DE806952C - Verfahren zum Stapeln und Trocknen von flachen Betonteilen - Google Patents
Verfahren zum Stapeln und Trocknen von flachen BetonteilenInfo
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Description
Die Festigkeit und Formbeständigkeit frisch hergestellter Betonteile, z. B. Zementdachsteine, ist gering.
Bei den bekannten Herstellungsverfahren werden flache Betonteile, z. B. Zementdachsteine,
deswegen entweder auf starren Unterlagplatten aus der Form herausgenommen und auf diesen Platten
zum Abbinden niedergelegt, oder sie werden beim Herausnehmen aus der Form auf solche Platten
aufgebracht, z. B. aufgekippt oder aufgeschoben. Es
ίο ist bekannt, Unterlagplatten aus Holz oder Metall
zu verwenden. Bei Zementdachsteinen ist es auch schon bekannt, die frisch geformten Steine auf anderen
Dachsteinen abzulegen, die bereits genügend fest sind, um als Unterlagplatten dienen zu können.
In allen diesen Fällen hat man jedoch bisher die frisch aus der Form kommenden Teile auf ihren
Unterlagplatten nebeneinander in Regalen zum Abbinden aufgestellt. Das erforderte sehr viel Platz
und das Vorhandensein entsprechend umfangreicher Regale oder sonstiger Auflageflächen. Man war
offenbar in dem Vorurteil befangen, daß man die frischen Teile nicht unmittelbar aufeinandersetzen
dürfe, weil ihre noch nicht abgebundene Masse sonst breitgedrückt werden würde und überdies
beim Abbinden an dem aufgelegten Teil haftenbleiben würde. Die Erfindung besteht gerade
darin, daß die frisch aus der Form kommenden Betonteile, z. B. Zementdachsteine, auf anderen
gleichartigen Teilen, z. B. Dachsteinen, abgelegt und mit diesen zusammen in größerer Anzahl, z. B.
30 bis 50 Stück, unmittelbar aufeinandergestapelt werden, derart, daß jeweils ein frisch aus der Form
genommener Teil zwischen zwei als Tragplatten benutzten Teilen eingeschlossen ist. Versuche haben
ergeben, daß ζ. B. die Festigkeit eines frisch aus der Form kommenden Zementdachsteines ausreicht,
um sehr viele andere Dachsteine mit ihren Unterlagplatten zu tragen. Dies gilt nicht nur bei nach
einem besonderen Verfahren hergestellten Zementdachsteinen, sondern allgemein für Betonteile, bei
deren Herstellungsverfahren mit erdfeuchtem bis plastischem Beton gearbeitet wird. Bei dem neuen
Verfahren wird eine viel kleinere Lagerfläche zum Abbinden der Teile gebraucht als bisher. Außerdem
bleiben die Teile im Stapel gleichmäßig feucht. Da die Oberflächen nicht wesentlich schneller trocknen
als der Kern, wird das Entstehen schädlicher, sonst Risse in den Oberflächen erzeugender Spannungen
weitgehend vermieden. Ein Anhaften der frischen
ίο Teile an den Tragteilen wird gegebenenfalls durch
Zwischenbringen anderer Stoffe, z. B. durch Aufstreuen feinen Sandes, vermieden.
Es ist bereits bekannt, sogenannten Elektrobeton herzustellen, bei dem während des Abbindens elektrischer
Strom durch den Beton hindurchgeleitet wird, der die Betonmasse durch und durch erwärmt,
wobei ein rasches Abbinden und erhöhte Anfangsfestigkeiten erzielt werden. Durch die
Erfindung wird es möglich, dieses Verfahren auch bei flachen Betonteilen, insbesondere Zementdachsteinen,
mit Vorteil anzuwenden, indem die Stapel zwischen Kontaktplatten gesetzt werden. Infolge
des größeren Ohmschen Widerstandes der Stapel, der sich aus den kleineren Teilwiderständen der
frischen Teile und den größeren Teihviderständen der älteren Tragteile zusammensetzt, ergibt sich
dabei der zusätzliche Vorteil, daß höhere Spannungen an die Stapel gelegt werden können, wie sie als
Xetzspannungen in Licht- und Kraftnetzen zur Verfugung stehen. Nur wenn auch gegenüber solchen
Spannungen der Widerstand sehr hoher Stapel noch zu groß ist, muß mit Zwischenkontaktplatten
gearbeitet werden. Wenn noch nicht fertig erhärtete Betonteile als Tragteile verwendet werden, werden
sie selbst bei der elektrischen Behandlung der Stapel den Einwirkungen des elektrischen Stromes erneut
unterworfen, so daß auch der zweite Teil des Erhärtungsvorganges günstig beeinflußt wird. In
weiterer Ausbildung der Erfindung werden der Betonmasse für Teile, insbesondere Dachsteine, die
elektrischer Selbsterwärmung ausgesetzt werden sollen, Stoffe zugesetzt, die die elektrische Leitfähigkeit
beeinflussen, insbesondere erhöhen. Wenn Salzsäure zugesetzt wird, hat das den besonderen
Vorteil, daß zugleich erwünschte chemische Wirkungen hervorgerufen werden; es bildet sich dann
nämlich Calciumchlorid, welches das Abbinden beschleunigt und zu höheren Festigkeiten führt.
