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Bespannung zur Verwendung bei Lagerungsschienen für menschliche Gliedmassen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bespannung zur Verwendung bei Lagerungsschienen für menschliche Gliedmass ; : n, imbesondere der Beine, mit Längsstreben und Querstreben aufweisenden Rahmen.
Man kennt Beinlagerungsschienen in verschiedenen Ausführungen, insbesondere auch solche, die in der Länge und Breite verstellbar sind. In aller Regel werden Schienen dieser Art bisher dadurch bespannt, dass die Längsstreben zur Bildung einer mattenartigen Auflage unter Verwendung von Binden und Einschaltung von als Polster dienendem anderweitigem Textilmaterial umwickelt wurden. Mit den Fortschritten in der Bindenherstellung hat man bei der Bespannung der genannten Lagerungsschienen vorherrschend die Mullbinde eingesetzt, nach Bedarf ergänzt durch Watte- oder Schaumpolstereinlagen sowie Heftpflaster bzw. Elastikrflaster.
Wenn man sich solche Bindenwicklungen für Beinlagerungsschienen vergegenwärtigt, so muss gleichzeitig die Frage nach den Erfordernissen beachtet werden, die medizinisch an die Bewicklungen gestellt werden.
Im Bereich des Oberschenkels muss die Mullbinde fest gewickelt werden, ebenso sehr fest im Kniegelenkbereich, um dort eine wirksame Unterstützung und Abstützung zu bilden. Im Kniegelenkbereich wird die Mullbindenwicklung fast ausschliesslich ergänzt durch Watte oder neuerdings auch durch Schaum- stcnpolsterung, um der grossen Gefahr, dass sich in diesem Bereich Druckgeschwüre bilden, entgegenzuwirken.
Auf Grund ihrer textilen Struktur ermüden Mullbinden im allgemeinen nach vergleichsweiser kurzer Zeit, z. B. nach etwa sieben Tagen. Deshalb muss man im Kniekehlenbereich zusätzlich eine elastische, aber feste Unterstützung, z. B. in Form von elastischen Pflasterstreifen, z. B. Elastoplast, hinzufügen.
Im Bereich des Unterschenkels ist die Mullbindenwicklung der Form der Wade anzupassen, d. h., es wird zunächst locker und zum Fuss hin wieder fester gewickelt. Es wird also nach der Form des jeweils zu versorgenden Beines bei jedem Patienten individuell, d. h. verschieden fest gewickelt werden.
Im Fersenbereich jedenfalls muss dann die Wicklung wiederum sehr fest erfolgen.
Um allen diesen Erfordernissen wenigstens einigermassen gerecht zu werden, musste eine Vielzahl von
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Lagerung oft auf eine sehr lange Zeitdauer erstrecken wird und muss.
Eine weitere Schwierigkeit bei der bisherigen Art der Bespannung der eingangs erwähnten Lagerungschienen besteht darin, dass beim Wickelvorgang sorgfältig darauf zu achten ist, dass bei dem Führen der Mollbinden die randständigen Kettfäden nicht zu straff angezogen werden, da es sonst zu Einschnürungen der Weichteile des Beines kommen kann. Ist die vielschichtige Mullbindenlage erst einmal auf die Schiene gewickelt, so wird die letztere meist noch mit zusätzlichen Polsterungen versehen und längs der Streben mit HeftFflasterstrzifen abgeklebt, um ein Verrutschen der Mll. 11bindenlagen zu vermeiden.
Die hier geschilderte Technik der Schienenwicklung mit Binden wird in aller Regel bei sämtlichen bisher bekannt gewordenen Bauarten von Beinlagerungsschienen angewendet, u. zw. sowohl bei Schienen mit geraden starren Streben als auch bei Schienen, deren Streben verstellbar sind sowie Gelenk-und Feststellvorrichtungen aufweisen, die beim Wickeln berücksichtigt werden müssen.
Die fachgerechte Bewicklung einer Schiene mit den bisher bekannten verschiedenen, hiefür erforderlichen Materialien stellt an Arzt und Krankenhauspersonal erhebliche Anforderungen. Einmal muss der Arzt bestimmen, wie und wo fest und wo weniger fest gewickelt werden muss und zum andem muss das Pflzgepersonal für die richtige Befolgung der ihnen gegebenen Weisungen Sorge tragen. Im übrigen ist so oder so die bisherige Schienenbewicklung mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Ferner lässt sich die bisher gebräuchliche Schienenbewicklung immer nur einmal verwenden, ob nun die Lagerung nur für wenige Stunden erfolgt oder aber sich über Wochen oder Monate erstreckt.
