DE805152C - Verfahren zur Gewinnung von Labextrakten - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Labextrakten

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DE805152C
DE805152C DEP1790A DEP0001790A DE805152C DE 805152 C DE805152 C DE 805152C DE P1790 A DEP1790 A DE P1790A DE P0001790 A DEP0001790 A DE P0001790A DE 805152 C DE805152 C DE 805152C
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Germany
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Application number
DEP1790A
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English (en)
Inventor
Julius Hans Friedel
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OSTRA CHEMIE GmbH
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OSTRA CHEMIE GmbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N9/00Enzymes; Proenzymes; Compositions thereof; Processes for preparing, activating, inhibiting, separating or purifying enzymes
    • C12N9/14Hydrolases (3)
    • C12N9/48Hydrolases (3) acting on peptide bonds (3.4)
    • C12N9/50Proteinases, e.g. Endopeptidases (3.4.21-3.4.25)
    • C12N9/64Proteinases, e.g. Endopeptidases (3.4.21-3.4.25) derived from animal tissue
    • C12N9/6421Proteinases, e.g. Endopeptidases (3.4.21-3.4.25) derived from animal tissue from mammals
    • C12N9/6478Aspartic endopeptidases (3.4.23)
    • C12N9/6481Pepsins (3.4.23.1; 3.4.23.2; 3.4.23.3)

