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Verfahren zum Entfernen der Lösungsmitteldämpfe aus Extraktoren. Die
nach Beendigung der Extraktion. zurückbleibenden Dämpfe der Lösungsmittel müssen
vor dem öffnen der Extraktoren daraus entfernt werden, um Verluste an Lösungsmitteln
zu vermeiden und das Bedienungspersonal vor der Schädigung durch die Dämpfe zu bewahren.
Dies geschieht meist durch Durchblasen von Wasserdampf, was jedoch bei wasserempfindlichen
Stoffen, wie z. B. bei zu entfettenden Metallen, nicht anwendbar ist. Bei diesen
wurde vorgeschlagen, die Lösungsmitteldämpfe durch eine im Extraktor ibefindliche
Kühlvorrichtung zu verdichten, um sie in flüssigem Zustand ablaufen zu lassen. Es
findet jedoch hierbei die Verdichtung nicht restlos statt, und außerdem ibleiiben
an der Kühlvorrichtung Lösungsmitteltropfen .hängen, die durch die heißen Metallteile
wiederum verdunsten, so daß auf diese Weise eine vollständige Entfernung der Lösungsmitteldämpfe
nicht gelingt. Man war daher gezwungen, die Lösungsmittel'dämpfe nach der Extraktion
wasserempfindlicher Stoffe mittels Evakuierens und Durchsaugens von Luft zu entfernen,
wozu eine besondere Vakuumpumpe erforderlich war. Den Gegenstand vorliegender Erfindung
bildet nun ein den gleichen Zweck auf dem letztgenannten Weg erreichendes Verfahren,
bei dem aber die Benutzung ,einer besonderen Vakuumpumpe sich erübrigt. Es besteht
darin, daß während oder nach der Extraktion in der Destillierblase durch Kondensation
der darin befind'= ,lich°n Lösungsmitteldäimpfe mittels einer Kühlvorrichtung sowie
vor der Extraktion in einem Vorratsbehälter durch Auspumpen des Lösungsmittels ein
Untetdruck erzeugt wird, .was durch. eine für den Extraktionsbetrieb nötige Pumpe
geschieht. Nach beendeter Extraktion wird sodann der Extraktor mit diesen beiden
Räumen durch öffnen der entsprechenden Ventile in Verbindung gesetzt, wodurch unter
Verminderung des Unterdrucks Dämpfe aus dem Extraktor in diese Räume gesaugt werden.
Hierauf wird endlich mit Hilfe .des noch übriggebliebenen Unterdrucks unter Öffnung
eines am Extraktor befindlichen Hahns Luft ,in den Extraktor in an sich bekannter
Weise gesaugt, welche den Rest der Lösungsmitteldämpfe daraus verdrängt.
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,Die Zeichnung stellt beispielsweise eine Vorrichtung dar, mittels
welcher das Verfahren nach der Erfinidung ausgeführt werden Sann.
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Die Vorrichtung besteht aus einem Extraktor A, welcher mit einem dampfdichtschließbaren.
Deckel und einem Lufthahn 1a versehen ist. In dem Extraktor ist eine Heizschlange
13 eingebaut. Der mit dem Extraktor durch Rohrleitung verbundene Destillator
B erhält eine Rohrspirale 14, welche sowohl mit Dampf als auch mit Kühlwasser gespeist
werden kann. Zum Niederschlagen der aus dem Destillator bzw. dem Extraktor entweichenden
Lösungsm.itteldämpfe ist der Kühler D vorgesehen, in welchen eine Kühlschlange eingebaut
ist, durch welche sich die Lösungsmitteldämpfe bewegen, während um diese Kühlschlange
kaltes Wasser geführt wird. Zur Aufnahme des Lösungsmittels. sind ,zwei Vorratsbehälter
C,, und C, angeordnet, aus welchen das Lösungsmittel mittels der Pumpe E in den
Extraktor A eingelassen wenden kann.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Der Extraktor A sei
beispielsweise mit von Ölrückständen zu reinigenden Metallteilen oder sonstigen
wasserempfindlichen Gegenständen beschickt und: .der Deckel des Extraktors dampfdicht
abgeschlossen. Nun wird die Rohrspirale 14 der Destillierblase B, in welcher sich
von der vorausgegangenen Extraktion her ein Gemisch aus Lösungsmittel
und
Öl befindet, mit Wasserdampf geheizt. Die sich hierdurch entwickelnden Lösungsmitteldämpfe
treten nach Öffnen. der Ventile 2 und i unter dem Siebboden 15 des Extraktors in
.diesen ein, schlagen sich an dem Extraktionsgut nieder, lösen das an diesem befindliche
Öl und wärmen das Extraktionsgut gleichzeitig an. -Die im Extraktor befindliche
Zuft läßt man. durch den auf dem Deckel befindlichen Lufthahn z2 so lange entweichen,
bis aus ihm Lösungsmitteldämpfe austreten, worauf der Lufthahn geschlossen wird.