Es kommt hinzu,
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dass die Schienenbewicklung nach der Belastung der Schiene mit dem Bein nur in den ersten Tagen noch so ist, wie sie ursprünglich gewickelt war. Die bislang benutzten Binden ermüden und es bedarf eines für den Patienten schmerzhaften Nachwickelns oder des Unterschiebens immer grösser werdender Polsterteile.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, die aufgezeigten Nachteile, die vor allem in den zeitraubenden und umständlichen Handhabungen beim Bespannen von Lagerungsschienen für menschliche Gliedmassen zu sehen sind, dadurch zu beseitigen, dass das Bespannen in grundlegend anderer Art und Weise vorgenommen wird, indem aus einem längs-und querelastischen, atmungsaktiven und in der Elastizität nicht ermüdenden, insbesondere aus Kunstfasern bestehenden Gewebe ein rechtwinkeliger Gewebestreifen geschnitten wird, dessen Länge derjenigen der Längsstreben und dessen Breite etwa dem doppelten Abstand der Längsstreben miteinander entspricht und dass mit Hilfe dieses Gewebestreifens eine schlauchartige, die beiden Längsstreben umschlingende Hülle gebildet wird,
deren beide Längskanten durch einstellbare Verbindungsmittel zusammengeschlossen werden.
Die erfindungsgemässe Bespannung zur Verwendung bei Lagerungsschienen für menschliche Glied- mass : n mit Längsstreben und Querstreben aufweisenden Rahmen ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem im wesentlichen rechtwinkeligen Streifen aus längs- und querelastischem, atmungsaktiven, in seiner Elastizität nicht ermüdenden Gewebe, insbesondere einstückigem Gewebe aus synthetischen Fasern, besteht, dessen Länge derjenigen der Längsstreben der zu bespannenden Schiene und dessen Breite etwa dem doppelten Abstand zwischen den Längsstreben der Schiene entspricht, wobei dieser Gewebestreifen zu einer schlauchartigen, die beiden Längsstreben umschlingenden Hülle formbar ist, dessen Seitenkanten durch einstellbare Verbindungsmittel zusammenschliessbar sind.
Im einzelnen ergeben sich für den Aufbau und die Ausbildung der den Gegenstand der E'sendung bildenden Bespannung und der mit der neuen Bespannung versehenen Lagerungsschiene verschiedene Möglichkeiten. So kann z. B. nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung der Gewebestreifen, aus welchem die Bespannung gebildet wird, durch Unterteilung mit einer Längsnaht aus zwei Abschnitten von etwa gleicher Breite aufgebaut werden, von denen der eine, im eingebauten Zustand oben gelegene Abschnitt aus einem feinmaschigen Gewebe gebildet ist, während für den andern Abschnitt ein grobmaschiges Gewebe Verwendung findet.
Dabei wird zweckmässig am freien Rand des feinmaschigen Gewebes ein elastisches Band mit im Abstand voneinander angeordneten Haken zum Einhängen in die Maschen des grobmaschigen Gewebes angebracht oder aber die Haken direkt in den freien Rand des feinmaschigen Gewebes eingebracht.
Der aus grobmaschigem Gewebe bestehende, im eingebauten Zustand unten gelegene Abschnitt kann im Bereich von Querbügeln der Lagerungsschiene mit Schlitzen versehen sein.
Als Gewebe kann ein in der Bekleidungsindustrie, vornehmlich aber bei der Miederwarenherstellung in gross ! m Umfang bekanntes Material eingesetzt werden, das sich unter der durch Warenzeichen geschützten Bezeichnung "Lycra" im Handel befindet. Zu seinem Einsatz im Rahmen der E ; Bndung eignet es sich deshalb besonders gut, weil es elastisch ist und sich ohne grosse Anforderungen an Zeit und Geschicklichkeit der Schiene anpasst und weil es eine körpergerechte Lagerung der Gliedmassen zulässt, anderseits bei starker Spannung fest und nicht mehr federnd wirkt (z. B. im Kniebereich).
Um die Voraussetzung für eine fachgerechte Schienenbespannung gemäss der Erfindung zu erfüllen, wird die Schiene aufdenGewebestreifengelegtund dieser durch Einhängen der an dem feinmaschigen Gewebeteil angebrachten Haken in das grobmaschige, als stufenloses Ösenband dienende Gewebe zu einem Schlauch verbunden. Dieser Schlauch hat auf Grund der elastischen Eigenschaften des Gewebes die Möglichkeit, faltenfrei und mit in den einzelnen Schienenabschnitten verschiedener Elastizität dem jeweiligen Verwendungszweck anpassbar gemacht zu werden. Das grobmaschige elastische Gewebe kann an jeder beliebigen Stelle einen Haken aufnehmen. Hiedurch ist es möglich, z.
B. am Oberschenkelteil der Schiene eine sehr straffe Bespannung zu erhalten, ebenso im Kniegelenkbereich, anderseits kann durch Versetzen der verschiedenen Haken im Unterschenkelbereich eine lockere Bespannung erzielt werden.
Durch den Schnitt und die Masse der zu einem Stück vereinigten verschiedenen elastischen Gewebestücke ist es möglich, in ihrer Bauart grundsätzlich voneinander abweichende Lagerungsschienen zu bespannen. In allen Anwendungsfällen gestattet die Erfindung eine maximale Anpassung an das verletzte Bein. Auch kann die Schienenbespannung während der Behandlung bezüglich der in den verschiedenen Abschnitten erwünschten unterschiedlichen Spannungen leicht verändert werden.
