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Verfahren zur Erzeugung eines Mischbildes aus den Bildelementen zweier
oder mehrerer anderer Ausgangsbilder auf photographischem Wege Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Erzeugung eines Bildes aus den Bildelementen zweier oder mehrerer
anderer Ausgangsbilder auf photographischem Weg. Erfindungsgemäß werden von einem
Teil der Ausgangsbilder, bei zwei Ausgangsbildern also von dem einen derselben,
die positiven Bildwerte, von dem anderen Teil der Ausgangsbilder, bei zwei Ausgangsbildern
also von dem zweiten, die negativen Bildwerte dargestellt. Unter Bildwerten in diesem
Sinne sind die auf das Aufnahmeobjekt bezogenen Kontrastbildwerte zu verstehen.
Die Darstellung dieser Bildwerte kann auf jeder in der Photographie bekannten Weise
erfolgen, z. B. durch Erzeugung eines Positiv-Dias von dem einen Ausgangsbild und
eines Negativ-Dias von dem anderen Ausgangsbild. Man kann aber auch die Darstellung
der Bildwerte durch Projizieren vornehmen. Aus diesen positiven und negativen Bildwerten
wird durch Überlagerung ein Filter erzeugt. Auch dies kann durch eine der üblichen
Methoden geschehen, beispielsweise durch Kontaktkopie oder durch Reproduktion oder
durch Projektion; das so gewonnene Filter enthält die positiven Werte des negativen
überlagerungsbildes und die negativen Bildwerte des positiven Überlagerungsbildes.
Überlagerungsbilder sind in diesem Falle die Ausgangsbilder. Mit anderen Worten,
das gewonnene Filter enthält die aus der Überlagerung resultierenden Bildwerte aller
Ausgangsbilder in Umkehrung. Mittels dieses Filters wird nun nach einem der Ausgangsbilder
oder nach mehreren derselben das Mischbild erzeugt, wiederum im Kopier-, Reproduktions-
oder Projektionsweg.
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In Fig. i ist das erfindungsgemäße Verfahren dem Prinzip nach erläutert.
In dieser Figur sei i irgendein Bildelement mit positiven Werten des einen Ausgangsbildes,
beispielsweise
ein Bildelementausschnitt aus einem Diapositiv. 2 hingegen sei irgendein Bildelement
mit negativen Werten des anderen Ausgangsbildes, also beispielsweise ein Bildelementausschnitt
aus einem Negativ. Diese beiden Bildelemente i und 2 werden nun von links her, in
der Pfeilrichtung, beleuchtet zur Erzeugung eines Filters 3; mit anderen Worten,
es wird von den beiden im Kontakt aufeinandergebrachten, sich überlagernden Elementen
i und 2 auf photographischem Wege eine Kopie gemacht, die das Filter 3 ergibt. Dieses
enthält somit die positiven Werte des Bildelements i in Umkehrung, also als negative
Werte, und die negativen Werte . des Elements 2, ebenfalls in Umkehrung, also als
positive Werte. Im Beispielsfalle ist das positive Element i des einen Ausgangsbildes
zur einen Hälfte transparent, zur anderen Hälfte vollgedeckt. (photographische Dichte
o,602), das negative Element 2 des anderen Ausgangsbildes hat abwechselnd transparente
und gedeckte Stellen. Das so gewonnene Filter 3 ist daher nach der Entwicklung in
seiner unteren Hälfte volltransparent, in seiner oberen Hälfte hingegen zeigt er
die positiven Bildwerte des negativen Bildelements 2. Selbstverständlich stellt
der Teil 3 nur einen entsprechend den kleinen Bildelementen i und 2 kleinen Filterausschnitt
dar.