Das Verfahren nach der Erfindung ist nicht an bestimmte Formen flacher Betonteile, z. B. der Dachsteine, gebunden. Steine mit großen Wellungen, z. B. Falzsteine, werden zweckmäßig so ausgebildet und aufeinandergelegt, daß die Wellungen ineinanderpassen. Sind nur kleine Wellen und diese nur auf einer Seite des Steines vorgesehen, so ist das nicht notwendig; in diesem Falle können neben anderen Flächen die Wellenberge aufeinander ruhen.
Das Verfahren nach der Erfindung ist nicht an bestimmte Formen flacher Betonteile, z. B. der Dachsteine, gebunden. Steine mit großen Wellungen, z. B. Falzsteine, werden zweckmäßig so ausgebildet und aufeinandergelegt, daß die Wellungen ineinanderpassen. Sind nur kleine Wellen und diese nur auf einer Seite des Steines vorgesehen, so ist das nicht notwendig; in diesem Falle können neben anderen Flächen die Wellenberge aufeinander ruhen.
In der Zeichnung ist das Verfahren nach der Erfindung
am Beispiel von Zementdachsteinen schematisch erläutert.
Fig. ι ist ein Schnitt durch einen Stapel von Steinen in deren Längsrichtung;
Fig. 2 ist ein Schnitt nach Linie 2-2 in Fig. 1;
Fig. 3 ist eine Draufsicht auf einen vier Steine breiten Stapel.
Bei dem gezeichneten Beispiel sind Dachsteine verwendet, die im wesentlichen die Gestalt der sogenannten
Biberschwänze haben. Die Steine sind jedoch nicht auf beiden Seiten flach, sondern auf
der Unterseite zwischen flachen Längsrändern in Längsrichtung leicht gewellt. Diese Wellung hängt
mit einem besonderen Herstellungsverfahren zusammen, das keine \Toraussetzung der vorliegenden
Erfindung ist, jedoch ist zu bemerken, daß bei diesem Verfahren die gewellte Seite des Steines
trockener aus der Form kommt als die flache Oberseite, so daß die gewellte Fläche eines frischen
Steines auch ohne Anwendung besonderer Hilfsmittel beim Stapeln an der gewellten Fläche eines
älteren, als Tragstein verwendeten Steines nicht haftet. Im Gebrauch der Steine hat die Wellung
den Vorteil, daß die Steine nicht dicht auf den Latten aufliegen, sondern ein für die Haltbarkeit der
Latten günstiges Hindurchstreichen von Luft zwisehen Steinen und Latten ermöglichen.
Die frisch aus der Form genommenen Steine 1 sind in der Zeichnung im Schnitt mit einer weiteren
Schraffur, die älteren, als Tragplatten benutzten Steine 2 mit einer dichteren Schraffur versehen.
Bei dem gezeichneten Beispiel sind die Steine 1 und 2 von gleicher Art. Auf einer Seite sind sie
flach, auf der anderen besitzen sie, eingerahmt von flachen, die Längskanten bildenden Leisten 5 und 6,
kleine Längswellen 3. Die gewellte Seite ist die Unterseite, an der die Nase 4 zum Aufhängen des
Steines auf den Dachlatten sitzt. Ein frischer Stein ι ist jeweils mit der flachen Seite auf die
flache Seite eines älteren Steines 2 aufgelegt. Damit die frischen Steine 1 auf den Steinen 2 beim Abbinden
nicht anhaften, werden die Steine 2 vor dem Auflegen der frischen Steine mit einem das Anhaften
verhindernden Mittel versehen, z. B. mit feinem Sand bestreut. Auf ein aus einem frischen und
aus einem älteren Stein gebildetes Paar wird ein ebensolches Paar aufgelegt, und zwar so, daß sich
die Nasen 4 des zweiten Paares an der entgegengesetzten Seite befinden wie bei dem ersten Paar.
Die gewellte Unterseite des älteren Steines 2 des zweiten Paares gelangt dabei auf die gewellte
Fläche des neuen Steines 1 des ersten Paares, so daß sich die Wellenkämme berühren. Zugleich ruhen
die Leisten 5 und 6 paarweise aufeinander. Da, wie erwähnt, die gewellten Flächen hier infolge besonderer
Herstellung die trockeneren sind, ist die Verwendung von das Anhaften hindernden Mitteln
auf den gewellten Flächen im Falle des behandelten Beispiels nicht notwendig, sonst aber ohne weiteres
möglich.
Der ganze in der beschriebenen Weise hergestellte Steinstapel wird auf eine Kontaktplatte 7
aufgesetzt, und eine zweite Kontaktplatte 8 wird auf den Stapel aufgelegt. Zweckmäßig besitzen die
Kontaktplatten dieselbe Wellung wie die Steine, so daß eine flächige Anlage zustande kommt. Mittels
an die Kontaktplatten angeschlossener elektrischer
Zuleitungen ίο läßt sich dann elektrischer Strom
durch den Stapel schicken.