Der vorgeschlagene längselastische Verschluss und auch die Querelastizität des feinmaschigen tragenden Gewebeteiles der Schienenbespannung tragen wesentlich zur Bildung einer faltenfreien Schienenbespannung bei.
Ein weiteres wichtiges Erfindungsmerkmal ist die Gestaltung der Schienenbespannung aus nur einem Stück Gewebe mit verschiedener Maschendichte im Gegensatz zu den bisher erforderlichen etwa zehn Mullbinden nebst sonstigen Zutaten. Nicht unerheblich ist auch der Zeitgewinn, der beim Bespannen einer Schiene gemäss der Erfindung erreicht wird, da das Auflegen des vorgeschlagenen elastischen Gewebestreifens nur kurze Zeit in Anspruch nimmt (1-2 min).
Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt in der Möglichkeit, etwa vorhandene Feststellschrauben in die Bespannung einbeziehen zu können, ohne dass dadurch die Schrauben und sonstige Feststellvorrich-
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tungen an Funktionsfähigkeit verlieren. Das Verwendung findende Gewebe ist nämlich so geartet, dass trotz darüberliegender Bespannung ein regelrechtes Handhaben der Vorrichtungen möglich ist.
In der Zeichnung ist die E : findung in der Anwendung bei der Bauart einer bekannten Beinlagerungsschiene (Deutsche Patentschrift Nr. 1124633) beispielsweise dargestellt. Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht der Lagerungsschiene in ihrem grundsätzlichen Aufbau ohne bauliche Einzelheiten über Einund Feststellvorrichtungen, Fig. 2 eine Vorderansicht der Lagerungsschiene mit aufgelegter Bespannung, Fig. 3 den G webestreifen gemäss der El1ìndung in ausgebreitetem Zustand, Fig. 4 gibt ein Beispiel für die e : S dungsgemässs Bespannung einer Lagerungsschiene nach Braun. Die Lagerungsschiene besteht aus Längsstreben 1, die mit Gelenken. ? versehen und durch Querbügel 2 miteinander verbunden sind.
Über die Längsstreben soll der Gewebestreifen gemäss der Erfindung gespannt werden.
Der Gewebestreifen setzt sich aus dem im eingebauten Zustand oben liegenden feinmaschigen Teil 4 und dem grobmaschigen Teil 5 zusammen. Die beiden Gewebeteile sind durch eine Naht 6 miteinander verbunden und, soweit erforderlich, mit Randnähten versehen. Sie sind in der Breite dem Abstand der Längsstreben voneinander angepasst. Die Länge des Gewebestreifens entspricht der Länge der Längsstreben. Zur Verstärkung etwa im Bereich des Kniegelenkes kann ein entsprechend bemessener Streifen 7 aus dem gleichen Gewebe wie der Gewebeteil 4 auf diesem Gewebeteil 4 aufgenäht sein.
Der freie Rand des feinmaschigen Gewebeteiles 4 ist mit einem elastischen Band 8 mit zahlreichen Haken 9 ausgestattet oder es ist an diesen Rand ein die erwähnten Haken tragender Besatz angesetzt.
Die Haken 9 werden beim Auflegen des Gewebestreifens auf die Lagerungsschiene in die Maschen des grobmaschigen Teiles 5 eingehängt. Da die Haken in alle Maschen, also nicht nur in die Randmaschen, eingehängt werden können, ist es leicht möglich, die Tragwirkung der Bespannung im ganzen und insbesondere in den verschiedenen Abschnitten den Beinformen anzupassen und gegebenenfalls zu ändern.
Wenn die Lagerungsschiene, wie in Fig. l und 2 gezeigt, Querbügel 2 aufweist, wird der grobmaschige, im eingebauten Zustand unten liegende Gewebeteil J an den passenden Stellen mit Schlitzen 10 versehen, die sich bis zur Naht 6 zwischen den beiden Gewebeteilen 4 und 5 erstrecken. Für etwa vorhandene Einund Feststellvorrichtungen brauchen an der Bespannungbesondere Vorkehrungen nicht getroffen zu werden, da das Gewebe infolge seiner Elastizität die Handhabung dieser Vorrichtungen auch im verdeckten Zustand gestattet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Bespannung zur Verwendung bei Lagerungsschienen für menschliche Gliedmassen mit Längsstreben und Querstreben aufweisenden Rahmen, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem im wesentlichen rechtwinkeligen Streifen aus längs-und querelastischem, atmungsaktiven, in seiner Elastizität nicht ermüdenden Gewebe, insbesondere einstückigem Gewebe aus synthetischen Fasern, besteht, dessen Länge derjenigen der Längsstreben der zu bespannenden Schiene und dessen Breite etwa dem doppelten Abstand zwischen den Längsstreben der Schiene entspricht, wobei dieser Gewebestreifen zu einer schlauchartigen, die beiden Längsstreben umschlingenden Hülle formbar ist, deren Seitenkanten durch einstellbare Verbindungsmittel zusammenschliessbar sind.