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Zur Erzeugung des angestrebten Mischbildes wird nun <las Filterelement
3 in Kontakt, beispielsweise mit dein Ausgangsbild i, in Deckung gebracht; diese
Deckung darf selbstverständlich nicht willkürlich sein, sondern muß genau in der
gleichen Konturendeckung erfolgen, in der vorher, bei der Erzeugung des Filters
3, die Elemente i und 2 in Deckung gewesen waren. Nun kann das gewünschte Mischbild
beispielsweise projiziert werden. Denkt man sich nun an Stelle des kleinen Bildelements
i ein aus einer unendlichen Zahl solcher Elemente zusammengesetztes erstes Ausgangsbild
und an Stelle des kleinen Bildelements 2 ein aus einer unendlichen Zahl solcher
Elemente zusammengesetztes zweites Ausgangsbild, so entsteht ein Filter 3 entsprechenden
Ausmaßes, das, in der oben erläuterten Weise mit dem Ausgangsbild zusammengedeckt
und projiziert, ein Mischbild ergibt, das zur Hälfte die Bildelemente des Ausgangsbildes
2 aufweist. Statt das Mischbild zu projizieren, kann man es selbstverständlich auf
dem Kopier- oder Reproduktionsweg von dem Bild i über das Filter 3 erzeugen.
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Bei der an Hand der Fig. i gegebenen Erläuterung ist des besseren
Verständnisses halber angenommen, daß die Bildelemente i und 2 nur aus volltransparenten
und vollgedeckten Stellen bestehen. Dieser theoretische Fall kommt praktisch nur
bei Strichaufnahmen vor, bei Halbtonaufnahmen dagegen enthält jedes Bild zwischen
den Werten vollkommener Transparenz und jenen vollkommener Dichte bzw. Deckung Zwischenwerte.
Daß auch die Umwandlung solcher Zwischenwerte nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
möglich ist, soll in den Fig. 2 und 3 erläutert werden. In Fig. 2 ist i wiederum
ein Bildelement eines positiven Ausgangsbildes, das jedoch zum Unterschied von Fig.
i nur in der einen Hälfte transparent ist, in der anderen Hälfte nur eine halbe
Deckung aufweist. 2 ist ein Bildelement eines negativen Bildes, das in seinem ganzen
Ausmaß halbe Dichte aufweist; der sich aus diesen Elementen i und 2 ergebende Filter
3 ist demzufolge in der unteren Hälfte volltransparent, in der oberen Hälfte besitzt
er halbe Dichte (photographi%che Dichte 0,30i). Wird 3 mit i zusammengedeckt, so
ist das etwa durch Projektion erzeugte Mischbildelement vollkommen umgewandelt in
das andere Ausgangsbild 2.
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In Fig. 3 ist der Fall angenommen, daß das Bildelement i dasselbe
ist wie das gleichbezeichnete Bildelement nach Fig. 2. Das Bildelement 2 des anderen
Ausgangsbildes hingegen ist gemäß Fig. 3 in der oberen Hälfte von halber Dichte,
in der unteren Hälfte volltransparent. Das aus i und 2 resultierende Filter ist
daher seinerseits im ganzen Ausmaße von halber Dichte. Wird er also mit i zusammengedeckt,
dann ergibt das Mischbild in der unteren Hälfte vollkommene Deckung (photographische
Dichte o,602), in der oberen Hälfte halbe Dichte (photographische Dichte 0,30i).
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Denkt man sich die Elemente i der Fig. 1, 2 und 3 lückenlos aneinandergereiht
und ebenso die Elemente 2 der Fig. 1, 2 und 3 lückenlos aneinandergereiht, so repräsentieren
die so aneinandergereihten Elemente die beiden Ausgangsbilder. Das aus ihnen gewonnene
Filter ist dann eine lückenlose Zusammensetzung der Elemente 3 der Fig. 1, 2 und
3. Zum besseren Verständnis des Nachfolgenden wird dieser Zustand als Umwandlungsphase
a bezeichnet. Das Kennzeichen dieser Phase a ist, daß bei dem neuen zu gewinnenden
Mischbild im Falle der Fig. i nur in die transparenten Stellen des Ausgangsbildes
i Bildelemente des Ausgangsbildes 2 eingelagert bzw. einkopiert erscheinen, im Falle
der Fig. 2 ebenso und im Falle der Fig. 3 neben der Einlagerung bzw. Einkopierung
von Bildelementen des Ausgangsbildes 2 in die transparenten Stellen des Ausgangsbildes
i auch noch eine Überlagerung zweier Stellen zu summierter Dichte, untere Hälfte
der Fig, 3, stattfindet.