Damit die Stapel nicht umfallen, werden zweckmäßig mehrere nur einen Stein breite Einzelstapel
zu Gesamtstapeln aneinandergesetzt, wie es die Draufsicht Fig. 3 erkennen läßt. Der in Fig. 3 gezeichnete
Gesamtstapel ist vier Steine breit. In Fig. 3 ist außer der Kontaktplatte 8, die kleiner
ist als der Stein, auf den sie aufgelegt ist, eine zweite Kontaktplatte 11 mit der Zuleitung 12 gezeichnet,
die nahezu so groß ist wie der Stein. Ihr Umriß ist dem Umriß des Steines angepaßt. Ein
Gesamtstapel wie nach Fig. 3 wird zweckmäßig nicht mit einer Gesamtkontaktplatte bedeckt. Ein
gleichmäßigerer Stromdurchgang wird vielmehr erzielt, wenn auf jede Ziegelbreite eine besondere
Kontaktplatte aufgelegt wird. In Fig. 3 sind bei den beiden rechten Steinen die aufzulegenden Kontaktplatten
weggelassen.
Claims (1)
- PA T E N TA N S P R Γ C H E:ι. Verfahren zum Stapeln und Trocknen von flachen Betonteilen, z. B. Zementdachsteinen, dadurch gekennzeichnet, daß die frisch aus der Form kommenden Betonteile, z. B. Dachsteine, auf anderen Betonteilen, z. B. Dachsteinen, abgelegt und mit diesen zusammen in größerer Anzahl unmittelbar aufeinandergestapelt werden, derart, daß jeweils ein frisch aus der Form genommener Teil zwischen zwei als Tragplatten benutzten Teilen eingeschlossen ist.2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von das Anhaften hindernden Stoffen, z. B. feinem Sand, zwischen den frisch aus der Form genommenen Teilen und den Tragteilen.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 fürDachsteine mit Nasen, dadurch gekennzeichnet, daß die frisch aus der Form genommenen Steine so aufgelegt werden, daß die Nasen beider Steine einander abgewandt übereinanderliegen und daß die so gebildeten Steinpaare so aufeinandergestapelt werden, daß die Nasen abwechselnd an der einen oder an der anderen Seite des Stapels herausragen.4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 für Dachsteine, die auf einer Seite eben und auf der anderen Seite längs gewellt sind, dadurch gekennzeichnet, daß der frisch aus der Form genommene Stein mit seiner ebenen Fläche auf die ebene Fläche des anderen Steines gelegt wird.5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Tragteile noch nicht fertig erhärtete Betonteile verwendet werden.6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stapel zwischen metallische Kontaktplatten gelegt werden und daß elektrischer Strom durch die Stapel hindurchgeleitet wird.7. Verfahren zur Herstellung von Teilen, die dem Verfahren nach Anspruch 6 unterworfen werden sollen, dadurch gekennzeichnet, daß der Betonmasse Stoffe zugesetzt werden, die die elektrische Leitfähigkeit beeinflussen, insbesondere erhöhen.8. Verfahren nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch den Zusatz von Salzsäure zur Betonmasse.9. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei mehrere Betonteile, z. B. Dachsteine, breiten Gesamtstapeln für jede Teilbreite eine besondere Kontaktplatte vorgesehen ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 6.51
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR1009678D FR1009678A (fr) | 1948-10-02 | 1948-06-16 | Procédé pour l'empilage et le séchage de pièces plates en béton, par exemple de tuiles en ciment |
| DEP4084A DE806952C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Verfahren zum Stapeln und Trocknen von flachen Betonteilen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEP4084A DE806952C (de) | 1948-10-02 | 1948-10-02 | Verfahren zum Stapeln und Trocknen von flachen Betonteilen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE806952C true DE806952C (de) | 1951-06-21 |
Family
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Family Applications (1)
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE806952C (de) |
| FR (1) | FR1009678A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0036313A1 (de) * | 1980-03-13 | 1981-09-23 | Ashton, Jacqueline | Verfahren zur Herstellung von Betondachziegeln |
| EP0936041A3 (de) * | 1998-02-06 | 2000-05-31 | Georg Prinzing GmbH & Co. KG Betonformen- und Maschinenfabrik | Verfahren zum Herstellen von Betonteilen |
-
1948
- 1948-06-16 FR FR1009678D patent/FR1009678A/fr not_active Expired
- 1948-10-02 DE DEP4084A patent/DE806952C/de not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0036313A1 (de) * | 1980-03-13 | 1981-09-23 | Ashton, Jacqueline | Verfahren zur Herstellung von Betondachziegeln |
| EP0936041A3 (de) * | 1998-02-06 | 2000-05-31 | Georg Prinzing GmbH & Co. KG Betonformen- und Maschinenfabrik | Verfahren zum Herstellen von Betonteilen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1009678A (fr) | 1952-06-03 |
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