farbmustertafeln, aus denen das Farbmusterbuch besteht.