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Nach dem Beispiel der Fig. i bis 3 wird das Mischbild aus dem Filter
3 und dem positiven Ausgangsbild i gewonnen.
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Man kann aber auch das Mischbild aus dem Filter 3 und dem negativen
Ausgangsbild erzeugen, wobei allerdings zur Gewinnung eines positiven Bildes erst
eine Kopie gefertigt werden muß.
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Ein wesentlich verschiedenes Resultat ergibt sich, wenn man statt,
wie nach den Fig. 1 bis 3, Bildwerte des negativen Ausgangsbildes in transparente
Stellen des positiven Ausgangsbildes einzulagern oder einzukopieren, Bildelemente
in gedeckte Stellen eines Ausgangsbildes einlagert oder einkopiert. Dies ist an
Hand der Fig. 4, 5 und 6 gezeigt, wobei zur Unterscheidung die Bezugsziffern mit
Index versehen sind.
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In Fig. 4 ist i' das negative Bildelement zu i. der Fig. i ; sinngemäß
ist in Fig.4 2' das positive Bildelement zu 2 der Fig. i. Nach diesen beiden Bildelementen
i' und 2 entsteht das Filterelement 3', das
gerade die Umkehrung
des Filterelements 3 der Fig. i darstellt, insofern, als hier die positiven Werte
des Elements i' und die negativen Werte des Elements 2' in den Filter 3' nach der
Entwicklung erscheinen.
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Werden nun i' und 3' zur Deckung gebracht und beispielsweise zu einem
Diapositiv zusammenlcol>iert, so wird, etwa durch Projektion, ein Mischbild gewonnen,
das sich von dem an Hand der Fig. i erläuterten Mischbild dadurch unterscheidet,
daß diejenigen Bildpartien des Ausgangsbildes 16 die nach Fig. i nicht umgewandelt
waren, eine Umwandlung erfahren haben.
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Während also nach dem zu Fig. i erläuterten Verfahren Bildelemente
von 2 in transparente Stellen von i eingelagert oder einkopiert werden, gelingt
es nach dem Verfahren zu Fig.4. Bildelemente von 2' in gedeckte Stellen von i' einzulagern
oder einzukopieren, deshalb nämlich, wobei hier nach der Umkehrung das Bildelement
i' wieder in ein Positiv verwandelt wurde.
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Die Fig. 5 und 6 beziehen sich sinngemäß auf die gleichen Umwandlungsarten,
wie die Fig. 2 und 3. Fig. 5 behandelt den Fall, daß i' in der oberen Hälfte voll
gedeckt (photographische Dichte 0,6o2), in der unteren Hälfte halb gedeckt und 2'
im ganzen Ausmaße von halber Dichte ist. 3' ergibt daher ein im ganzen Ausmaß volltransparentes
Filterelement. Die Erzeugung des Mischbildes, z. B. durch Projektion, gibt hier
somit überhaupt keine Umwandlung. Dasselbe gilt für den Fall der Fig. 6, wo i' dasselbe
ist wie in Fig. 5, während 2' in der oberen Hälfte weniger dicht, in der unteren
Hälfte voll gedeckt ist. Die Erscheinungsformen der Fig. 4 bis 6 seien als Phase
b bezeichnet. Bildelementumwandlungen, welche in der einen Phase vollständig sind,
bleiben in der anderen Phase unberührt, und umgekehrt. Beispielsweise wird zur Darstellung
eines Mischbildes der Filter 3' der Phase b nach Umkehrung seiner Kontrastwerte
dazu verwendet, um mit dem Positiv i der Phase a ein zum Teil umgewandeltes Mischbild
zu projizieren. Sinngemäß ließe sich theoretisch der Filter 5 der Phase a mit dem
Negativ i' der Phase b zur Erzeugung eines teilweise umgewandelten, allerdings negativen
Projektionsbildes verwenden.
