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Ventilschleif-Vorrichtung Zum Schleifen der Sitzflächen von Ventilen
von Brennkraftmaschinen, insbesondere solchen zum Antrieb von Kraftfahrzeugen, verwendet
man üblicherweise Spezialschleifmaschinen.
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Die Anschaffung einer solchen Schleifmaschine ist mit erheblichen
Kosten verbunden, so daß es nur für größere Instandsetzungswerkstätten von Motoren
bisher wirtschaftlich vertretbar war, derartige Einrichtungskosten für diesen Arbeitsgang
aufzuwenden.
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Trotzdem erscheint es wünschenswert, den Arbeitsgang des Schleifens
der Sitzflächen der Ventile maschinell und genau zu ermöglichen, da bekanntlich
der sonst insbesondere von kleineren Werkstätten beschrittene Weg, die Ventile,
um wieder einen dichten Sitz zu erreichen, nur mittels Schleifpaste von Hand einzuschleifen,
lediglich eine Behelfslösung darstellt und in den meisten Fällen nicht zu einem
befriedigenden Enderfolg führt, dies besonders bei stark eingebrannten Ventilen,
wie sie heute bei den meist überbelasteten Motoren, die bereits eine Reihe von Jahren
ihren Dienst getan haben, fast die Regel sind.
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Die Aufgabe, die sich deshalb die vorliegende Erfindung gestellt hat,
ist die, eine Vorrichtung zu schaffen, die es ermöglicht, die Ventilsitzfläche mit
Hilfe dieser Vorrichtung unter Einsatz vorhandener, und zwar auch in den kleinsten
Werkstätten zur Verfügung stehender Einrichtungen mit ausreichender Genauigkeit
zu schleifen. Diese Vorrichtung soll billig sein, um die Einrichtungskosten und
damit den Unkostenfaktor nicht nennenswert zu belasten.
Zur Lösung
dieser Aufgabe geht die Erfindung davon aus, daß in jeder einschlägigen Werkstatt
ein normaler Schleifbock vorhanden ist und schlägt deshalb eine Zusatzeinrichtung
zum Schleifen der Ventilsitzflächen vor, die auf einfache Weise an diesem Schleifbock
anbringbar ist. .
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Diese Vorrichtung besteht gemäß der Erfindung aus einer Grundplatte,
die zur Befestigung der Vorrichtung am Schleifbock dient, in der oder auf der die
eigentliche Bodenplatte der Vorrichtung verdreh- und feststellbar angeordnet ist.
Diese zum Einstellen des Ventilsitzwinkels (30' oder 45') verschwenkbare
Bodenplatte trägt eine Aufnahme für das zu schleifende Ventil an seinem Schaft,
die das Ventil achsrecht zum Einstellen der Schleiftiefe längs verschieblich und
drehbar führt.
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Durch Federdruck wird hierbei das Ventil gleichachsig zwischen einem
nachstellbaren Widerlager an seinem Schaftende und einer durch eine Handkurbel zu
betätigenden Drehspindel eingespannt. Die Drehspindel, die durch eine Feder gegen
den Ventilteller gedrückt wird, trägt an ihrem dem Ventilteller zugekehrten Ende
eine Platte, die derart gestaltet ist, daß die Spindel beim Drehen durch die Handkurbel
das Ventil mitnimmt. Dies kann beispielsweise durch Zwischenschaltung einer Gummischeibe
zwischen dem Ventil-. teller und der Gegenplatte au der Drehspindel geschehen.
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Die Drehspindel selbst wird durch einen auf der Bodenplatte der Vorrichtung
befestigten Bügel achsgleich mit dem Ventil geführt.
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Diese Vorrichtung kann nun auf einfache Weise durch eine Halterung,
die von Fall zu Fall, je nach der Bauart des Schleifbocks, anders gestaltet werden
kann, beispielsweise an dem Stahlhalter des Schleifbocks oder aber auch auf andere
Weise, gegebenenfalls versenkbar an dem vorhandenen Schleifbock befestigt werden.
Es gehört zweifelsohne zum normalen Rüstzeug eines jeden Mechanikers, sobald er
im Besitze der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist, auf einfachem und billigem Wege
sich eine der jeweiligen Bauart seines Schleifbocks angepaßte Halterung zu schaffen,
die einmal vorhanden, zum immer wieder verwendbaren Bestandteil der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird.
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Es erübrigt sich deshalb wohl, für diese Halterung besondere Bauanweisungen
zu geben, zumal diese auch nicht in den Rahmen der Erfindung selbst fällt. Zu beachten
ist für diese Halterung nur, daß sie nach Möglichkeit so stark gehalten wird, daß
Schwingungen der Vorrichtung vermieden werden. Ferner muß sie selbstverständlich
so gestaltet werden, daß die Achse des eingespannten Ventils bei Stellung der Bodenplatte
der Vorrichtung auf Null senkrecht zur Drehachse der Schleifscheibe steht. - Sobald
die erfindungsgemäße Vorrichtung derart am Schleifbock befestigt ist, wird die Bodenplatte
je nach Art des Ventils auf die Winkelmarke 30 oder 45 . verschwenkt und festgeklemmt.
