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Schachtausbau Die Erfindung bezieht sich auf einen Schachtausbau,
wie er insbesondere für Blindschächte in Untertagebetrieben verwendet wird. Ein
Schachtausbau dieser Art besteht in der Regel aus einem Balkengerüst, das von außen
verkleidet ist.
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Die bisher übliche Verwendung von Holz für einen derartigen Schachtausbau
besitzt eine Reihe von Nachteilen. Abgesehen davon, daß ein Schachtausbau aus Holz
nur eine beschränkte Lebensdauer hat und daher große Unterhaltskosten erfordert,
bringt er auch die Gefahr der Feuerübertragung von einer Sohle zur anderen mit sich.
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Gemäß der Erfindung werden für den Schachtausbau Balken aus Eisenbeton
verwendet, die zu einem Gerüst, wie bei dem bekannten aus Holzbalken bestehenden
Schachtausbau, zusammengesetzt werden.
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Eisenbetonbalken haben allerdings gegenüber Holzbalken für die :Montage
den Nachteil des größeren Gewichts, der aber leicht dadurch behoben werden kann,
daß 'Montagevorrichtungen, wie Hilfskräne, Hilfslaufkatzen o. dgl., verwendet werden
können, die die Handhabung des Eisenbetonbalkens erleichtern. Der Nachteil des höheren
Gewichts tritt aber zurück gegenüber den großen Vorteilen der größeren Lebensdauer
und der Beseitigung der Brandgefahr. Er kann auch dadurch vermieden werden, daß
an Stelle gewöhnlicher Eisenbetonbalken Spannbetonbalken verwendet werden. Durch
die Verwendung von Spannbeton ist es möglich, ohne Überschreitung des Gewichts eines
Holzbalkens sogar noch erhöhte Festigkeit gegenüber Holzbalken zu erzielen.
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Gemäß der Erfindung wird auch die Verkleidung des Schachtausbaues
mit Eisenbeton-, vorzugsweise Spannbetonplatten, vorgenommen.
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Um eine Gewähr zu erhalten, daß die Spanndrähte in den einzelnen Balken
gleichmäßig zum Tragen kommen, werden die Spannbetonbalken in der Weise hergestellt,
daß durch Einschaltung von Ausgleichhebeln
in der Spannvorrichtung
zunächst alle Spanndrähte gleichmäßig angespannt werden, und dann in Spannrahmen,
die an den Enden der Balken angeordnet sind und mit eingegossen werden, eingeklemmt
werden, was zweckmäßig durch Spannkeile erfolgt. Nach dem Vergießen und Abbinden
der Betonbalken wird dann die Spannung der einzelnen Drähte über die Spannrahmen
gleichmäßig auf den Betonbalken übertragen. Eine besonders vorteilhafte Querschnittsform
für Balken gemäß der vorliegenden Erfindung ist der Doppel-T- Querschnitt.
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Die Verbindung der Balken miteinander erfolgt zweckmäßig durch Verblattung.
Dabei wird gemäß der Erfindung das Blatt mit einer Eisenarmierung versehen, die
zweckmäßig mit dem Spannrahmen verbunden wird. Das kann z. B. in der Weise geschehen,
daß in das Blatt ein mit dem Spannrahmen verschweißter Blechkasten eingegossen wird,
der mit Durchbrechungen versehen ist, durch die der Beton hindurchtreten kann. Um
eine genügende Anlagefläche zur Aufnahme des von außen auf die Verblattung wirkenden
Druckes zu erhalten, werden die Enden der Jochbalken zweckmäßig verbreitert.
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Die Verbindung der Jochbalken untereinander und der Einstriche mit
den Jochbalken erfolgt gemäß der vorliegenden Erfindung in besonders einfacher Weise
durch die Stützbalken. Zu diesem Zweck werden die Balken an den Stoßstellen mit
übereinanderliegenden Öffnungen versehen, was zweckmäßig durch Eingießen einer Blechhülse
bewirkt wird, und die Stützbalken werden an ihren Enden mit Bolzen versehen, die
ebenfalls zweckmäßig eingegossen werden, und mit denen sie in die übereinanderliegenden
Öffnungen der Balkenverbindung hineinragen. .
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Zusätzlich können die Jochbalken an den Ecken noch durch Eisenwinkel
verbunden werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, Öffnungen für die Einziehung
der Schraubenbolzen der Eisenwinkel durch Eingießen von Blechhülsen in die Jochbalken
vorzusehen. Zur Auflage für die Verschalung ist an der Außenseite der Jochbalken
eine Rippe angegossen. Bei Verwendung von Eisenwinkeln an den Ecken der Jochbalken
können diese Eisenwinkel als Fortsetzung der Rippen für die Auflage der Verschalung
benutzt werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung werden auch die Spurlatten als
Eisenbeton, insbesondere Spannbetonbalken ausgebildet und zweckmäßig mit einer Auflage
eines geeigneten Gleitstoffes versehen. Mit den Jochbalken und Einstrichen werden
die Spurlatten in der Weise verbunden, daß sie mit seitlichen durchbohrten Flanschen
auf Schraubenbolzen der Einstriche bzw. Jochbalken befestigt werden, und zwar durch
Mutter und Gegenmutter, so daß die Spurlatte auf dem Schraubenbolzen verstellt werden
kann.
