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Verfahren zum Reinigen von Tudi- oder Drahtfiltern
Gegenstand der Erfindung
ist ein Verfahren zum Reinigen von Filtern, insbesondere von Maschenfiltern in Form
von Beuteln oder aufgespannten Flächen. Die Erfindung eignet sich besonders zum
Säubern der Filterbeutel von Trockenreinigern. Bei den üblichen Trockenreinigern
werden die zu reinigenden Gewebe, Stoffe oder Fertigteile in ein Bad aus flüssigem
Lösungsmittel für 01 und Fett getaucht oder auf andere Weise mit solchen Löse mitteln
behandelt. Als Lösemittel werden beispielsweise Trichloräthylen, Perchloräthylen
oder Weingeist verwendet. Nach der Verwendung zirkuliert das Lösemittel durch ein
Filter, wobei die in Suspension befindlichen Verunreinigungen auf Leinwandbeuteln
oder feinem Drahtgewebe niedergeschlagen werden. Das Lösemittel wird darauf destilliert,
um die gelösten Ole und Fette auszuscheiden.
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Die Filtertücher verkleben allmählich durch den niedergeschlagenen
Schmutz, was den Umlauf des Trockenreinigungslösemittels erschwert und die Anwendung
hohen Drucks erforderlich macht, um die Zirkulation aufrechtzuerhalten. Wenn die
Anlage diesen Zustand erreicht hat, wird das Filter üblicherweise ausgebaut und
die Filtertücher oder -drahtgewebe zum Reinigen entfernt. Der Reinigungsvorgang
ist langsam und umständlich; er setzt die Reinigungsanlage mindestens einen Tag
still.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, den Ausbau durch teilweisesEntleeren
derFilterkammer zu vermeiden, so daß sich der größte Teil der Filterfläche über
das Lösemittelniveau in der Filterkammer hebt, und dann einen Teil des verbleibenden
Spiritus zu vergasen. Die Gase steigen dann durch die Filterfläche und werden darauf
gesammelt und zur Wiederverwendung kondensiert.
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Es hat sich nun erfindungsgemäß gezeigt, daß die Filtertücher oder
Drahtfilter wirksam durch Tauchen in kochendes Reinigungslösemittel von
Fremdstoffen
béfrseit werden könnenx Das Reinigungslösemittel kann dabei das gleiche sein, das
im Reinigungskreislauf verwendet wird.
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Vorzugsweise wird das Reinigungslösemittel in Berührung mit dem Filtertuch
unter etwa atmosphärischem Druck gekocht. Die Dauer der Behandlung kann bis zum
Abkochen fast allen Reinigungslösemittels ausgedehnt werden, wobei die entstehenden
Dämpfe zu einem Kondensator abgeleitet werden können. Möglich ist es auch, die Kochzeit
wesentlich, auf beispielsweise IO bis 15 Minuten, zu verkürzen und die verbleibende
Reinigungsflüssigkeit zusammen mit dem Schmutz und sonstigen Fremdstoffen zur Destillation
in einem getrennten Gefäß abzuziehen. Die Reinigungsflüssigkeit in der Filterkammer
kann durch Heizschlangen im Boden der Filterkammer erhitzt werden. Möglich ist es
auch, den Bodenteil der Filterkammer mit elektrizitäts- oder dampfbeheizten Heizschlangen
zu umgeben.
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Die Fremdstoffe werden von den Filtertüchern nur während deren Eintauchens
in die Reinigungsflüssigkeit entfernt. Während der darauffolgenden Verfahrensschritte
des Freilegens von Teilen der Filterfläche über das Flüssigkeitsniveau und ihres
Durchdringens -durch Dämpfe der Reinigungsflüssigkeit werden die frei liegenden
Teile der Filterfläche nicht weiter gereinigt.
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In der Zeichnung ist der Arbeitsvorgang der Reinigung eines Filters
an Hand einer Trockenreinigungsanlage dargestellt.
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Die Filterkammer f enthält die Filterrahmen g, die in bekannter Weise
mit Filterbeuteln bespannt sind. Die Filterrahmen sind durch Muffen mit einer Röhre
h verbunden, auf der sie durch eine Klammer i festgehalten werden. Diese Anordnung
und ihre Einzelheiten sind bei derartigen Filterapparaten üblich und bedürfen keiner
weiteren Beschreibung. Die Röhre h ist durch das Ventil l und die Röhre d mit dem
Trockenreiniger verbunden, während die Rückflußröhre e vom Trockenreiniger durch
ein Ventil 8 zum Einlaßstutzen einer Pumpe p führt, die die Reinigungsflüssigkeit
durch eine Röhre q zum Oberteil der Filterkammer j pumpt.
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Die Pumpe p ergibt den nötigen Druck, um die Flüssigkeit durch die
Filterteileg zu treiben. Die gereinigte Flüssigkeit fließt aus dem Filterrahmeninnern
durch die Röhren h und d zum Trockenreiniger zurück. Das Lösemittel läuft durch
die Anlage um, bis die Filter so verstopft sind, daß der Druck der Pumpe zum Durchtreiben
der Flüssigkeit nicht mehr ausreicht und die Filter gereinigt werden müssen. Anlagen
der bis hierher beschriebenen Art sind bekannt.
