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Leibbinde bzw. Wochenbettbinde
Die Erfindung bezieht sich auf eine
Leibbinde, insbesondere eine Wochenbettbinde bzw. eine Binde zur Verwendung nach
Bauch- und Leiboperationen.
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Nach Leiboperationen, im Wochenbett u. dgl. ist es vielfach erforderlich,
den Leib gewickelt zu halten, damit die Operationsstelle und überhaupt der ganze
Leib einen bestimmten Halt erfährt. Für diese Zwecke wurden bisher meist elastische
Binden verwendet, die mit einer Einlage versehen waren. Diese Binden, die zu einer
Rolle aufgewickelt und mit dieser Rolle um den Leib geführt wurden, haben den Nachteil,
daß das jedesmalige Hindurchstecken der Binde zwischen Körper und Bett viel Unannehmlichkeiten
bereitet, insbesondere, da jede Bewegung dem Patienten Schmerzen verursacht. Außerdem
wird die fertige Binde verhältnismäßig steif. Dadurch schmiegt sie sich schlecht
der Körperform an, und sie kommt bei geringsten Bewegungen des Patienten leicht
ins Rutschen. Die bekannten Leibbinden anderer Art sind für den Gebrauch des Wochen-
oder Krankenbettes nicht verwendbar, denn das Material, aus dem die Binden hergestellt
sind, ist ungeeignet, um im Bett benutzt werden zu können. Der gewöhnlich verwendete
starke Drell mit Gummizug und die Metallschnallen machten es unmöglich, solche Binden
steril zu halten.
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Die Erfindung hat eine Leibbinde zum Gegenstand, die mehrfache Vorzüge
aufweist und bei der die genannten Übelstände beseitigt sind. Sie zeichnet sich
im wesentlichen dadurch aus, daß die Binde zunächst über den Leib übereinanderzuschlagende
Teile auf-
weist, und daß an diesen Teilen vor ihren Enden Bindestränge
angeordnet sind, die nebeneinandergereiht sich über die gesamte Höhe der Binde erstrecken.
Vorteilhaft werden diese Bindestränge unter Zwischenschaltung eines Gewebestücks
mit den übereinanderzuschlagenden Teilen verbunden. Hierbei sind die Gewebestücke
mit den Bindesträngen an den übereinanderzuschlagenden Teilen der Binde zweckmäßig
so weit zurück angenäht, daß die Nahtstellen an die Körperseiten zu liegen kommen.
Man kann aber auch die Binde in der Weise ausbilden, daß das Gewebestück mit den
Bindesträngen an den Enden durchgehend verläuft und die übereinanderzuschlagenden
Teile an diesem Gewebestück angeordnet sind. Hierbei ist ebenfalls wiederum darauf
zu achten, daß die angenähten Teile schon in der Höhe der Körperseiten beginnen.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung können das die Bindestränge aufweisende
Gewebestück und das Gewebe mit den übereinanderzuschlagenden Enden jeweils ein selbständiges
Stück bilden, das um den Körperumfang herumreicht. Beide Teile werden sodann im
Rückenteil in der Mitte zusammengenäht.
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Die Binde gemäß der Erfindung zeichnet sich vor allem durch ihre
Einfachheit, praktische Handhabung, leichte Sterilisierungsmöglichkeit aus. Sie
wirkt in keiner Weise belästigend oder beengend, sondern löst beim Patienten ein
angenehmes Wohlgefühl aus.
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Die Leibbinde hat den weiteren Vorteil, daß sie einerseits sehr schmiegsam
ist und andererseits einen guten Halt ausübt. Die Bindestränge, die aus einfachen
Gewebestreifen bestehen können, werden nacheinander über dem Leib zusammengebunden,
wobei vorher die anderen Teile übereinandergeschlagen sind. Dadurch läßt sich je
nach dem Körperumfang und der Körperform die Binde auf der gesamten Höhe stramm
binden.
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Sie kann nicht rutschen, da sie so breit gehalten ist, daß sie vorteilhaft
das Gesäß mit umfaßt. Da der Körper lückenlos eingebunden werden kann, bietet die
Binde einen wirksamen Schutz gegen Eindringen von Schmutz u. dgl. Irgendwelche anderen
Teile brauchen nicht zu Hilfe genommen zu werden. Trotz des festen Sitzes der Binde
bietet sie dem Körper eine große Bewegungsmöglichkeit. Da bei der Binde keine Schnallen
o. dgl. benötigt werden, kann sie ohne Schwierigkeit steril gemacht und gehalten
werden, was bei Operationsfällen u. dgl. von wesentlicher Bedeutung ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
veranschaulicht.
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Die dargestellte Leibbinde, vorzugsweise aus Leinen, besteht aus
einem Überschlagteil I, das so lang ist, daß die Enden 2 und 3 auf dem Leib weit
genug übereinandergeschlagen werden können. Ein weiteres Teil 4 schließt sich sodann
an dem Teil 1 an. Dieses Gewebestück 4 besitzt auf beiden Seiten Enden, die in einzelne
Bäder 5 und 6 auslaufen. Beide Teile I und 4 werden zweckmäßig in der Mitte bei
7 vernäht, so daß sie zusammenhängen und nicht verlorengehen können.
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Die Handhabung der Leibbinde gemäß der Erfindung ist einfach. Zunächst
wird die ganze Binde unter den Körper des Patienten geschoben. Danach legt man die
Enden 2 und 3 des Teils I über dem Leib des Patienten zusammen. Alsdann legt man
den Teil 4 von beiden Seiten über den Leib und verschnürt diesen Teil mit Hilfe
der vielen, iiber die ganze Höhe angeordneten Bindestränge oder Bänder 5 und 6.
Je nach der Körperform liegen die Schleifen oder Knoten der miteinander verbundenen
Bänder verschieden. Es hat sich gezeigt, daß diese Schleifen oder Knoten in keiner
Weise stören oder das Wohlbefinden des Patienten beeinträchtigen. Es ist nicht unbedingt
notwendig, daß beide Stückes I und 4 ganz um den Körper herumführen. Es kann jeweils
das Stück I an dem Stück 4 oder umgekehrt bei entsprechender Verkürzung des einen
Stückes erst in der Höhe der Körperseite beginnen. Man spart dadurch an Gewebe.
Die Handhabung bleibt jedoch dieselbe.
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PATENTANSPRVCHE I. Leibbinde, insbesondere Wochenbettbinde bzw. Binde
zur Verwendung bei Leiboperationen u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die Binde
über dem Leib übereinanderzuschlagende Teile (I, 4) aufweist, wobei an den freien
Enden des Teils (4) Bindestränge bzw. Bänder angeordnet sind, die nebeneinandergereiht,
sich über die gesamte Höhe der Binde erstrecken.