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Eine besonders vorteilhafte Querschnittsform der Spanndrähte für Spannbetonteile
gemäß der Erfindung ist der Doppel-T-Querschnitt. Ein Spannbetondraht dieses Querschnittes
läßt sich in besonders einfacher und wirksamer Weise in dem Spannrahmen verkeilen,
in dem die Flansche und nicht der Steg festgekeilt werden. Dadurch erfahren die
Flansche eine Deformierung, die sich für die Aufnahme der Spannkräfte als besonders
günstig erwiesen hat. Zur Erhöhung der Haftung im Beton wird der Steg des Spanndrahtes
entweder mit Bohrungen oder seitlich ausgedrückten Warzen versehen. Um die Verschalung
ebenfalls leicht zu erhalten, empfiehlt es sich, auch diese aus Spannbeton herzustellen
und die Spanndrähte in Rippen zu legen, die auf der Innenseite der Verschalungsplatte
angeordnet sind.
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Die Erfindung ist an dem Ausführungsbeispiel eines Blindschachtausbaues
für Untertagebetriebe näher erläutert und in den Fig. i bis 13 dargestellt.
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Fig. i zeigt in perspektivischer Ansicht einen Schachtausbau nach
der Erfindung; Fig. 2 zeigt eine Eckverbindung vor dem Zusammensetzen, teilweise
im Schnitt gemäß Linie II-II der Fig. 3 ; Fig. 3 zeigt eine zusammengesetzte Eckverbindung
von oben gesehen; Fig. 4 zeigt die Armierung an einem Balkenende von der Seite;
Fig. 5 zeigt die Armierung an einem Balkenende in Ansicht auf die Stirnfläche des
Balkens; Fig.6 zeigt die Befestigung der Spanndrähte im Spannrahmen von oben gesehen;
Fig. 7 zeigt eine Verbindung der Spurlatte am Jochbalken; Fig. 8 zeigt die Ausführung
der Bolzen bei der Verbindung von Spurlatten an beiden Seiten eines Einstrichs;
Fig. 9 zeigt eine Platte der Verschalung im Aufriß; Fig. io zeigt eine Platte der
Verschalung im Grundriß ; Fig. ii zeigt eine andere Ausführungsform des Jochbalkens;
Fig. 12 zeigt einen Schnitt durch den Jochbalken nach der Linie XII-XI I der Fig.
i i ; Fig. 13 zeigt das Ende eines zum Jochbalken nach Fig. i i und 12 passenden
Einstrichs.
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Die Jochbalken i sind an ihren Enden jeweils halb ausgenommen, wodurch
das Blatt 2 entsteht, mit dem sie aufeinanderliegen. Die Einstriche 3 sind ebenfalls
an ihren Enden halb ausgenommen und liegen mit ihrem Blatt 4 auf den Jochbalken
i auf. Damit sie sich nicht seitlich verschieben können, haben die Jochbalken i
kleine Ausnehmungen 5, in die die Einstriche 3 eingesetzt werden. An den Verbindungsstellen
der Jochbalken i untereinander bzw. der Jochbalken i mit den Einstrichen 3 sind
die Stützbalken 6 aufgesetzt. In die Stützbalken 6 sind unten Bolzen 7 eingegossen,
die in Hülsen 8, welche in den Jochbalken bzw. den Einstrichen eingegossen sind,
eingreifen. Die Bolzen 7 sind so lang, daß sie über die Trennfugen zwischen den
Jochbalken bzw. zwischen Jochbalken und Einstrichen hinausgehen und so sämtliche
Teile zusammenhalten. In die Stützbalken 6 sind oben kürzere Bolzen 9 eingegossen,
die von unten her in die Jochbalken eingreifen. An den Ecken werden die Jochbalken
i zusätzlich durch die Winkel io verbunden, die von den Schrauben ii gehalten werden.
Die Schrauben ii werden durch Hülsen 12 geführt, die ebenfalls in den Balken eingegossen
sind. Die außen an die Jochbalken i angegossene Rippe 13 dient zur Auflage der Verschalung.
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Die Eisenarmierung jedes Balkens besteht aus den
an
seinen Enden eingc=<-;zten Spannrahmen 14, in denen die Spanndrähte 15 durch
Spannkeile 16 eingeklemmt werden. Die Spanndrähte 15 haben -Profil, und die Spannkeile
16 kommen nur an den Flanschen 17 dieses Profils zur Anlage. Beim Festschlagen
deformieren die Spannkeile 16 die Flansche 17 und bewirken auf diese «"eise eine
besonders feste Verbindung zwischen Spannrahmen 14 und Spanndrähten 15. Die Stege
i8 der Spanndrähte 15 haben Bohrungen i9 zur Erhöhung der Haftung im Beton. Bei
den mit einem Blatt versehenen Balken wird an den Spannrahmen der Blechkasten 2o
angeschweißt, der Durchbrüche zum Durchtritt des Betons aufweist und zur besonderen
Verstärkung des Blattes dient.
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Die Spurlatten 21 sind mit einer Auflage 22 eines geeigneten Gleitstoffe;
versehen. Sie werden mit den Jochbalken i mit Hilfe der Schrauben 23, Winkel 24
und Schraubenbolzen 25 verbunden. Handelt es sich um die Befestigung der Spurlatten
an beiden Seiten eines Einstrichs 3, so werden an Stelle der Schraubenbolzen 25
die Schraubenbolzen 26 verwendet. Die Spurlatten 21 sind an den Winkeln 24 durch
die Muttern 27 auf den Schraubenbolzen 25 bzw. 26 verstellbar.
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Die Verschalung ist aus mehreren Platten 28 zusammengesetzt, die auf
den Rippen 13 aufliegen. Zur Verstärkung sind die Platten 28 mit den Rippen 29 versehen,
in denen sich ebenfalls Spanneinlagen befinden.
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Bei doppel-T-förmigem Querschnitt der jochbalkeni sind die Einstriche
3 mit Ansätzen 30 versehen, mit denen sie sich auf den Stegen 31 der Jochbalken
i abstützen.