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Labextrakten Käselaliausziige, auch Labextrakte oder Lal>-essenzen genainit, werden gewonnen aus Käll>erniägen in Form v@:isseriger Lösungen. Diese Lösungen enthalten das eigentliche Labenzym als Wirkstoff für die Gerinnung der -.Milch bei der Käsebereitung. Sie enthalten aber auch unerwünschte Begleitstoffe. insbesondere Schleimstoffe der extrahierten Kälbermägen. Diese Schleimstoffe trüben die Labauszüge, hüllen infolge ihrer kolloidalen .Natur das Labenzym ein und hemmen dessen Wirkung auf die Eiweißstoffe der Milch, welche zur Gerinnung gebracht werden sollen. Es bereitet deshalb Schwierigkeiten, urigenügend entschleimte Käselabauszüge auf einen genau festzulegenden Wirkungsgrad einzustellen.
  • Nach dem Stand der Technik wurde die Entschleiniung bisher vorgenoininen durch Fällung mit den bekannten Filterhilfsstoffen und nachfolgendes Abschleudern, Filtrieren oder :\l>sitzeiilasseii. Diese \"erfahren sind entweder zeitraubend oder kostspielig, in jedem Falle umständlich. Ziidein koniinen sie der Aufgabenstellung, die Lahwirkung einer 1_abeinheit zu verbessern, deshalb nicht näher, weil die Ausbeute in den entschleiniten Auszügen keines-,vegs höher ist. Sie ist sogar niedriger um die Labenzytnmenge, die mit den Schleimen ausgeschieden wird.
  • Die störende Wirkung der Schleime auf den Gerinnungseffekt von Käselabausziigen bestellt lediglich darin, daß sich der besondere kolloidale Zustand, in dem die Schleime in den Labinagenausziigen bei normaler und bekannter Arbeitsweise vorliegen, verzögernd auf den Gerinnungseffekt auswirkt.
  • Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die Schleime als solche in den Lal>auszügen zu belassen, sie aber in ihrem kolloidalen Zustand zu verändern und so aufzuschließen, daß sie das Labenzym nicht mehr einhüllen können. Die Belassung der Schleime in den Auszügen erfolgt also absichtlich, weil, wie seit Jahrzehnten bekannt, Schleime oder schleimähnliche kolloidale Stoffe tierischer oder pflanzlicher Herkunft (Gelatine, Agar-Agar, Cellulose usw.) den Gerinnungseffekt des Labenzyms unterstützen.
  • Das erfindungsmäßige Vorgehen bezieht sich also auf die Zustandsänderung der Schleime durch Zersetzung, wobei eine so weitgehende Freilegung des Labenzyms erfolgt, daß dessen Gerinnungseffekt auf die Milch nach dem sog. Zeitgesetz (S. 667 des Buches: Fleischmann-Weigmann »Lehrbuch der 1Tilchwirtschaft«, 7. Auflage, Paul Parey-Berlin) ungestört verläuft und die Labauszüge in ihrer Stärke genau einstellbar sind.
  • Erfindungsmäßig wird .die Zustandsänderung der Schleimstoffe herbeigeführt durch Versetzen der wässerigen Kälbermägen-Labauszüge mit zerkleinerten Pflanzenteilen, z. B. aus Gras, Laub, aber auch anderen Bestandteilen von Pflanzen, in welchen die im Sinne des folgenden Absatzes wirksamen Kräfte nicht durch Altern, Trocknen, Erhitzen oder andere gewaltsame Eingriffe zerstört sind.
  • Zerkleinerte Blätter und Gras z. B. oder daraus abgepreßte Säfte bewirken, frischen Labmagenauszügen zugesetzt, schon dem bloßen Auge sichtbar in wenigen Tagen eine Aufhellung und Klärung der Auszüge. Es braucht nicht untersucht zu werden, inwieweit dabei Parallel- und Wechselwirkungen zwischen fermentativen, enzymatischen und rein chemischen Umsetzungen bestehen. Daß Fermente und Enzyme des Magens einerseits und der pflanzlichen Stoffe anderseits daran beteiligt sind, kann daraus hergeleitet werden, daß das Phänomen der Klärung am eindrucksvollsten ist, wenn ganz frische Pflanzen bzw. deren Säfteverwendetwerden.
  • Die klärende und schleimzersetzende Wirkung der Pflanzen und ihrer Säfte auf die Labauszüge besteht so allgemein und ist so wenig die Besonderheit irgendeiner bestimmten Pflanze oder Pflanzengruppe, daß das Schwergewicht des erzielbaren Effekts nicht auf dem Wirksamwerden von pflanzlichen Stoffen liegen kann, die anderer als fermentativer oder enzymatischer Natur sind. Der Tiermagen, insbesondere auch der Kälbermagen, ist auf pflanzliche Nahrung bzw. deren Verdauung eingestellt. Es scheint sich bei der Zersetzung der Schleime also um eine Art Verdauung zu handeln.
  • Die wirtschaftliche Bedeutung des Verfahrens liegt im Entbehrlichwerden umständlicher Klärverfahren, teurer Filter und Filterhilfsstoffe und im Wegfall von Ausbeuteverlusten an Labenzvm durch Mitreißen in abgeschiedenen Schleimen. Frische Pflanzen sind überall leicht beschaffbar und keine Einfuhrware. Sie können auch schonend konserviert werden für den Gebrauch im Winter.
  • Die Anwendung der Erfindung erfolgt unter dem Gesichtspunkt leichter Beschaffbarkeit des Pflanzenmaterials und größten Wirkungseffektes. Es können herangezogen werden wildwachsende und kultivierte Gräser, Blätter und Pflanzenteile von Wild-und Nutzpflanzen, so wie sie in der Natur, also frisch, anfallen, im Sommer ganz allgemein, im Winter von immergrünen Pflanzen.
  • Es kann auch so vorgegangen werden, daß, zwecks Erreichung größerer Wirkungseffekte oder weil dies eine Bevorratung für den Winter ratsam erscheinen läßt, die Pflanzenteile zunächst zerkleinert und ausgepreßt und Saft und Preßrückstände für sich allein zum Zersetzen der Magenschleimstoffe verwendet werden. Der Saft läßt sich bei diesem Vorgehen nach der Gewinnung mit chemischen Mitteln konservieren für späteren Gebrauch, z. B. im Winter. Auch die Preßrückstände lassen sich z. B. durch vorsichtiges Trocknen konservieren.
  • Das Mengenverhältnis zwischen verwendetem frischem oder konserviertem Pflanzenmaterial und Menge der Labauszüge richtet sich im Einzelfall nach dem Reichtum der betreffenden Pflanzenteile an Wirkstoffen und nach der Konzentration der Labauszüge. In der Regel wird z. B. ein Labauszug mittlerer Konzentration genügend entschleimt werden, wenn ihm 5 bis io Prozent seiner Gewichtsmenge an feingehäckseltem frischem Gras zugesetzt werden.
  • Die Mischung wird längere Zeit der Ruhe überlassen. Die Labauszüge, welche ursprünglich weißlich getrübt sind, verändern nach dem Zusatz ihr Aussehen ins mehr Durchscheinende infolge innerer Zersetzung der Schleime. Nach io bis 2o Tagen haben sie ein Aussehen wie z. B. geklärter Apfelwein. Zugleich verliert sich der ursprüngliche Magengeruch. Der Geruch des Labauszugs wird jetzt frisch und rein, wie ihn normal behandelte, d. h. nach altem Verfahren gewonnene Auszüge erst nach mehrmonatlicher Lagerung aufzuweisen pflegen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von Labextrakten, dadurch gekennzeichnet, daß die Magenschleime durch Zusatz von Pflanzen, Pflanzenteilen oder deren Extrakten zu den Labauszügen unschädlich gemacht werden. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Pflanzen. Pflanzenteile und deren Extrakte in frischem oder konserviertem Zustand zugesetzt werden.
DEP1790A 1948-10-02 1948-10-02 Verfahren zur Gewinnung von Labextrakten Expired DE805152C (de)

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