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Schließlich können teilweise verwandelte Bilder, etwa solche nach
Phase a verwandelte Bilder, auf dem Projektionsweg auch total verwandelt werden,
indem das nach Phase a teilweise verwandelte Bild projiziert und auf dieses Projektionsbild
das Filter 3' der Phase b, nach erfolgter Umkehrung der Kontrastwerte, aufprojiziert
wird.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist zur Anwendung überall dort geeignet,
wo es sich darum handelt, aus zwei oder mehreren Bildern ein Mischbild zu erzeugen,
beispielsweise fürLehr- undUnterhaltungszwecke (Trickbildvorführungen u. dgl.).
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Zur Darstellung eines Mischbildes wird beispielsweise das Filter 3'
der Phase b nach Umkehrung seiner Kontrastwerte dazu verwendet, um mit dem Positiv
i der Phase a ein zum Teil umgewandeltes Mischbild zii projizieren. Auch können
teilweise verwandelte Bilder, etwa solche nach Phase a verwandelte Bilder, auf dem
Projektionsweg total verwandelt werden, indem das nach Phase a teilweise verwandelte
Bild projiziert und auf dieses Projektionsbild das Filter 3' der Phase b, nach erfolgter
Umkehrung der Kontrastwerte, aufprojiziert wird.
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Ein besonderes Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
das der Erzeugung von räumlichen Projektionsbildern. Hierbei wird in der Weise vorgegangen,
daß von den Stereoteilbildnegativen positive Bildwerte hergestellt und jeweils durch
Überlagerung eines dieser Negative mit dem Positiv eines anderen Teilbildes Filter
erzeugt werden, und daß auf das Projektionsbild eines der Stereoteilbilder Positive
die beiden in den Kontrastwerten umgekehrten Filter in Deckung, jedoch in einer
oder mehreren anderen Bildebenen, z. B. vorgelagerten, aufprojiziert werden. An
Hand der Fig. i bis 6 ist dies ohne weiteres verständlich.
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i sei ein Stereoteilbildpositiv, i' das zugehörige Stereoteilbildnegativ,
2 sei das andere Stereoteilbildnegativ, 2' das zu diesem gehörige Stereoteilbildpositiv.
Es wird nun über i und 2 der Filter 3 und über i' und 2' der Filter 3' erzeugt.
Die Filter 3 und 3' werden in ihren Kontrastwerten umgekehrt. Sodann wird eines
der beiden Stereoteilbildpositive, z. B. das Stereoteilbildpositiv i, auf die eine
Projektionsebene projiziert. Die in ihren Kontrastwerten umgekehrten Filter 3 und
3' werden mittels gesonderter Projektionseinrichtung in Dekkung auf das Projektionsbild
des Stereoteilbildes i aufprojiziert, jedoch nicht in derselben Projektionsebene,
sondern in einer oder mehreren anderen, in der Regel einer vorgelagerten Projektionsebene,
aufprojiziert. Der notwendige Abstand der Projektionsebenen wird durch Versuch bestimmt;
er ist dann richtig, wenn das Gesamtprojektionsbild einwandfrei räumlich wirkt.
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Dieses Verfahren ist keineswegs beschränkt auf zwei Stereoteilbilder;
es läßt sich sinngemäß auch mit einer größeren Anzahl von Stereoteilbildern durchführen,
beispielsweise mit deren drei. In diesem Falle wird das mittlere Teilbild als Projektionshauptbild
verwendet, während die beiden anderen Teilbilder zur Erzeugung der auf dieses Projektionsbild
in Deckung aufzuprojizierenden Filter benutzt werden.