DE811256C - Fixierschiene zur Herstellung von Verbaenden fuer medizinische Zwecke - Google Patents
Fixierschiene zur Herstellung von Verbaenden fuer medizinische ZweckeInfo
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- DE811256C DE811256C DEF562A DEF0000562A DE811256C DE 811256 C DE811256 C DE 811256C DE F562 A DEF562 A DE F562A DE F0000562 A DEF0000562 A DE F0000562A DE 811256 C DE811256 C DE 811256C
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Description
- Fixierschiene zur Herstellung von Verbänden für medizinisdie Zwecke Die Erfindung betrifft Fixierschienen zur Herstellung oder Verstärkung von ruhigstellenden, entlastenden oder stützenden Verbänden zu medizinischen Zwecken.
- Trotz der verschiedenen Nachteile, die dem bisher üblichen Gipsverband anhaften, ist es bis heute noch nicht gelungen, eine bessere Verbandsart an seiner Stelle zu sohaffen. Der Gipsverband, in der heute üblichen Art aus Gipsbinden oder Gipslonguetten hergestellt, benötigt mehrere Minuten, bis er aus dem breiigen, formlosen Zustand zu einer festen Form erstarrt ist. Während dieser Zeit ist man gezwungen, beispielsweise die gebrochenen Knochen, erkrankte Gelenke oder schlaffe Gliedmaßen so lange in der beabsichtigten Stellung zu halten, bis der Gips erstarrt ist. Dabei läßt es sich meist nicht vermeiden, daß die haltenden Finger oder stützende Apparatteile den noch nachgiebigen Gips eindrücken. Nach Aufhören der Narkose wird man erst auf die Druckstellen aufmerksam, wenn diese Schmerzen, Druckgeschwüre, Nervenlähmungen und ähnliches hervorgerufen haben. Das Übel läßt sich mitunter nur dadurch beseitigen, daß man den Verband entfernt und durch einen neuen ersetzt.
- Daraus ergibt sich das Bedürfnis nach Mitteln, durch die während der Anfertigung des Verbandes eine gleichmäßige Abstützung ermöglicht wird, so lange, bis der Gipsverband diese in vollem Umfang übernehmen kann.
- Weiterhin hat der Gipsverband ähnlich dem 13eton die Eigenschaft einer verhältnismäßig hohen Druck-, aber geringen Zugfestigkeit. Das Gazegerüst der Gipsbinden ist zu schwach, um Risse im Gipsverband bei ungenügender Wandstärke zu verhindern. Man hat sich daher seit langem damit geholfen, daß man zur Erhöhung der Bruchsicherheit Bänder aus Eisen und Leichtmetall, Stäbe und Brettchen aus Holz, leiterähnliche Drahtschienen und ähnliches in den Verband mit ein- oder angebaut hat. Diese Verstärkungen in der bisher üblichen Form hatten aber Nachteile. Mangelhafte Durchlässigkeit für Röntgenstrahlen, schweres Gewicht, hoher Preis, starre Form, dadurch ungenügende Anschmiegbarkeit, für Gipsscheren nicht schneidbar und schlechtes Bindevermögen mit dem Gips.
- Eine ganz wesentliche Verbesserung dieser Verhältnisse wird durch die Erfindung dadurch erzielt, daß eine Fixierschiene zur Anwendung kommt, welche aus einer dünnen, vorzugsweise langgestreckten, von einem Ansatzstück aus in Streifen unterteilten Platte besteht, die sich beim Anlegen des Verbandes in ihrer Längs-, Quer- und Diagonalrichtung mühelos elastisch verbiegen läßt. Erfin dungsgemäß ist die Fixierschiene vorzugsweise in ihrer Längs- oder Querrichtung in einzelne Streifen geteilt, die sich in untereinander gleicher oder verschiedener Länge nahezu über die ganze Länge der Schiene von einem Ansatzstück aus, vorzugsweise nach entgegengesetzten Seiten, erstrecken, wodurch die elastische Anschmiegbarkeit in den verschiedenen Richtungen noch ganz wesentlich verbessert wird.