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Um die Flüssigkeit in der Filteranlage erhitzen und abgesetzten Schmutz
von ihrem Boden abkratzen zu können, hat der Filterunterteil eine leicht entfernbare
Abzugstür s, durch die Röhren k zu einem Dampfschlangenheizkörper im Boden der Filterkammer
führen. Die Dampfzufuhr zum Heizkörper wird durch ein Ventil 7 geregelt. Der Oberteil
der Filterkammer f ist mit einer Röhre mit Abzweigungen zu einem Manometer b, einem
Sicherheitsventil a und einem Luftablaßyentil 6 verbunden. Die Röhre führt durch
ein Ventil 2 und ein Verbindungsstückv zu einem Kondensator tt, um den durch die
Ein- und Auslaßröhren w und w1 Wasser zirkulieren kann. Der Abfluß vom Kondensator
geht durch einen Wasserabscheider m zu einem Vorratsbehälter n, von wo die kondensierte
Flüssigkeit durch eine Röhre 0 und ein Ventil 5 zum Einlaßstutzen der Pumpe zurückgeleitet
werden kann. Ein Ventilator x zieht erforderlichenfalls Dämpfe durch ein Ventil
4 und eine Röhre y am unteren Teil der Filterkammer ab.
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Zum Kochen der Flüssigkeit im Filter muß der Flüssigkeitsspiegel
etwas gesenkt werden, da sonst die aufkochende Flüssigkeit durch das Ventil 2 und
das Verbindungsstück v zum Kondensator u übertreten und Schmutz dorthin führen könnte.
Der Flüssigkeitsspiegel wird mittels eines Verbindungsstückes r gesenkt, das von
der Filterkammer durch ein Ventil 3 zum Trockenreiniger oder zu einer anderen Stelle
führt.
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Der Arbeitsvorgang beim Reinigen des Filters ist nun folgender: Zuerst
wird das Ventil 1 geschlossen, um die Filterkammer vom Trockenreireiniger zu trennen,
und das Ventil 2 geöffnet, um eine Verbindung vom Oberteil der Filterkammer zum
Kondensator ?{ herzustellen. Das Luftablaßventil 6 wird darauf kurze Zeit geöffnet;
ebenso öffnet man das Ventil 3, um den- Oberschichten der Flüssigkeit in der Filterkammer
f einen Abfluß zu gewähren. Darauf werden die Ventile 6 und 3 wieder geschlossen.
Nunmehr wird durch Öffnen des Ventils 7 Dampf in die Heizschlange k im Filterboden
gelassen, während kaltes Wasser durch die Röhren w und w1 um den Kondensator u zirkuliert.
Die ins Kochen geratende Flüssigkeit umgibt die Filterteile vollständig und nimmt
die Verunreinigungen fort, während die entstehenden Dämpfe in den Kondensator u
und den Vorratsbehälter n übertreten, in dem das kondensierte Lösemittel gesammelt
wird. Nach dem Reinigen der Filtertücher durch die kochende Flüssigkeit setzt sich
der Schmutz im Boden der Filterkammerf ab. Wenige Minuten Berührung mit dem kochenden
Lösemittel genügen in der Regel zur Reinigung. Es empfiehlt sich aber vielfach,
die ganze Flüssigkeit zum Kondensator u abzukochen, so daß nur reine Flüssigkeit
in den BeHälter n ge langt und nur ein kleiner Rest Schmutzflüssigkeit im Bodenteil
der Filterkammer f stehenbleibt. Das Dampfventil 7 wird nunmehr geschlossen, ebenso
das zum Kondensator führende Ventil 2, worauf das Ventil 4 geöffnet und der Ventilator
x in Betrieb gesetzt wird, um Lösemitteldämpfe aus der Filterkammer nahe deren Boden
abzuziehen. Nunmehr entfernt man die Abzugstür s mit der Heizschlange und zieht
die Restflüssigkeit aus der Filterkammer ab. Nach Wiedereinsetzen der Abzugstür
s kann der Apparat wieder in Betrieb genommen werden.
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Zu diesem Zweck öffnet man das die Röhren durch die Röhre d mit dem
Trockenreiniger verbindende Ventil I und schließt das Ventil 4. Dar-
auf
werden das Ventil 5 und das Luftablaßventil 6 geöffnet, während Lösemittel aus dem
Vorratsbehälter n in die Filterkammer f gepumpt wird. Nun wird das Ventil 5 geschlossen,
desgleichen nach dem Füllen der Kammerf das Luftventil 6. Die Pumpe wird darauf
erneut in Betrieb gesetzt, um die Flüssigkeit in bekannter Weise durch den Trockenreiniger
und die Filterteile in Umlauf zu bringen.
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Wenn, wie es bei der Verwendung von Weingeist oder ähnlichen Lösemitteln
der Fall sein kann, kein Kondensator vorgesehen ist, können die Dämpfe aus der Filterkammer
zu anderen passOden Sammelstellen geleitet werden. Der Flüssigkeitsrest in der Filterkammer
kann zum Absetzen, zum Reinigen in einem Destilliergefäß oder zu anderer Behandlung
entsprechend abgezogen werden.