Es wird nun so lange im Destillator B Lösungsmittel albdestilliert, bis ein geringer
Druck im Extraktor, dessen sämtliche Ventile bis auf Ventil i abgeschlossen sind,
entsteht.Sodann wird das im Extraktor A gebildete Kondensat des Lösungsmittels,
welches bereits die größte Menge des an dem Extraktionsgut haftenden Öls aufgenommen
hat, aber infolge -des heschTänkten, zur Verdampfung gekommenen Lösungs,mittelinhal'ts
aus dem Destillator B noch nicht bis zur Höhe des Ventils i gestiegen ist, durch
Öffnen oder Ventile 3 und ri in die Destillierblase B abgelassen. Hierauf werden
die Ventile i, 2, 3 und i i sofort wieder geschlossen. Man läßt nun durch die Rohrspirale
14 der Destillierblase B Kü@hliwasser fließen, so daß infolge der entstehenden K#ondensation
der in B enthaltenen Lösungsmitteldämpfe ein luftverdünnter Raum erzeugt wird.
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Mittels der Pumpe E wird nunmehr Lösungsmittel aus dem Behälter C,,
welcher mit Lösungsmittel vollkommen: angefüllt sein soll, durch Öffnen der Ventile
6 und 5 von oben in den Extraktor gepumpt, wobei man einen in. diesem etwa enthaltenen
Überdruck durch Öffnen der Ventile 4, 8 und io durch den Kühler D in den Behälter
C2, welcher leer sein soll, äbläßt. Der Behälter C,. bleibt während des Leerpumpens
bis auf das Ablaufventil' 6 geschlossen, so .daß sich in ihm ebenfalls ein luftverdünnter
Raum bildet. Durch das von oben erfolgende Einfließen des Lösungsmittels in den
Extraktor A wird das eingefüllte Extraktionsgut gewaschen. Hierbei wird so viel
Lösungsmittel in den Extraktor gepumpt, bis das zu reinigende Extraktionsgut mit
Lösungsmittel Vollkommen bedeckt ,ist, worauf ;die Ventile 5 und 6 :wieder geschlossen
werden. Nunmehr wird das Lösungsmittel im Extrak'Gor durch Beheizung der Dampfspirale
13 bis zum beginnenden Sieden erwärmt, so daß hierdurch und durch die wallende Bewegung
des Lösungsmittels der Rest des Öls und der Schmutz von 'dem Extraktionsgut abgewaschen
wird. Durch Öffnen der Ventile 3 und 7 läßt man dann'das Lösungsmittel in den Vorratsbehälter
C2 ab. Nach vollständig beendetem. Abfluß des Lösungsmittels aus dem Extraktor A
werden die noch in ihm befindlichen Dämpfe nach C,. infolge der dort herrschenden
Luftverdünnung durch ,Öffnen der Ventile 3 und 6 oder besser durch den Kühler bei
geöffneten Ventilen i, 8 und 9 abgesaugt. Um ein sicheres Entweichen aller Lösungsmittel-dämpfe
aus dem Extraktor A zu erreichen, benutzt man nun noch die durch Kondensation der
Lösungsmittel'dämpfe mittels der Kühlschlange 14 in der Destillierfblase B inzwischen:
gebildete Luftverdünnung und läßt etwa im Extraktar noch zurückgebliebene Reste
von Lösungsmittefdämpfen nach öffnen der Ventile 3 und i i in die Destillierblase
B absaugen. Man öffnet dann den Lufthahn 12 auf dem Deckel des Extraktors, so daß
die verdünnten Lösungsmitteldämp:fe durch -die Luft in die Destillierblase abgeführt
werden.
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Zu diesem Zweck ist unter dem Lufthahn z2 innerhalb des Extrak'tors
eine Fangvorrichtung angeordnet, mit Hilfe deren die Luft in feiner Verteilung rin
,den Extralkthr eingesaugt wird. Nachdem äuf diese Weise auch der Rest aller Lösungsmitteldämpfe
aus ;dem Extraktor beseitigt ist, kann er geöffnet und von neuem beschickt werden.
Die hierauf folgende Extruktion geht auf dieselbe Weise vor sich, nur mit dem Unterschied,
daß nunmehr das Lösungsmittel dem Vorratsbehälter C2 entnommen und dadurch in diesem
ein Unterdruck erzeugt wird. Nach einer Anzahl von Extraktionen wird der Inhalt
des Blase B in .den ,zur Zeit leeren Vorratsbehälter abdestilliert, das zurückbleibende
Ö1 aus der Blase abgelassen und diese mit dem Inhalt des anderen; Vorratsbehälters
gefüllt, worauf von neuem Extraktionen in der beschriebenen Weise erfolgen können.