- Die Fixierschiene nach der Erfindung ergibt bei einer ausreichenden Eigenstabilität ein elastisches Anschmiegen des Verbandes an die Form des zu behandelnden Gliedes. Die Schiene nach der Erfindung ist billiger und leichter als die bisher bekanntgewordenen Gipsarmierungen. Auch ist sie durchlässig für Röntgenstrahlen, mit jeder beliebigen Verbands- oder Gipsschere schneidbar, dabei aber von einer beachtenswerten Zug- und Druckfestigkeit. Ein weiteres Merkmal, worin sie sich von allen bisherigen Verstärkungsmaterialien unterscheidet, ist die durch ihre besondere Form gekennzeichnete Anschmiegbarkeit, nicht nur in der Längs-und Querrichtung, sondern auch nach der Diagonale.
- Zwischen die einzelnen Gipstouren mit eingewickelt, geht die Fixierschiene durch ihre gute Bindefähigkeit und ihre besondere Form mit dem Gips eine innige und statisch sich ergänzende Verbindung ein.
- Die Fixierschienen wirken dabei wie die Eisenarmierung beim Eisenbeton. Dadurch wird eine wesentliche Erhöhung der Stabilität erreicht. Bei gleicher Belastuligfähigkeit kann erheblich an Gipsbinden gespart und der -Getamtpreis für den Verband verringert Werden, da der Preis im Vergleich mit Gipsbinden günstiger ist, vor allem bei Ausführung der Fixierschienen z. B. aus dünnen Holzfurnierplatten. Die Schiene legt sich von selbst in den Körperformen angeglichenen Kurven an, dadurch werden Einknickungen und Eindellungen sowie Einschnürungen im Verband vermieden.
- Die erfindungsgemäß zwischen den einzelnen Streifen der Fixierschiene vorgesehenen kleinen Zwischenräume bewirken, daß die Verbindung zwischen Gips und Schiene noch inniger.wird. Für besondere Fälle, vor allem bei Verwendung der Fixierschienen bei komplizierten Verbänden, kann es von Wert sein, wenn die einzelnen Streifen verschiedene Länge haben, so daß sich die Schiene den besonderen Verhältnissen zwanglos anpaßt. Dies wird nach der Erfindung in einfacher Weise dadurch erreicht, daß die Ansatzstellen der Streifen auf einer zur Längsachse schräg verlaufenden Geraden oder nach einem Bogen verlaufen.
- Durch die Eigenstabilität der Fixierschienen kann bei Verbänden, die eine weniger starre Fixierung erfordern, auf die Verwendung von Gips ganz verzichtet werden und der Zweck der Gliedmaßenruhigstellung allein durch Verwendung der erfindungsgemäßen Fixierschiene zusammen mit Stärke-oder einfachen Mullbinden erreicht werden. Dadurch erscheinen die Fixierschienen für die Ausrüstung von Unfallstationen und -fahrzeugen zur behelfsmäßigen Schienung von Knochenbrüchen besonders geeignet, wobei das geringe Gewicht, der niedrige Preis und die platzsparende Form dem Zweck entgegenkommen.
- Die Zeichnungen zeigen in acht Figuren Grundformen und ein Anwendungsbeispiel der erfindungsgemäßen Fixierschiene. Die in den Fig. 1 bis 6 dargestellten Ausführungsbeispiele von Fixierschienen sind die am häufigsten angewandten Grundformen.
- Die Fig. 7 und 8 zeigen ein Anwendungsbeispiel bei der Behandlung eines Beinbruchs.
- Die in den Fig. I bis 6 dargestellten Fixierschienen haben vor allem das gemeinsame Merkmal, daß ein plattenartiger Körper 1 in eine Anzahl von Streifen 2 aufgeschnitten ist. Die Streifen 2 verlaufen bei den Schienen nach Fig. I bis 5 in Längsrichtung der Platte, die Schiene nach Fig. 6 ist in Querrichtung in Streifen geteilt. Die Streifen 2 verlaufen nach beiden Seiten von einem Ansatzstück 3 aus. Die Dicke der Platten I ist, wie aus Fig. 2 ersichtlich, im Verhältnis zu ihrer Länge gering. Die Anzahl und Länge der Streifen 2 richtet sich nach dem jeweiligen speziellen Fall der Anwendung der Fixierschiene. Da es möglich ist, die Länge der Streifen mit einer gewöhnlichen Gipsschere zurechtzuschneiden, genügt es im allgemeinen, zur Befriedigung der an sich stark variierenden Bedarfslängen nur wenige Sorten von Fixierschienen auf Lager zu halten. Dadurch ergeben sich Verbilligungen und Vereinfachungen hinsichtlich Herstellung, Versand und Lagerhaltung.
