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Gehrungsschneider, insbesondere für Buchdruckereien Die Erfindung
betrifft einen Gehrungsschneider, insbesondere für Buchdruckereien, wie er zum Schneiden
von Gehrungen für Quadrate, Regletten, Zeilen und Messinglinien benutzt wird.
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Die bekannten Gehrungsschneider arbeiten sämtlich nicht mit der häufig
erwünschten Genauigkeit. Man kann mit ihnen weder einen genauen Winkel für die Schnittfläche
noch eine genaue Länge für das bearbeitete Werkstück vorausbestimmen. Dies hat seinen
Grund einmal darin, daß der Drehpunkt des Schwenkkeils außerhalb der Anschlagflächen
liegt und daher der nach der Gradskala eingestellte Winkel nicht dem Winkel der
Schnittfläche entspricht. Zum anderen erfolgt der Vorschub von Handunter gleichzeitiger
Ablesung der gewünschten Länge. Es ist erklärlich, daß auf diese Weise Werkstücke
von übereinstimmender Länge gar nicht hergestellt werden können. Hinzu kommt noch,
daß das Schneidwerkzeug ein einfaches Schabemesser ist, mit dem man keinesfalls
an eine Messinglinie von z. B. 5 mm Stärke eine entsprechende Gehrung schneiden
könnte.
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Die Erfindung hilft diesen Mängeln hauptsächlich dadurch ab, daß der
die beiden Anschlagleisten tragende Schwenkkeil durch einen zentrierenden Flansch,
dessen Schwenkachse mit der Schnittlinie der Anschlagflächen zusammenfällt, derart
geführt ist, daß sich diese Schwenkachse stets an der gleichen Stelle im Arbeitsbereich
des Schneidwerkzeugs befindet. Da der Drehpunkt des Schwenkkeils und der Schnittpunkt
der Ablesekanten der Anschlagleisten übereinstimmen, bildet stets der auf der Gradskala
einzustellende auch wirklich den gewünschten Winkel.
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Für die Genauigkeit der Arbeit ist es ferner von Vorteil, zum Schneiden
ein Räumwerkzeug an Stelle des üblichen Schabemessers zu verwenden. Hierdurch wird
nicht nur der gesamte Arbeitsvorgang
um das Mehrfache beschleunigt,
sondern es ist auch Gewähr dafür .geboten, daß eine einwandfreie Schnittfläche geschaffen
wird, weil es möglich ist, beliebig feine Späne abzuheben.
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Ein weiteres Merkmal der . Erfindung besteht darin, daß der auf jeder
Anschlagleiste angebrachte, einstellbare Schieber einen unterFederdruck stehenden
Anschlag aufweist, welcher den Vorschub des Werkstücks bis zu dem eingestellten
Maß bewirkt. Der federnde Anschlag drückt das Werkstück mit praktisch gleichbleibendem
Druck gegen das Werkzeug und unterbricht denVorschub, wenn dieserAnschlag die auf
der Skala der Anschlagleiste festgelegte Einstellung erreicht.
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Auf der Zeichnung ist die Erfindung an Hand eines Ausführungsbeispiels
veranschaulicht. Es zeigt Fig. i den Gehrungsschneider in Stirnansicht, Fig. 2 einen
Aufriß, Fig. 3 einen Seitenschnitt nach der Linie 111-111 der Fig. 2 und Fig.4 einen
Horizontalschnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3; Fig.5 und 6 stellen den* Führungsflansch
des Schwenkkeils in Seitenansicht bzw. im Grundriß dar; Fig. 7 ist die Seitenansicht,
Fig. 8 der Aufriß und Fig. 9 ein Vertikalschnitt nach der Linie IX-IX für den auf
den Anschlagleisten gleitenden Schieber. Auf dem Sockel i des Gehrungsschpeiders
ist der Schwenkkeil 2 beweglich, auf welchem die Anschlagleisten 3 befestigt sind,
die in einem Winkel von 6o° zueinander verlaufen. Geführt wird der Schwenkkeil 2
durch den Flansch 4, der durch Schrauben 5 mit dem Schwenkkeil e derart verbunden
ist, daß seine Schwenkachse 6 mit der Schnittlinie 7 der Anschlagflächen der Leisten
3 zusammenfällt. Der Schwenkkeil 2 wird auf den gewünschten Gehrungswinkel eingestellt,
indem die Kante der rechten oder linken Anschlagleiste 3 auf den entsprechenden
TeilstrichderGradskala8 gebrachtwird.DieEinstellung des Schwenkkeils kann mit Hilfe
der Kordelschraube 9 gesichert werden.
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An der Rückwand des Sockels i ist die Führung io für das Räumwerkzeug
ii befestigt, das senkrecht zur Schwenkebene des Keils 2 auf- und abwärts bewegt
werden kann. Die Schwenkachse 6, 7 befindet sich in der Arbeitsfläche des Räumwerkzeugs
i i. Zur Bewegung des Räumwerkzeugs dient der Handhebel 12, der vertikal beweglich
ist. Die Feder 13 ist bestrebt, den Hebel 12 und damit das Räumwerkzeug i i stets
in der oberen Stellung zu halten. Das Räumwerkzeug i i ist in der bekannten Weise
mit Zähnen versehen, die mit zunehmendem Arbeitshub stärker werden, so daß jeder
Zahn schneidet und die Berührung mit dem Werkstück beim Rückgang des Werkzeugs i
i aufgehoben wird. Der Führungsflansch 4 ist mit einem Durchbruch 22 versehen, damit
die anfallenden Späne abgeführt und die Arbeitsfläche immer frei bleibt.
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Auf den Anschlagleisten 3 ist je ein Schieber 14 beweglich, welcher
nach der Skala 15 eingestellt und durch die Kordelschraube 16 gesichert werden kann.
In einer Führung 17 des Schiebers ist ein gleitender Anschlag 18 vorgesehen, der
unter Wirkung der Druckfeder 19 steht. Die Feder 19 hat das Bestreben, den Anschlag
18 ;in @ Richtung auf das Räumwerkzeug zu drücken, und zwar bis zur Begrenzung 2o.
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Das strichpunktiert angedeutete Werkstück 21, das auf Gehrung und
Länge geschnitten werden soll, wird nach Einstellung des Schwenkkeils 2 und des
Schiebers 3 von Hand an die Anschlagleiste 3 gedrückt, nachdem der Anschlag 18 entgegen
der Wirkung der Feder i9 so-weit in den Schieber 14 hineinbewegt worden ist, dä.ß
sich zwischen Anschlag 18 und Werkzeug i i der erforderliche freie Raum ergibt.
Beim Schneiden braucht das Werkstück 21 nur leicht an der Anschlagleiste 3 gehalten
zu werden, weil den Vorschub der federnde Anschlag i8 besorgt, bis die Begrenzung
20 wirksam wird. Es ist selbstverständlich, daß das Maß, mit welchem der Anschlag
18 über die Ablesekante des Schiebers 14 vorsteht, beim Eichen bzw. beim Anbringen
der Skalen 15 berücksichtigt werden muß.