Nach Anlaufen der Schleifscheibe des Schleifbocks wird hernach das Ventil durch
Verstellung des Widerlagers am Ventilschaft zum Schleifen angestellt und die Ventilsitzfläche
durch Betätigung der Handkurbel, mittels derer das Ventil in «Drehbewegung versetzt
wird, abgeschliffen. Selbstverständlich ist für genauen Schliff die vorherige ordnungsgemäße
Zurichtung der Schleifscheibe so, daß deren Schleiffläche genau achsparallel zur
Drehachse der Scheibe ist.
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In den Abb. i und 2 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
wobei Abb. i die Vorrichtung im Aufriß und Abb. 2 die Vorrichtung im Grundriß darstellt.
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In der zur Befestigung der Vorrichtung dienenden Grundplatte i ist
die Bodenplatte 2 eingelassen. Die Bodenplatte 2 ist mittels Klemmschrauben 3 feststellbar.
Die Klemmschrauben 3 dienen gleichzeitig innerhalb konzentrisch zur Bodenplatte
2 vorgesehener Langlöcher 4 zur Führung der Bodenplatte 2 beim Verschwenken. Auf
der Bodenplatte 2 ist ein Führungsprisma 5 zur Aufnahme des Schafts des zu schleifenden
Ventils 6 befestigt. Der Ventilschaft wird durch eine Platte 7, die durch eine Rändelmutter
8 höhenverstellbar ist, in der Prismenführung 5 längs verschieblich und drehbar
gehalten.
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Die Platte 7 wird durch eine Feder 9 im Sinne des Abhebens vom Ventilschaft
gegen die Rändelmutter 8 gedrückt und durch einen auf der Bodenplatte 2 befestigten
Führungsstift io parallel geführt.
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An der Prismenführung 5 ist ein Gewindebolzen ii befestigt, auf dem
mittels Rändelmutter 12 ein Widerlager 13 für den Ventilschaft längs verstellbar,
aber gegen Verdrehung gesichert angeordnet ist. Gegenüber ist auf der Bodenplatte
2 ein Bügel 14 befestigt, der zur achsgleichen Führung einer Drehspindel 15 mit
dem Ventilschaft dient. Die Drehspindel 15 kann durch eine Handkurbel 16 in .Drehung
versetzt werden.
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Das zu schleifende Ventil wird mittels einer auf der Drehspindel 15
zwischen der Gegenplatte 17 für den Ventilteller und den Bügel 14 angeordneten Feder
18 zwischen dem verstellbaren Widerlager 13 und der Drehspindel 15 eingespannt.
Sein Schaft ruht dabei, durch die Gegenplatte 7 festgehalten, in der Prismenführung
5.
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Zum Schleifen der Ventilsitzfläche wird die erfindungsgemäße Vorrichtung
mittels einer geeigneten Halterung an dem üblichen, in jeder Werkstatt vorhandenen
Schleifbock zunächst derart befestigt, daß die Ventilachse bei völliger Verdrehung
der Bodenplatte entgegen dem Uhrzeigersinn innerhalb der Langlöcher 4, der Nullstellung,
in gleicher Höhe mit der Achse der Schleifscheibe i9 des Schleifbocks und senkrecht
zu dieser steht.
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Hierauf wird nach Lösen der Klemmschrauben 3 die Vorrichtung auf den
Neigungswinkel der Ventilsitzfläche verstellt und durch Anziehen der Schrauben 3
festgestellt.
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Nach Anlaufen der Schleifscheibe i9 wird die Ventilsitzfläche unter
allmählichem Nachstellen des Widerlagers 13 mittels der Rändelmutter 12 und Drehen
des Ventils mit Hilfe der Handkurbel 16. geschliffen.
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Die Mitnähme des Ventils erfolgt dabei durch eine auf der Gegenplatte
17 der Drehspindel 15 befestigte Gummischeibe 20.
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Der Erfindungsgedanke beschränkt sich nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel,
sondern umfaßt im Rahmen der Ansprüche alle Lösungsformen einer
Zusatzvorrichtung
für übliche Schleifböcke, die durch eine geeignete Halterung an diesen befestigt
wird, zum Schleifen der Ventilsitzfläche, die je nach Ventilsitzflächenwinkel verschwenkbar
und feststellbar das zu schleifende Ventil längs verschieblich nachstellbar und
drehbar festhält und führt, wobei das Ventil unabhängig von der Schleifscheibe des
Schleifbocks durch Handbetätigung, beispielsweise mittels einer Handkurbel, oder
mit Hilfe einer Handbohrmaschine, oder einer ähnlichen Vorrichtung gedreht wird.
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In letzterem Falle könnte der Bügel 8 einschließlich der Handkurbel
16 in Wegfall kommen. Es müßte dann eine Feder zwischen dem Prisma 5 und dem Ventilteller
im Sinne des Abhebens des Ventiltellers von der Schleifscheibe i9 angeordnet werden.
Das Andrükken des Ventiltellers an die Schleifscheibe i9, ebenso wie das Drehen
des Ventils würde dann mittels einer gegen den Ventilteller angesetzten Handbohrmaschine
unter Verwendung einer geeigneten Mitnahme, gegebenenfalls einer ventilähnlichen
Gegenplatte, deren Schaft im Bohrkopf eingespannt ist und die ebenfalls eine Gummischeibe
trägt, erfolgen. Ebenso wie die vorstehend beschriebene, sind noch andere Anwendungsformen
des Grundgedankens der Erfindung denkbar.