- Bei der Fixierschiene nach Fig. 1 haben alle Längsstreifen 2 gleichmäßige Breite und gleiche Länge. Es ergibt sich dadurch bei einer Verbiegung um die Längsachse im Verband eine etwa sphärische Wölbung der Armierung. Für besondere Fälle kann es aber zweckmäßig sein, verschiedene Breiten der Streifen (Fig. 3) oder verschiedene Abstände der Ansatzstellen 4 von einer Querachse der Platte, bei gleicher oder verschiedener Streifenlänge (Fig. 4 und 5), vorzusehen. Dadurch ergeben sich bei Anwen- dung im Verband andere Schalenwölbungen und andere Erstreckungen der Streifen als bei völlig gleichmäßig gestalteten Schienen.
- Zwischen den einzelnen Streifen 2 können kleine Zwischenräume 5 angeordnet sein, die, ohne die Herstellung zu verteuern, den Vorteil ergeben, daß der hei den Verbänden angewandte Gips zwischen die einzelnen Streifen gedrückt wird, wodurch der Verhand wesentlich an innerer Festigkeit gewinnt.
- Zur J3ehandlung von Schäden mit Verbänden, die sich mehr in der Querrichtung erstrecken, kann eine Formung der Fixierschiene nach Fig. 6 zweckmäßig sein. Bei dieser Ausführung verlaufen die Streifen quer zur Längsachse der Platte I.
- Schließlich ist im Bedarfsfalle auch eine Fixierschiene möglich, bei welcher die Streifen sowohl in Längs- als auch in Querrichtung angeordnet sind.
- Allen Ausführungen nach den Fig. I bis 6 ist jedoch die Eigenart gemeinsam, daß die dünnen Platten nach zwei oder mehr Seiten in Streifen 2 aufgeschnitten sind, die dazu dienen, dem Verband eine elastische, auschmiegende Armierung zu verleihen. Dies ist bei dem in den Fig. 7 und 8 gezeigten Anwendungsl>eispiel zu sehen.
- Dabei handelt es sich beispielsweise um die Anwendung der erfindungsgemäßen Fixierschienen bei einem Verband an Ol>er- und Unterschenkel. Die Fixierschienen sind hier mit 5 und 6 bezeichnet und am Bein so angelegt, daß sie sich infolge der Streifen 2 den Formen des Gliedes anpassen. Die Schiene als Armierung des Verbandes umfaßt also nahezu das ganze Glied, so daß eine Hohlschale gebildet wird, die einen ruhigstellenden und entlastenden Verband mit den eingangs angeführten großen Vorteilen ergibt.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE: 1. Fixierschiene zur Herstellung oder Verstärkung von ruhigstellenden, entlastenden oder stützenden Verbänden und Schalen zu medizinischen Zwecken, dadurch gekennzeichnet, daß die Schiene aus einer dünnen, vorzugsweise langgestreckten, von einem Ansatzstück (3) aus in Streifen (2) unterteilten Platte (I) besteht, die sich beim Anlegen des Verbandes in ihrer Längs-, Quer- und Diagonalrichtung elastisch den jeweiligen Formen anschmiegt.
- 2. Fixierschiene nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Schiene vorzugsweise in Längs- oder Querrichtung in einzelne Streifen (2) geteilt ist, die sich in untereinander gleicher oder verschiedener Länge und Breite von einem Ansatzstück (3) aus, vorzugsweise nach entgegengesetzten Seiten, erstrecken.
- 3. Fixierschilene nach den Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Streifen (2) durch kleine parallel zu ihnen verlaufende Zwischenräume (5) voneinander getrennt sind.
- 4. Fixierschiene nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansatzstellen (4) der Streifen (2) auf einer zur Längs- oder Querachse schräg verlaufenden Geraden oder auf einem Bogen angeordnet sind.
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-
1950
- 1950-01-11 DE DEF562A patent/DE811256C/de not_active Expired
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